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„Wir arbeiten mit dem Geobrett“ - Ein handlungsorientierter Umgang mit dem Geobrett - Klassenstufe 2

„Wir entdecken verschiedene Dreiecke am Geobrett.“- Eine aktiv-entdeckende Auseinandersetzung mit der ebenen Form „Dreieck“ durch forschenden Umgang mit dem 3x3 Geobrett

Unterrichtsentwurf 2009 16 Seiten

Didaktik - Mathematik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Thema der Reihe

2 Thema der Einheit

3 Aufbau der Reihe

4 Kernanliegen der Einheit
4.1 Zentraler Arbeitsauftrag
4.2 Reflexionsauftrag bzw. Leitimpuls für die Reflexionsphase

5 Begründung des Kernanliegens aus didaktischer und methodischer Sicht
5.1 Didaktische Analyse
5.2 Lehrplan
5.3 Lernvoraussetzungen der Schülerinnen und Schüler
5.4 Didaktische Reduktion
5.5 Methodische Analyse
5.6 Teilziele des Kernanliegens
5.6.1 Sachkompetenz
5.6.2 Methodenkompetenz
5.6.3 Sozialkompetenz
5.6.4 Selbstkompetenz

6 Verlaufsplanung der Einheit

7 Literatur

1 Thema der Reihe

„Wir arbeiten mit dem Geobrett.“- Ein handlungsorientierter Umgang mit dem Geobrett durch Sammlung vielfältiger Erfahrungen zu ebenen Figuren, deren Eigenschaften und der Kongruenz von Flächen zur Förderung des räumlichen Orientierungsvermögens und der Weiterentwicklung der visuellen Wahrnehmungsfähigkeit.

2 Thema der Einheit

„Wir entdecken verschiedene Dreiecke am Geobrett.“- Eine aktiv- entdeckende Auseinandersetzung mit der ebenen Form „Dreieck“ durch forschenden Umgang mit dem 3x3 Geobrett, indem die Kinder möglichst viele voneinander verschiedene Dreiecke spannen und miteinander vergleichen mit dem Ziel der Sammlung weiterer Erfahrungen zur Kongruenz von Flächen sowie der Förderung des räumlichen Orientierungsvermögens und der Weiterentwicklung der visuellen Wahrnehmungs-fähigkeit.

3 Aufbau der Reihe

1. Einheit: „Wir lernen das Geobrett kennen und experimentieren.“ –

Kennen lernen des Arbeitsmediums `Geobrett´ durch Erforschen und Bestimmen der Eigenschaften, indem frei experimentiert werden darf und bekannte geometrische Formen gespannt und verglichen werden sollen mit dem Ziel, die Arbeitstechnik kennen zu lernen und die geometrischen Grunderfahrungen zu wiederholen.

2. Einheit: „Unsere Erfinderbörse“ –

Übertragung der gespannten Figuren in die ikonische Ebene, indem die Schülerinnen und Schüler im Rahmen einer Erfinderbörse verschiedene Spann-Figuren sammeln und auf ein Punktefeld übertragen damit die Arbeitstechnik weiter vertieft wird, die Möglichkeiten und Grenzen der Materials erkannt werden und die Kreativität sowie die visuelle Wahrnehmungsfähigkeit gefördert werden.

3. Einheit: „Wir spannen Figuren nach.“ –

Ordnen und Nachspannen von Figuren aus der Erfinderbörse sowie Nachspannen weiterer Figuren am Geobrett, indem die Schülerinnen und Schüler durch Ausprobieren erfahren, dass das Nachspannen um viele Nägel herum anspruchsvoller ist, als um weniger Nägel damit das räumliche Vorstellungsvermögen und die visuelle Wahrnehmungsfähigkeit gefördert werden.

4. Einheit: „Wir spielen das Formen-Spann-Spiel.“ –

Einführung von Bezeichnungen für die Haken am Geobrett und damit Anbahnen des Ablesens von Koordinaten, indem Spanndiktate handelnd am Geobrett und anschließend in der Vorstellung geübt werden mit dem Ziel, die Kommunikation über Figuren zu erleichtern, Aufgabenstellungen mit einem höherem Abstraktionsgrad zu stellen (symbolisch) und damit das räumliche Wahrnehmen und Denken zu fördern.

5. Einheit: „Wir entdecken verschiedene Quadrate am Geobrett.“ –

Eine aktiv- entdeckende Auseinandersetzung mit der ebenen Form „Quadrat“ durch forschenden Umgang mit dem 4x4 Geobrett, indem die Kinder möglichst viele voneinander verschiedene Quadrate spannen und miteinander vergleichen mit dem Ziel der Sammlung erster Erfahrungen zur Kongruenz sowie der Förderung des räumlichen Orientierungsvermögens und der Weiterentwicklung der visuellen Wahrnehmungsfähigkeit.

