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Anglizismen in der Werbung und ihr Einfluss auf die deutsche Sprache

Hausarbeit 2006 35 Seiten

Medien / Kommunikation - Mediengeschichte

Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

1. Einleitung
1.1 Eine erfundene Geschichte
1.2 Thema und Ziel der Arbeit

2. Begriff Anglizismen
2.1 Definition und Herkunft
2.2 Kategorien
2.3 Nutzung in der Gesellschaft
2.4 Macht der englischen Sprache
2.5 Gründe für die Übernahme

3. Begriff Werbung
3.1 Definition
3.2 Werbemittel und Werbeträger
3.3. Werbebausteine und Funktion
3.4. Werbung und Kommunikation

4. Bedeutung der Anglizismen für die Werbebranche
4.1 Gründe für den Vorrang englischer Worte
4.2 Sprachverbreitung durch Werbung
4.3 Beeinflussung der Werbefunktion

5. Analyse von Praxisbeispielen
5.1 Methode
5.2 Die „BRAVO"
5.3 „Der Spiegel"
5.4 Die „kurze Pause" im TV

6. Die Fronten
6.1 Puristen
6.2 Befürworter

7. Schluss

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Eine erfundene Geschichte

Liebes Tagebuch, heute war ein cooler Tag. Ich war mit meiner Freundin shoppen. Ich brauchte noch ein hippes Outfit für die Party. Ich wollte in sein, deshalb habe ich ein pinkfarbenes Top mit Neckholder abgecheckt. Es ist bauchfrei, so dass alle mein Piercing sehen können. Wir wollten in einen anderen Shop, als plötzlich im Einkaufs-Center richtig Action war. Wir fuhren mit dem Lift in die Etage, wo sich lauter Fans um den Newcomer der Hip-Hop-Szene drängten. Er kann super rappen und ist damit voll trendy. Die Teenager waren völlig crazy als er anfing, sein neuen Song zu performen. Im Hintergrund zeigten sie den neuen Videoclip und sein Manager verteilte Flyer. Der neue Star sollte heute Abend in der Szene-Disco auftreten. Wir entschieden uns, am Abend dort hinzugehen. Vorher wollten wir aber noch etwas für unseren Body tun. Wir gingen ins Wellness-Center, wo wir im Whirlpool relaxten. Wir aßen vor Ort einen gesunden Salat mit French Dressing, wir wollten schließlich abends fit sein. Ich simste noch einigen Freunden und lud sie mit zum abendlichen Event ein. Dort angekommen gingen wir erst mal an die Bar und bestellten einen Drink, denn es war Happy Hour. Wir hatten ein gutes Timing, der Newcomer startete gerade seine Show. Er performte erst unplugged, weshalb ihn einige Gäste dissen wollten und als Looser beschimpften. Dann legte er aber richtig los, der Sound hatte einen fetten Beat. Wir konnten nicht still sitzen und bewegten uns ganz ladylike zur Tanzfläche. Wir hotteten richtig ab, so dass wir am Schluss ausgepowert waren. Happy gingen wir nach Hause, um dort noch etwas zu chillen. Es war ein super Abend.

1.2 Thema und Ziel der Arbeit

Um auf das Phänomen „Anglizismen" aufmerksam zu machen, habe ich die fiktive Geschichte als Einstieg gewählt, denn einige Leser werden überrascht sein, wie groß der englische Sprachanteil allein im obigen kurzen Text ist. Es sind Begriffe, die den meisten Lesern sicherlich geläufig sind und von ihnen möglicherweise bereits genutzt werden. Anglizismen sind gegenwärtiger Bestandteil in der deutschen Sprache geworden. Um das aufzuzeigen, habe ich mir zur Aufgabe gemacht, einige Fragen des vielseitig untersuchten Themas unter die Lupe zu nehmen.

Was ist ein Anglizismus? Woher kommt dieser Einfluss und wieso kommt er an? Warum hat die englische Sprache so eine Wirkungskraft, dass wir sie in die deutsche Sprache eindringen und dort verweilen lassen? Wo finden Anglizismen bereits Anwendung? Ich werde in der folgenden Arbeit das Augenmerk auf die Werbebranche legen. Wieso bedient sich vor allem die Werbebranche der englischen Sprache und welchen Einfluss nimmt sie damit auf die Sprachentwicklung der Konsumenten? Sind die Werbemacher diejenigen, die Anglizismen bewusst einsetzen oder ist es Zufall, ist deren Sprachgebrauch bereits selbst durch Anglizismen verändert worden? Kann Werbung so überhaupt funktionieren? Diesen und anderen Fragen möchte ich in dieser Arbeit nachgehen. Zur besseren Übersicht werde ich, angelehnt an die Vorgehensweise der Autoren der genutzten Lektüre, die Anglizismen kursiv schreiben und sie im Anglizismen - Index mit Hilfe von Nachschlagewerken mit einer passenden Übersetzung auflisten.

