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Kreditkarten und ihre Gefahren

Hausarbeit 2001 23 Seiten

Soziale Arbeit / Sozialarbeit

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Das Geschäft mit der Kreditkarte
1. Entstehungsgeschichte der Kreditkarte
2. Kreditkartenformen
3. Vertragsparteien der Kreditkartensysteme
a) Karteninhaber
b) Kartenakzeptant
c) Kartenemittent
4. Vorteile von „Plastikgeld“
5. Gefahren und Nachteile von „Plastikgeld“

III. Fazit

IV. Literaturverzeichnis

I. Einleitung

Die Kreditkarte ist ein modernes Zahlungsmittel, auf das immer mehr Menschen zurückgreifen.

Die vorliegende Arbeit wurde mit dem Ziel geschrieben, insbesondere, die Vorteile und Nachteile von Kreditkarten herauszuarbeiten. Infolgedessen werden ich im zweiten Kapitel verschiedene Aspekte aus dem Gesamtkomplex „Kreditkarten“ thematisieren.

Ahnatal, den 25.10.2001 Andreas Jordan

II. Das Geschäft mit der Kreditkarte

1. Entstehungsgeschichte der Kreditkarte

Die erste Kreditkarte[1] wurde 1950 in New York erfunden. Herr Schneider, der in einem amerikanischen Restaurant essen war kam in Zahlungsschwierigkeiten, als er merkte, dass er seine Geldbörse vergessen hatte. Dieser Vorfall regte ihn dazu an eine alternative Zahlungsmöglichkeit zu entwickeln, die es dem Verbraucher ermöglichen sollte auch bargeldlos zu bezahlen. In Zusammenarbeit mit einem Anwalt entwickelte er ein Konzept für die erste Kreditkarte.[2] „Vorerst ging es nur darum eine Lösung zu finden sein Essen bezahlen zu können, für den Fall, daß man sein Geld nicht dabei hat“.[3]

Die Gründungmitglieder von Diners Club gaben zu Beginn der fünfziger Jahre erstmals Kreditkarten in Form von hochgeprägten Plastikkarten aus. Zu Beginn beschränkte sich die neue Zahlungsart auf die USA. Die ausgegebenen Karten waren zunächst regional beschränkt oder bezogen sich auf bestimmte Leistungsanbieter, wie z.B. Mineralölgesellschaften, Warenhäuser oder Hotels. Da die Kreditkartenorganisationen in Amerika nicht den Beschränkungen der Banken[4] unterlagen, konnte im Laufe der Zeit ein überregionales Zahlungssystem aufgebaut werden. Die Kreditkarten wurden von Anfang an nur an Personen von ausgesuchter Bonität[5] ausgegeben.[6]

Ende der fünfziger Jahre (1958) gaben sowohl die American Express Company als auch die Bank of Amerika eine eigene Kreditkarte heraus. Aus der Bank of Amerika entstand später eine eigene Gesellschaft, die heutzutage unter dem Namen VISA weltweit operiert.[7] „In der Gründerzeit waren amerikanische Großbanken die treibende Kraft bei VISA“.[8] Um im Wettbewerb mit den großen Banken mithalten zu können schlossen sich die kleineren Banken zu einer Genossenschaft zusammen, aus der 1966 die Master Card hervorging. Im Gegensatz zu VISA erhielten die Besitzer der Master Card mehr Flexibilität und Gestaltungsfreiräume[9]. „Der genossenschaftlichen Idee auf Selbsthilfe wurde in großem Maße Rechnung getragen“.[10]

Wann aber kam die Kreditkarte nach Deutschland? Dazu DORNER:

„In Deutschland wurden die ersten Kreditkarten Mitte der fünfziger Jahre von Diners Club ausgegeben. EUROCARD besteht seit 1965, eine nennenswerte Ausbreitung erfolgte erst Ende 1975 nach der Übernahme durch das deutsche Kreditgewerbe. Die American Express Company ist seit 1964 in Deutschland tätig. VISA fing mit dem Ausbau ihres Geschäftes in der zweiten Hälfte der achtziger Jahre an“.[11]

2. Kreditkartenformen

Bevor ich auf die verschiedenen Kreditkartenformen eingehe, möchte ich die Charakteristika einer Kreditkarte gemäß DIN/ISO-Norm kurz vorstellen. Das Maß einer Kreditkarte ist weltweit standardisiert, damit der Einsatz der Karte überall auf der Welt gewährleistet werden kann. Optisch betrachtet ist die Kreditkarte eine Plastikkarte mit den Abmaßen 53,93 mm (max. 54,03 mm) X 85,47 mm (max. 85,72 mm). Die Plastikkarte wird im Laminierverfahren oder Spritzgussverfahren hergestellt.[12]

