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Bestimmung der Dichte von Flüssigkeiten mit einem Aräometer (Senkspindel) (Unterweisung Chemielaborant/-in)

Unterweisung / Unterweisungsentwurf 2010 7 Seiten

AdA Naturwissenschaft und Technik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Rahmenbedingungen
1.1 Der Ausbilder
1.2 Die Auszubildende
1.3 Ausbildungsort und –zeitpunkt
1.4 Arbeitsmittel
1.4.1 Verwendete Chemikalien und Glasgeräte
1.4.2 Persönliche Schutzausrüstung
1.4.3 Medien
1.5 Ablaufplanung

2 Inhaltliche Analyse
2.1 Thema der Unterweisung und Einordnung in den Ausbildungsrahmenplan
2.2 Fachlicher Inhalt
2.3 Vorangegangene Unterweisungen
2.4 Lernziele
2.4.1 Richtlernziel
2.4.2 Groblernziel
2.4.3 Feinlernziele
2.5 Schlüsselqualifikationen

3 Die Unterweisung nach der 4-Stufen-Methode
3.1 Stufe 1: Vorbereitung der Auszubildenden
3.2 Stufe 2: Vorführen des Arbeitsvorgangs durch den Ausbilder
3.3 Stufe 3: Ausführen durch den Auszubildenden
3.4 Stufe 4: Üben

4 Lernerfolgskontrolle

5 Resümee und Verabschiedung

1 Rahmenbedingungen

1.1 Der Ausbilder

Ronny Heisel, 28 Jahre alt, seit 2002 Chemielaborant, seit 2009 Staatlich geprüfter Chemietechniker, von 1999-2009 Angestellter der Fachrichtung Organische Chemie an der Universität des Saarlandes, seit 2009 Angestellter bei Ursapharm Arzneimittel GmbH im Bereich Forschung & Entwicklung.

1.2 Die Auszubildende

Die Auszubildende Anne B., 20 Jahre alt, hat 2009 ihre Abiturprüfung erfolgreich bestanden. Nach dem Schulabschluss studierte sie an der Universität des Saarlandes 2 Semester Chemie. Da ihr das Studium zu theoretisch erschien, hat sie sich Anfang 2010 dazu entschieden, das Studium abzubrechen und eine Ausbildung zu beginnen. Frau B. ist seit dem 1. August 2010 in unserem Unternehmen als Auszubildende im Beruf Chemielaborant/-in angestellt. Aufgrund ihres Schulabschlusses mit Abitur ist Frau B. direkt in das zweite Ausbildungsjahr eingestiegen. Ich habe Frau B. als eine sehr aufmerksame, fleißige, interessierte und verlässliche Mitarbeiterin kenngelernt. Sie ist ein motorischer Lerntyp – sie lernt am besten, indem sie Bewegungs- und Handlungsabläufe selbst ausführt und sie so nachvollzieht.

1.3 Ausbildungsort und -zeitpunkt

Der vorliegende Ausbildungsinhalt wird Frau B. an einem Mittwochmorgen um 10 Uhr im Labor der Ursapharm Arzneimittel GmbH in Saarbrücken vermittelt.

1.4 Arbeitsmittel

1.4.1 Verwendete Chemikalien und Glasgeräte

- 500 ml gesättigte Kochsalzlösung
- 500 ml-Messzylinder
- Aräometer (Messbereich 1,05 – 1,30 g/ml)

1.4.2 Persönliche Schutzausrüstung

- Handschuhe

1.4.3 Medien

- Whiteboard

1.5 Ablaufplan

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

2 Inhaltliche Analyse

2.1 Thema der Unterweisung und Einordnung in den Ausbildungsrahmenplan

Das Thema der vorliegenden Unterweisung ist: „Die Bestimmung der Dichte von Flüssigkeiten mit einem Aräometer (Senkspindel)“.

