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Ethik im Informationszeitlater

Ethische Herausforderungen in der Moderne

Seminararbeit 2010 13 Seiten

Ethik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 BYTES, GENFORSCHUNG UND KOMMUNIKATION - DAS INFORMATIONSZEITALTER

2 GRUNDLAGEN DES WEB 2.0.
2.1 DIE EIGENE HOMEPAGE«
2.2 INSTANT MESSAGING«
2.3 SOZIALE NETZWERKE«

3 DATENSICHERHEIT ODER GLÄSERNER NUTZER?
3.1 DAS RECHT AUF PRIVATHEIT UND DATENSCHUTZ«
3.2 DATENMISSBRAUCH AM BEISPIEL SOZIALER NETZWERKE«

4 ONLINESUCHT - WENN VIRTUALITÄT UND REALITÄT SICH KREUZEN
4.1 ONLINESPIELE AM BEISPIEL VON WORLD OF WARCRAFT«
4.2 DIE GEFAHR DES VIRTUELLEN RAUMES«

5 DAS INFORMATIONSZEITALTER ALS ETHISCHE HERAUSFORDERUNG

LITERATURVERZEICHNIS

1 Bytes, Genforschung und Kommunikation - das Informationszeitalter

In Deutschland nutzen 49 Millionen Menschen ab 14 Jahren das Internet, davon 76 Prozent täglich1. Die Werbung ist überfüllt mit Providern, die uns über alle möglichen Technologien den Zugang ins World Wide Web ermöglichen. In einer Umfrage geben 98 Prozent der 25- bis 34-Jährigen an, ein Handy zu besitzen.2 Die Vernetzung der Menschen ist weit vorangeschritten und die Mobiltechnologie erlaubt es uns, von fast jedem Ort der Welt an einen anderen zu gelangen: per Bild, per Stimme oder als Datenpaket. Die Menschen sind zu Beginn des 21. Jahrhunderts voll im Informationszeitalter angekommen.

Der Terminus Informationszeitalter beschreibt die Prioritat der Information als Ware und Ressource. Sie ist das wichtigste Gut und die richtige Information ist mehr wert als jeder andere Rohstoff. Der Soziologe Manuel Castells, der sich eingehend mit Netzwerktheorien befasste, erklart das Zeitalter wie folgt: „[Das] Informationszeitalter [...] bezeichnet eine historische Epoche menschlicher Gesellschaften. Das auf mikroelektronisch basierten Informations- und Kommunikationstechnologien sowie der Gentechnologie beruhende technologische Paradigma, welches diese Epoche charakterisiert, ersetzt bzw. uberlagert das technologische Paradigma des Industriezeitalters, das primar auf der Produktion und Distribution von Energie beruht."3

In dieser Hausarbeit soll der Bereich der Internettechnologie im Vordergrund stehen. Meiner Meinung nach ist das Internet das prägende Element des Informationszeitalters, da es das Verhalten der Menschen bestimmt wie kein anderes Medium vorher. Ganze Wissenschaftszweige widmen sich den Phänomenen der Vernetzung und der Kommunikation mit und über das Internet. Durch die Omnipräsenz und Größe des World Wide Web entstehen aber auch Probleme, die unter ethischen Gesichtspunkten untersucht werden müssen. Ethische Problemstellungen ergeben sich vor allem, auch in aktuellen Debatten4, im Bereich des Datenschutzes und im Bereich der Entwirklichung durch das Internet, zum Beispiel in Form von abhängig machenden Rollenspielen.5 Einleitend sollen zum besseren Verständnis zentrale Begriffe, Netzwerke und Übertragungsmöglichkeiten vorgestellt werden, bevor eine genauere Betrachtung der beiden Problemfelder mit Beispielen erfolgt. Ein gewisses Grundverständnis über die technischen Grundlagen und Möglichkeiten des Internets wird aber vorausgesetzt, da eine solche Beschreibung den Rahmen der Arbeit sprengen würde. Zum Abschluss soll ein Fazit in Bezug auf ethische Probleme im Internet beziehunsgweise des ganzen Informationszeitalters versucht werden.

2 Grundlagen des Web 2.0

Die aktuelle Verwendungsform des Internets durch den Grofiteil der User ist interaktiv und wird unterm dem Begriff ,,Web 2.0" zusammengefasst. Im Gegensatz zum ,,Web 1.0", das eher fur reine Informationsbeschaffung genutzt wurde, greifen die User in der heutigen Zeit immer mehr auf das Internet als Plattform zu, die sie selbst mitgestalten konnen. Die bekanntesten Moglichkeiten werden nun vorgestellt.

2.1 Die eigene Homepage

Was früher vor allem ausgebildeten Programmierern und Unternehmen vorbehalten war, gilt heute bei vielen Usern als Selbstverständlichkeit: die eigene Homepage. Viele Provider6 bieten fertige Baukastensätze an, um die eigene Homepage zu gestalten. Hier lautet das 0RWWR ÄPLW ZHQLJHQ .OLFNV ]XU HLJHQHQ +RPHSDJH³7. Vor allem Nutzer mit wenig Erfahrung im Bereich der verschiedenen Computersprachen8 können mit wenig Aufwand ihre eigene Webpräsenz erstellen und diese nach Belieben mit Inhalten füllen. Die Provider bieten dazu oftmals kostenlos den nötigen Webspace mit an.9 Da der Homepagebetreiber alle Inhalte einstellen kann, die er für mitteilungswürdig hält, gibt es in erster Instanz keine Kontrolle des Providers über die Inhalte der Homepage. Im Falle eines kriminellen Hintergrundes ist es in der Haftungsfrage oft schwer, den eigentlichen Betreiber zu ermitteln, da die Identität, die hinter den eingegebenen Daten steckt, nicht nachgewiesen werden muss. Provider haften lediglich dann, wenn sie Kenntnis über die gesetzeswidrigen Inhalte haben, wobei die Beweislast beim Kläger liegt und diese häufig nur schwer zu erbringen ist.10

