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Erkenntnisse der Managementforschung für ein betriebliches Bildungsmanagement

Hausarbeit 2010 20 Seiten

Pädagogik - Berufserziehung, Berufsbildung, Weiterbildung

Leseprobe

Inhalt

ABBILDUNGSVERZEICHNIS

TABELLENVERZEICHNIS

1 EINLEITENDE PROBLEMSTELLUNG

2 DEFINITORISCHE GRUNDLAGEN ZUM BILDUNGSMANAGEMENT

3 TRADITIONELLE UND MODERNE ANSÄTZE DER MANAGEMENTFORSCHUNG
3.1 ANSÄTZE DER TRADITIONELLEN MANAGEMENTFORSCHUNG
3.1.1 Ingenieursmäßig- ökonomische Ansätze
3.1.2 Administrative Ansätze
3.1.3 Bürokratische Ansätze
3.1.4 Physiologisch-psychologische Ansätze (Psychotechnik)
3.1.5 Sozialpsychologische und soziologische Ansätze (Human Relations)
3.2 MODERNE ANSÄTZE DER MANAGEMENTFORSCHUNG
3.2.1 Disziplinäre Spezialisierung
3.2.2 Systemtheoretische Ansätze
3.2.3 Situative Ansätze
3.2.4 Konsistenz-Ansätze

4 BEDEUTUNG SOWIE DESIDERATA FÜR EIN BILDUNGSMANAGEMENT

5 OHNE METHODEN UND INSTRUMENTE KEIN BILDUNGSMANAGEMENT

LITERATURVERZEICHNIS

Abbildungsverzeichnis

ABBILDUNG 1: AUFGABEN EINES ZUKÜNFTIGEN BILDUNGSMANAGERS 17

Tabellenverzeichnis

TABELLE 1: TYPISIERUNG DER MANAGEMENTTHEORIEN NACH MALIK (VGL. STAEHLE 1999, S. 44) 12

1 Einleitende Problemstellung

Bezugnehmend auf vorhergehende Arbeiten zum Bildungsmanagement wird die- ses innerhalb der vorliegenden Arbeit weiterführend wissenschaftlich gerahmt. Be- reits in der Konnotation des Seminartitels „Betriebliches Bildungscontrolling zwi- schen Management- und Bildungstheorien“ stellt sich ein Problem dar, welches für viele Bereiche der heutigen Gesellschaft zwischen Ökonomisierung und Individua- lisierung zutrifft.

Elementare Gegenstandsbereiche einer Gesellschaft, wie auch die Bildung und Weiterbildung in Unternehmen, sind nicht mehr genuin einer Wissenschaft zuzuordnen. Kritiker würden im Zusammenhang mit dem Seminartitel ebenso die Instrumentalisierung von Bildung zu ökonomischen Zwecken verstehen. Wie dem auch sei, es sind integrierte Ansätze aus Wirtschaftswissenschaften und Sozialwissenschaften zu wählen, um Bildungsmaßnahmen im Unternehmen prozessbegleitend zu initiieren, steuern und bewerten.

Die weitestgehende Abstinenz einschlägiger deutscher Grundlagenforschung ist bis auf einige wenige Ausnahmen, wie SEEBER et al. und KÄPPLINGER, Grund genug sich wissenschaftstheoretisch mit der Fragestellung um die Historie der Managementansätze zu beschäftigen. Im deutschsprachigen Raum wird die Forschung um das Bildungsmanagement zumeist mit systemtheoretischen Ansätzen gleich aber nicht umfassend begründet. Ausnahme hierbei stellt das St. Gallener Konzept im Hinblick auf den Nachvollzug der Forschung dar.

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich daher mit der Historie der Managementfor- schung, stellt hermeneutisch Punkte heraus und greift schließlich aktuelle Ergeb- nisse quantitativer Forschung auf. Ausgehend von einer Arbeitsdefinition werden traditionelle sowie moderne Managementansätze auf Basis von Grundlagenlitera- tur deskriptiv vorgestellt, anschließend themenbezogen bewertet sowie Desiderata aufgezeigt. In einem Fazit wird schließlich die Notwendigkeit grundlegender Rah- mungen - v.a. auch durch wissenschaftstheoretische Grundlagenliteratur zum Thema - für ein betriebliches Bildungsmanagement hervorgehoben.

