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Die Stadt Soest und ihre kirchlichen Institutionen in der Soester Fehde

Bachelorarbeit 2010 37 Seiten

Geschichte Europa - and. Länder - Mittelalter, Frühe Neuzeit

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Territorien am Niederrhein im Spätmittelalter
2.1. Entstehung und Entwicklung der Territorien
2.2. Das Herzogtum Kleve
2.3. Der Erzbischof von Köln und seine Landesherrschaft am Niederrhein

3. Die Stadt Soest
3.1. Zur Geschichte der Stadt Soest
3.2. Die Soester Fehde

4. Kirchliche Institutionen in Soest
4.1. Das Stift St. Patrokli
4.2. Das Kloster St. Walburgis
4.3. Das Kloster Paradiese
4.4. Minoriten

5. Stadt und Stift in der Soester Fehde
5.1. Der Kampf um die Stadtrechte
5.2. Das Stift zwischen Stadt und Erzbistum

6. Die Auswirkungen der Soester Fehde
6.1. Auswirkung auf die Stadt Soest
6.2. Historische Entwicklung von Reich und Stadt

7. Schlussbemerkung

8. Anhang

Quellen- und Literaturverzeichnis

1. Einleitung

In der vorliegenden Arbeit werden die Konflikte zwischen der Stadt Soest und ihren kirchlichen Institutionen in der Soester Fehde untersucht. Zwi- schen den involvierten Gruppierungen Stadt, Herzogtum Kleve, Erzbischof und kirchlichen Institutionen sollen die unterschiedlichen Perspektiven und Ziele herausgearbeitet werden, die zu den Konflikten führten. Zunächst werden die Territorien am Niederrhein dargestellt, um anhand des Erzbischofs von Köln und des Herzogs von Kleve die involvierten Landes- herren vorzustellen. Diese Beobachtung ist von Bedeutung, um die Interes- senschwerpunkte, Ansprüche und Rechte der Landesherren in den Konflikt- verlauf einzubeziehen. Die Stadt Soest, die sich zwischen diesen beiden Landesherren befindet, zentriert den Konflikt des Mächteverhältnisses. Die Konstellation dieser drei Parteien im Hinblick auf ihre Ansprüche und Mit- tel führt schlussendlich zur sogenannten Soester Fehde von 1444 bis 1449. Wenngleich der Erzbischof von Köln in der Fehde als Landesherr agiert, sind die Reaktionen der kirchlichen Institutionen der Stadt Soest von beson- derer Bedeutung. An ihnen kann der Konflikt zwischen Stadt- und Kirchen- recht herausgestellt werden. Eine besondere Rolle kommt hierbei dem Stift St. Patrokli zu, welches die zentrale kirchliche Institution in Soest zu dieser Zeit darstellte. Ebenso interessant ist das Schicksal des Klosters St. Walbur- gis, ansässig vor den Mauern der Stadt, während der Soester Fehde. Anhand des Kampfes der Stadt um ihre Rechte und des Konfliktes, in wel- chen das St. Patroklistift gerät, werden die Auswirkung der Soester Fehde auf die Entwicklung der Stadtrechte dargestellt. Soest soll hier als pars prototo für die darauffolgenden Veränderungen der Herrschaftsformen verstan- den werden.