2. Begriff Anglizismen

Die Sprache bildet mit Hilfe von verschiedenen lexikalischen Wortbildungselementen und eigenem lexikalischen Material selbst Wörter, zudem kommen neue lexikalische Bausteine unter anderem durch Entlehnung aus anderen Sprachen in den Wortschatz. (vgl. Brundin 2004, S.12).

In diesem Abschnitt möchte ich unter anderem darauf eingehen, was ein Anglizismus ist, woher der Begriff kommt, welche Kategorisierung vorgenommen werden kann.

2.1 Definition und Herkunft

„Jede Sprache entwickelt und verändert sich, jede Sprache entlehnt einzelne Wörter aus anderen Sprachen. Das Deutsche macht da keine Ausnahme." (Bartzsch/Pogarell/Schröder 2004, S.7).

Sabine Kupper wendet „den Begriff 'Anglizismus' nicht nur auf Spracheinflüsse des britischen Englisch an, sondern auch auf Einflüsse des Amerikanischen, des AustralischNeuseeländischen und des Kanadischen, wobei Großbritannien und vor allem die USA als Einflussbereiche dominieren." (Kupper2003, S.10; zit. nach Langner 1995, S.10-20). „Entsprechend steht die Bezeichnung 'englisch' in der vorliegenden Arbeit als Oberbegriff und wird äquivalent mit dem Term 'Anglizismus' verwendet." (Kupper 2003, S.10).

2.2 Kategorien

„Im Laufe der Geschichte der Sprachwissenschaft finden sich mehrere Versuche, Fremd- und Lehnwörter zu klassifizieren bzw. deren Beziehungen zueinander darzustellen." (Kupper 2003, S.12). Beim Studieren verschiedener Literatur ist festzustellen, dass sich diese Klassifikationsversuche der Entlehnungen aus dem Englischen ähneln, auch überschneiden. „Die bei weitem einflussreichste Klassifikation von Entlehnungen ist jene von W. Betz, die bis heute eine wichtige Grundlage für die Beschreibung von Sprachkontaktvorgängen auf der lexikalischen Ebene darstellt." (Muhr 2004, S.32). Sabine Kupper unterstreicht ebenfalls, dass die Klassifizierung von Werner Betz aus dem Jahr 1949 weit verbreitet ist und von verschiedenen Autoren modifiziert wurde. (vgl. Kupper 2003, S.12).

Richard Glahn ist einer dieser Autoren. Seine Darstellung finde ich übersichtlich und nützlich zur Erklärung der Lehnbeziehungen, denn er selbst schreibt: „Für eine Analyse der Entlehnungen unter Herkunftsaspekten hat sich das ursprünglich von Werner Betz (vgl. Betz 1965) zur Erforschung lateinischen Einflusses auf die deutsche Sprache entwickelte und mittlerweile an die Anforderungen einer Analyse von Entlehnungen aus dem Englischen angepasste Modell bewährt." (Glahn 2002, S.35).

Zur Darstellung:

Zur Erläuterung:

„Zunächst wird zwischen evidentem und latentem Lehngut unterschieden,...". (Kupper 2003, S.13). „Unter evidentem Lehngut versteht man alle die sprachlichen Erscheinungen, die zu einem messbaren Grad > 0 - sozusagen 'sichtbar' - von fremden Wortgut beeinflusst sind." (Glahn 2002, S.35).

[...]

Details

Seiten
35
Jahr
2006
ISBN (eBook)
9783640744633
ISBN (Buch)
9783640746941
Dateigröße
2 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v161209
Institution / Hochschule
Ernst-Abbe-Hochschule Jena, ehem. Fachhochschule Jena
Note
1,0
Schlagworte
Anglizismen Werbemittel Werbeträger Puristen Werbung Kommunikation Thema Anglizismen

Autor

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Titel: Anglizismen in der Werbung und ihr Einfluss auf die deutsche Sprache