2 Definitorische Grundlagen zum Bildungsmanagement

Vor dem Hintergrund, dass betriebliche Bildungsmaßnahmen idealtypisch sowohl strategie- als auch mitarbeiterorientiert angelegt werden, ist es notwendig Bil- dungsmanagement zu definieren. Der Wettbewerb auf dem Wirtschaftsmarkt und ein zukünftiger Wettbewerb um qualifizierte Mitarbeiter erfordern eine effiziente und effektive Steuerung, Koordination, Lenkung und Bewertung von Bildungs- maßnahmen für Mitarbeiter.

Zunächst geht betriebliches Bildungsmanagement „über die betriebliche Bildungs- arbeit hinaus (vgl. Herter 1998; Falk 2000; Grüner 2000). […] Es plant, realisiert, gestaltet und bewertet die vielfältigen Formen und Inhalte der betrieblichen Quali- fizierung und Kompetenzentwicklung und verbindet sie durch Leitziele, Leitbilder und Partizipation mit der Kultur- und Organisationsentwicklung. Die Aufgabe des betrieblichen Bildungsmanagements im engeren Sinne besteht in der Planung, Steuerung und Bewertung der betrieblichen Bildungsarbeit, die seinen zentralen Referenz- und Bezugspunkt darstellt" (Dehnbostel 2010, S. 28). Betriebliches Bil- dungsmanagement ist somit ein ganzheitliches, unternehmensweites und strate- gieerfüllendes sowie -generierendes Instrumentarium zur Weiterentwicklung der Wettbewerbsfähigkeit für Unternehmen und durch Mitarbeiterkompetenzen. Auf operativer Ebene umfasst das Bildungsmanagement die „… konkreten Maßnah- men, die zur Umsetzung des strategischen Managements ergriffen werden. Dazu gehören die Organisation und Gestaltung der betrieblichen Bildungsarbeit und der Ablauf der einzelnen Bildungsmaßnahmen von der Bildungsbedarfsanalyse über die Umsetzung und Durchführung bis hin zum Controlling ebenso wie Kostenma- nagement und Kompetenzanalysen" (Dehnbostel 2010, S. 29).

Mit Hilfe der vorangegangenen definitorischen Eingrenzung werden im Folgenden traditionelle sowie moderne Ansätze der Managementforschung deskriptiv in notweniger Kürze und Prägnanz vorgestellt.

3 Traditionelle und moderne Ansätze der Managementforschung

3.1 Ansätze der traditionellen Managementforschung

Ausgangspunkt des Managements (im heutigen betriebswirtwirtschaftlichen Ver- ständnis) sowie dessen Erforschung ist die industrielle Revolution, die Mitte des 18. Jahrhunderts in England beginnt. In den Vereinigten Staaten von Amerika star- tet die Wissenschaftsdisziplin um das Management mit der Rede von Henry TOWNE, dem damaligen Präsidenten der American Society of Mechanical Engi- neers, über ‚ The Engineer as an Economist ‘ im Jahr 1886 (vgl. Staehle 1999, S. 22f.).

Die traditionelle Managementforschung lässt sich in fünf wissenschaftliche Forschungsrichtungen untergliedern: ingenieurmäßig-ökonomische, administrative, bürokratische, physiologisch-psychologische und sozialpsychologische, situative Ansätze sowie Konsistenzansätze, die im Folgenden vorgestellt werden.

3.1.1 Ingenieursmäß ig- ökonomische Ansätze

Als erstes Grundlagenwerk der Managementlehre gilt ‚ The Principles of Scientific Management ‘ von Frederick W. TAYLER aus dem Jahr 1911. TAYLER kombiniert dabei die von Karl MARX beschriebene Arbeitsteilung sowie die Forderung nach zergliederten Produktionsschritten, die Adam SMITH bei der Nadelproduktion ein- führte. TAYLERs proklamiertes Leistungs- und Effizienzdenken kennzeichnet sich durch Akkordzeitarbeit sowie die Trennung von ausführender und planerischer Ar- beit (Management). GILBRETH als Schüler TAYLERs untermauert die Zeitstudien, indem er unterstellt, dass Bewegungen, die nicht unmittelbar zum Produktionspro- zess zugehörig sind, vertane Arbeit oder vergeudete Zeit seien. Neben anderen Vertretern gilt GIILBRETH als Begründer des Industrial Engineering: eine For- schungsrichtung, die Bewegungs- und Zeitstudien im Hinblick auf Produktionspro- zesse betriebt (vgl. ebd., S. 23ff.).

