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Die Schule in Belgien als innovatives System

Hausarbeit 2010 9 Seiten

Pädagogik - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Das belgische Schulsystem
II.1 Der Staat Belgien
II.2 Allgemeinheiten der Schule Belgiens
II.3 Schule in Belgien
II.3.1 Schulen der flämischen Gemeinschaft
II.3.2 Schulen der französischen Gemeinschaft
II.3.3 Schulen der deutschsprachigen Gemeinschaft
II.4 Belgien und PISA

III. Schlussbetrachtung

IV. Literaturverzeichniss

I. Einleitung

Schule wird in gängigen Nachschlagewerken als eine öffentliche oder private Lehranstalt definiert[1]. Genau diese Verallgemeinerung sorgt innerhalb Europas, aufgrund von Schulsystemen, die unterschiedlicher nicht sein könnten, immer wieder für Diskussionen. „Dabei stehen Begriffe wie Bildungsbeteiligung, Zugänge zu höherer Bildung, Bildungschancen, Bildungskapital oder Bildungsexpansion im Zentrum der Debatten.“[2].

Homeschooling, Ganztags- oder Privatschulen, alternative Rahmenpläne, Eliteinternate, Freie Schulen oder curriculare Lockerungen – alles Beispiele für innovative Schulformen im europäischen Raum, bei denen vor allem eins im Vordergrund steht: Schule bzw. Bildung als sozialer Lernprozess[3].

Anhand des Beispiels Belgien soll nun im Folgenden aufgezeigt werden, inwieweit es dem Mittelpunkt Europas, im Wettstreit um PISA, Integration und Innovation, gelingt sich zu etablieren.

II. Das belgische Schulsystem

II.1 Der Staat Belgien

Mitten in Westeuropa liegt das Königreich Belgien mit seiner Hauptstadt Brüssel[4]. Direkt an der Nordsee, grenzt es an die Niederlande, an Deutschland, Luxemburg und an Frankreich[5]. Die eingetragenen Amtssprachen sind Niederländisch, Französisch und Deutsch. „Belgien ist eine konstitutionelle Monarchie mit einem repräsentativen parlamentarischen Regierungssystem.“[6] Als Staatsoberhaupt fungiert zur Zeit König Albert II., Regierungschef ist Premierminister Yves Leterme.

Seit 1830 ist Belgien unabhängig. Die Verfassung wurde jedoch erst 1831 verschriftlicht, somit „erfolgte die Gründung des einheitlichen und zentralisierten belgischen Staates“, seit 1970 wird diese jedoch schrittweise reformiert[7]. Die Fläche Belgiens umfasst 30 528 km² mit ca. 10,71 Millionen Einwohnern[8]. Somit kommen ungefähr 350 Einwohner auf einen km², wobei die Bevölkerungsdichte im Norden erheblich höher zu datieren ist, als im Süden des Landes. 9,1 % der Bevölkerung Belgiens, sind Immigranten.[9]

„Der Bundesstaat Belgien umfasst drei Regionen: das niederländischsprachige Flandern im Norden, das französischsprachige Wallonien im Süden und die Hauptstadt Brüssel, wo sowohl Französisch als auch Niederländisch Amtssprachen sind. Außerdem gibt es eine kleine deutschsprachige Minderheit im Osten des Landes (ungefähr 70 000 Einwohner).“[10]

II.2 Allgemeinheiten der Schule Belgiens

Die Freiheit der Bildung ist in Artikel 17 der belgischen Verfassung festgeschrieben. Sowohl die exekutive, als auch die legislative Zuständigkeit für das Bildungswesen liegt in der Aufgabe der Gemeinschaften[11]. „Seit Januar 1989 ist jede Gemeinschaft, von einigen wenigen Einschränkungen abgesehen[12], hinsichtlich [ihres] Bildungswesens vollständig autonom.“[13] Jede erwähnte Gemeinschaft verfügt über einen separaten eigenen Schulaufsichtssektor, der sich mit pädagogischen Fragen beschäftigt, die Schulen unterstützt und überprüft, ob die jeweiligen Subventionsbestimmungen beachtet werden. 58 % der schulpflichtigen Kinder in Belgien zählen zum flämischen System, 41 % zum französischen und weniger als ein Prozent zählen zum deutschen System[14].

Das staatliche Bildungswesen wird als "offizielles Bildungswesen", das private als "freies Bildungswesen" bezeichnet. Vom Bruttoinlandsprodukt gehen in Belgien 6 % in den Bildungssektor[15].

[...]


[1] vgl. „Schule“. In: Der Brockhaus in einem Band: Schwachulla, Wolfram (red. Leitung), Leipzig, Mannheim 81998, S. 811.

[2] vgl. Mau, Steffen; Verwiebe, Roland: Die Sozialstruktur Europas, Konstanz 2009, S. 159.

[3] nach Hans-Peter Gerstner in: Boenicke, Rose; Gerstner, Hans-Peter; Tschira, Antje: Lernen und Leistung. Vom Sinn und Unsinn heutiger Schulsysteme, Darmstadt 2004.

[4] Brüssel ist ebenfalls Hauptsitz der Europäischen Union. Belgien ist eines der Gründungsmitglieder der EU.

[5] vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Belgien (eingesehen am 12.06.2010 um 17:27Uhr)

[6] vgl. Döbert, Hans; Hörner, Wolfgang; Kopp, Botho von; Mitter, Wolfgang (Hrsg.): Die Schulsysteme Europas, Grundlagen der Schulpädagogik Bd. 46, Hohengehren 2002, S. 32.

[7] ebd.

[8] Stand 1.12.2009

[9] nach Döbert, Hans; Hörner, Wolfgang; Kopp, Botho von; Mitter, Wolfgang (Hrsg.): Die Schulsysteme Europas, Grundlagen der Schulpädagogik Bd. 46, Hohengehren 2002, S. 33. ; davon leben 4,2 % in Flandern, 11, 3 % in Wallonien u. 27,2 % in Brüssel

[10] vgl. http://europa.eu/abc/european_countries/eu_members/belgium/index_de.htm (eingesehen am 12.06.2010 um 17:38)

[11] Es gibt die flämische, die französische und die deutschsprachige Gemeinschaft.

[12] Lediglich drei Bereiche verbleiben in der Zuständigkeit des Staates: 1. Die Festsetzung von Beginn und Ende der Schulpflicht, 2. Die Mindestanforderungen für die Verleihung von Abschlusszeugnissen, 3. Die Festsetzung der Renten.

[13] vgl. Döbert, Hans; Hörner, Wolfgang; Kopp, Botho von; Mitter, Wolfgang (Hrsg.): Die Schulsysteme Europas, Grundlagen der Schulpädagogik Bd. 46, Hohengehren 2002, S. 32.

[14] ebd.

[15] Stand 2005 in: Mau, Steffen; Verwiebe, Roland: Die Sozialstruktur Europas, Konstanz 2009, S. 162.

Details

Seiten
9
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783640754090
ISBN (Buch)
9783640754472
Dateigröße
362 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v161192
Institution / Hochschule
Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald – Institut für Bildungswissenschaften
Note
1,2
Schlagworte
Belgien Schule Schulsystem PISA EU

Autor

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