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Leben in der DDR – Alltag in einer Diktatur: DDR Quellenkritik

Hausarbeit 2010 21 Seiten

Geschichte Europa - Deutschland - Nachkriegszeit, Kalter Krieg

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung
1.1 Forschungs- und Literaturüberblick
1.2. Fragestellung

2. Quellenkritik
2.1 Inhalt
2.2 Quellenkundlicher Apparat
2.2.1 Autor und Werk
2.2.2 Personenkommentar
2.2.3 Sach- und Ortskommentar
2.3 Quellenkritik
2.3.1 Äußere Kritik
2.3.2 Innere Kritik

3. Historischer Kontext

4. Quelleninterpretation

5. Zusammenfassung / Ausblick

6. Abkürzungsverzeichnis

7. Quellen-und Literaturverzeichnis

8. Anhang

1. Einleitung

Wenn man sich mit dem Thema Jugend und der Jugendpolitik der Deutschen Demokratischen Republik auseinandersetzt, so lässt es sich nicht vermeiden, sich auch mit dem Verbot der Beatmusik zu beschäftigen. Konflikte gab es mit den Jugendlichen, die gegen den Strom schwimmen und somit nicht in das vordiktierte Konzept der SED (Sozialistische Einheitspartei Deutschlands) hineinpassten.

Im Rahmen dieser Quellenkritik, die sich mit dem Auszug aus dem Bericht von Erich Honecker aus dem Politbüro an das 11. Plenum des ZK der SED vom Dezember 1965 beschäftigt, gilt es einerseits herauszufinden, wie die Reaktionen der DDR- Führung auf die Verbreitung der Beatmusik amerikanischen Vorbilds war und andererseits die tatsächlichen Auswirkungen der Beatklänge auf Heranwachsende der DRR zu untersuchen.

In der vorliegenden Arbeit erscheint es mir wichtig, die Entwicklung von Subkulturen und der Jugendpolitik in den ideologischen und politischen Kontext einzuordnen. Es macht Sinn, die Geschichte der Deutschen Demokratischen Republik aus der Sicht ihrer Jugendgenerationen zu erörtern, da in der DDR die Jugend eine zentrale Rolle gespielt hat.

1.1 Forschungs- und Literaturüberblick

In umfangreicher Menge liegen wissenschaftliche Arbeiten zur Geschichte der DDR und insbesondere zur DDR-Jugend vor. Gesamtwerke sind unter anderem von Heiner Timmermann[1] und Thomas Großbölting[2] vorhanden.

Im Einzelnen mit der Thematik des Alltags und der Gesellschaft in der DDR haben sich Mary Fulbrook[3], Joachim Klose[4] und vor allem Matthias Judt[5] auseinandergesetzt.

Zum besseren Überblick des speziellen Themas der Jugendlichen der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik sind die maßgeblichen Arbeiten von Marlise Huijzer[6] sowie von Rainer Küster[7] und Jana Männig[8] zu nennen.

Im Zuge mit den sozialen und kulturellen Aspekten unter der DDR-Diktatur fanden die Bücher der Autoren Monika Deutz-Schroeder[9], Marlene Becker[10] und Lothar Mertens[11] ihre Verwendung.

Über die Jugendpolitik der SED und der gesellschaftlichen Institutionen liegen fundierte Arbeiten von Mählert Ulrich[12] und Stephan Gerd-Rüdiger[13] vor. Mit dem Herrschaftssystem und den Machtstukturen der SED haben sich Heinz Mestrup[14] und Heinrich Best[15] befasst.

1.2. Fragestellung

Untersucht werden soll in dieser Quellkritik die Frage, aus welchen Gründen die Staatsmacht so konsequent gegen Jugendliche vorging, die in ihrem Verhalten und ihren äußerlichem Erscheinungsbild nicht in das vordiktierte Format passten und nicht den staatlich gesetzten Normen entsprachen. Folglich soll geklärt werden, welche Rolle Jugendlichen in der DDR zukam und welche Intensität Erich Honecker bewegt haben könnte, den Jugendlichen die Beatmusik zu untersagen.

