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Zum Umgang von Kooperation, Verständigung und Abstimmung bei der Erarbeitung einer Choreographie mit dem Seil

Fachbereich Sport, Klassenstufe 7

Unterrichtsentwurf 2010 9 Seiten

Didaktik - Sport, Sportpädagogik

Leseprobe

1. Planungsüberblick und Vorüberlegungen der Unterrichtsstunde

Seilspringen ist eine vielseitige und spannende Form sich konzentriert mit dem eigenen Körper und einem sportlichen Gegenstand auseinanderzusetzen. Gerade bei Kindern und Jugendlichen findet das Seilspringen aufgrund des hohen Aufforderungscharakter der unterschiedlichen Seile, motivierender Musik und den schnellen Erfolgserlebnissen großen Zuspruch. Gleichzeitig ergreift diese Sportart die Schülerinnen und Schüler[1] ganzheitlich, indem neben dem Erlernen unterschiedlicher Sprungfertigkeiten auch die Schulung konditioneller, koordinativer und kognitiver Fähigkeiten, sowie bei Partner- und Gruppensprüngen das soziale Lernen gefördert werden. Das Unterrichtsvorhaben zielt auf die Entwicklung einer Gruppenchoreographie mit dem Seil zu Musik zur Förderung der Rhythmus-, Kopplungs- und Kooperationsfähigkeit.

Nach der gemeinsamen Begrüßung sollen sich die Schüler zunächst mit dem Spiel "Raupen fangen" erwärmen. Das Laufspiel, bei dem das Springseil nicht aktiv eingesetzt wird stellt im Vergleich mit der Arbeit mit dem Seil an die konditionellen Fähigkeiten der Schüler nur geringe Anforderungen. Bei einer Erwärmung mit dem Seil bestünde jedoch die Gefahr, dass sich die Schüler bereits zu Beginn der Unterrichtsstunde zu stark belasten und damit weniger Energie für den Kern der Unterrichtsstunde, nämlich der Erarbeitung einer Choreografie mit dem Seil, hätten. Gleichzeitig bietet das Spiel bereits zu Beginn der Stunde die Möglichkeit, sich auf den zentralen Unterrichtsaspekt: der Abstimmung und Kooperation miteinander, einzustimmen. Beide Gruppen müssen intern kooperieren, damit die gegnerische "Raupe" nicht das eigene Seil fangen kann; bzw. die eigene "Raupe" in der Lage ist, das gegnerische Seil zu fangen. In der Überleitung zur Erarbeitung der Choreografie wird auf die Zusammenarbeit in Gruppen verwiesen. Anschließend bekommen die Schüler die Aufgabe sich in 3 er Gruppen (anknüpfend an die vorangegangene Unterrichtsstunde) zusammen zu finden und eine eigene Choreografie zu erarbeiten.

Daran schließt sich die Erarbeitungsphase an, in der die Schüler Zeit haben ihre Choreografie zu entwickeln. Später wird die Erarbeitung durch Musik untermalt, an der die Schüler ihren Rhythmus und die Kopplung ihrer Elemente erproben können. Die Unterrichtsstunde endet mit einer Reflexion des Lernerfolgs sowie der Problematisierung von Kooperation und Kommunikation in der Gruppenarbeit. Desweiteren wird ein Ausblick auf das nächste Stundenthema gegeben: Die Erarbeitung und Präsentation der Choreografie mit ausgewählter Musik der Schüler.

2. Lerngruppenanalyse

Die Lerngruppe der Jahrgangsstufe 7 setzt sich aus 25 Schülerinnen und Schülern zusammen, davon sind 16 Jungen und 9 Mädchen. Der Unterricht findet wöchentlich mittwochs in der 6. Stunde und freitags in der 5. und 6. Std. statt. Die Turnhalle befindet sich direkt neben der Schule auf dem Gelände und ist so für die Schüler schnell und unproblematisch zu erreichen. Obwohl es nur ca. 25 Seile in unterschiedlichen Längen und Beschaffungen gibt, sind die Schüler mit diesen materiellen Voraussetzungen zufrieden und arbeiten damit problemlos.

