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Zur ambivalenten Beziehungsdynamik von Sucht

Diplomarbeit 1997 72 Seiten

Soziale Arbeit / Sozialarbeit

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

1. Einleitung

2. Zur Konstitution von Beziehung
2.1. Darstellung des Subjekt-Objekt-Verhältnisses
2.2. Das Eltern-Kind-Verhältnis und seine Bedeutung für die Beziehungsfähigkeit des Menschen
2.3. Das Mensch-Welt-Verhältnis als Sozialisationsleistung
2.4. Lust und Unlust als Antagonismus

3. Zur Pathogenese von Sucht
3.1. Zur Definition von Sucht
3.1.1. Etymologischer und philosophischer Ansatz
3.1.2. Psychologischer Ansatz (nach S.Scheerer)
3.1.2.1 Der Ansatz der Objektbeziehungs-Theorie
3.1.3. Ableitung und Folgerung
3.2. Sucht und der Krankheitsbegriff
3.2.1. Sucht als abweichendes Verhalten

4. Der Süchtige als Objekt
4.1. Rauscherleben als Abtrennung der Wirklichkeit?
4.1.1. Subjektivität des Rauscherlebens
4.2. Sehn-Sucht
4.3. Droge und Ritual

5. Die süchtige Beziehungsgestaltung
5.1. Objektfixierung und Isolation
5.2. Symbiose
5.3. Co-Abhängigkeit

6. Narzißmus als Form moderner Selbst-Sucht

7. Drogen, Sucht und Tabu

8. Der Begriff der psychischen Krankheit

9. Zur Therapierbarkeit von Sucht
9.1. Sucht-Hilfe im Sucht-System
9.1.1. Sucht-Hilfe als Form der Hilfs-Sucht
9.2. Soziale Arbeit als Entwicklungshemmung
9.3. Eine produktive Hilfe-Konzeption
9.3.1. Abgewandeltes Klärungsmodell für Veränderungsprozesse
9.3.2. Mögliche Lern- und Handlungsalternativen

10. Schlusswort – Ausblick

Literaturverzeichnis

Vorwort

Die Sucht, sie hilft dem Menschen, während sie ihn zerstört.

Durch obenstehenden Gedanken, der meine Überlegungen zum Thema Sucht, bzw. Abhängigkeitserkrankungen während der Studienzeit und vorausgegangener, eigener Beobachtungen und Erfahrungen am genausten traf, setzte sich in mir der Gedanke fest, daß zwischenmenschliche Verhältnisse uns und unsere Lebensgestaltung vom ersten Tag des Lebens an bestimmen und das prägen, was wir »soziales Leben« nennen. Wir denken, nahezu alle Lebensereignisse in einer sozialen Organisation seien vom Verhalten Anderer direkt oder indirekt abhängig, bzw. beeinflußt, sind uns aber selten der Tatsache bewußt, daß wir auf der Grundlage einer vernünftigen Reflexion in jeder erdenklichen Lage zahlreiche Einflußmöglichkeiten auf offene soziale Systeme haben.

Menschen unserer Kultur gestalten ihr Leben einerseits als Individuen: sie sind insofern frei, als sie sich selbstbestimmt wähnen, und sie sind doch gebunden, weil ihre Entscheidungen und ihr Verhalten andere Menschen in einem sozialen System beeinflussen. (Eine Freiheit in der Unfreiheit.) Der Mensch richtet seine Gruppen- oder Gesellschaftszugehörigkeit dessenungeachtet zusätzlich immer auf etwas, was sich weder in der Masse »Mensch« als Gesellschaftskonstrukt finden läßt, noch in den vielfältigen Arten und Formen von Beziehungen, die ein Individuum im Laufe seines Lebens erfährt, die es steuert und balanciert, die es regulieren und lenken muß. Er lenkt seine ihm innere Aufmerksamkeit, die Wahrnehmung des »dritten Auges«, - bewußt oder unbewußt - auf etwas das er ahnen kann, jedoch sehr selten erfährt - etwas das er möglicherweise nicht einmal aktiv oder bewußt sucht. Diese, manchmal gelebte, häufiger jedoch phantasierte Innenwelt genügt, im Menschen das latente Empfinden einer übergeordneten Nicht-Erfahrbarkeit, eine diffuse Unzulänglichkeit zu produzieren. Eine zerstreute innere Bewegtheit also, welche die subtile Form einer »Beschränkung«, eben die menschliche Unvollkommenheit ausdrückt.

Die persönlichen Erfahrungen, die ich im Laufe des bisherigen Lebens in den zahlreichen Beziehungen zu anderen Menschen gemacht habe, und die mir manchmal Schmerzen (es waren meine eigenen!) bereitet, mich dadurch aber auch willensstärker und jeweils bedachter gemacht haben, sind in dieser Arbeit genauso ausschlaggebend wie all jene Beobachtungen, die mich nicht unmittelbar betreffen, sondern als Verwicklungsprozesse in unserer Gesellschaft ablaufen.