2. Quellenkritik

2.1. Inhalt

Veröffentlicht wurde der Auszug aus der Quelle im Dezember 1965. Im 11.Plenum des ZK der SED im Dezember 1965, nahm Erich Honecker das Musikprogramm DT 64, das sich überwiegend an die DDR-Jugend richtete, maßgeblich aufs Korn.

Aus Honeckers Sicht wurden in den Sendungen des Jugendprogramms die Allgemeinbildung und der Wissensstand der Jugendlichen in verschiedensten Bereichen der Literatur und Kunst der Vergangenheit und Gegenwart nicht abgedeckt. Dies Bezüglich bemängelt Erich Honecker die fehlerhafte Beurteilung der Beat-Musik im Zentralrat der FDJ. Diese Art von Musik wurde als musikalischer Ausdruck der technischen Revolution entdeckt.

Aufgrund dieser Tatsache, sah Honecker eine Gefahr für die jungen Menschen, dass der drastische Einfluss der Beat-Rhythmen, Jugendliche zur Zügellosigkeit verführen könnte. Der fahrlässige Umgang mit der Musik würde sich auf das Denken und Handeln der Jugendlichen auswirken. Honecker übte zwar Kritik aus, doch tolerierte er auch die Beat-Musik neben anderen Musikrichtungen.

Gegen eine gepflegte Beat-Musik hatte er keinerlei Einwände. Entschieden sprach er sich gegen eine vom Westen vorgebende Richtung der Musik aus, die laut Honecker die Oberhand zu gewinnen schien. Er machte darauf aufmerksam, sich von den Vorgaben des Westens im Bezug auf den Musikstil, sich deutlich abzugrenzen. Moral und Auflösung der Jugend wären die Folge.

2.2. Quellenkundlicher Apparat

2.2.1 Autor und Werk

a) Autor

Der Autor des Artikels kann auf Basis des vorliegenden Berichtes nicht erschlossen werden. Anhand der umfangreichen Recherche konnte kein direkter Verfasser des Artikels gefunden werden, da Erich Honecker diese Rede direkt und ungekünstelt an die Tageszeitung Neues Deutschland weitergegeben hat. Da die Zeitung Neues Deutschland als Organ des ZK der SED unterstellt war, blieb es bei einer subjektiven, deckungsgleichen Übermittlung der Rede. Der Redakteur der Zeitung Neues Deutschland, Hermann Axen stammte aus demselben politischen Lager wie Erich Honecker.

b)Werk

Bei der vorliegenden Quelle handelt es sich um einen Auszug aus einem Bericht des Politbüros an das 11.Plenum des ZK der SED vom Dezember 1965. Dieser Bericht zählt zur Gattung der abstrakten Überreste. Der Auszug aus dem Bericht Erich Honeckers lässt sich in eine weitere Untergliederung zu den Primärquellen einordnen. Er gilt als direkter Publizist dieser Quelle. Hierbei handelt es sich um eine sprachliche und soziale Tatsache der Gegenwart[16].

2.2.2 Personenkommentar

Erich Honecker, der am 25.08.1912 in Neunkirchen/Saar als Sohn eines Bergmannes geboren wurde, hatte seine Laufbahn 1922 als Mitglied des Jung-Spartakusbundes begonnen. Von 1926 – 1928 war er Landarbeiter. 1926 fungierte er als Mitglied des KJVD. 1928/29 begann er mit einer Dachdeckerlehre. Im Jahre 1929 war er Mitglied der KPD. 1930/31 Kursant an der Leninschule in Moskau.

Danach begleitete er hauptamtlich das Amt des Sekretärs der KJVD-BL Saar und Gauführer der Roten Jungfront. 1935 wurde Honecker inhaftiert und 1937 zu 10 Jahren Haftstrafe verurteilt. 1945 besetzte er die Stelle des Jugendsekretärs des ZK der KPD. 1945/46 Vorsitzender des Zentralen Antifaschistischen Jugendausschusses. 1946 galt er als Mitbegründer der FDJ. 1976 – 89 besetzte er das Amt des Vorsitzenden des Staatsrates.