Die in dieser Arbeit verwendeten Quellen sind drei Werken entnommen: zum einen dem von Joseph Hansen, königlicher Archivassistent, der 1888 die von Dr. Roger Wilman angefangene Sammlung vervollständigte und druckte. Hansens Werk „Westfalen und Rheinland im 15. Jahrhundert. Die Soester Fehde. Publikationen aus den königlich-preußischen Staatsarchiven“ beinhaltet Urkunden aus den Staatsarchiven Koblenz, Dresden, Düsseldorf, München, Münster und Weimar, sowie aus den Stadtarchiven Dortmund, Frankfurt am Main, Köln, Münster und Soest und aus den Bibliotheken Darmstadt und Wolfsbüttel. Wenngleich die Quellenerschließung keinen aktuellen Ansatz bietet, beziehen sich bis heute Historiker wie Heinz-Dieter Heimann und Janssen auf dessen Werk. Zum anderen wurde als Quelle das „Urkundenbuch für die Geschichte des Niederrheins oder des Erzstiftes Köln, der Fürstentümer Jülich und Berg, Geldern, Moers, Kleve und Mark und der Reichsstifte Elten, Essen und Werden aus den Quellen in dem kö- niglichen Provinzialarchiv zu Düsseldorf und in den Kirchen- und Stadtar- chiven der Provinz“ von Theodor Joseph Lacomblet, königlich-preußischer Archivrat und Bibliothekar, genutzt. Beide Urkundenbücher haben die Ur- kunden in ihrer ursprünglichen mittelhochdeutschen Sprache und Schrift belassen. Der Unterschied beider Werke liegt darin, dass Hansen einige Ur- kunden angibt und ihren Inhalt kurz erläutert, sie jedoch nicht in Gänze ab- druckt. Im Vorwort beider Werke wird darauf hingewiesen, dass die Auto- ren bemüht waren, eine möglichst vollständige Quellensammlung ihres je- weiligen Themenbereiches zu erstellen. Weiterhin ist bei Hansen zu beach- ten, dass einige wichtige Urkunden wie der Vertrag zwischen Kleve und Köln und der Fehdebrief Soests nicht abgedruckt worden sind, obwohl zu- mindest Letzerer im Stadtarchiv Soest aufbewahrt wird. Aufgrund der sonst getreuen Wiedergabe und der Bezugnahme vieler seriöser Historiker wurden diese Quellen für die Arbeit verwendet. Aus den Werken, denen eine Bear- beitung der Soester Fehde vorangestellt ist, werden lediglich die Quellen übernommen. Aufgrund der neueren Forschungsergebnisse bieten diese kei- ne gesicherten Funde mehr. Demnach wird nur das Quellenmaterial genutzt. Die letzte Quelle ist das Kriegstagebuch des Bartholomäus von der Lake, der zur Zeit der Soester Fehde Stadtsekretär war. Das Kriegstagebuch ist der detaillierteste Nachweis über die Geschehnisse der Soester Fehde. Eine de- taillierte Quellenanalyse ist in der nachfolgenden Arbeit aufgeführt.

2. Territorien am Niederrhein im Spätmittelalter

Die Entstehung und Entwicklung der Territorien am Niederrhein bis zum späten Mittelalter stellen die Basis der späteren Untersuchung dar. Anhand dieser Entwicklung werden die verschiedenen Territorien eingegrenzt und die politischen, wirtschaftlichen und kirchlichen Interessen herausgearbeitet. Die beiden involvierten Landesherren, der Erzbischof von Köln und der Herzog von Kleve, werden in ihren Herrschaftsbereichen betrachtet.

2.1. Entstehung und Entwicklung der Territorien

Die älteste urkundliche Erwähnung Westfalens findet sich in einem Bericht aus den fränkischen Reichsannalen aus dem Jahr 775. Dort wird erwähnt, dass König Karl über die Sachsen herfiel und „brachte ihnen nicht weniger Verluste bei und gewann reiche Beute von den Westfalen“.1 Hierbei handel- te es sich zunächst um eine Bezeichnung des Volkes. Erst im 10. Jahrhun- dert wurde auch das Land gleichnamig benannt. Das Gebiet veränderte sich stetig. Im 10. Jahrhundert bezeichnete es das Land zwischen Vechta, Lüb- becke, Bocholt und der Lippe. Engern, das zuvor mittig zwischen West- und Ostfalen liegend beschrieben wurde, integrierte sich in Westfalen, wodurch Westfalen eine Erweiterung ab dem 12. Jahrhundert erfuhr. Die Gebiete an der Weser, Paderborn, das Lipperland und Corvey gehörten im 12. Jahrhun- dert Westfalen an. Im 13. Jahrhundert wurde Westfalen als das Gebiet be- zeichnet, welches von Rhein und Weser eingegrenzt wurde. Schriftlich hiel- ten Papst Pius II. und der Kartäusermönch Werner Rolevinck erstmalig im 15. Jahrhundert die Ein- und Abgrenzung Westfalens fest.2