Ich möchte denjenigen Menschen danken, die mich durch ihre Art der Lebensführung auf existentielle Unterschiede in der Lebensbetrachtung aufmerksam gemacht haben, sowie denen, die mich während der Entstehung dieser Arbeit inspiriert und unterstützt haben.

Berlin, im September 1997 Harms Waldmann

1. Einleitung

Das Menschen-gesellschaftliche Leben erfordert zum einen definitiv die Beziehungsaufnahme, zum anderen bleibt immer eine geheime Sehnsucht nach der unerfahrbaren, einer bisher nicht dagewesenen, also in diesem Sinne nicht abhängigen, ungekannten Existenz des Einzelnen.

Diese Sehnsucht drückt sich heute in vielfältigen Formen gesuchter oder erlebter Grenzerfahrungen über kulturelle, soziale und mentale Unterschiede hinaus aus. Die Erfahrung als solche ist eine individuelle, denn sie wird jeweils allein gemacht; deshalb hat sie isolierenden Charakter und stellt keine solide Grundlage für ein über die Erlebnisgrenze des Einzelnen hinausreichendes Beziehungsangebot dar.

Im menschlichen Erleben der heutigen Zeit entsteht zunehmend eine Dynamik, die sich zwischen Individualerlebnis und Beziehungskonstrukt bewegt, wobei letzteres eben die Hinwendung zum Anderen, zum Fremden, zum Nicht-Eigenen unbedingt erfordert und damit in völligem Gegensatz zum Individualerlebnis steht. Das Individualerlebnis selbst erfährt im Zuge zunehmender Isolations- und Vereinzelungserscheinungen in der Gesellschaft eine symbolische Verstärkung.

Die oben benannten Vorgänge, Beobachtungen und Erfahrungen werde ich in den folgenden Punkten literarisch bearbeiten und damit versuchen, dem von mir gewählten Arbeitstitel "Zur ambivalenten Beziehungsdynamik von Sucht" gerecht zu werden, als auch die Komplexität und Vielfalt, die dieser Titel einfordert, überschaubar zu halten. Mein Ziel ist es dabei, die Sichtweise des Begriffs der Sucht abzuwandeln und vielleicht eine neue Dimension für ihr Verständnis zu eröffnen. Vor allem möchte ich das von der Sucht beeinflußte menschliche Beziehungsgeschehen beleuchten, und die Bedeutung der Sucht in ihrer gesamtgesellschaftlichen Dimension darstellen.

So, wie ich die Autoren wissenschaftlicher Texte in dieser Arbeit zur Argumentationsführung zitiere, so füge ich an den dafür geeigneten Stellen z.T. längere Zitate des Autors Jean Baudrillard (1992: "Transparenz des Bösen - Ein Essay über extreme Phänomene") und zu Beginn des Kapitels 2.3. ein Zitat von Robert Anton Wilson (1987: "Der neue Prometheus - Die Evolution unserer Intelligenz") ein. Die Zitate sind jeweils durch Kursivschrift kenntlich gemacht. Ich verwende die treffenden und inspirierenden Beiträge oben genannter Autoren, um den Leser anzuregen und ihn zwischendurch in eine Sichtweise und Gedankenführung einzustimmen, die ich in ihrer Prägnanz und Klarheit als äußerst inspirierend empfinde. Die Zitate stehen dabei im Folgenden nicht ausschließlich in direktem Zusammenhang zum jeweiligen Text, sondern sind eben als kontextueller Stimulus für den Leser gedacht. - Sogleich an dieser Stelle, passend zu der von mir erwähnten Freiheit in der Unfreiheit:

"(...) Wie es besser ist von einem anderen kontrolliert zu werden, so ist es immer besser, glücklich oder unglücklich durch einen anderen als sich selbst zu werden. Es ist immer besser, in unserem Leben von etwas abzuhängen, das nicht von uns abhängt. Diese Hypothese befreit mich von jeder Versklavung. Ich muß mich nicht einer Sache unterwerfen, die nicht von mir abhängt, einschließlich meiner eigenen Existenz. Ich bin frei, was meine Geburt betrifft, ich bin frei, was meinen Tod betrifft, in dem selben Sinn. Es gab nur immer dies als wirkliche Freiheit. Sie gebiert jedes Spiel, jeden Einsatz, jede Leidenschaft, jede Verführung: das was uns komplementär fremd ist und dennoch Gewalt über uns hat. Was anders ist und wir verführen müssen" (Baudrillard, S.36)

In diesem Auszug aus Jean Baudrillards Essay wird deutlich, wie sehr die Wechselwirkungen zwischen dem Einzelwesen und seiner Lebenswirklichkeit einen Hang zur Nicht-Verantwortung, und zur Auflösung jeglicher Bezugnahme erzeugen können. Das was wir nicht beeinflussen können, müssen wir auf der Strecke des Lebens »verführen«; darin besteht ein Teil unserer Herausforderung ...

