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Träume als Zerrspiegel der Wirklichkeit bei Freud

Seminararbeit 2007 15 Seiten

Pädagogik - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Erste Ideen zur Psychoanalyse und menschlicher Triebe

3. Das Unbewusste: Die Basis für Träume

4. Realitätsverarbeitung in Träumen
4.1 Typische Träume
4.1.1 Der Verlegenheitstraum der Nacktheit
4.1.2 Die Träume vom Tod teurer Personen
4.1.3 Der Prüfungstraum
4.2 Die Traumarbeit
4.2.1 Die Darstellung durch Symbole im Traum
4.2.2 Absurde Träume

5. Zur Psychologie der Traumvorgänge
5.1 Das Vergessen der Träume
5.2 Die Wunscherfüllung
5.3 Das Wecken durch den Traum

6. Schluss

Bibliographie

1. Einleitung

Sigmund Freud, geboren am 6. Mai 1856 in Freiberg (Mähren), widmete sich nach seinem Medizinstudium der Erforschung seelisch bedingter Erkrankungen, im Speziellen den Hysterien. Im Verlaufe seiner Studien entwickelte er, darauf aufbauend, das Verfahren der Psychoanalyse, als deren Begründer er heutzutage weltweit bekannt ist. Zudem schuf er ein Verfahren zur Neurosenheilung, nicht durch Hypnose, sondern durch „Abreaktion“ und stellte hierbei eine eigene Theorie zur Entstehung von Neurosen auf.

Doch schon vor dieser bedeutenden Phase im Leben Sigmund Freuds, stellte dieser wichtige Versuche zur Erforschung von Träumen und ihrer Herkunft an. Sein Buch Die Traumdeutung schrieb er zwischen 1897 und 1899, die Schrift erschien im Jahre 1900 in der Erstauflage. Freuds bewusste Auseinandersetzung mit und das Sammeln von Materialien zur Traumdeutung reichen hierbei jedoch weit zurück. Da er durch die Berichte seiner Patienten regelmäßig mit Traumelementen konfrontiert wurde, begriff Freud sehr bald, „dass die psychischen Mechanismen, deren sich die Neurose und Psychose bedienen, auch im sogenannten normalen Seelenleben bereitliegen und im Traum unverhüllt zum Vorschein kommen“ (Freud, Traumdeutung 5). Wichtig zu erwähnen ist hierbei, dass Sigmund Freud schon zu Zeiten der Traumdeutung von der Existenz des „Unbewussten“ fest überzeugt war. Dieser Teil der menschlichen Psyche spielt sowohl in seinen Traumforschungen als auch in der später entwickelten Psychoanalyse eine wichtige Rolle.

Die Traumdeutung gehört heute längst zu den großen Klassikern der wissenschaftlichen Literatur. Freuds revolutionäre Einsichten in und Ansichten bezüglich Funktion und Struktur des Traumes haben hierbei jedoch keineswegs an Geltung eingebüßt; im Gegenteil, sie sind sogar in vielerlei Hinsicht von der modernen Traum- und Schlafforschung experimentell bestätigt worden. Sigmund Freuds Methoden der Neurosenbehandlung und der Traumbearbeitung setzten den Begriff des „Unbewussten“ in der Psychologie durch, zusätzlich führten seine analytischen Methoden zu völlig neuen Einsichten in das Triebleben des Menschen. Die vorliegende Arbeit soll hierzu einen kurzen Überblick über die wichtigsten Kriterien und Vorgehensweisen der Traumdeutung liefern, wobei vor allem die Verarbeitung unbewusster Sachverhalte und deren Bezug zur Realität herausgearbeitet werden soll.

2 Erste Ideen zur Psychoanalyse und menschlicher Triebe

Nach langen Studien der menschlichen Psyche unterteilte Freud das psychologische Individuum in mehrere Teilbereiche. Für ihn galt es, Neurosen aller Art mit der gegen Ende des 19. Jahrhunderts entwickelten Psychoanalyse zu behandeln; mit seiner Theorie setzte er sich eine erfolgreiche Behandlung der Nervenkrankheiten unter Rücksichtnahme auf die komplette persönliche Krankheitsgeschichte des jeweiligen Patienten zum Ziel. Ein sehr wichtiger Ausdruck für die Psychoanalyse ist hierbei jener der „Triebe“. Hierbei fallen für Freud nicht nur der sexuelle Trieb in diese Kategorie, sondern vielmehr jegliche angeborenen Instinkte, wie zum Beispiel der des Überlebens.

Laut Freud muss eine Unterscheidung zwischen den Ausdrücken „Instinkt“ und „Trieb“ getroffen werden. Ersterer wird verwendet, um von körperlichen Phänomenen zu sprechen, um angeborenes Verhalten zu erklären, bei welchen der Mensch (oder auch das Tier) nach einem bestimmten Reaktionsmuster, einem Stereotyp, reagiert, welches oder welcher durch das zentrale Nervensystem gesteuert wird. Letzteres versucht Vorgänge, die mit dem Seelenleben des Individuums zusammenhängen, zu verbalisieren. Dabei sind sicherlich Reaktionen des menschlichen Körpers in Form zentraler Unruhe oder Aufregung ersichtlich, jedoch können jene körperlichen Reaktionen durch das Individuum unterdrückt werden. Die zentralen Triebe nach Freuds Theorie sind der Selbsterhaltungstrieb, worunter auch Ernährungs- und Sexualtrieb fallen, ebenso wie der Todestrieb.

