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Vendor Managed Inventory (VMI) - Konzept, Beurteilung und Praxisbeispiele

Seminararbeit 2009 18 Seiten

BWL - Beschaffung, Produktion, Logistik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Entstehungsgeschichte

3 Bestellverfahren
3.1 Das traditionelle Bestellsystem
3.2 Das VMI-Konzept

4 Vorteile

5 Nachteile

6 Praxisbeispiele
6.1 VMI zwischen L'Oréal und dm-drogerie markt
6.2 VMI-Konzept zwischen Karstadt und Enderlein
6.3 Weitere Praxisbeispiele

7 Co-Managed Inventory

8 Fazit

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Ablauf eines VMI-Prozesses

Abbildung 2: Bisheriger Prozessverlauf bei L'Oréal

Abbildung 3: VMI-Prozess bei L'Oréal und dm-drogerie markt

1 Einleitung

VMI ist ein Logistikkonzept, bei dem der Lieferant die Verantwortung und Disposition für die Bestände seiner Produkte bei seinem Kunden übernimmt.1 Dadurch kann die Kooperation zwischen Handel und Produzenten nachweislich verbessert werden und eine konstante Güterversorgung gewährleistet werden.2 Voraussetzung für ein VMI-Konzept ist, dass der Lieferant Zugriff auf die Lagerbestands- und Verbrauchsdaten seines Kunden hat,3 „deshalb setzt VMI ein hohes Maß an Vertrauen zwischen den Partnern in einer Supply Chain voraus“.4

Eine mögliche Übersetzung des Begriffes VMI ist: „Vom Lieferant verwalteter Bestand“.5 Hinter VMI steht die Idee, dem Lieferanten eine aktive Funktion bei der Führung der Materialströme zu geben und ihn somit fest in den Produktionsprozess einzubinden.6 Bisher findet das VMI-Konzept hauptsächlich Anwendung bei Handelsunternehmen.7

2 Entstehungsgeschichte

In Supermärkten wurden schon relativ lange Bestände mit Hilfe manueller Erfassung ermittelt. So überprüfte ein Angestellter des Zulieferers die Bestände vor Ort bei seinem Kunden in bestimmten Abständen. Mit diesen Angaben konnte er nun grob bestimmen welche Menge an Produkten der Kunde benötigte.

WalMart war einer der Vorreiter bei der Einführung eines vollautomatischen VMI-Konzeptes. Der Konzern musste sich mit saisonalen Absatzschwankungen in den 1980er Jahren auseinandersetzen. Zum Teil wurden Artikel in zu hoher Anzahl gelagert, andere wiederum waren zu knapp bemessen. Durch das VMI Konzept erhoffte man sich, auf diese Schwankungen besser reagieren zu können.8

3 Bestellverfahren

3.1 Das traditionelle Bestellsystem

Beim traditionellen Bestellsystem verwaltet der Kunde sein Lager selbst und ist für die Bestände der Lagerartikel selbst verantwortlich. D.h. sobald ein oder mehrere Artikel benötigt werden oder ein Mindestbestand erreicht ist, löst er eine Bestellung beim Zulieferer aus.9 Dieser nimmt den Auftrag entgegen, produziert unter Umständen die benötigten Güter, und liefert diese an den Kunden. Das traditionelle Bestellsystem wird auch als Pull-System bezeichnet, da der Kunde bestimmt, welche Menge er von den jeweiligen Artikeln bestellt.10 Ein großer Nachteil des Pull-Systems besteht in der zeitverzögerten Bereitstellung der gewünschten Güter durch den Lieferanten. Eine Ursache dafür ist, dass die benötigte Ware unter Umständen nicht auf Lager ist und somit erst noch produziert werden muss. Ein weiteres Manko ist, dass die produzierten Güter zudem noch an den Bestimmungsort geliefert werden müssen, was zu einer weiteren Zeitverzögerung führt.11 Um diesen Nachteilen entgegenzuwirken bauen sowohl der Lieferant als auch der Kunde Sicherheitsbestände auf, welche zu einer hohen Kapitalbindung führen.12