Zum Aufbau der Arbeit: Zu Beginn des Textes stelle ich jedwede Art von menschlicher Beziehung, ob zu anderen Individuen oder zur Welt, als Spannungsfeld dar, wende mich dann kritisch dem Krankheitsbegriff der Sucht zu und erläutere das individuelle Erleben eines sogenannten süchtigen Menschen.

Im mittleren Teil erfolgt eine Darstellung der Organisation, als »süchtig« zu bezeichnender Beziehungsformen, sowie deren Aufbau, Funktionslogiken und mögliche Verläufe. Anschließend kläre ich den Krankheits-, Narzissmus- und Tabubegriff, als quasi tateinheitliches Mißverständnis zu den Irrtümern öffentlicher Begriffswillkür.

Im abschließenden Teil untersuche ich dann die Sucht als symptomatischen Bestandteil eines süchtig organisierten Lebens-Systems, sowie mögliche, daraus hervorgehende Heilungsansätze. Eine damit verbundene sozialarbeiterische Suchthilfe wird kritisch und unter den Aspekt der Systemimmanenz betrachtet. Zum Abschluß der Arbeit entwerfe ich ein Modell für potentielle Veränderungsmöglichkeiten und gebe Hinweise auf mögliche Lern- und Handlungsalternativen in offenen sozialen Systemen.

Den Begriff der Ambivalenz verwende ich sowohl im psychologischen Sinne für »einander entgegengesetzte Gefühle«, als auch im Sinne von »Doppelwertigkeit« und »Zwiespältigkeit«. Ein Hauptaugenmerk soll dabei auf die im Suchtgeschehen etablierten Widersprüche gerichtet werden, die letztlich den Zwiespalt im Beziehungsgeschehen des Menschen ausmachen.

2. Zur Konstitution von Beziehung

"Alles was ist, ist Beziehung. Das ist die kritische Entdeckung Platons" (Luthe, 1993: 34).

Mit dieser philosophischen, sehr allgemeinen und dennoch umfassenden Aussage kann die universale Stellung des Einzelnen in der Gesellschaft am treffendsten umschrieben werden. So wie unsere eigene Konstitution zum Teil bei anderen liegt, so sind wir notwendigerweise an der Konstitution anderer beteiligt. Dabei sind ihrer und unserer Freiheit jene Grenzen gesetzt, die der wechselseitige Charakter der Beziehungen mit sich bringt.

Die Erlebnisinhalte eines Individuums sind "psychodynamisch eigentlich nur im Bezugsrahmen eines Spannungsfeldes" (Bauriedl, 1989: 30 f.) zu beschreiben. Dabei sind "alle Erlebnisinhalte durch Gegensätze bestimmt", und ist "jede Erlebnisqualität (..) Ergebnis einer Selektion aus unendlich vielen Antithesen, die durch ihr gleichzeitiges Angesprochensein dem aktuellen Erlebnisinhalt seine spezifische subjektive Bedeutung verleihen" (ebd.).

Durch eine solche, antagonistische Darstellung ist die Beziehung des Einzelnen zu seinem Erleben und damit auch zu seinen Mitmenschen als komplexes Verhaltens- und Entscheidungsgefüge angedeutet. Im Englischen wird für »Beziehung« das Wort "relation" oder "connexion" benutzt, was soviel bedeutet wie »ein Teil von etwas sein; zu etwas im Verhältnis stehen« oder (to relate to) »sich auf etwas beziehen, in Beziehung bringen«. "Connexion" ist die »Verbindung«, bzw. bedeutet "to (be) connect (-ed) to" soviel wie »sich mit etwas oder jemandem verbinden; in Verbindung stehen« (Langenscheidt, 1970: 218,63). Auch im Lateinischen bedeutet "relatio" u.a. »Beziehung; Verhältnis« (Langenscheidt, 1975: 338).

Das Individuum steht also in jedem Falle zu etwas oder jemandem in Beziehung. Wie sich diese Verhältnisse im Einzelnen darstellen, und welche Aspekte der jeweiligen Zusammenhänge für die Entwicklung, Sozialisation und Erlebnisfähigkeit eines Menschen von Bedeutung sein können, werde ich im Folgenden unter Punkt 2.1. bis 2.4. ausführen.

2.1. Darstellung des Subjekt-Objekt-Verhältnisses

"Es ist nicht selbstverständlich, daß es für jeden einen anderen gibt. Gibt es einen anderen für den Wilden, für den Primitiven? Bestimmte Beziehungen sind vollkommen asymmetrisch: der eine kann der andere des anderen sein, ohne daß der andere der andere des einen wäre. Ich kann ein anderer für ihn sein und er kann kein anderer für mich sein." J. Baudrillard zur "Asymmetrie von Beziehungen" (S. 154).