Am 18. 10.1989 wurde er von allen Ämtern entbunden. Im November 1989 wurde gegen ihn ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Am 03.12.1989 wurde Honecker aus der SED ausgeschlossen. 1990 kam er in U-Haft und im März 1991 reiste er in die UdSSR aus. Im Jahr 1992 wurde ihm vor dem Berliner Landgericht wegen versuchten und vollendeten Totschlags der Prozess gemacht. Im Januar 1993 wurde der Haftbefehl gegen ihn aufgehoben und das Verfahren aufgrund seines angegriffenen Gesundheitszustandes eingestellt. 1993 Ausreise nach Chile, dort starb er am 29.05.1994[17].

[...]


[1] Timmermann, Heiner: Diktaturen in Europa im 20. Jahrhundert – der Fall DDR, in: Dokumente und Schriften der Europäischen Akademie Otzenhausen, Band 79, Berlin 1996.

[2] Großbölting, Thomas: Friedensstaat, Leseland, Sportnation? DDR-Legenden auf dem Prüfstand, Berlin 2009.

[3] Fulbrook, Mary: Ein ganz normales Leben. Alltag und Gesellschaft in der DDR, Darmstadt 2008.

[4] Klose, Joachim: Wie schmeckte die DDR? Wege zu einer Kultur des Erinnerns, Leipzig 2010.

[5] Judt, Matthias: DDR-Geschichte in Dokumenten. Beschlüsse, Berichte, interne Materialien und Alltagszeugnisse, Berlin 1998.

[6] Huijzer, Marlise: Der moderne Ossi und sein Ostprodukt. Die Bedeutung ehemaliger DDR-Produkte für Jugendliche in Ostdeutschland, Marburg 2008.

[7] Küster, Rainer: Unsere Kindheit in der DDR. Bienchen, Blauhemd, Bemmenbüchse, Gudensberg-Gleichen 2010.

[8] Männig, Jana: Unsere Kindheit in der DDR. Bei Oma schmeckt´s am besten, Gudensberg-Gleichen 2009.

[9] Deutz-Schroeder, Monika: Soziales Paradies oder Stasi-Staat? Das DDR-Bild von Schülern – ein Ost-West-Vergleich, in: Studien zu Politik und Geschichte, Band 6, München 2008.

[10] Becker, Marlene: In unseren Händen liegt es, die Zukunft zu gestalten. Jugend und evangelische Kirche in der SBZ/DDR vor dem Mauerbau in: Oldenburger Beiträge zur DDR- und DEFA-Forschung, Band 6, Oldenburg 2007.

[11] Mertens, Lothar: Unter dem Deckel der Diktatur. Soziale und kulturelle Aspekte des DDR-Alltags, in: Schriftenreihe der Gesellschaft für Deutschlandforschung, Band 84, Berlin 2003.

[12] Mählert, Ulrich, Stephan. Gerd – Rüdiger: Blaue Hemden – Rote Fahnen. Die Geschichte der Freien Deutschen Jugend, Opladen 1996.

[13] Ebd.

[14] Mestrup, Heinz, Best, Heinrich: Die Ersten und Zweiten Sekretäre der SED: Machstrukturen und Herrschaftspraxis in den thüringischen Bezirken der DDR, Weimar 2003.

[15] Ebd.

[16] Vgl. Boshof, Egon, Düwell, Kurt, Kloft, Hans: Grundlagen des Studiums der Geschichte, Köln, 1997, S. 262.

[17] Herbst, Andreas, Ranke, Winfried, Winkler, Jürgen: So funktionierte die DDR. Lexikon der Funktionäre, Band 3, Hamburg 1994, S. 149.

Details

Seiten
21
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783640779819
ISBN (Buch)
9783640780457
Dateigröße
994 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v162092
Institution / Hochschule
Universität Kassel – Fachbereich 05
Note
2,3
Schlagworte
Leben Alltag Diktatur Quellenkritik

Autor

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Titel: Leben in der DDR – Alltag in einer Diktatur: DDR Quellenkritik