Alle Kreditkarten sehen von ihrem Aufbau her gleich aus. Wie aus Abb. 1 hervorgeht, befindet sich auf der Vorderseite, im oberen Bereich, das Signet (EUROCARD, VISA, Diners Club etc.) der jeweiligen Kreditkartenhersteller, die Kartennummer (bis zu 16 Stellen), der eingeprägte Vor- und Zuname des Kreditkartenbesitzers sowie das Gültigkeitsdatum und seit welchem Jahr man Mitglied ist. Auf Wunsch erhält man die Karte auch mit Foto. In vielen Fällen ist die Gültigkeit der Karte auf zwei bis drei Jahre beschränkt.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Vorderansicht der EUROCARD/Mastercard

Quelle: in Anlehnung an: Sparkasse Versicherungen: EUROCARD Gold, Faltblattreihe (Erhältlich in allen Sparkassenfilialen)

Auf der Rückseite befindet sich ein Magnetstreifen. Auf ihm sind alle wichtigen Informationen über den Besitzer gespeichert (Name, Mitgliedsnummer, Gültigkeitsdatum). Unter dem Magnetstreifen ist ein freies Feld, auf dem der Karteninhaber mit seinem Vor- und Zuname unterschreiben muss. Die Unterschrift muss bei der Legitimationsprüfung mit der auf dem Zahlungsbeleg identisch sein. Die Aufgabe des Verkäufers besteht darin, die beiden Unterschriften miteinander zu vergleichen. Diese Aufgabe wird aber in vielen Fällen vernachlässigt und der Kunde bekommt seine Karte gleich zurück. Im Gegensatz zu Amerika gibt es in Deutschland keine Personalausweispflicht. Eine höhere Sicherheit vor Missbrauch bietet deshalb eine Karte mit Lichtbild. Ebenso befindet sich auf der Rückseite eine bis zu 16-stellige Nummer, die mit der auf der Vorderseite identisch ist sowie eine 3-stellige Geheimzahl, die ausschließlich zum Sperren der Karte benötigt wird. Zur Information: Der Magnetstreifen auf der Rückseite kann leicht manipuliert werden. Die Spezialisten dafür sind hauptsächlich in Asien anzutreffen. Aus diesem Grunde sollte man immer auf seine Karte aufpassen, denn mit dem technischen Equipment sind die Karten leicht zu manipulieren.

Im Folgenden möchte ich auf die verschiedenen Kartenformen eingehen. Dieser Arbeitsschritt soll dazu beitragen, dass „Geschäft mit der Kreditkarte“ besser zu verstehen. Nur so ist es möglich, die einzelnen Karten voneinander abzugrenzen. Man unterscheidet hauptsächlich zwischen (a) Charge-Karte, (b) Creditcard, (c) CO-Branding-Karte, (d) Affinity Card und (e) Lifestylekarte.

a) Charge-Karte

Die Charge-Karte ist die bekannteste Kreditkartenform und weltweit akzeptiert. Die Abrechnung erfolgt in der Regel am Ende des Monats. Selten alle 14 Tage. Dazu wird dem Kreditkartenbesitzer eine Auflistung der Belastungen zusammengestellt, die normalerweise per Lastschrift vom Girokonto eingezogen werden. In Einzelfällen ist es aber auch möglich, den Betrag innerhalb kurzer Fristen zu überweisen. Der Rechnungsbetrag muss vom Kreditkartenbesitzer auf einmal bezahlt werden. Dementsprechend fallen keine Sollzinsen an. Aus dieser Variante ergibt sich ein geringer Zinsvorteil.[13]

b) Creditcard

Bei der Creditcard wird dem Kunden im Antagonismus zur Charge-Karte ein eigener Kreditrahmen eingeräumt. Der Kreditkarteninhaber hat die Möglichkeit, wahlweise, den Rechnungsbetrag - der auch hier monatlich erstellt wird - in einer Summe zu begleichen bzw. eine Ratenzahlung zu vereinbaren (revoltierender Kredit). Hierbei wird ein Mindestbetrag festgelegt, der meistens zwischen fünf und zehn Prozent liegt und gleich bezahlt werden muss. Ungefähr die Hälfte aller deutschen Karteninhaber bezahlt den vollen Rechnungsbetrag. Demnach nutzen sie ihre Karte als Charge-Karte, vielleicht, weil die anfallenden Zinsen sehr hoch sind. Deswegen bieten die meisten Banken keine echte Kreditkarte an. Sie vertreten die Meinung, dass der deutsche Kunde sowieso keinen separaten Kreditrahmen brauche, da er ohnehin die Möglichkeit habe sein Girokonto zu belasten.[14]