Um eine Kategorie der Verhältnisse zu schaffen, in denen es sich selbst empfinden kann, erlebt sich jedes Individuum als permanente Reflexion seines »Selbst«. Dabei wird unterschieden zwischen der Selbstwahrnehmung und der damit in Verbindung stehenden Bezugnahme zum jeweiligen Objekt (Gegenstand des Wahrnehmens und Erkennens), d.h. des außerhalb des subjektiven »Selbst« liegenden. Die Grundlage eines Subjekt-Objekt-Verhältnis, also das »Sein« in der Beziehung zur Welt, sah bspw. der Philosoph Martin Heidegger im "Seinsverständnis; darin, daß der Mensch immer schon irgendwie versteht, was Sein bedeutet. Dieses Seinsverständnis drückt sich in der Sprache aus, aber auch im alltäglichen Zutunhaben mit den Dingen und im Umgang mit den Mitmenschen" (Heidegger in Weischedel, 1975: 276). Das existentielle Verständnis drückt sich hier also über die aktive Bezugnahme eines Lebewesens auf seine Umgebung und auf seine Mitmenschen aus, welche das Wahrnehmen und das Denken natürlicherweise voraussetzt.

Die Existenz jeder Art von menschlicher Gesellschaft ist abhängig von der Produktion der lebensnotwendigen Güter und der Reproduktion der Arbeitskraft. Zeitgeschichtlich unterliegen die Subjekt-Objekt Beziehungen der Menschen einem ständigen Wandel. So gab es in den frühen Agrargesellschaften keine Trennungen von Wohn- und Arbeitsstätten. Die gemeinsam an den Produktionsprozessen beteiligten Mitglieder der Großfamilien unterlagen einer starken gegenseitigen sozialen Kontrolle. Erst die Entwicklung der Industrie- und Konsumgesellschaften brachten die Trennungen von Produktions- und Wohnorten mit sich. Die Folge war eine Lockerung der sozialen Kontrolle. Die innerfamiliären Beziehungen begannen bereits ihre althergebrachten Verbindlichkeiten zu verlieren. Zudem nimmt die Arbeitszeit in unserer Gesellschaft immer weniger Lebenszeit in Anspruch.

Die Subjektkonstitution vollzieht sich heute in entwickelten Industriegesellschaften unter den Voraussetzungen weitgehend als bruchstückhaft empfundener Lebensrealität und oft zusammenhangloser, segmentierter Lebenssphären. Ein dynamischer Prozeß der Individualisierung, mit z.T. krisenhafter Identitätsentwicklung des Individuums kann gegenwärtig beobachtet werden. Privatistische bis isolationistische Tendenzen dieser historisch neuen Form der Subjektkonstitution können u.a. als mögliche Reaktionsformen der vorgefundenen Lebensumstände interpretiert werden.

2.2. Das Eltern-Kind-Verhältnis und seine Bedeutung für die Beziehungsfähigkeit des Menschen

Kinder benötigen in ihren ersten Lebensjahren zuverlässige, stabile und berechenbare soziale Beziehungsstrukturen, die ihnen Unterstützung und Anregung für ihre persönlichen Entwicklungsprozesse gewähren. In der Familienforschung werden die folgenden Kriterien für die Einschätzung eines angemessenen Eltern- bzw. Betreuerverhaltens in den ersten Lebensjahren genannt:

- Der Grad der Stimulation, d.h. die Konfrontation des Kindes mit Objekten und Personen, zu denen es sich verhalten muß, der Grad der Angemessenheit, d.h. Anpassung des Niveaus und des Zeitablaufs der Stimulation an die jeweilige Entwicklungsphase des Kindes;
- der Grad der Varietät, d.h. die Bereitstellung von verschiedenen Arten und Qualitäten von Stimulation durch Sprache, Gesten, Bewegungen, Spielzeug;
- der Grad der Responsivität, d.h. die konsistente und angemessen differenzierte Rückmeldung auf das Verhalten des Kindes und schließlich
- der Grad der Zuneigung, d.h. die soziale, gestische und physische Demonstration von Sympathie und Wohlwollen (vgl. Hurrelmann, K.; Sozialisation und Gesundheit; München 1991).

Hurrelmann führt hierzu weiter aus: "Um ein positives Selbstwertgefühl, um Selbstkontrolle, soziale Orientierungen, freundliches und kooperatives Verhalten im Umgang mit Gleichaltrigen und Erwachsenen, Selbstverantwortlichkeit und intellektuelle Leistungsbereitschaft zu entwickeln, benötigt ein Kind kontinuierliche Unterstützung und Wärme, konsistente Kontrolle und Disziplinierung, einfühlend-erklärendes Erziehungsverhalten und gleichzeitig Gewährung eines sich schrittweise erweiternden Handlungsspielraums. Diese Verhaltensweisen können nur erbracht werden, wenn Eltern oder andere Erzieher(-innen) in befriedigenden Beziehungen unter zumindest gut erträglichen materiellen Bedingungen leben" (Hurrelmann, 1991: 54f.).