Ausbildungsrahmenplan § 4 Abs. 2 Nr. 6.2 c)

2.2 Fachlicher Inhalt

Der Inhalt der Unterweisung ist die Dichtebestimmung von Flüssigkeiten und Lösungen mit Hilfe eines Aräometers. Die Bestimmung wird mit einer konzentrierten Kochsalz-Lösung durchgeführt. Dabei soll der Auszubildenden unter anderem der Auftrieb von Körpern in Flüssigkeiten (Archimedisches Prinzip) anschaulich nahegebracht werden. Nach der Unterweisung soll der Auszubildende in der Lage sein, mit Hilfe eines Aräometers die Dichte beliebiger Flüssigkeiten und Lösungen mit ausreichender Genauigkeit bestimmen zu können.

2.3 Vorangegangene Unterweisungen/Lehrgespräche

Zu Beginn der Ausbildung hat die Auszubildende bereits eine Arbeitssicherheitsunterweisung erhalten und wurde ausführlich über Nutzen und Wichtigkeit von persönlicher Schutzausrüstung unterrichtet.

In einem vorangegangenen Lehrgespräch wurde mit der Auszubildenden kurz das Thema „Physikalische Größen und Stoffkonstanten“ theoretisch angeschnitten und auf die nun folgende praktische Unterweisung verwiesen.

2.4 Lernziele

2.4.1 Richtlernziel

Physikalischen Größen und Stoffkonstanten

2.4.2 Groblernziel

Physikalische Größen messen und Stoffkonstanten bestimmen, insbesondere Temperatur und pH-Wert messen.

2.4.3 Feinlernziele

Feinlernziele werden unterschieden in die affektiven, kognitiven und psychomotorischen Feinlernzielebereiche.

Affektiv bedeutet bewusst werden, die Wichtigkeit erkennen. Dieses Fernlernziel betrifft Einstellungen, Emotionen, Gewohnheiten, Interessen, Verhaltensweisen.

Kognitiv bedeutet denken, erkennen, wahrnehmen. Die Vermittlung von Kenntnissen und Wissen wird als Lernziel verfolgt, insofern spielen sich die Vorgänge im Kopf ab.

Psychomotorisch ist der vom Willen des Menschen bewusst gesteuerte Bewegungsablauf.

Die Auszubildende soll nach dieser Unterweisung

- erklären, was man unter der Dichte versteht (kognitives Lernziel)
- die Formel für die Dichte ( ) kennen und nach allen Größen umstellen können (kognitives Lernziel)
- das Archimedische Prinzip kennen und erklären können (kognitives Lernziel)
- die Dichte von Flüssigkeiten mit Hilfe eines Aräometers bestimmen können (psychomotorisches Lernziel)
- den Aufbau eines Aräometers kennen und erklären können (kognitives Lernziel)
- die Funktion eines Aräometers kennen und erklären können (kognitives Lernziel)
- wissen, wann welches Aräometer verwendet wird (kognitives Lernziel)
- Fertigkeiten im sicheren Umgang mit Flüssigkeiten, Glasgeräten allgemein und den unterschiedlichen Aräometern entwickeln (affektives und psychomotorisches Lernziel)

2.5 Schlüsselqualifikationen

Nach Definition der Bildungskommission NRW (1995) sind Schlüsselqualifikationen "erwerbbare allgemeine Fähigkeiten, Einstellungen und Strategien, die bei der Lösung von Problemen und beim Erwerb neuer Kompetenzen in möglichst vielen Inhaltsbereichen von Nutzen sind."

Im Rahmen dieser Unterweisung sind vor allem Denken in Zusammenhängen, Lernbereitschaft, Leistungsbereitschaft, Motivation und Selbständigkeit gefragt (Methoden- und Individualkompetenzen).

3 Die Unterweisung nach der 4-Stufen Methode

3.1 Stufe 1: Vorbereitung der Auszubildenden

Ich begrüße die Auszubildende Anne B. und erkunde mich nach ihrem Wohlbefinden. In einem lockeren Gespräch erinnere ich sie noch einmal an das vorangegangene Lehrgespräch und frage, ob in der Zwischenzeit noch Fragen dazu aufgetreten sind.

