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Alternative Kommunikationsformen der Befragung

Ein kritischer Vergleich

Projektarbeit 2008 19 Seiten

BWL - Marketing, Unternehmenskommunikation, CRM, Marktforschung, Social Media

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Alternative Kommunikationsformen der Befragung - im Kontext der Marktforschung
1.1 Einführung in die Thematik
1.2 Zielsetzung und Vorgehensweise

2. Konventionelle Formen der Befragung
2.1 Mündliche Befragung – Das Face-to-Face Interview
2.2 Die schriftliche Befragung
2.3 Die telefonische Befragung
2.4 Computergestützte Formen der Befragung

3. Methoden der Onlineerhebung
3.1 WWW-Befragung
3.2 E-Mail Befragung
3.3 Newsgroup-Befragung
3.4 IRC-Befragung

4. Kritische Schlussbemerkungen

Literaturverzeichnis

1. Alternative Kommunikationsformen der Befragung - im Kontext der Marktforschung

1.1 Einführung in die Thematik

Die Marktforschung hat unter anderem die Aufgabe, notwendige Informationen für marketingspezifische Entscheidungen bereitzustellen.[1] Nach der Herkunft der Daten wird zwischen der Primär- und der Sekundärforschung unterschieden. Sekundärforschung ist laut Meffert: „(...) die Beschaffung, Zusammenstellung und Auswertung bereits vorhandenen Datenmaterials (...)"[2], wobei sich diese dabei nur auf „(...) Quellenforschung mit praktisch unbegrenzt verfügbaren Daten aus internen und externen Informationsquellen“[3] beschränkt. Sind die so ermittelten Daten nicht ausreichend, müssen durch die Primärforschung zusätzliche Daten, welche noch nicht vorhanden sind, erforscht werden.[4] Zur Informationsbeschaffung innerhalb der Primärforschung kann aus der Befragung, Beobachtung, dem Experiment und zusätzlichen Spezialformen gewählt werden.[5] Die Befragung stellt dabei die bedeutendste Form der Datengewinnung dar.[6] Sie verfolgt das Ziel, einen bestimmten Auskunftskreis zu vorher festgelegten Themen zu befragen bzw. Stellung nehmen zu lassen.[7] Dabei kann grundsätzlich nach der Art der Kommunikation, ob mit oder ohne Interviewer, unterschieden werden. Zu der Erhebung mit Interviewer zählen die mündliche/persönliche Befragung und die telefonische Befragung. Die schriftliche und die Online-Befragung werden hingegen als Erhebungsform ohne Interviewer eingeordnet.[8] Klassische Formen wie die mündliche, schriftliche und telefonische Befragung werden im heutigen Zeitalter immer mehr durch Computer unterstützt und erleichtert.[9]

1.2 Zielsetzung und Vorgehensweise

Das primäre Ziel dieser Arbeit besteht darin aufzuzeigen, welche Kommunikationsformen der Befragung es gibt und welche Vor- und Nachteile diese besitzen. Ausgehend vom ersten Kapitel, indem ein kurzer Überblick und eine Einführung in die Thematik erfolgt, steht im Fokus des zweiten Kapitels die Darstellung und Systematisierung der konventionellen Befragungsformen. Im Vordergrund sollen dabei die Vor- und Nachteile jeder Methode stehen. Im Einzelnen bezieht sich das zweite Kapitel auf die mündliche, schriftliche und telefonische und die Möglichkeiten der computergestützten Befragung.

Im Fokus des dritten Kapitels wird ein Überblick über die Erhebungsformen der Onlinebefragung gegeben. Dabei werden ebenso, wie in Kapitel zwei, die Methoden kurz erklärt und anschließend die Vor- und Nachteile aufgezeigt. Bei diesen Erhebungsformen handelt es sich um die WWW-, E-Mail, Newsgroup- und IRC-Befragung.

Das Ende dieser Arbeit bilden im vierten Kapitel die kritischen Schlussbemerkungen. Dort werden die von mir beschriebenen Befragungsformen kritisch bewertet.

2. Konventionelle Formen der Befragung

2.1 Mündliche Befragung – Das Face-to-Face Interview

Die mündliche Befragung, auch Face-to-Face Interview genannt, ist die wohl bedeutendste Form der Informationsgewinnung der drei konventionellen Befragungsmethoden. Im Gegensatz zu den anderen, in den nachfolgenden Kapiteln beschriebenen, ist sie durch den direkten Kontakt des Interviewers mit den Befragten gekennzeichnet.[10] Sie kann in Form eines freien Interviews, eines standardisierten Interviews oder einer strukturierten Befragung durchgeführt werden. Spricht man von einem freien Interview, wird dem Befragten nur das Thema der Befragung genannt und die Gestaltung der Befragung bleibt allein dem Interviewer überlassen. Das Spektrum dabei zieht sich von simplen Befragungsgesprächen bis hin zu tiefenpsychologischen Erhebungen. Im Gegensatz dazu sind bei der strukturierten Befragung zusätzlich Leitlinien für den Hergang der Befragung vorhanden. Die gebräuchlichste Form der persönlichen Befragung ist das standardisierte Interview. Es ist durch vorherige Festlegungen der Fragen und durch vorgegeben Verhaltensweisen für den Interviewer gekennzeichnet, so dass wenig inhaltlicher Spielraum für Interviewer und Befragten vorhanden ist.[11]

