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Reformen des Gesundheitssystems

Ein Überblick von der Nachkriegszeit bis in die Gegenwart

Seminararbeit 2010 14 Seiten

Politik - Politische Systeme - Politisches System Deutschlands

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1. Einführung

2. Die Prinzipien des bundesdeutschen Gesundheitswesens

3. Expansionsphase
3.1 Wiederherstellung und Ausweitung der Leistungen
3.2 Die Kostenexplosion der siebziger Jahre

4. Kostendämpfungsphase

5. Umstrukturierungsphase
5.1 Das Gesundheitsreformgesetz 1988
5.2 Weitere Reformen in den neunziger Jahren

6. Die Reformen nach der Jahrtausendwende
6.1 Die Gesundheitsreform 2000
6.2 Das GKV-Modernisierungsgesetz 2003
6.3 Das GKV-Wettbewerbsverstärkungsgesetz 2007

7. Zusammenfassung

Literaturverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einführung

In den letzten zehn Jahren gab es immer wieder Reformbemühungen um das Gesundheitswesen. Es folgte eine Gesundheitsreform der nächsten. Die Änderungen waren bei keiner marginal. Bei der Vielzahl an Veränderungen fällt es schwer den Überblick in diesem komplexen System zu behalten.

Seit den siebziger Jahren steigen die Kosten des Gesundheitssystems beständig und es stellt sich die Frage, wie man wirklich nachhaltig die Versorgung absichern kann ohne beständig defizitär zu arbeiten. Daneben hat das Gesundheitssystem mit dem ökonomischen Dilemma zu kämpfen, dass mit der durch medizinische Entwicklung herbeigeführte Verlängerung der Lebenserwartung, auch die Anzahl der benötigten Leistungen ansteigt. Immer mehr Menschen sind länger auf teurer werdende Maßnahmen angewiesen.

Dieser Text soll deshalb einen Überblick über die Reformen des Gesundheitswesens in der Bundesrepublik Deutschland geben von der Nachkriegszeit bis in die Gegenwart. Dabei ist es nur verständlich, dass diese Arbeit nur die wichtigsten Punkte ansprechen kann und auch hierbei keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Jedoch lässt sich skizzieren, wieso die Kosten des Systems anstiegen und welche Mittel aufgewendet wurden, um dieser Entwicklung entgegen zu treten.

Zuerst werde ich mich den Grundprinzipien des Gesundheitswesens widmen, da diese den Anspruch und die äußere Rahmung aller Reformen darstellen. Da sich manche Prinzipien innerhalb des untersuchten Zeitraums verändert haben, wird der heutige Stand angeführt. Daran anschließend verlagert sich der Blickpunkt auf die Expansionsphase des Systems in den fünfziger bis siebziger Jahren. Dem folgt ein Überblick über die Kostendämpfungsgesetze bis in die achtziger Jahre, welche die bis heute nicht abgeschlossene Kostendämpfungsphase einleiteten. Als nächstes werden das Gesundheitsreformgesetz von 1989 und die Veränderungen im wiedervereinigten Deutschland betrachtet. Inhaltlich schließe ich mit den Reformen der vergangene zehn Jahre ab und werde die Arbeit danach kurz zusammenfassen.

Meine Arbeit fußt im Besonderen auf der Darstellung von Heike Andreas „Problemgeschichte der Gesundheitsökonomie in der Bundesrepublik Deutschland“ (1994) und dem Buch Michael Simons „Das Gesundheitssystem in Deutschland“ (2010).

2. Die Prinzipien des bundesdeutschen Gesundheitswesens

Grundlegend muss vor der Betrachtung der Reformen des deutschen Gesundheitswesens, ein Überblick über seine Prinzipien gegeben werden. Man versteht darunter die Leitlinien des Systems. Hierbei zu nennen sind das Selbstverwaltungsprinzip, das Sicherstellungsprinzip, die Versicherungspflicht, das Solidaritätsprinzip, das Sachleistungsprinzip, das Subsidiaritätsprinzip und das Prinzip der freien Arztwahl (Vgl. Braun 2002: 16; Simon 2010: 73-92).

Selbstverwaltung bedeutet, dass der Staat nur den Rahmen den Gesundheitswesen festlegt und die Krankenkassen mit den Leistungserbringern im Wesentlichen das System eigenverantwortlich gestalten. Der Gesetzgeber achtet hierbei nur auf die Einhaltung von Recht und Gesetz. Da das Sozialrecht alle wesentlichen Bereiche abdeckt ist der tatsächliche Handlungsspielraum allerdings gering (Vgl. Simon 2010: 90f.).

Das Sicherstellungsprinzip oder auch Bedarfsdeckungsprinzip legt fest, dass „ eine ausreichende, zweckmäßige und wirtschaftliche Versorgung der Versicherten unter Berücksichtigung des allgemein anerkannten Standes der medizinischen Erkenntnisse gewährleistet ist und die ärztlichen Leistungen angemessen vergütet werden“ (Specke 2005: 226).

Mit Hilfe des Solidaritätsprinzips wird eine Einkommensumverteilung erzeugt, welche die sozialen Unterschiede ausgleichen soll. Keinem soll aufgrund fehlender wirtschaftlicher Leistung eine notwendige medizinische Versorgung vorenthalten werden. Damit wird die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) ihrem Anspruch als Sozialversicherung gerecht. Es ist das wichtigste Prinzip des deutschen Gesundheitswesens. Um die Solidargemeinschaft beieinander zu halten, gilt die Versicherungspflicht. So wird sichergestellt, dass jeder Versicherte den gleichen Leistungsanpruch genießt, unabhängig von dem tatsächlich eingezahlten Gegenwert (Vgl. Andreas 1994: 22f.).

Unter dem Sachleistungsprinzip versteht man, dass den Versicherten jegliche medizinische Hilfestellung nur in Form von Sach- oder Dienstleistungen übertragen wird. Finanzielle Mittel werden nur zwischen Versicherer und Leistungserbringer ausgetauscht. Kritiker bemängeln die Intransparenz des Systems, welches den Leistungserbringern zu viel unkontrollierten Spielraum lasse (Vgl. Specke 2005: 517ff.).

Zum Zwecke Mehrkosten durch Mehrfachuntersuchungen zu vermeiden, liegt der freien Wahl des Arztes auch die Bindung an selbigen zu Grunde. Die entsprechenden Haus- und Fachärzte sollten nur aus wichtigen Gründen gewechselt werden (ebd. 2005: 28).

Es gilt eine Versicherungspflicht für alle in Deutschland lebenden Menschen. Damit soll das Ziel eines möglichst breiten Risikoausgleichs erfüllt werden. Kernpunkt des Konzepts ist die Verringerung der Kosten für den Einzelnen. Versicherungspflichtig in GKV ist der, dessen Einkommen unter der gesetzlich festgelegten Versicherungspflichtgrenze liegt (Vgl. Simon 2010: 87ff.).

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Details

Seiten
14
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783640745036
ISBN (Buch)
9783640745432
Dateigröße
495 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v161292
Institution / Hochschule
Technische Universität Dresden – Institut für Politikwissenschaft
Note
2,7
Schlagworte
Reformen Nachkriegszeit Gegenwart Prinzipien Deutschland BRD Phasen Kostendämpfung Expansion Umstrukturierung Gesundheitsreform Krankenversicherung Beitragssatz Kosten Kostenexplosion Gesundheitssystem

Autor

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