Nichtsdestoweniger setzte sich Westfalen noch im 14. Jahrhundert aus klei- neren und größeren Territorien zusammen. Jeder Landesherr war bemüht, die Einflüsse fremden Rechts in den eigenen Territorien zu unterbinden, um seinen Herrschaftsbereich zu sichern.3 Doch noch im 15. Jahrhundert erwies sich Westfalen als „Land des Durchgangs“. Die politischen Bestrebungen waren von auswärtigen Kräften geprägt.4 Das Territorialsystem bestand ne- ben dem großen geistlichen Territorium Kurköln aus verschiedenen mittel- großen Grafschaften wie Berg, Kleve, Geldern und Jülich. Hinzu kamen noch die angesehenen Herrschaften Löwenberg, Blankenberg und Heinsberg und weitere kleinere Grafschaften. Die meisten der genannten größeren Grafschaften wurden, wie auch Kleve 1417, zu Herzogtümern aufgewertet. Das führte zu einem geschlossenen Herrschaftskomplex, welcher in den Reichslehnverband eingefügt wurde. Durch Heirat oder mannigfaltige Arten des Erwerbs fielen die kleinen Grafschaften im Verlauf des Hoch- und Spätmittelalters den größeren Territorien zu. Innerhalb dieser territorialen Verflechtung hielt sich nur die Grafschaft Moers, welche inmitten der gro- ßen Herrschaftshäuser Kleve, Mark, Jülich und Geldern lag. Diese recht kleine Grafschaft konnte durch „ein staunenerregendes Herrschaftskonglo- merat […] dem mächtigen Burgund Paroli[…] bieten“.5 Weiterhin spielen die Landstände im 15. Jahrhundert in der Territorialpolitik eine besondere Rolle. Adelige, die durch Vasallität an ihren Landesherrn gebunden waren, wurden in die herrschaftliche Verwaltung einbezogen. Dafür erhielten oder behielten sie ihre Privilegien und Freiräume. Der Adel war rechenschafts- pflichtig und keinesfalls mehr eigenständig. Innerhalb der Städte stellte sich das Verhältnis aus rechtlicher Sicht anders dar, wenngleich die herrschaftli- chen Ansprüche ähnlich waren. In den Städten bemühte sich der Landesherr vornehmlich um die Finanzierung seines Territoriums. Das geschah, weil die Städte über die wirtschaftlichen Möglichkeiten verfügten. Der Landadel kann dahingegen als Verwalter landesherrlicher Ordnung gesehen werden, während die Städte vornehmlich der Wirtschaftlichkeit dienten. Zunächst erhielten die Stände das Zustimmungsrecht auf landesherrliche Maßnahmen. Im Laufe des Spätmittelalters entwickelten die Stände, insbesondere in den Städten, einen ausgebildeten Behördenapparat. Dieser füllte die Lücke der „unkontrollierbaren fürstlichen Autokratie“. Das hauptsächliche Mittel, um die Rechte der Stände zu erweitern, war die finanzielle Abhängigkeit der Landesherren gegenüber den Ständen.6 Die Stände mischten sich auch in die Streitigkeiten innerhalb der Herrscherfamilien ein, da sie bei der Wahl eines neuen Landesherrn und etwaigen Neuordnungen bestehender Territorien Mitspracherecht erlangt hatten.7 Das führte unweigerlich zur Einflussnahme der Stände, obwohl sie ihrem Landesherrn untertan waren. Die Entstehung und Etablierung der Landstände kann als Zeichen des langsamen Umstruk- turierungsprozesses innerhalb der Herrscherpolitik und des Herrscherbildes betrachtet werden.

