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Arthur Schnitzler - Der Reigen

Hausarbeit 1999 8 Seiten

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur

Leseprobe

Referat zu Arthur Schnitzlers REIGEN

Schnitzler schrieb in einem Brief:

„Geschrieben hab ich den ganzen Winter über nichts als eine Szenenreihe, die vollkommen undruckbar ist, literarisch auch nicht viel heißt, aber nach ein paar hundert Jahren ausgegraben, einen Teil unserer Kultur eigentümlich beleuchten würde."

Zunächst ist der Reigen gar nicht für die Bühne gedacht, es erscheinen nur 200 Exemplare, die Schnitzler an seine Freunde weitergibt. Doch 1920 kommt es dann zur Uraufführung in Berlin. Danach müssen sich die Schauspieler wegen Unzucht und Erregung öffentlichen Ärgernisses vor Gericht verantworten.

In Wien, München und Berlin führte das Stück zu solch starken Publikumstumulten, daß weitere Vorstellungen untersagt wurden. Schnitzler selbst verbot daraufhin jede Aufführung seines Stückes. Erst 1982 lief die Sperrfrist ab.

Seine Biografie möchte ich aussparen, zu erwähnen scheint mir nur wichtig, was für das Stück interessant ist: Der Arzt in Schnitzler hat Beobachtung und Diagnose des Dichters geprägt und bestimmt. Auch die der eigenen Person.

Bei den Szenen „das süße Mädel und der Dichter“ & „der Dichter und die Schauspielerin“ handelt es sich bestimmt um ein Selbstporträt Schnitzlers. (geht auf das Verhältnis mit Burgschauspielerin Adele Sandrock zurück).

Seine Position dem Stück gegenüber läßt sich rein als Beobachterposition beschreiben, er stellt sich natürlich außerhalb der gängigen Moral.

Schnitzlers Reigen ist als Zyklus von 10 Einaktern konstruiert, mit einem Personal von 10 Figuren (die ich auf dem Handout angeführt habe).

Sie sind keine ausgeprägten Individuen, sondern repräsentative Vertreter ihrer sozialen Schicht, sowohl in ihrem Verhalten als auch in ihrer Sprache, sie spielen nur Rollen und haben bezeichnenderweise keine Namen.

Nach der Art der späteren Expressionisten nennt er sie: Dirne, Soldat, süßes Mädel, Graf usw.

Wichtig ist, daß der Reigen durch alle sozialen Schichten der Gesellschaft führt.

Wie die Figuren des Puppentheaters, wie die Gestalten des Totentanzes sind sie Typen – und wie Marionetten reagieren sie alle gleich auf die Anreize od. Antriebe, d.h. Dirne und Ehefrau oder Ehegatte und Soldat sind nicht so himmelweit voneinander unterschieden.

Zehnmal wiederholt sich also der makabre Tanz, zehnmal Werbung, Lockung, Paarung, Sättigung und Ernüchterung.

Die in sich geschlossenen Episoden sind dadurch verknüpft, daß jeweils einer der beiden Akteure im nächsten Akt auf einen neuen Partner trifft, bis sich der amouröse Kreis wieder schließt.

[...]

Details

Seiten
8
Jahr
1999
ISBN (eBook)
9783638110037
Dateigröße
482 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v1615
Institution / Hochschule
Karl-Franzens-Universität Graz – Fachbereich Germanistik
Note
gut
Schlagworte
Arthur Schnitzler Reigen Liebesgeschichten Moderne

Autor

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Titel: Arthur Schnitzler - Der Reigen