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What's wrong with Japanese Banks? - Die Bankenkrise in Japan

von Torsten Jäger (Autor) Alexandra Eckhardt (Autor)

Hausarbeit 2003 24 Seiten

BWL - Bank, Börse, Versicherung

Leseprobe

II. Inhaltsverzeichnis

III. Abkürzungsverzeichnis

IV. Executive Summary

1.Die Bankenkrise – historischer Ablauf
1.1.Entwicklung bis 1989
1.2.Entwicklung nach 1989

2.Ursachen der Bankenkrise
2.1.Wirtschaftliche Einflussfaktoren
2.2.Ertragsstruktur
2.3.Kreditvergabe
2.4.Kapitalmarktverflechtung und die Folgen

3.Lösungsansätze aus der Krise
3.1.Lösungsansätze für die Zentralbank
3.2.Lösungsansätze für Politik und Regierung
3.3.Lösungsansätze für die Banken

V.Abschlussbetrachtung

VI.Quellenverzeichnis

VII.Anhang

III. Abkürzungverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

IV. Executive Summary

Mit den Worten “’I don’t see any reasons for the crisis develop further’” beurteilte IWF Direktor Michel Camdessus im März 1997 die Lage der japanischen Wirtschaft.

Dass er mit seiner Aussage einem klaren Trugschluss unterlief, ist heutzutage bekannt.

Insbesondere die japanischen Banken haben die schwerste Krise seit ihrem Bestehen zu meistern.

In unser Hausarbeit erörtern wir zunächst die wirtschaftlichen Zusammenhänge, die maßgeblich an der Schieflage der Banken mitgewirkt haben. Dabei legen wir besonderes Augenmerk auf die Entwicklung der allgemeinen Wirtschaft sowie der Entwicklung an den Kapital- und Immobilienmärkten.

Im zweiten Teil werden die spezifischen Problemfelder japanischer Banken genau analysiert. Dabei gehen wir vor allem auf Kreditvergabekriterien, den Umgang mit kritischen Kreditengagements, die Kapitalmarktverflechtung und auf die für Japan typische Ertragssituation ein.

Wir möchten jedoch nicht nur die Ursachen reflektieren, sondern auch interessante Lösungsansätze zur Krisenbewältigung darstellen. Einen abschließenden Ausblick auf die Zukunft japanischer Kreditinstitute legen wir im letzten Teil unserer Arbeit dar.

1. Bankenkrise – historischer Ablauf

1.1 Entwicklung bis 1989

Durch einen günstigen Wechselkurs gegenüber dem USD konnte Japan in der Vergangenheit seinen Exportüberschuss stetig steigern. Mit der Aufwertung des japanischen Yen 1985 verteuerten sich in der Folge die Exporte und die Investitionen sowie das Wirtschaftswachstum gingen zurück.

Mit einer konsequenten Niedrigzinspolitik sollte die Wirtschaft erneut angekurbelt werden. Der Diskontsatz lag 1987 bei 2,5% mit dem Resultat einer starken Kreditnachfrage. Die Geldmenge M2 stiegt von 1987 bis 1989 jährlich um 10%.[1]

Mit Krediten wurden jedoch nicht nur Investitionen getätigt, sondern auch am Aktien- und Immobilienmarkt spekuliert.[2]

Bis 1989 betrug der Zuwachs der Markkapitalisierung im Vergleich zu 1985 212%.[3]

Die Marktkapitalisierung japanischer Unternehmen entsprach 50% der weltweiten Marktkapitalisierung.[4]

Der Immobiliensektor vollzog eine ähnliche Entwicklung. Der Wertzuwachs lag hier bei 196%.[5]

1.2 Entwicklung ab 1989

Die Japanische Zentralbank hoffte mit einer Diskontsatzerhöhung von 0,75% im Mai 1985 und 1% im Dezember 1989 auf 4,25% der Inflation entgegenwirken zu können. Allerdings begann zu diesem Zeitpunkt eine langanhaltende Konsolidierungsphase am Aktien- und Immobilienmarkt.[6] Bis 1992 hatten der NIKKEI-Index sowie die Immobilienpreise in Tokio 60% an Wert verloren.[7]

Die wirtschaftlichen Folgen waren immens; der Konsum ging zurück, die Sparquote stieg. 1994 betrug die Sparquote zwar 12,8%, lag damit jedoch 10% unter dem Niveau von 1974.

Die Wirtschaft konnte nur noch einen Zuwachs von 1% erreichen; ab 1998 lag das Wirtschaftswachstum unter Null.[8] Die Zentralbank senkte den Diskontsatz schließlich bis auf 0,5%.[9]

Dieses negative Bild zeigte sich auch im Bankensektor. Die finanziellen Probleme japanischer Unternehmen nahmen stark zu. In Verbindung mit einem ruinösen Preiskampf mit staatlich unterstützten Firmen, war es für die meisten nicht möglich, profitabel zu arbeiten. Insolvenzen waren unvermeidbar.[10]

Die japanischen Banken hatten 1992 Kreditausfälle in Höhe von USD 120 Mrd. zu verzeichnen, wobei 1/3 nicht besichert waren. Das Finanzministerium, das für 1995 einen Kreditausfall von 400 Mrd. USD prognostizierte, was 25% des BIP entspricht, „gründete 1995 die Tokyo Kyodo Bank“[11], deren Aufgabe im Aufkauf notleidender Kredite bestand. „Im gleichen Jahr gab es Bank Runs[12] auf verschiedene Banken.“[13]

88% aller Jusen[14] wurden 1996 aufgrund von Insolvenz geschlossen.

[...]


[1] Die Geldmenge M2 ergibt sich aus der Geldmenge M1 (Bargeld, täglich fällige Einlagen) addiert mit den Einlagen mit einer vereinbarten Laufzeit von zwei Jahren und Einlagen mit einer vereinbarten Kündigungsfrist von bis zu 3 Monaten

[2] Vgl. Ibel (2001) S. 52 f

[3] Die Marktkapitalisierung betrug 1985 169 Trillionen Yen, 1989 527 Trillionen Yen

[4] 1989 lag das durchschnittliche Kurs-Gewinn-Verhältnis bei 72

[5] Vgl. Ibel (2001) S. 54 f

[6] Die Aktienblase ist vor allem deshalb geplatzt, weil sich die hohen Gewinnerwartungen nicht mehr plausibel erklären ließen. Diese Situation fand man 2000 auch in Deutschland vor.

[7] Vgl. Ibel (2001) S. 56

[8] Vgl. Horowitz / Heo (2001) S. 133

[9] 1998 wurden 60% der japanischen Ersparnisse mit einem Zinssatz unter 0,5% vergütet – Vgl. Ibel (2001) S. 51

[10] Vgl. Kashyap (2002) S. 12

[11] Ibel (2001) S. 57

[12] Bei einem Bank Run wird die Bank mit einer sehr starken Nachfrage nach Bargeld konfrontiert, da Kunden aus Angst vor Insolvenz der Bank um ihre Einlagen fürchten und diese nun sichern wollen. Allerdings ist eine Bank nicht in der Lage, alle Einlagen mit einmal auszuzahlen.

[13] Ibel (2001) S. 57

[14] Jusen sind Tochterunternehmen der großen Banken mit Spezialisierung auf Baufinanzierung

Details

Seiten
24
Jahr
2003
ISBN (eBook)
9783638210799
Dateigröße
1 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v16151
Institution / Hochschule
Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin – BWL/Banken
Note
1,3
Schlagworte
What Japanese Banks Bankenkrise Japan Banking Systems Structures

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