Eine solche, durch und durch perfektionistische und idealistische Auflistung erzieherischer Mühen und Sachverhalte sind heute wohl in keiner einzigen Familie (mehr?) anzutreffen; oder wenn, dann in jeweils sehr geringen Intensitäten der von Hurrelmann aufgelisteten "Grade". Insbesondere die "befriedigenden Beziehungen" unter denen diese Erziehungsleistungen "nur" (Hurrelmann) erbracht werden können, sind in den seltensten Fällen überhaupt existent. So ist der Psychoanalytiker Peter Passet der Auffassung, Eltern seien in einem so hohen Maße narzißtisch bedürftig, daß sie nicht in der Lage sind, sich ihren Kindern in wichtigen Entwicklungsphasen als jene Selbstobjekte zur Verfügung zu stellen, die die Kinder nötig hätten, um durch deren Spiegelung und die an ihnen mögliche Idealisierung und phasengerechte Enttäuschung zu Individuen werden zu können, die ihr eigenes Selbstwertgefühl befriedigend regulieren könnten (vgl. Passet, 1983: 185). Störungen des Selbstwertgefühls der Kinder und damit verbundene Beziehungsunfähigkeit ergeben sich demnach aus der grundlegenden Bedürftigkeit der Eltern selbst, die sich ihrerseits in nur wenigen Fällen zu reifen und reflexionsfähigen, »erwachsenen« Menschen entwickeln.

Neben der elementaren Bedeutung, die hier der Subjekt-Objekt-Beziehung beigemessen werden kann, ist Erziehung selbst mit Sicherheit ein maßgeblicher Faktor für die Entwicklung und Gestaltung ausgeglichener Objektbeziehungen eines Individuums. Jener Erziehungsstil (Verwöhnung vs. Vernachlässigung), der für das Gelingen ausgeglichener Objektbeziehungen nachteilig ist, wird von Goertz (1972) als einerseits "offen ablehnend, zurückweisend, kühl distanziert, vernachlässigend" und andererseits als "übertrieben besorgt bzw. fürsorglich, überaktiv, vorzeitig eingreifend, (..) mit den Variablen einer verwöhnenden, gewährenden, übernachgiebigen Haltung" oder "überbehütenden, bevormundenden, einengenden Haltung" beschrieben. Insgesamt also "inkonsequent, unberechenbar, [und] wechselhaft (..). "Als gemeinsamen Nenner dieser Erziehungsstile" nennt Goertz "die mangelnde Einstellung der Eltern auf die kindlichen Bedürfnisse, besonders hinsichtlich der Wünsche nach Sicherheit, Geborgenheit, Orientierung einerseits und nach Expansion, Eigenaktivität und Unabhängigkeit andererseits" (Goertz in Rost, 1994: 109).

Die Grundlage für ein späteres, ambivalent angelegtes Beziehungsgeschehen wird demnach vielfach bereits im Eltern-Kind Verhältnis geschaffen. Aus widersprüchlichen Erziehungsstilen können sich Störungen der Selbstsicherheit bzw. des Selbstgefühls ergeben, ggf. zu andauernder symbiotischer Sehnsucht nach dem ursprünglichen Einssein mit der Mutter führen, und alle Objektbeziehungen diesem Bedürfnis unterwerfen.

2.3. Das Mensch-Welt-Verhältnis als Sozialisationsleistung

"Das Kind ist genetisch gesehen, dazu in der Lage jede beliebige Sprache zu lernen, jede beliebige Technik zu beherrschen, jede beliebige sexuelle Rolle zu übernehmen. Innerhalb kürzester Zeit wird es jedoch mechanisch darauf abgerichtet, die begrenzten Angebote seiner sozialen und kulturellen Umwelt anzuerkennen, sie zu übernehmen und nachzuahmen. Für diesen Prozeß muß jeder von uns bezahlen. Überleben und Status bedeutet die Einbuße von unendlich vielen Möglichkeiten des unkonditionierten Bewußtseins. Der domestizierte Primat ist innerhalb seines sozialen Realitätstunnels nichts weiter als ein triviales Fragment des Erfahrungs- und Intelligenzpotentials, das in einem menschlichen 110 000 000 000-Zellen-Biocomputer steckt. (...) Ein menschliches Wesen sollte in der Lage sein, Windeln zu wechseln, eine Invasion zu planen, ein Schwein zu schlachten, ein Haus zu entwerfen, ein Schiff zu steuern, ein Sonett zu schreiben, Buchhaltung zu beherrschen, eine Mauer zu errichten, einen Knochen zu schienen, einen Sterbenden zu trösten, Befehle zu akzeptieren, Befehle zu erteilen, mit anderen zusammenzuarbeiten, selbständig zu handeln, eine Gleichung zu lösen, ein Problem zu analysieren, einen Stall auszumisten, einen Computer zu programmieren, ein gutes Essen zu kochen, effektiv zu kämpfen und schließlich ritterlich zu sterben. Spezialisierung ist etwas für Insekten." Robert Anton Wilson (S. 112f.) zur Sozialisation.