3.2 Das VMI-Konzept

Im Unterschied zum traditionellen Bestellsystem, übergibt der Kunde dem Lieferanten die Dispositionsverantwortung für die Produkte, weshalb man dieses System auch als Push-Prinzip bezeichnet. Der Lieferant ist somit für die optimale Materialmenge bei seinem Kunden verantwortlich.13 Dazu muss gewährleistet sein, dass der Lieferant ständig die aktuellen Lagerbestände abfragen kann,14 um eine Prognose über den Verbrauch zu erstellen.15 Diese Daten kann der Zulieferer z.B. über ein Internet-Portal abrufen, oder sie werden ihm automatisch via EDI zur Verfügung gestellt.16 Auf Basis dieser Angaben entscheidet der Lieferant über den Zeitpunkt, Rhythmus, und die Menge, die an den Kunden geliefert werden soll.17 Diese sollten die im Vorfeld vereinbarten Mindest- und Höchstbestände nicht unter- bzw. überschreiten.18

Abbildung 1: Ablauf eines VMI-Prozesses

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: http://www.fml.mw.tum.de/fml/index.php?Set_ID=320&letter=V&bJd=4430457B-4339-4331- 462D-453130312D34 (recherchiert am 18.09.2009)

1. Lagerbestandsdaten und Verbrauchswerte werden entweder vom Kunden an den Lieferanten gesendet, bzw. können vom Lieferanten online abgerufen werden.
2. Mit Hilfe der Daten erstellt der Lieferant eine Prognose über den Verbrauch und leitet gegebenenfalls eine Bestellung ein.
3. Bevor die Ware verschickt wird, erhält der Kunde Informationen über die Anlieferung der Ware.
4. Durchführung des Transportes.
5. Die Ware wird direkt im Verkaufsraum angeboten und kommt nicht mehr in ein Zwischenlager.
6. Der gewünschte Artikel wird durch das Scannen an der Kasse registriert, und der veränderte Lagerbestand wird sofort an den Lieferanten übermittelt.19

[...]


1 Vgl. http://www.iml.fhg.de/media/mediaposter.php?mediaId=3673 (recherchiert am 14.09.2009)

2 Vgl. http://www.is-4.de/pdf/Flyer_VMI_2006-03.pdf (recherchiert am 14.09.2009)

3 Vgl. http://wwwhni.uni-paderborn.de/uploads/media/Praxis_1_VMI_08.pdf (recherchiert am 02.10.2009)

4 Syska (2006), S. 166.

5 Vgl. http://www.dhl-discoverlogistics.com/cms/de/glossary/buchstabe_v.jsp#vminvent (recherchiert am 15.09.2009)

6 Vgl. http://www.ap-verlag.de/Online- Artikel/200812/200812e%20SupplyOn%20VDI%20Vendor%20Management%20Inventory.htm (recherchiert am 14.09.2009)

7 Vgl. Wannenwetsch / Nicolai (2004), S. 217.

8 Vgl. http://www.ebz-beratungszentrum.de/logistikseiten/artikel/vmi.htm (recherchiert am 14.09.2009)

9 Vgl. Westkämper (2006), S. 227.

10 Vgl. Liker / Meier (2008), S. 136.

11 Vgl. Österle / Senger (2003), Fallstudie.

12 Vgl. Fredebeul (2007), S. 56.

13 Vgl. Hirzel / Kühn / Gaida (2008), S. 135.

14 Vgl. Fredebeul (2007), S. 56.

15 Vgl. Syska (2006), S. 165.

16 Vgl. http://hmd.dpunkt.de/glossar/glossar_243.html (recherchiert am 21.09.2009)

17 Vgl. Syska (2006), S. 165.

18 Vgl. Werner (2008), S. 108.

19 Vgl. http://www.fml.mw.tum.de/fml/index.php?Set_ID=320&letter=V&bJd=4430457B-4339-4331-462D- 453130312D34 (recherchiert am 16.09.2009)

Details

Seiten
18
Jahr
2009
ISBN (eBook)
9783640765317
ISBN (Buch)
9783640765454
Dateigröße
474 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v161401
Institution / Hochschule
Hochschule Heilbronn Technik Wirtschaft Informatik
Note
2,0
Schlagworte
Vendor Managed Inventory Konzept Beurteilung Praxisbeispiele

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Titel: Vendor Managed Inventory (VMI) - Konzept, Beurteilung und Praxisbeispiele