Ich hospitiere in dieser Klasse seit Februar 2010 und unterrichte sie seit Beginn des ersten Schulhalbjahres 2010/11 eigenverantwortlich. Aus den bisherigen Erfahrungen konnte ich feststellen, dass der soziale Umgang der Schüler untereinander als durchweg positiv einzuschätzen ist. Und obwohl die Schüler mir gegenüber eine freundliche und offene Einstellung pflegen, sind einige Jungen oft abgelenkt, unkonzentriert und folgen erst nach mehrmaligen Aufforderungen meinen Anweisungen. Dem gegenüber übernehmen einige Schüler eine Ordnungsrolle, indem sie ihre störenden Mitschüler aktiv ermahnen und zur Mitarbeit im Unterrichtsprozess auffordern. Es kann angenommen werden, dass die Schüler verstärkt ihre Zugehörigkeit zu ihrer sozialen Gruppe herstellen[2], da sich die einzelnen, störenden Schüler recht schnell den Aufforderungen ihrer Klassenkameraden unterordnen. Während vornehmlich die Jungen häufiger stören und öfters ermahnt werden müssen, sind die Mädchen in der Regel konzentrierter, arbeiten effizienter und sind den Jungen in der motorischen Entwicklung teilweise voraus. Es ist gerade beim Seilspringen zu beobachten, dass die Jungen größere motorische Schwierigkeiten bei der Umsetzung von Aufgabenstellungen im koordinativen Bereich haben und die Mädchen neue Aufgabenstellungen geschickter, experimentierfreudiger und zügiger umsetzen.

Weiterhin ist zu beobachten, das sich die meisten Mädchen und Jungen bereits vor Beginn des Sportunterrichts mit unterschiedlichen Bewegungsangeboten beschäftigen (z.B. vor der Turnhalle Ball spielen, an einer Kletterwand üben, usw.) und sich auf den Sportunterricht freuen (rasches Umziehen in der Umkleide, Nachfragen nach Themen beim Sportlehrer, usw.) Diese Beobachtungen gehen dabei mit den entwicklungstypischen Merkmalen konform, wie sie etwa in der Fachliteratur beschrieben werden: Die sich daraus ergebenden grundlegenden Folgerungen für den Sportunterricht bestehen darin, dieses günstige Lernalter optimal für die motorische Entwicklung zu nutzen und das zumeist ausgeprägte Bewegungsbedürfnis und sportliche Interesse sowohl bei Mädchen als auch bei Jungen ganzheitlich zu festigen.[3] Diesbezüglich konnte ich in den vorangegangenen Unterrichtsstunden beobachten, wie die Lerngruppe sich interessiert und motiviert mit dem "Seil" auseinander setzte. Die meisten Schüler kennen das "Seilspringen" von zu Hause und besitzen bereits grundlegende motorische Vorkenntnisse.

[...]


[1] 'Im Folgenden wird der Begriff "Schüler" geschlechtsneutral verwendet, sofern keine Differenzierung erforderlich ist. Der Begriff umfasst sowohl Schülerinnen als auch Schüler gleichermaßen. Im Anhang befindet sich eine Namensliste der Schüler.

[2] Vgl. Joswig, H.: Phasen und Stufen der kindlichen Entwicklung. S. 9-10. Verfügbar unter: http://www.familienhandbuch.de/cmain/f_aktuelles/a_kindliche_entwicklung/s_910.html. 03.09.2010.

[3] Vgl. Meinel, K./Schnabel, G.: Bewegungslehre - Sportmotorik. München 2004. S. 288-300.

Details

Seiten
9
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783640753482
ISBN (Buch)
9783640753574
Dateigröße
655 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v160937
Institution / Hochschule
Studienseminar für Lehrämter an Schulen Arnsberg – Studienseminar für Lehrämter an Gymnasien Kassel
Note
2,0
Schlagworte
Umgang Kooperation Verständigung Abstimmung Erarbeitung Choreographie Seil Fachbereich Sport Klassenstufe

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Titel: Zum Umgang von Kooperation, Verständigung und Abstimmung bei der Erarbeitung einer Choreographie mit dem Seil