Mit biographischen Verlaufsbruchstücken versehen, und einer durch widersprüchliche Erziehungshaltungen - und daraus entstandener komplexer Verhaltensanforderung versehenen Welterfahrung, macht sich das Individuum nun auf den Lebensweg. Durch eine, in den vorherigen Abschnitten besprochene Prägung bedingt, muß ihm dieser Weg unsinnig und konträr erscheinen. Als zentrale Sozialisationsleistung in der bürgerlichen Gesellschaft soll es möglich sein, die Frustrationstoleranz (s. Kap. 3.2.1.) gegenüber gesellschaftlicher Widersprüchlichkeit, und die Verbindung sich überschneidender und einander ausschließender Anforderungen in einer Person zu entwickeln. Der Widerstreit zwischen Anpassung und Rebellion, die Polarität von »innen« und »außen«, bleibt als zentrale Lebensaufgabe im Subjekt lebendig. Dauerhaft stabile Identität, wie sie zur Grundlage des ausgeglichenen Rollenverhaltens werden soll, gestaltet sich als Balanceakt zwischen äußeren Erwartungen und eigener Einzigartigkeit und somit als ein auf Dauer angelegter Konfliktprozeß. Das Verhältnis zur Welt erscheint als Irrweg ohne Normenkonsens.

Irgendwann sollte die erlernte Methode der Erfahrungsmeisterung mit den vorgeprägten Anforderungen der sozialen Realität übereinstimmen.

2.4. Lust und Unlust als Antagonismus

"Als natürlich ist anzusehen, daß jede affektive zwischenmenschliche Beziehung aus den beiden Triebanteilen »Urvertrauen« und »Urmißtrauen« zu den Eltern, [nach E.H. Erikson; Anm. d. Verf.] gespeist wird, also in sich ambivalent ist (...). Die Dialektik des »Sowohl-als-auch« der Gefühle ist ein konstitutionelles Merkmal unseres seelischen Lebens" (Mitscherlich, 1987: 130). Des weiteren gilt für den Menschen seiner Triebstruktur nach die gleiche Lebensgesetzlichkeit wie für andere Organismen. Der Zwang organischer Bedürfnisse, wie sie z.B. als Hunger erlebt werden, setzt die Suche nach dem Objekt in Gang. Das Besondere an der menschlichen Konstitution ist, daß Ersatzobjekte an die Stelle der ursprünglichen treten können, wobei das Triebziel immer die entspannende Befriedigung ist. Die Triebstruktur, welche nach Auffassung des Medizinsoziologen und Analytikers Alexander Mitscherlich "auf die zeitlich rasche Verminderung der Triebspannung drängt, trifft (..) auf die Konkurrenz anderer seelischer Leistungsweisen, und zwar der Ichleistungen und Über-Ich-Forderungen, die wiederum untereinander konkurrieren. Sie (...) sind der Gegenspieler bei der Regulierung des Triebgeschehens", wobei, so führt er weiter aus, "ohne die kritische Kraft des Ichs, die Anpassung an unsere vielschichtige Sozialwelt nur sehr beschränkt möglich (...) ist (...), [und] die Vereinigung von triebgelenktem Verhalten (...) mit einem Verhalten, das dem anderen und den Idealen der jeweiligen Kultur genügt, nicht leicht gelingt" (Mitscherlich, 1987: 114).

Die Lust ist demnach - als Trieb und das Drängen auf Bedürfnisbefriedigung - der Unlust - als Einschränkung des Triebes durch konkurrierende, innerpsychische Repräsentanten gegenübergestellt. Sigmund Freud spricht beim "Lustprinzip" sogar davon, daß es sich auf das Konstanzprinzip gründet. Die chemisch erzeugte libidinöse Erregung müsse auf ihr normales Niveau reduziert werden; dieses Prinzip der Konstanterhaltung der Spannung beherrsche das Funktionieren des Nervenapparats. Spannung, die über ihr normales Niveau ansteigt, würde als »Unlust«, ihre Reduktion auf das Konstanzniveau würde als »Lust« empfunden. (vgl. Fromm, 1992: 526f.)