2.2. Das Herzogtum Kleve

Entstanden ist das Herzogtum Kleve aus der Grafschaft Kleve. Die Graf- schaft umfasste das Gebiet vom Nimwegener Reichswald bis zum linken Niederrhein. Der Name Kleve entstammt der geographischen Lage der dort befindlichen Burg, die sich auf einer Klippe über dem Rheintal befindet. Die Grafschaft erhielt die Vogteirechte über die Stifte und Klöster am Nieder- rhein. Die Erweiterung der Grafschaft vergrößerte das Gebiet um Wesel und um die umliegenden Gebiete rechts des Rheins bis zur Lippemündung.8 Mit der Eheschließlung zwischen dem Grafen Adolf II. und Margarete von Kle- ve 1328 kam es zur Verbindung des Herzogtums Mark und der damaligen Grafschaft Kleve. Dieser Schritt führte zu einer wesentlichen Stärkung der Landesherren von Kleve und Mark. 1461 vereinigte Johann I. Kleve und Mark.9 Zuvor vollzog Graf Adolf IV. 1398 einen weiteren Schritt zur Stär- kung der Landesherrschaft, der sich in zweiter Ehe mit Marie, Tochter Jo- hanns ohne Furcht, Herzog von Burgund, vermählte.10 Burgund war eine der stärksten Mächte zu dieser Zeit. Ein solcher Schritt verstärkte die Machtstel- lung der damaligen Grafschaft wesentlich. Burgund war im 14. Jahrhundert durch eine gute Heiratspolitik und politische Strategie zu stattlicher Größe gelangt. Weiterhin erhielt Burgund durch seine Unterstützung im hundert- jährigen Krieg von England umfangreiche Gebietsabtretungen. Hinzu ka- men günstige verwandtschaftliche Verhältnisse, die zu einer Territorialer- weiterung durch das Herzogtum Brabant und Luxemburg führten. Aus der mannigfaltigen Ausweitung des Herzogtums resultierte 1430 der Konflikt mit König Siegmund.11 Der spätere Kaiser wurde vor und während der Soester Fehde zu einem wichtigen Verbündeten Dietrichs von Moers. Mit der benachbarten Grafschaft Geldern und dem Erzbistum Köln kam es im Verlauf des 13. und 14. Jahrhunderts immer wieder zu Konflikten um die Ländereien. Im Jahr 1417 war die Grafschaft Kleve zum Herzogtum aufge- wertet worden. Zu diesem Zeitpunkt umfasste das Gebiet Duisburg, den linksrheinischen Teil an die Grafschaft Geldern grenzend, die kurkölnische Enklave Rheinberg und die Grafschaft Moers.12 Doch nicht nur in der Kon- kurrenz zu anderen Landesherren bestand ein Konflikt. Auch innerhalb der Klevischen Dynastie gab es Uneinigkeiten. Die Erbfolge war nicht nur in Kleve, sondern in allen westfälischen Territorien ungeklärt. Der jüngere Bruder Adolfs IV., Gerhard von der Mark, verlangte die Erbteilung. Nach- dem er 1413 Kaiserwerth und Schlösser im Sauerland erhielt, verpflichtete er sich, auf weitere Ansprüche zu verzichten. Bereits 1420 gelangten jedoch Hamm und Duisburg in seinen Besitz. Im Jahr zuvor hatte er sich mit Diet- rich von Moers verbündet. Der Erzbischof konnte dadurch eine Schwächung des Gegners Kleve erzielen.13 Der Kampf um die Territorien zwischen Köln und Kleve um Westfalen kann somit vom 13. bis zum 15. Jahrhundert nach- vollzogen werden. Die Soester Fehde ist die endgültige Beendigung des Dauerkonfliktes. Das bedeutete für Westfalen die letzte Änderung der Lan- desgrenzen.14