6. Einheit: „Wir entdecken verschiedene Dreiecke am Geobrett.“

Eine aktiv- entdeckende Auseinandersetzung mit der ebenen Form „Dreieck“ durch forschenden Umgang mit dem 3x3 Geobrett, indem die Kinder möglichst viele voneinander verschiedene Dreiecke spannen und miteinander vergleichen mit dem Ziel der Sammlung weiterer Erfahrungen zur Kongruenz von Flächen sowie der Förderung des räumlichen Orientierungsvermögens und der Weiterentwicklung der visuellen Wahrnehmungsfähigkeit.

7. Einheit: „Wir spannen weiter und arbeiten in der Geobrett- Lernecke.“ –

Weitere Arbeit an verschiedenen Aufgabenstellungen wie Nachspannen, Verändern, Spiegeln usw. durch die selbstständige Auswahl der Angebote in einer `Lernecke´ mit dem Ziel, bereits erworbenes Wissen zu vertiefen und erweitern sowie die Selbstständigkeit und das räumliche Vorstellungsvermögen weiter zu fördern.

4 Kernanliegen der Einheit

Anbahnen eines ersten Basiswissens über Kongruenz bzw. Inkongruenz von geometrischen Figuren sowie Erlangung von Kenntnissen zu Überprüfungsverfahren der Deckungsgleichheit, indem die Schülerinnen und Schüler möglichst viele unterschiedliche Dreiecke auf dem 3x3 Geobrett spannen, anschließend vergleichen und erkennen, dass kongruente Dreiecke auf verschiedenen Positionen gespannt werden können.

4.1 Zentraler Arbeitsauftrag

Finde möglichst viele verschiedene Dreiecke auf dem Geobrett.

4.2 Reflexionsauftrag bzw. Leitimpuls für die Reflexionsphase

Wann ist ein Dreieck gleich und wann verschieden?

5 Begründung des Kernanliegens aus didaktischer und methodischer Sicht

5.1 Didaktische Analyse

Nach Radatz & Rickmeyer zählt das handelnde (Lernen) sowie entdeckende Lernen zu den Prinzipien zur Gestaltung des Geometrieunterrichts in der Grundschule.[1] Die Kinder sollen in dieser Unterrichtsstunde anhand des Geobrettes ihr Wahrnehmungs-, Vorstellungs- und Darstellungsvermögen erweitern[2], so dass ihnen Handlungserfahrungen und praktische Tätigkeiten, wie hier das Spannen, ermöglicht werden, indem sie verschiedene Dreiecke finden und entdecken. Denn „versteht man Denken im Sinne Piagets als verinnerlichtes Handeln (...), dann wird die Bedeutung des konkreten Handelns mit geometrischen Elementen besonders im Vor- und Grundschulalter deutlich“[3]. Eine Verinnerlichung geometrischer Begriffe kann im Grundschulalter nur über Handlungserfahrungen und über den Umgang mit konkretem Material erfolgen.[4]

Diese Forderungen kann das Geobrett erfüllen. In der Auseinandersetzung mit dem Formen- Spann- Spiel im Einstieg, dem Spannen von geometrischen Figuren (hier: Dreieck), sowie dem Nachvollziehen der Deckungsgleichheit entwickeln und trainieren die Schülerinnen und Schüler ihre visuelle Wahrnehmungsfähigkeit. Im Umgang mit dem Geobrett vertiefen und erweitern die Kinder ihre Formenkunde; die Entwicklung des Begriffs „Kongruenz“ wird gestützt, da alle Dreiecke hinsichtlich der Deckungsgleichheit überprüft werden können. Durch Ausprobieren, Testen und Nachbilden werden Dreiecke erstellt und gefunden, also ist in dieser Einheit auch der induktive Ansatz vorzufinden.[5]

Das 5x5 Geobrett wird in dieser Unterrichtsstunde in das 3x3 Geobrett „verkleinert“, indem der benötigte Bereich mit einem Moosgummiwinkel abgespannt wird. Senftleben[6] betont, dass das kleine Neuner- Geobrett von allen Geobrettern das praktikabelste Lehrmittel für den Geometrieunterricht der Grundschule darstellt, weil nur hier die Lösungsvielfalt gut überschaubar bleibt. Der Umgang mit einem Geobrett ist zudem für eine Vielzahl von Inhalten und Zielen des Geometrieunterrichts geeignet. Es kann sowohl für offene Aufgabenstellungen als auch für vielfältige zielgerichtete Aktivitäten, wie das ermitteln von Flächeninhalt und Umfang vorgegebener Figuren, eingesetzt werden.[7]