3. Zur Pathogenese von Sucht

Nachdem ich im vorangegangenen Kapitel einen Überblick über die Entstehungsbedingungen menschlicher Beziehungsstrukturen gegeben habe, wende ich mich nun dem Schwerpunkt der Arbeit zu: der Sucht - oder dem was darunter verstanden wird. Ich werde dabei versuchen, eine sinnvolle Synthese aus der Vielzahl gängiger Begriffsbestimmungen zu erstellen, und sie entsprechend herauszuarbeiten. Dabei werden die Begriffe »Krankheit« und deren Definition eine übergeordnete Rolle spielen, um ein legitimierendes und ausgleichendes Gegengewicht zur gängigen Assoziation des Suchtbegriffes zu schaffen (s. auch Kap. 4). Als Fortführung und Erweiterung des Baudrillardschen Gedankens in Kap. 2.1., ein weiteres Zitat:

"(...) Es bleibt nur das Objekt als seltsamer Attraktor. Das Subjekt ist kein seltsamer Attraktor mehr. Man kennt es zu gut, es kennt sich selbst zu gut. Das Objekt erweckt Leidenschaft, da es der Horizont meines Verschwindens ist. Es ist das, was die Theorie für das Reale sein kann: nicht Widerspiegelung, sondern Herausforderung und fremder Attraktor. Das ist die potenzierte Suche nach der Andersheit"
(J. Baudrillard zum "Objekt als seltsamem Attraktor", S. 199).

3.1. Zur Definition von Sucht

Um die These der Doppelwertigkeit von Sucht voranzustellen, sei hier erwähnt, daß in der Ursachenforschung des Suchtgeschehens immer wieder argumentiert wird, Sucht sei durch gegensätzliche Bewegungen, die Dualität von Suchen und Fliehen gekennzeichnet. In diesen Stichwörtern taucht das Konfliktpotential der für das Subjekt wirksamen Ambivalenzen auf. (s. Kap. 2.2.).

3.1.1. Etymologischer und philosophischer Ansatz

Schon die Abstammung des Wortes Sucht legt das vornehmlich krankhaft abweichende nahe: Das alt- und mittelhochdeutsche Substantiv »suht« (Krankheit) ist eine ablautende Bildung zu dem Verb »sioh« bzw. »siech« (krank sein). Erst das neuhochdeutsche Sprachgefühl hat das etymologisch undurchsichtige Wort mit dem Sinngehalt des Suchens verknüpft. (Duden/Etymologie, 1963: 694). Mag das Suchen hedonistisch motiviert sein (positive psychische Effekte im Rauscherleben), dominieren im Fliehen destruktive Momente (so Betäubung mit dem Ziel der Realitätsflucht). Der Suchende protestiert mit der Intensivierung seiner Gefühlserlebnisse zugleich gegen eine ihn nach seinem Gefühl zu sehr einengende oder zu sehr beschneidende Realität und Normalität. Der Fliehende betäubt oder zerstört die in ihm lagernden psychischen Energien in einer Art Identifikation mit dem »Angreifer«. Dieser ist hierbei die subjektiv zu verarbeitende Realität des Fliehenden. Ein Bewußtsein von der eigenen Realität wird geschaffen, welches u.U. in einen Zwang zur Flucht mündet. Das lust- und genußvolle Suchen als taxierendes Sehnen, schlägt um in fliehende Abwehr mit kompensatorischem Charakter.

"Die Erfüllung eines solchen Triebes wie der Sucht kann nicht wirklich entworfen werden", schreibt die amerikanische Literaturwissenschaftlerin A. Ronell bei der Analyse von Heideggers »Sein und Zeit«. "Während sie auf die Unmittelbarkeit des Verlangens antwortet, kommt sie als Überfall aus dem Hinterhalt an. (...) Das süchtige Dasein bringt ein Unverständnis mit sich, als ob dieser Mangel zum Dasein hinzugefügt worden wäre. Während das Dasein auf der Flucht und sich-vorweg-ist ohne Zeit zum Denken, hat sich das Inder-Welt-Sein in Haltlosigkeit (inertia) verloren, weil es nur an das, was ihm zur Verfügung steht, gebunden ist. Dies ist der Ort, an dem das Inder-Welt-Sein der radikalen Unzulänglichkeit begegnet, während es beginnt, sich realer Möglichkeiten zu verschließen." (Ronell, 1994: 56).

Gegensätzliche innere Bewegungen also, die sich in ihrer Wirkung nach außen aufheben und eine Simulation erzeugen, die kein Ziel kennen und eine "Erfahrung ohne Wahrheit"[1] bedeuten. Bewegungen ohne Folge - "(...) eine Produktion, die versammelt ist in der Gewalt der Nicht-Adressierung. Diese Form innerer Sättigung des Selbst, das abgekoppelt ist von einem größeren Wirkungskreis, markiert die konstitutive
A-destination der Adresse des Süchtigen". (Ronell, 1994: 136).