Bevor ich mit der praktischen Durchführung beginne, stelle ich der Auszubildenden das Thema vor und erkläre ihr folgendes:

- Die Dichte eines Körpers ist das Verhältnis seiner Masse zu seinem Volumen. Sie wird in Gramm pro Milliliter oder Kilogramm pro Liter angegeben.
- Die Formel der Dichte lautet: und in Formelzeichen
- Ein Aräometer, auch Senkspindel genannt, ist ein Messgerät zur Bestimmung der Dichte von Flüssigkeiten
- Das Messprinzip ist das Archimedische Prinzip, das besagt, dass ein Körper so weit in eine Flüssigkeit eintaucht, bis die Gewichtskraft der verdrängten Flüssigkeit der Gewichtskraft des eingetauchten Körpers entspricht.
- Je geringer die Dichte einer Flüssigkeit ist, desto tiefer taucht ein Körper des gleichen Gewichts in diese ein.
- Gebräuchliche Aräometer bestehen aus Glas und besitzen einen dicken Auftriebskörper mit einer genau definierten Menge Bleischrot als Gewicht und einem dünnen Stil, in dem sich die Skala befindet.

3.2 Stufe 2: Vorführen des Arbeitsvorgangs durch den Ausbilder

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

3.3 Stufe 3: Ausführen durch den Auszubildenden

Nachdem ich der Auszubildenden die einzelnen Arbeitsschritte am Beispiel einer gesättigten Kochsalzlösung vorgemacht und erklärt habe, muss nun die Auszubildende die Arbeitsschritte mit der gesättigten Kochsalzlösung schrittweise wiederholen und mir dabei erklären was sie tut und warum. Dabei werde ich bei groben Fehlern sofort korrigieren eingreifen. Bei einigen Arbeitsschritten stelle ich der Auszubildenden Kontrollfragen um die zuvor vermittelten Kenntnisse zu prüfen.

Wenn sich die Auszubildende sicher fühlt bei der Durchführung, keine Fehler mehr macht und keine Fragen offen sind, kann man dazu übergehen, an weiteren Beispielen zu üben.

3.4 Stufe 4: Üben

Zur Vertiefung der erlernten Tätigkeit kann die Auszubildende nun noch die Dichte von anderen Flüssigkeiten (Wasser, Ethanol, Aceton) bei Raumtemperatur bestimmen. Ich stehe der Auszubildenden dabei weiterhin beratend zur Seite, äußere Lob bzw. sachliche Kritik.

4 Lernerfolgskontrolle

Bei einigen Arbeitsschritten stelle ich der Auszubildenden Kontrollfragen um die zuvor vermittelten Kenntnisse zu prüfen (vgl. Punkt 3.3).

Durch Vergleich der Messergebnisse der Auszubildenden mit den Herstellerangaben kann ich sofort feststellen, ob das Lernziel erreicht wurde (vgl. Punkt 3.4).

5 Resümee und Verabschiedung

Ich fasse die Ergebnisse und die Lernziele nochmal kurz zusammen und erkundige mich nach offenen Fragen. Ich erinnere die Auszubildende noch einmal daran, die Unterweisung in ihrem Berichtsheft zu dokumentieren. Dann verabschiede ich mich von der Auszubildenden und nenne ihr das Thema und den Termin der nächsten Unterweisung.

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Details

Seiten
7
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783640799459
Dateigröße
576 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v161708
Institution / Hochschule
IHK Saarland
Note
94,0
Schlagworte
AdA-Unterweisung AdA AEVO Ausbildereignungsprüfung Dichte Dichte von Flüssigkeiten Unterweisung Chemielaborant Spindel Aräometer Senkspindel IHK

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Titel: Bestimmung der Dichte von Flüssigkeiten mit einem Aräometer (Senkspindel) (Unterweisung Chemielaborant/-in)