2.3. Der Erzbischof von Köln und seine Landesherrschaft am Niederrhein

Neben der weltlichen Landesherrschaft lassen sich seit der Ottonischen Reichsreform im 10. Jahrhundert die Ursprünge von geistlichen Territorien nachweisen. In der Reichsreform erhielten hohe Geistliche nicht nur Ho- heitsrechte, sondern sie lieferten auch die Basis für die späteren geistlichen Territorien. Herrschaftsgebiete stellten zu dieser Zeit noch keine zusam- menhängenden Territorien dar. Zu solchen Gebieten entwickelten sie sich erst im Laufe des Hoch- und vor allem des Spätmittelalters. Neben den geo- graphischen Veränderungen spielten die zunehmenden Privilegien und Rechte eine wichtige Rolle. Zu der Reichsverwaltung erhielten die Kölner Erzbischöfe den Titel eines rheinischen Herzogs und die Aufgabe der Frie- denswahrung auch außerhalb ihrer eigenen Territorien. Im 13. Jahrhundert erfolgte ein zielstrebiger Ausbau des Rheinlandes und Westfalens seitens der Kölner Erzbischöfe. Wenngleich die Erweiterung immer wieder auch Niederlagen erfuhr, wie bei der Schlacht von Worringen 1288, konnte Köln sein linksrheinisches Territorium sichern.15 Durch die Verleihung des Her- zogtums von Westfalen und Engern im Jahr 1180 wurden den Erzbischöfen jedoch keine festgeschriebenen Rechte verliehen. Das Herzogsrecht beinhal- tete unter anderem die Gerichtshoheit, das Recht, Burgen zu errichten, und die Pflicht, den Landfrieden zu sichern. Aus diesen Rechten blieb den Erz- bischöfen das Burgenbau- und Befestigungsrecht und das gerichtliche Recht in Bezug auf die Oberaufsicht der Femgerichte. Die Femgerichte verfügten über einen überregionalen Jurisdiktionsanspruch. Bei dem Femgericht wur- den alle Freigrafen Westfalens geladen, um ihre Handlungen zu überprüfen. Dietrich von Moers wurde dieses Recht 1422 von König Sigmund verliehen. Das Femgericht, welches sich nicht nur auf das kölnische Gebiet bezog, ersetzte die fehlende gesamtwestfälische Herzogsgewalt des Erzbischofs. Die Herzogswürde war demnach eher leeren Inhaltes. Wichtiger bei der Durchsetzung der territorialen Machtstellung waren grundherrschaftliche

Rechte wie das Marktrecht oder das bereits erwähnte Femgericht.16 Die Zeit Dietrichs von Moers als Erzbischof von Köln begann mit einem Bistums- streit. Das Haus Jülich unterstützte den Bruder Adolfs von Berg, Wilhelm von Paderborn. Dietrich von Moers hingegen empfing die Unterstützung vom mehrheitlichen Votum des Domkapitels und durch die Gunst König Siegmunds und befand sich somit seinem Konkurrenten gegenüber im Vor- teil.

Die gesamte Amtszeit (1414-1463) Dietrichs von Moers stand unter dem Zeichen des Konfliktes. Wilhelm Janssen charakterisiert ihn als einen „von einem hektischen Aktionismus umgetriebenen Fürsten des 15. Jahrhunderts“ und sieht in jenem einen charakteristischen Typus jenes Jahrhunderts.17 Das Herrscherbewusstsein Dietrichs von Moers zeigte sich in der zielstrebigen Bemühung um Machterweiterung: zum einen in der Erweiterung der moer- sischen Machtansprüche, die er durch das Einsetzen seiner Brüder in das Bistum Münster und die Hochstifte von Utrecht, Osnabrück und Paderborn erreichte.18 Zum Anderen verfolgte der Erzbischof das langfristige Ziel, die Vormacht Kurkölns am Niederrhein und in Westfalen wiederherzustellen. Die Vormacht war mit der bereits erwähnten Schlacht bei Worringen 1288 gebrochen worden. Der Erzbischof kämpfte gegen den Grafen von der Mark und verlor Schwelm und Hagen. Weiterhin verlor er die Burgen Volmars- tein und Raffenberg. Mit dem 13. Jahrhundert veränderte sich das Macht- verhältnis und die Grafen von der Mark konnten die Vormachtstellung für sich beanspruchen. Im 14. Jahrhundert gelang es den Erzbischöfen durch den Kauf der Grafschaft und Stadt Arnsberg, eine territoriale Verbindung zwischen ihren Gebieten am Hellweg und im Ostsauerland herzustellen.19

[...]