Denjenigen, den ich für süchtig erkläre, spreche ich für weite Teile seines Verhaltens die Verantwortung ab. Nicht unbedingt für das Verhalten, das ihn zum Süchtigen machte, aber für viele Konsequenzen der Sucht. Die Übernahme von Verantwortung entfällt fast völlig; das macht Sucht sehr attraktiv. Der Süchtige verhält sich nicht, er ist bloß reaktiv. Die angestrengte »Suche« nach dem ewigen Wohlbefinden wird mit dem Weg des Lebens vertauscht, welcher aus zu bewältigenden Herausforderungen und Anstrengungen bestünde.

Im Begriff der Ver-antwortung liegt immer eine gewisse Einsamkeit, die der Süchtige nicht aushalten kann. In der Fixierung auf ein Objekt verliert er den Weg des Findens. Er belegt das Ziel mit dem Ziel - und schafft die Ziellosigkeit. Er ist kein wirklich Suchender. Vielleicht sucht er das, wovon er immer ahnt, daß er es niemals finden kann und verirrt sich, ziellos, in der Sucht. Sucht und Flucht sind also keine Suche, sondern Ausweglosigkeit, gespeist aus der Betriebslogik des Sich-nicht-Entscheidenden. Sie bewahren den Süchtigen vor einer inhaltlich konkreten und bewußten Zielvorstellung. Ein Bestimmungsort existiert nicht. Der Süchtige lebt im "Never-Neverland der Wunscherfüllung, (...) ist versammelt in der Gewalt der Nicht-Adresse, reflektiert permanent (...) den Verlust des Eigentlichen und erhöht Dosierungen, (...) um zu ernten , was man nicht haben kann". (Ronell, 1994: 138,137,175). "Wir könnten hier nahelegen", schreibt Ronell, "daß die Unterscheidung zwischen Bedürfnis und Begehren der Luxus des Nüchternen ist". (S. 175).

Ich denke, wer nicht mehr nach dem Sinn und Ziel seines Lebens sucht und dabei keine Risiken eingeht, um reale Erfahrungen zu machen, dem kann praktisch alles zum Suchtmittel werden. Entsprechend müßte man dem in der Sucht gestrandeten Suchenden wieder auf die (Sinn-) Suche verhelfen.

Wer aber sucht schon wirklich, und bleibt nicht lieber in der Bequemlichkeit regressiver Simulation stecken? Veränderungsbereitschaft würde bedeuten, festgefahrene Weltbilder und Identitäten zu lockern. Dort, wo wir als individualisierte Gesellschaft mit dem gemeinsamen Weg auch das gemeinsame Ziel vor Augen verloren haben, wo nur noch der Kontrast - nicht so der Zustand - intensiv genossen werden kann, stirbt die Suche im heil-losen Chaos von Verbrauchen, Schnelligkeit und Begierde.

3.1.2. Psychologischer Ansatz (nach S.Scheerer)

In einem Kompendium des Kriminologen S. Scheerer (1995) findet sich eine treffende Darstellung des psychologischen Erklärungsansatzes der Sucht, die ich im Folgenden zitiere:

"Die meisten psychoanalytischen Ansätze erklären die Sucht unter Hinweis auf Abhängigkeitsbedürfnisse, die im Gefolge psychosexueller Entwicklungsstörungen auftreten. Viele Analytiker gehen davon aus, daß das »Ich« des Süchtigen unterentwickelt, aber auch das »Über-Ich« als der »im Alkohol lösliche Teil der Persönlichkeit« (Otto Fenichel) beim Süchtigen entweder allzu schwach oder aber allzu sadistisch orientiert sei. Der exzessive Drogenkonsum ist dann der Versuch, das chronische Ich- und Über-Ich-Defizit, insbesondere die fehlenden Abwehrmechanismen, zu kompensieren.

[...]


[1] Zit. nach J. Derrida: »Rhéthorique de la drogue«; (Ronell 1994: 130)

Details

Seiten
72
Jahr
1997
ISBN (eBook)
9783638110068
ISBN (Buch)
9783638686563
Dateigröße
877 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v1622
Institution / Hochschule
Alice-Salomon Hochschule Berlin – FB Sozialarbeit / Sozialpädagogik
Note
1,0
Schlagworte
Beziehungsdynamik Sucht Abhängigkeitserkrankungen« Ambivalenz Co-Abhängigkeit Suchthilfe Sozialarbeit Suchtkrankenhilfe Krankheitsbegriff Krankheit Veränderung Subjekt Objekt Objektbeziehung Sozialisation Droge Ritual Objektfixierung Symbiose Narzissmus Tabu Veränderungsprozess Entwicklungshemmung Objektbeziehungs-Theorie Rausch

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Titel: Zur ambivalenten Beziehungsdynamik von Sucht