2.2. Instant Messaging

Das Instantmessaging ist eine weit verbreitete Kommunikationsform im Internet, bei der zwei oder mehr Nutzer per Textnachrichten miteinander kommunizieren. Dies geschieht im sogenannten Push-Verfahren, was bedeutet, dass die geschriebene Nachricht auf Tastendruck sofort beim anderen User erscheint. Diese Kommunikationsform ist im Web 2.0 vor allem XQWHU GHP %HJULII ÄFKDWWHQ³ EHNDQQW JHZRUGHQ 'LH 1XW]HU P VVHQ EHU &OLHQWV EHU HLQ Netzwerk miteinander verbunden sein, um Nachrichten austauschen zu können.11 Viele dieser Messenger unterstützen mittlerweile neben Textnachrichten auch den Chat per Ton und Bild sowie die Übertragung aller gängigen Dateiformate. Populäre Messenger wie ICQ bieten außerdem diverse Programme12 an, die die User kostenlos miteinander nutzen können. Während Clients wie ICQ vor allem für den Chat von zwei Personen genutzt werden, bieten mittlerweile fast alle Betreiber von Homepages mit großer Besucherzahl so genannte Chatrooms an, in denen mehrere 100 Personen gleichzeitig miteinander kommunizieren können.13

2.3. Soziale Netzwerke

Soziale Netzwerke sind sicherlich der größte Trend, den das Web 2.0 hervorgebracht hat. In den Grundzügen dieser Netzwerke geht es darum, Usern eine Möglichkeit zu bieten sich zu präsentieren und sich mit anderen Usern zu vernetzen. Zur Selbstdarstellung wird ein Profil angelegt, dass man mit beliebig vielen Informationen versehen kann. Dabei kann man auf vorgefertigte Fragemasken zurückgreifen, die zum Beispiel nach Name, Alter, Beziehungsstatus und Hobbies fragen, aber auch auf die Möglichkeit des freien Textes, die erlaubt, sich individuell vorzustellen. Als Ergänzung zur Textform kann man Fotos von sich hochladen. Mit der Weiterentwicklung der Netzwerke wurden auch die Optionen, das eigene Profil auszubauen, erweitert. In den größten Netzwerken14 kann man mittlerweile auch Videos von sich und anderen präsentieren, beliebig vielen Gruppen beitreten ± die Informationen über Zu- und Abneigungen, aber auch völlig sinnfreie Statements enthalten ± sowie sämtliche Aktivitäten anderer bekannter Nutzer kommentieren. Mit Einführung der Internettechnologie für das Handy und die Smartphones erfuhren die Netzwerke eine noch höhere Frequentierung, da diese mittlerweile zugeschnittene Versionen ihres Dienstes für verschiedenste Smartphonetypen anbieten. Die sozialen Netzwerke werden uns auch in der Frage des Datenschutzes beschäftigen.

[...]


1 ARD/ZDF- Onlinestudie, abrufbar unter: http://www.ard-zdf-onlinestudie.de.

2 Anteil der Handybesitzer in ausgewählten Altersklassen, abrufbar unter: http://de.statista.com/statistik/daten/studie/164431/umfrage/anteil-der-handybesitzer-in-ausgewaehlten- altersklassen-in-deutschland.

3 Manuel Castells: Bausteine einer Theorie der Netzwerkgesellschaft, in: Berliner Journal f ür Soziologie, 11(4) 2001,S. 424.

4 Man denke an Facebook oder StudiVZ in Bezug auf die Datensicherheit.

5 Das bekannteste Spiel dieser Kategorie ist World of Warcraft.

6 Z.B. Beepworld.de und realhomepage.de.

7 AktXHOOH :HUEHNDPSDJQH GHV $QELHWHUV I U GHQ HLJHQHQ Ä+RPHSDJHEDXNDVWHQ³.

8 Gemeint sind etwa gängige Formate wie C++, php, Java skript, HTML usw.

9 Bezeichnet den Umfang der Speichermöglichkeit auf einem Internetserver.

10 Siehe auch Urteil vom 23.09.2003 des BGH, AZ: VI ZR 335/02, abrufbar unter www.bundesgerichtshof.de.

11 Die bekanntesten Clients sind der ICQ- und der AIM-Messenger, sowie der in Windows integrierte WindowsLive-Messenger.

12 Vor allem Spiele für eine oder mehrere Personen.

13 Sehr beliebt bei Jugendlichen Nutzern ist z.B. der Chat auf Knuddels.de.

14 Zu nennen ist hier als wichtigstes Netzwerk sicher Facebook, später folgen Netzwerke wie mySpace und StudiVZ/SchülerVZ/MeinVZ.

Details

Seiten
13
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783640761890
ISBN (Buch)
9783640762194
Dateigröße
468 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v162467
Institution / Hochschule
Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt
Note
1,7
Schlagworte
Ethik Informationszeitlater Ethische Herausforderungen Moderne

Autor

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