Die größten Vorteile dieser Methode liegen in der hohen Erfolgsquote und der daraus resultierenden Repräsentativität der Ergebnisse. Positive Einflüsse der Interviewer und eine hohe Bereitschaft der Befragten, an dieser Erhebung teilzunehmen, führen zu einer geringen Verweigerungsquote.[12] Des Weiteren ist dem Interviewer die Möglichkeit gegeben weitaus mehr Fragen als bei anderen Befragungsformen zu stellen und gleichzeitig Beobachtungen während der Befragung, wie etwa Mimik und Gestik, fest zu halten.[13] Geschulte und gut ausgebildete Interviewer können ihr gesamtes befragungstaktisches Repertoire einsetzen, um die Befragungssituation zu kontrollieren, intuitive und emotionale Reaktionen aufzunehmen und diese bei der Auswertung der Untersuchung gegebenenfalls einzubauen.[14] Durch den direkten Kontakt mit dem Befragten ist der Interviewer in der Lage zu überprüfen, ob komplexe Fragestellungen verstanden wurden, so dass Unklarheiten noch während der Befragung ausgeschlossen werden können. Das Augenmerk liegt hierbei eindeutig auf der Qualität der in dieser Form ermittelten Ergebnisse.[15] Zusätzlich sollte eine mündliche Befragung die Länge von 45 Minuten nicht überschreiten.[16]

Die hohen Interviewkosten und der Einfluss des Interviewers auf den Befragten stehen als negative Effekte bei der mündlichen Befragung im Vordergrund. Mit Interviewkosten sind vor allem die Aufwendungen für die Bereitstellung eines Interviewerstabes gemeint.[17] Durch den direkten Kontakt mit dem Befragten ist die Gefahr der Ergebnisverzerrung durchaus gegeben.[18] Der Einfluss des Interviewers zeigt sich in dem Sinne, dass die Befragten sich durch den unmittelbaren Kontakt unter Zeitdruck gesetzt fühlen können und bedingt dadurch spontane, unüberlegtere Antworten geben.[19] Hinzu kommt, dass sie sehr zeitaufwendig ist und die Ergebnisse dadurch bedingt nur relativ langsam ermittelt werden können.[20]

[...]


[1] Vgl. Meffert, H. et al (2008): Marketing: Grundlagen marktorientierter Unternehmensführung; Konzepte-Instrumente-Praxisbeispiele 10. Aufl., Wiesbaden, S. 145

[2] ebenda, S.153

[3] ebenda

[4] Vgl. Weis, C./Steinmetz, P. (1998): Marktforschung, 3. Aufl., Ludwigshafen, S.69 f.

[5] Vgl. Meffert, H. et al (2008): Marketing: Grundlagen marktorientierter Unternehmensführung; Konzepte-Instrumente-Praxisbeispiele 10. Aufl., Wiesbaden, S. 156 ff.

[6] Vgl. Koch, J. (1996): Marktforschung: Begriffe und Methoden, 9. Aufl., München, S.61

[7] Vgl. Meffert, H. et al (2008): Marketing: Grundlagen marktorientierter Unternehmensführung; Konzepte-Instrumente-Praxisbeispiele 10. Aufl., Wiesbaden, S.158

[8] Vgl. Kuß, A. (2007): Marktforschung. Grundlagen der Datenerhebung und Datenanalyse, 2. Aufl., Wiesbaden, S. 110

[9] Vgl. Pepels, W. (2008): Marktforschung: Verfahren, Datenauswertung, Ergebnisdarstellung, 2. Aufl., Düsseldorf, S. 189

[10] Vgl. Tscheulin, D./Helmig, B. (2004): Gabler Lexikon Marktforschung, 1.Aufl., Wiesbaden, S.55

[11] Vgl. Hünerberg, R.(1984): Marketing, 1. Aufl., München, S.80

[12] Vgl. Meffert, H. (1992): Marketingforschung und Käuferverhalten, 2. Aufl., Wiesbaden, S. 203

[13] Vgl. Kotler, P./Bliemel, F. (1995): Marketing-Management: Analyse, Planung, Umsetzung und Steuerung, 8. Aufl, Stuttgart, S.203

[14] Vgl. Meffert, H. et al (2008): Marketing: Grundlagen marktorientierter Unternehmensführung; Konzepte-Instrumente-Praxisbeispiele 10. Aufl., Wiesbaden, S.159

[15] Vgl. Weis, C./Steinmetz, P. (1998): Marktforschung, 3. Aufl., Ludwigshafen, S.73

[16] Vgl. Meffert, H. (1992): Marketingforschung und Käuferverhalten, 2. Aufl., Wiesbaden, S. 203

[17] Vgl. Ahlert, D. (1984): Grundzüge des Marketing, 3. Aufl., Düsseldorf, S. 229

[18] Vgl. Berekoven, L. et al (2004): Marktforschung: methodische Grundlagen und praktische Anwendung, 10. Aufl., Wiesbaden, S.107 f.

[19] Vgl. Bänsch, A. (1998): Einführung in die Marketing-Lehre, 4. Aufl., München, S. 16

[20] Vgl. Weis, C./Steinmetz, P. (1998): Marktforschung, 3. Aufl., Ludwigshafen, S.75

Details

Seiten
19
Jahr
2008
ISBN (eBook)
9783640766819
ISBN (Buch)
9783640766482
Dateigröße
539 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v162624
Institution / Hochschule
Universität Rostock – ABWL: Absatzwirtschaft
Note
2.0
Schlagworte
Befragung Kommunikationsformen Marktforschung

Autor

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