Aus diesen Theorien und Forschungsergebnissen Freuds folgt, dass der Mensch als Individuum nicht in der Lage ist, den Erwartungen seiner Umgebung zu genügen, ohne seine Triebe zu unterdrücken. Die menschlichen Triebe stehen also im Gegensatz zu den gesellschaftlichen Normen, dürfen aufgrund letztere jedoch nicht frei ausgelebt werden. Dieser Konflikt zwischen persönlichem Bedürfnis und gesellschaftlichen Verpflichtungen und Tabus führt nach Freuds Ansicht in vielen Fällen zu verschiedenen Arten von psychischen Erkrankungen, wie zum Beispiel zu Neurosen. Dieser eben erläuterte Konflikt zwischen persönlichen Bedürfnissen und gesellschaftlichen Erfordernissen ist innerhalb einer zivilisierten Gesellschaft so weit verdrängt, dass er als solcher von den Personen der Gesellschaft gar nicht mehr bewusst wahrgenommen werden kann, sondern sich nur in Krankheitsbildern oder in Traumbildern zeigt. Dies setzt nun die Existenz einer Instanz voraus, die als eine Art „Filter“ fungiert. Freud spricht in diesem Fall vom „Unbewussten“.

3. Das Unbewusste: Die Basis für Träume

Nach Freuds Theorien ist das sogenannte Bewusstsein oder das Bewusste, jene momentanen Wahrnehmungen wie zum Beispiel Urteile, Eindrücke oder Gefühle einer Person, nichts weiter als ein kleiner Ausschnitt menschlicher Psyche. Oder, wie Freud selbst es ausdrückte: Das „Ich“ ist ganz sicher nicht „Herr im eigenen Haus“ (Baumgardt 50), es ist vielmehr der Diener der unbewussten Erfahrungen und Beschäftigungen. Schlüssel für das Verstehen von Träumen ist also das Unbewusste. Freud unterteilte den Terminus „Unbewusstes“ erneut, und zwar in „eigentlich Unbewusstes“ (Baumgardt 50), also das tatsächlich Unbewusste - auch bekannt geworden als das „Es“ - und in „Vorbewusstes“ (Baumgardt 50). Mit Vorbewusstem bezeichnet Freud alle Ereignisse, Erfahrungen, Gefühle, Kenntnisse, kurz alles Wissen, welches sich ohne größere Probleme wieder zurück in das Bewusstsein des jeweiligen Menschen holen lässt. Diese gemachten Erfahrungen verschließen sich einer bewussten Bearbeitung und Auseinandersetzung hierbei nicht.

Die meisten Erfahrungen, mentalen Wunden und unterdrückten Wünsche und Begehren, welche im Unbewussten verschlossen sind, „verstecken“ sich also regelrecht vor dem Bewusstsein, vor der bewussten Auseinandersetzung. Eine Verarbeitung ist so nicht möglich, da der Mensch eine innere Barriere überwinden müsste, um an die Erinnerungen seines Unterbewusstseins zu gelangen. Jene unter der Oberfläche des Bewusstseins schlummernden Erfahrungen können nur entgegen größter psychischer Widerstände und mit Hilfe einer sorgfältigen und gewissenhaften Analyse wieder zurück ins Bewusstsein gebracht werden, was gleichzeitig beweist, dass das von Sigmund Freud eingeführte System des Unbewussten kein statisches, sondern vielmehr ein sehr dynamisches System darstellt.

4. Realitätsverarbeitung in Träumen

Zunächst sollte definiert werden, was genau ein Traum ist. Während des Schlafzustandes treten psychische Spannungen beim Individuum auf, welche durch Träume verarbeitet und schließlich ausgeglichen werden. Dies geschieht, um den Schlafzustand zu erhalten und einem vorzeitigen Erwachen entgegenzuarbeiten. Dabei gilt der Traum als sinnvolles Werk nächtlicher Seelentätigkeit und als Hüter des Schlafes. Ein Traum kann allerdings ebenfalls als Folge eines Triebwunsches entstehen. Er suggeriert hierbei in gewisser Weise die Trieberfüllung, um den Schlaf zu erhalten: Die Triebregung des „Es“ möchte die Befriedigung zum Beispiel eines Hungertriebes erreichen, das „Ich“ leistet Widerstand, um den Schlaf zu erhalten. Es suggeriert eine Trieberfüllung durch träumen eines ,Hungertraumes‘.

4.1 Typische Träume

Normalerweise ist jeder Traum etwas ganz Besonderes, etwas Individuelles. Es gibt jedoch ebenfalls gewisse Träume, die fast jeder Mensch schon einmal auf die gleiche oder zumindest ähnliche Weise geträumt hat. Diesen muss besonderes Interesse gelten, da sie vermutlich bei allen Menschen aus der gleichen Quelle stammen müssten, folglich also dafür prädestiniert sind, Aufschluss über die eigentlichen Quellen von Träumen zu geben.

4.1.1 Der Verlegenheitstraum der Nacktheit

Der Traumverlauf, in welchem man nackt oder völlig unpassend gekleidet Fremden begegnet ohne vor diesen fliehen zu können, träumen viele Menschen. Typisch an diesem Traum ist das Unvermögen, sich von der Stelle zu bewegen, um die Flucht zu ergreifen und seine Nacktheit zu verbergen. Das Interessante dabei ist, dass jene Fremden meist ein völlig unbeteiligtes Gesicht aufweisen, den Träumenden keinesfalls für dessen unpassende Kleidung rügen. Daraus entsteht ein eindeutiger Widerspruch, wie er in Träumen häufig vorkommt.

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Details

Seiten
15
Jahr
2007
ISBN (eBook)
9783640771530
ISBN (Buch)
9783640771721
Dateigröße
424 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v162477
Institution / Hochschule
Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Note
2,0
Schlagworte
Sigmund Freud Traumdeutung Träume Psychologie
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Titel: Träume als Zerrspiegel der Wirklichkeit bei Freud