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Das Dialogverständnis der islamischen Mystiker

Hausarbeit 2010 20 Seiten

Orientalistik / Sinologie - Islamwissenschaft

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Dialog und interreligiöser Dialog
2.1 Ziele des interreligiösen Dialogs

3. Sufismus
3.1 Begriffsdefinition
3.2 Was ist Sufismus/Mystik
3.3 Ursprung des Begriffes
3.4 Dialogverständnis der Mystiker
3.5 Dialogverständnis Rumis

4. Resümee

5. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Der interreligiöse Dialog ist ein sehr aktuelles und verbreitetes Thema in der heutigen Moderne. Die Globalisierung macht das Zusammenleben von Individuen verschiedener Kultur, Tradition und Religion unumgänglich. Die gegenwärtige Lage unserer heutigen Welt zeigt, dass Rahmenbedingungen für das friedliche Zusammenleben geschaffen werden müssen, deren Grundlage auf gegenseitiger Liebe und Toleranz basiert. Die Bildung eines gemeinsamen Nenners trägt daher eine äußerst immense Bedeutung. Es ist Faktum, dass allein die Erkenntnis, dass man einen interreligiösen Dialog ankurbeln muss, nicht ausreicht. Daher muss man sich die Frage stellen, wie überhaupt ein interreligiöser Dialog gestaltet werden muss, um der Thematik gerecht werden zu können? Fragen, wie: Nach welchen Methoden und pädagogischen Ansätzen muss sich ein Dialogführer orientieren? Auf welche Kleinigkeiten muss er achten? , müssen demnach sehr detailreich analysiert werden, bevor man Dialogarbeiten zu Hand nimmt. Diese sind, wie man auch leicht erkennen kann, Fragen, die spezifisch auf den Vorgang beziehungsweise auf die Methode bezogen sind. Viel wichtiger ist die Frage nach der Quelle, von der die Grundidee ausgeht. Es gibt zahlreiche Meinungsäußerungen bezüglich des interreligiösen Dialogs. Meinungen, die strikt gegen den Dialog sind, und Meinungen, die den interreligiösen Dialog als unumgänglich sehen.

In der vorliegenden Arbeit, wird zunächst einmal kurz auf die Begriffsdefinition ,,Dialog“ und ,,interreligiöser Dialog“ eingegangen. Anschließend werden meinerseits die Ziele beziehungsweise Resultate vom interreligiösen Dialog wiedergegeben. Daraufhin werde ich mit dem Themenschwerpunkt beginnen. Der Themenschwerpunkt liegt auf dem Dialogverständnis der Mystiker, wobei ich spezifisch auf den Sufiker Mevlana Celaleddin Rumi, seine Lebenseinstellung und seine Betrachtungsweise der Menschen eingehen werde. Anbei werde ich ebenfalls auf andere Sufiker eingehen wie beispielsweise Yunus Emre und Qusairi.

2. Dialog und interreligiöser Dialog

Der Begriff Dialog bedeutet so viel wie „Akt“, „Anpassung“ und „die Bemühungen in diesem Bereich“.[1] Als Terminus Technicus beinhaltet der Begriff Dialog, das Zusammenkommen von zwei oder mehreren Personen, die untereinander ein Gespräch führen, sich näher kommen und dadurch zu einem gemeinsamen Nenner kommen. Dass Menschen aus verschiedenen Kulturen und Rassen, unterschiedlichen Religionen und Meinungen und voneinander abweichenden politischen Anschauungen zusammenkommen und auf zivilisierter Art und Weise miteinander kommunizieren.[2] Im religiösen Gebrauch trägt der Begriff ,,Dialog“ eine differenziertere Bedeutung. Prof. Dr. S. Aydin definiert den interreligiösen Dialog, indem er sagt, dass es von immenser Bedeutung ist, dass man die wichtigen Elemente der Religionen, die in der heutigen Zeit problematisiert werden, zu Hand nimmt, analysiert und versucht zu erforschen, wie man diese in der heutigen Zeit verstehen muss und es dann demnach erläutert.“[3] Prof. Dr. Suat Yildirim hingegen definiert den interreligiösen Dialog mit folgenden Worten: Der interreligiöse Dialog bedeutet, jeder, der sich zu einer Religion angehörig fühlt und seine Religion in ihrer Originalität, wie er es seitens anderer verstanden haben möchte, präsentiert und dem Ansprechpartner ebenfalls die Möglichkeit gibt.[4]

Es ist von großer Wichtigkeit nicht nur das, was der interreligiöse Dialog in seinem Ursprung ist, zu erwähnen. Um das interreligiöse Dialogverständnis rekapitulieren oder besser verstehen zu können, ist es hilfreich, festzustellen, was der interreligiöse Dialog nicht ist. Prof. Dr. Aydüz erwähnt in seinem Buch einige Punkte, auf die man eine sehr große Achtung schenken muss, damit man den Dialogarbeiten keinen Schaden hinzufügt und das angestrebte Ziel nicht aus den Augen verliert.