„Ein Wechsel der Repräsentationsebenen unterstützt wesentlich Begriffsbildung und Erkenntnisprozesse bei den Kindern, was durch die Forderung einer Beschreibung bzw. von verbalen Kommentierungen von Ergebnissen noch weiter verstärkt werden kann.“ Dieser zentralen Aussage nach Senftleben[8] wird in der kompletten Unterrichtsreihe Rechnung getragen, indem die Schülerinnen und Schüler die gespannten Figuren aufzeichnen (Umsetzung in die ikonische Repräsentationsebene). Ebenso sind umgekehrte Aufgaben in dieser Reihe realisiert. Abbildungen im „Geobrett- Heft“ der Kinder werden beschrieben und nachgespannt. Handlungen (enaktive Ebene) und Darstellung (ikonische Ebene) werden somit unmittelbar miteinander verknüpft.[9]

5.2 Lehrplan

Die heutige Stunde ist dem inhaltsbezogenen Bereich „Raum und Form“ zuzuordnen. So werden im Lehrplan Mathematik des Landes Nordrhein-Westfalen für die Schuleingangsphase folgende Ziele genannt, die auch in dieser Einheit realisiert werden: „Schülerinnen und Schüler untersuchen die geometrische[n] Grundform[en] […] Dreieck […], benennen sie und verwenden Fachbegriffe wie „Seite“ und „Ecke“ zu deren Beschreibung“, „Schülerinnen und Schüler stellen ebene Figuren her durch […] Spannen auf dem Geobrett“ und „Schülerinnen und Schüler zeichnen Linien, ebene Figuren und Muster aus freier Hand und mit Hilfsmitteln wie Lineal, Schablone, Gitterpapier“.[10]

Durch die abschließende Reflexion üben sie mathematisch zu kommunizieren[11], da sie mit den Fachbegriffen begründen, wann ein Dreieck gleich bzw. verschieden ist. Sie argumentieren[12], indem das Überprüfungsverfahren zur Deckungsgleichheit angewandt und nachvollzogen wird.

Des Weiteren wird auch die prozessbezogene Kompetenz Problemlösen realisiert, indem die Kinder Vermutungen über die Anzahl der verschiedenen Dreiecke anstellen. Sie bekommen die Möglichkeit einen Trick zu finden, der ein systematisches Finden von unterschiedlichen Dreiecken ermöglicht. In der Arbeitsphase und in der Reflexion prüfen sie die Kongruenz durch den direkten Vergleich[13] mit Hilfe ausgewogener Darstellungsformen.[14]

Durch das Ordnen der Dreiecke hinsichtlich der Unterschiede wird die Vorgehensweise des Ordnens entwickelt und gefördert.[15] Im handelnden Umgang mit dem Geobrett lernen die Schülerinnen und Schüler bei der Bearbeitung von Aufgaben zu kooperieren[16] (z. B. sich beim Spannen und Zeichnen abwechseln). Die Arbeit am Geobrett erfüllt auch die Anforderungen des Lehrplans im Teilbereich Raumorientierung und Raumvorstellung. Die Schülerinnen und Schüler schulen ihre Raumorientierung und –vorstellung, indem sie im handelnden Umgang Grunderfahrungen zu Eigenschaften und Maßen von ebenen Figuren, sowie zu den Auswirkungen geometrischer Operationen sammeln. Hierbei entwickeln sie gezielt ihre zeichnerischen Fertigkeiten.[17]

[...]


[1] Vgl.: Radatz & Rickmeyer 1991, S. 18.

[2] Vgl.: Gawlista 2000, S. 16.

[3] Vgl.: Ebd. S. 8.

[4] Vgl. Radatz & Rickmeyer 1991, S. 12.

[5] Vgl. Radatz & Schipper 1998, S. 142.

[6] Vgl.: Senftleben 2001, S. 3.

[7] Vgl.: Glaser & Wegener 2008, S. 37.

[8] Vgl.: Senftleben 2001, S. 3.

[9] Vgl.: Franke 2001 , S. 181.

[10] Vgl.: Lehrplan 2008, S. 64 f.

[11] Vgl.: Lehrplan 2008, S. 60.

[12] Vgl.: Ebd.

[13] Vgl.: Ebd., S. 57.

[14] Vgl.: Ebd., S. 55.

[15] Vgl.: Ebd., S. 65.

[16] Vgl.: Ebd., S.15.

[17] Vgl.: Ebd., S. 58.

Details

Seiten
16
Jahr
2009
ISBN (eBook)
9783640754946
ISBN (Buch)
9783640755103
Dateigröße
477 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v161652
Institution / Hochschule
Studienseminar für Lehrämter an Schulen Hamm
Note
1,2
Schlagworte
Geobrett Dreieck Kongruenz ebene Figuren Prüfungsentwurf räumliche Orientierung visuelle Wahrnehmung

Autor

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Titel: „Wir arbeiten mit dem Geobrett“ -  Ein handlungsorientierter Umgang mit dem Geobrett - Klassenstufe 2