Auf einer nächsten, qualitativen Ebene vertritt TAYLER die Auffassung körperliche von geistig-kreativer Arbeit zu trennen. Letztere stellt den Aufgabenbereich eines funktionalen Managements dar. Die Aufgaben des Managements umfassen dabei Planung als Arbeitsvorbereitung sowie eine Kontrolle der jeweiligen Produktions- stufen hinsichtlich der gesamtbetrieblichen Anforderungen. Die Sozialisation der Arbeiter in den jeweiligen Produktionsschritten wird dabei gezielt auf den Verzicht nach anspruchsvolleren und höheren Tätigkeiten betrieben. Ein niedriger Bil- dungsstand der Arbeiter ist hierbei dienlich und erwünscht (vgl. ebd., S. 25). BAB- BAGE formuliert dazu einen entscheidenden Vorteil dieser ‚Trennung von Körper und Geist‘: „ Da ß [sic!] nämlich der industrielle Unternehmer durch Aufspaltung der auszuf ü hrenden Arbeit in verschiedene Arbeitsgänge [ … ] gerade genau jene

Menge von beidem kaufen kann, die für jeden dieser Arbeitsgänge notwendig ist “ (Babbage 1832, zitiert in Braverman 1977, S. 70).

In der Fortsetzung des Konzepts von TAYLER beschäftigt sich Henry FORD in den 1920er Jahren mit der Rationalisierung im Fertigungsprozess bei der Mas- senproduktion. Der sogenannte Fordismus ist geprägt von hoher Standardisierung und Mechanisierung in der Produktion, Eignungsuntersuchung der Mitarbeiter zur Bestenauswahl, hohes Lohnniveau der Mitarbeiter, niedriges Preisniveau für die Produkte sowie einem Verbot von Gewerkschaften. Diese Managementstrategie führt seinerzeit neben der Produktivitätssteigerung zur Reduktion der personifizier- ten Kontrollinstanzen nach taylo]ristischem Verständnis (vgl. Staehle 1999, S. 26).

3.1.2 Administrative Ansätze

Eine ganzheitlichere Analyse aller Organisationsformen verfolgen administrative Ansätze durch die Erforschung des Managements als Bündel universeller Funk- tionen. GULICK bestimmt in Erweiterung zu FAYOLs Managementverständnis 1937 die Teilbereiche des Managements: Planning, Organizing, Staffing, Direc- ting, Coordinating, Reporting und Budgeting. SIMON ergänzt 1945 dieses Mana- gement um die Funktion der Entscheidung. Dieser vertrauten Form1 aus der Ver- waltungslehre entspringt auch die Forderung nach dem Liniensystem in Organisa- tionen, welches besagt, dass innerhalb einer Hierarchie nur eine vorgesetzte einer nachfolgenden Ebene Weisungen erteilen kann. Im Taylorismus kann dies durch mehrere Instanzen erfolgen (vgl. ebd., S. 27f.). In der weiterführenden Forschung ab den 1920er Jahren befassen sich v.a. französische ‚Grande Ecoles‘ mit der Ef- fizienz von Organisationsstrukturen. Ferner untersuchen amerikanische und briti- sche Manager ab 1930 im Schwerpunkt „ die Probleme der horizontalen Differen- zierung (Spezialisierung) und der vertikalen Differenzierung (Hierarchisierung) “ (ebd., S.28). Eine Trennung in den Schwerpunkten erfährt die amerikanische und deutsche Managementforschung zu Beginn des 20. Jahrhunderts durch die zu- nehmende Bedeutung der kaufmännischen Verwaltungslehre. So verbleibt der amerikanische Strang beim Management von technischen Produktionsabläufen und die deutsche Forschung richtet ihren Fokus auf die „ Gesamtorganisation des Betriebes, die kaufmännische Verwaltung und speziell die Bureau-Organisation“(ebd., S. 28).

[...]


1 Diese Form der Managementforschung setzt sich seit Ende des 19. Jahrhunderts in Deutschland durch. In den USA wird seinerzeit dagegen weiterhin der tayloristische Ansatz verfolgt (vgl. Staehle 1999, S. 28).

Details

Seiten
20
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783640773848
Dateigröße
497 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v162431
Institution / Hochschule
Helmut-Schmidt-Universität - Universität der Bundeswehr Hamburg
Note
1,3
Schlagworte
Erkenntnisse Managementforschung Bildungsmanagement

Autor

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Titel: Erkenntnisse der Managementforschung für ein betriebliches Bildungsmanagement