c) CO-Branding-Karte

Die CO-Branding-Karte beruht auf einer Geschäftsbeziehung, die aus den Bereichen Handel, Dienstleistungen und Industrie entstanden ist. Diese Form wird häufig mit VISA oder EUROCARD/Mastercard angeboten. Verschiedene Unternehmen, wie z.B. ADAC, DB, Mercedes etc. bieten ihren Kunden zusammen mit einem Kartenemittenten (Bank oder Kartenorganisation) eine Kreditkarte an, auf der neben dem Logo des Emittenten auch das Unternehmenssignet erscheint. Letztendlich hat die Karte zwei Funktionen. Zum einen ist sie ein Dokument, das Hinweis auf die Mitgliedschaft des Besitzers gibt. Zum anderen erfüllt sie eine Zahlungsfunktion, die weltweit anerkannt ist. Die Anbieter versuchen durch diese speziellen Dienstleistungen ihre Kunden an das Unternehmen zu binden.[15]

d) Affinity Karte

Hierbei handelt es sich um eine Karte, mit der man versucht, insbesondere, Menschen anzusprechen, die einer bestimmten Gruppe angehören (Golf, Segeln, Tennis usw.). „Die Verbände und Vereine dieser Zielgruppe geben zwar Karten mit einem Emittenten heraus, die Affinity Karte hat aber meistens ein spezifisches Logo, ohne Emittenten-Signet“.[16]

[...]


[1] Definition Kreditkarte: Die Kreditkarte ist eine „Form des bargeldlosen Zahlungsverkehrs. Die Kreditkarte ist eine Ausweiskarte, die den Inhaber berechtigt, bei einem bestimmten K.-System angeschlossenen Vertragsunternehmen Rechnungen ohne Bargeld zu begleichen. Dem Karteninhaber wird eine Jahresgebühr, den angeschlossenen Vertragsunternehmen eine Umsatzprovision in Höhe von 3-8% berechnet (Gabler Wirtschaftslexikon, Band 3, 12 Aufl., Betriebswirtschaftlicher Verlag Dr. Th. Gabler GmbH, Wiesbaden 1988, S. 3054)“.

[2] Vgl. Schade, Einstellung der Karteninhaber zu den Gefahren von Plastikgeld, vom 25.05.2000 im Rahmen der Lehrveranstaltung: Praktische Wirtschaftsozialarbeit und das neue Insolvenzrecht für Privatschuldner im Fokus der Sozialen Therapie, Sommersemester 2000, 4.

[3] Schade, Einstellung der Karteninhaber zu den Gefahren von Plastikgeld, 4.

[4] Was mit den Beschränkungen der Banken gemeint ist, kann ziemlich ausführlich in dem Buch von Michael Weller (S. 12) nachgelesen werden.

[5] Vgl. dazu auch Kap. 2.3.1.

[6] Vgl. Weller, Das Kreditkartenverfahren, 11f.

[7] Vgl. Weller, Das Kreditkartenverfahren, 14f.

[8] Dorner, Das Kreditkartengeschäft, 19.

[9] Vgl. Dorner, Das Kreditkartengeschäft, 19.

[10] Dorner, Das Kreditkartengeschäft, 19.

[11] Dorner, Das Kreditkartengeschäft, 20.

[12] Vgl. Weidner, Plastikgeld und seine Gefahren, 4.

[13] Vgl. Schade, Einstellung der Karteninhaber zu den Gefahren von Plastikgeld, Anhang 1.

[14] Vgl. Schade, Einstellung der Karteninhaber zu den Gefahren von Plastikgeld, Anhang 1.

[15] Vgl. Schade, Einstellung der Karteninhaber zu den Gefahren von Plastikgeld, Anhang 1.

[16] Weidner, Plastikgeld und seine Gefahren, 7.

Details

Seiten
23
Jahr
2001
ISBN (eBook)
9783640759675
ISBN (Buch)
9783640760060
Dateigröße
833 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v162364
Institution / Hochschule
Universität Kassel
Note
1,3
Schlagworte
Kreditkarten Gefahren

Autor

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Titel: Kreditkarten und ihre Gefahren