Es ist falsch, den interreligiösen Dialog als eine Missionierungstätigkeit wahrzunehmen.[5]

Dass der Gläubige seine schönen Erlebnisse und seine persönlichen Erfahrungen einem Gläubigen, der einer anderen Religion angehörig ist, erzählt, ist sehr natürlich und darf nicht als ein Akt gegen den interreligiösen Dialog wahrgenommen werden.[6] Prof. Dr. Davut Aydüz macht nach dieser Feststellung den Unterschied zwischen einer Missionierungstätigkeit und dem interreligiösen Dialog sehr deutlich, indem er sagt, dass ein Missionar, seinen Ansprechpartner, der einer anderen Religion zugehörig ist, als Beute sieht oder wahrnimmt, wohingegen der interreligiöse Dialog nichts Anderes ist als eine Präsentation der eigenen religiösen Werte, dessen Ziel lediglich die gegenseitige Verständigung ist.[7]

Naturgemäß ist es unumgänglich, dass ein Individuum einen Anderen, der nicht zu seiner Religion angehört, zu seiner überzeugten Religion einlädt, jedoch soll dies nicht zum Mittelpunkt des interreligiösen Religion gerückt werden, denn sonst wäre dies nicht unterscheidbar von der Missionierung.[8] Das Ziel des interreligiösen Dialogs besteht schließlich nicht darin, andere Religionen zu leugnen oder Anhänger für die eigene Religion zu finden, sondern sich viel mehr für den interreligiösen Frieden zu engagieren.[9] Ein anderer Punkt, der zumeist missachtet wird beziehungsweise nicht richtig verstanden wird ist, dass der Dialog, der im interreligiösen Rahmen stattfindet nicht auf einer verbalen Streitigkeit beruhen darf.[10]

2.1 Ziele des interreligiösen Dialogs

Im vorherigen Kapitel wurden die Fragen ,,Was ist Dialog und interreligiöser Dialog?“ und ,,Worauf muss beim interreligiösen Dialog geachtet werden? Bereits beantwortet.

In diesem Kapitel werden die angestrebten Ziele im interreligiösen Dialog wiedergegeben. Die größte Besonderheit des interreligiösen Dialogs ist, dass er das Zusammentreffen zwischen zwei Menschen, die geprägt sind von unterschiedlichen Kulturen, Traditionen und Religionen möglich macht und das konfliktfreie und friedliche Zusammenleben vereinfacht.[11] Der Dialog bildet die Grundlage für das Verstehen und das Verstanden-Werden, dies kann sich jedoch abspielen, wenn die Hindernisse aufgehoben werden.[12] Das voluminöse Ziel in dieser Hinsicht ist die Schaffung von Rahmenbedingungen für den Frieden zwischen den Religionen, denn der interreligiöse Dialog dient schließlich dafür, durch Schaffung des Friedens, gleichzeitig den Frieden zwischen den Nationen zu gewährleisten.[13] Als Resultat kann man in diesem Bezug sagen, dass der Dialog zwischen Religionen, die Streitigkeiten und strikten Meinungsverschiedenheiten auf das Geringste verringert und die Grundlage für Frieden und Versöhnung bildet.[14]

Prof. Dr. Aydüz Davut fügt ebenfalls hinzu, dass man durch ernsthafte Zusammenarbeit, die Ursachen, die die Glückseligkeit des Einzelnen und der Gesellschaft verhindern, ermitteln und anschließend Maßnahmen ergreifen kann, um diese wiederherstellen zu können.[15] Durch den interreligiösen Dialog kann man ebenfalls Lösungen hinsichtlich der ständig erscheinenden Kriege, Unterdrückungen und Armut finden. Religionsangehörige, die sich universell mit der Thematik beschäftigen können demnach dieses Vorhaben in die Tat umsetzen.[16]

[...]


[1] Prof. Dr. Aydüz, Davut; Tarih boyunca dinlerarasi Diyalog, Isik Yayinlari, Istanbul 2004, S.17

[2] Kurucan, Ahmet; Nicin Diyalog, Diyalogun Temelleri, Isik Yayinlari, Istanbul 2005, S.18

[3] Prof. Dr. Aydüz, Davut; Tarih boyunca dinlerarasi Diyalog, Isik Yayinlari, Istanbul 2004, S.19

[4] Prof. Dr. Aydüz, Davut; Tarih boyunca dinlerarasi Diyalog, Isik Yayinlari, Istanbul 2004, S.20

[5] Prof. Dr. Aydüz, Davut; Tarih boyunca dinlerarasi Diyalog, Isik Yayinlari, Istanbul 2004, S.21

[6] Prof. Dr. Aydüz, Davut; Tarih boyunca dinlerarasi Diyalog, Isik Yayinlari, Istanbul 2004, S.21

[7] Ebd.

[8] Prof. Dr. Aydüz, Davut; Tarih boyunca dinlerarasi Diyalog, Isik Yayinlari, Istanbul 2004, S.22

[9] Ebd.

[10] Ebd.

[11] Prof. Dr. Aydüz, Davut; Tarih boyunca dinlerarasi Diyalog, Isik Yayinlari, Istanbul 2004, S.23

[12] Prof. Dr. Aydüz, Davut; Tarih boyunca dinlerarasi Diyalog, Isik Yayinlari, Istanbul 2004, S.24

[13] Ebd.

[14] Prof. Dr. Aydüz, Davut; Tarih boyunca dinlerarasi Diyalog, Isik Yayinlari, Istanbul 2004, S.25

[15] Ebd.

[16] Prof. Dr. Aydüz, Davut; Tarih boyunca dinlerarasi Diyalog, Isik Yayinlari, Istanbul 2004, S.26

Details

Seiten
20
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783640754366
ISBN (Buch)
9783640754717
Dateigröße
589 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v161240
Institution / Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main
Schlagworte
Dialogverständnis Mystiker

Autor

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