1 Rau, Reinhold (Hrsg.): Quellen zur karolingischen Reichsgeschichte Band 1, Darmstadt 1955, S. 33.

2 Klueting, Harm: Geschichte Westfalens. Das Land zwischen Rhein und Weser vom 8. bis zum 20. Jahrhundert, Paderborn 1998, S. 9; 11-12.

3 Kohl, Wilhelm: Kleine Westfälische Geschichte, Düsseldorf 1994, S. 61.

4 Kohl, Wilhelm: Kleine Westfälische Geschichte, Düsseldorf 1994, S. 71.

5 Janssen, Wilhelm: Kleine Rheinische Geschichte, Düsseldorf 1997, S. 108.

6 Janssen, Wilhelm: Kleine Rheinische Geschichte, Düsseldorf 1997, S. 124-126.

7 Janssen, Wilhelm: Kleine Rheinische Geschichte, Düsseldorf 1997, S. 113.

8 Hantsche, Irmgard: Atlas zur Geschichte des Niederrheins Band 4, Bottrop, Essen 1999, S. 36.

9 Klueting, Harm: Geschichte Westfalens. Das Land zwischen Rhein und Weser vom 8. bis zum 20. Jahrhundert, Paderborn 1998, S. 54.

10 Rothert, Hermann: Westfälische Geschichte. Das Mittelalter, Gütersloh 1981, S. 359.

11 Richard, Jean: Art. Burgund, Herzogtum. In: LexMa 2 (1983), Sp. 1070-1071.

12 Hantsche, Irmgard: Atlas zur Geschichte des Niederrheins Band 4, Bottrop, Essen 1999, S. 36.

13 Rothert, Hermann: Westfälische Geschichte. Das Mittelalter, Gütersloh 1981, S. 360.

14 Rothert, Hermann: Westfälische Geschichte. Das Mittelalter, Gütersloh 1981, S. 401.

15 Hantsche, Irmgard: Atlas zur Geschichte des Niederrheins Band 4, Bottrop, Essen 1999, S. 34.

16 Klueting, Harm: Geschichte Westfalens. Das Land zwischen Rhein und Weser vom 8. bis zum 20. Jahrhundert, Paderborn 1998, S. 48-49.

17 Janssen, Wilhelm: Die niederrheinischen Territorien im Spätmittelalter. In: Rheinische Vierteljahrsblätter Bd. 64 (2000), S. 102.

18 Ehbrecht, Wilfried: Emanzipation oder Territorialisierung? Die Soester Fehde als Ausdruck des Ringens um die staatliche Ordnung des Nordwestens zwischen Reich, Burgund, Erzstift Köln und Hanse. In: Friedrich Bernward Fahlbusch, Peter Johanek (Hrsg.): Studia Luxemburgensia. Festschrift Heinz Stoob zum 70. Geburtstag, Warendorf 1989, S. 407 (im Folgenden zitiert als: Ehbrecht: Soester Fehde. In: Studia Luxemburgensia).

19 Klueting, Harm: Geschichte Westfalens. Das Land zwischen Rhein und Weser vom 8. bis zum 20. Jahrhundert, Paderborn 1998, S. 52.

Details

Seiten
37
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783640755585
ISBN (Buch)
9783640755677
Dateigröße
537 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v161545
Institution / Hochschule
Ruhr-Universität Bochum – Historisches Institut
Note
1,7
Schlagworte
Stadt Soest Institutionen Soester Fehde

Autor

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