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Kurt Schumacher - Eine Biographie

Hausarbeit 2010 15 Seiten

Geschichte Europa - Deutschland - Nachkriegszeit, Kalter Krieg

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung

2. Herkunft und Familie

3. Kindheit, Schule und Krieg

4. Studium und berufliche Laufbahn

5. Schumacher in der Weimarer Republik

6. Schumachers Kampf um die Demokratie
6.1 Im Konzentrationslager

7. Neubeginn und „Neubau“
7.1. Kampf um die Nationale Einheit

8. Mitwirken am Grundgesetz und Oppositionsrolle

9. Eigene Stellungnahme

10. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Wenn sozialdemokratische Politik überhaupt Sinn hat, wenn die Sozialdemokratie eine Aufgabe hat, dann ist es die, immer bei den Schwächeren und Ärmeren zu sein.“[1]

Dieses Zitat Kurt Schumachers verrät sehr viel darüber, welche Aufgabe Schumacher in dem Handeln der SPD sah, die er ab 1945 leitete. So lehnte er z.B. eine kapitalistische Wirtschaftsordnung nach dem zweiten Weltkrieg ab und forderte stattdessen eine Sozialisierung der Wirtschaft. Seine politische Karriere begann jedoch schon in der Weimarer Republik. Nachdem Schumacher im ersten Weltkrieg einen Arm verlor, wurde er zum bedingungslosen Pazifisten. Die Demokratie hatte für ihn oberste Priorität und so wurde er zu einem großen Gegner des NS-Regimes. Nach einer schweren Leidenszeit in verschiedenen Konzentrationslagern konnte sich Schumacher nach dem Untergang des dritten Reiches aktiv an dem Wiederaufbau Deutschlands beteiligen. Bekannt ist er bis heute für seine Rolle in der Opposition während der Regierung Konrad Adenauers. Sein Ziel, Deutschland wieder zu vereinigen, sollte aber erst 48 Jahre nach Schumachers Tod erreicht werden. Dennoch galt Kurt Schumacher als ein Patriot, der den Grundstein für die Wiedervereinigung legte.

2. Herkunft und Familie

Curt Ernst Carl Schumacher, so der standesamtliche Name Schumachers, wurde am 13. Oktober 1895 in Culm an der Weichsel, dass zur dieser Zeit Westpreußen angehörte, geboren. Die Schreibeweise seines Rufnamens änderte er später in Kurt ab, damit bei Abkürzungen Verwechslungen mit seinem Vater ausgeschlossen blieben.[2] Die Industrie- und Handelsstadt hatte damals etwa 10.000 Einwohner, die überwiegend katholisch und polnischer Herkunft waren. Seit dem 22. Januar 1920 wird diese Stadt dem Land Polen zugeschrieben. Nachdem sie schon zuvor mehrmals unter deutscher und polnischer Autorität stand ist sie heute unter dem Namen Chelmno bekannt.

Kurt war das vierte Kind von Carl und Gertrud Schumacher und zugleich der einzige Sohn. Sein Vater, ein evangelischer Kaufmann, war Anhänger der linksliberalen Deutschen Freisinnigen Partei und ebenfalls für die Stadt als Stadtverordnetenvorsteher tätig. Ab dem Jahr 1911 war der Vater auch Kreistagsabgeordneter.[3] Carl Schumacher soll, auch im Verhältnis zur damaligen Zeit, innerhalb der Familie sehr autoritär gehandelt haben.

3. Kindheit, Schule und Krieg

Als einziger Sohn war Kurt von der Strenge seines Vaters besonders betroffen und wurde streng preußisch erzogen.[4] Dabei wurden ihm vor allem Tugenden wie Pünktlichkeit und Fleiß beigebracht, die ihn sein ganzes Leben lang auszeichneten.

Kurt Schumacher besuchte ein katholisches Gymnasium, das „Königliche Gymnasium“ in Culm. Zwar galt Kurt als ein äußerst begabter Schüler, doch investierte er nur Fleiß in die Fächer, die ihn interessierten.[5] So wurde er einmal nicht versetzt und in dem Fach Mathematik mit der Note Mangelhaft bewertet. Schumacher interessierte sich in seinen letzten Schuljahren immer mehr für die Politik. Er abonnierte die dem Linksliberalismus nahestehende Monatszeitschrift, „ Der März “, sowie das liberale „ Berliner Tageblatt “ und die „ Sozialistischen Monatshefte “.[6] In der Schule galt Kurt als uneingeschränkter Sozialdemokrat und war davon überzeugt, später Rechtswissenschaften zu studieren.

Als aber 1914 der Erste Weltkrieg ausbrach, begann Schumacher seinen Artillerie-Dienst. Er legte wie viele andere zu dieser Zeit sein Notabitur ab, um als Soldat in den Ersten Weltkrieg ziehen zu können. Wie das deutsche Volk glaubte damals auch Kurt Schumacher an ein schnelles Ende des Krieges und anstatt seine lange Artillerie-Ausbildung zu beenden, meldete er sich am 2. August 1914 als „gemeiner Kriegsfreiwilliger beim Ersatzbataillon des Infanterie-Regiments 21“[7]. Seine Befürchtung war es, dass er durch die Ausbildung nicht mehr am Krieg teilnehmen konnte und dass Culm als Grenzstadt hätte belagert werden können. Schumacher musste seinen Kriegsdienst allerdings nach nur vier Monaten beenden. Am 2. Dezember 1914 wurde er in der Nähe von Lodz so schwer verwundet, dass er mit dem Verlust seines rechten Armes Kriegsinvalide war.[8] Angesichts der provisorischen Medizin, die ihm ein Lazarett nur bieten konnte, wird davon berichtet, dass sich Kurt Schumacher auf dem Krankenbett eine Zigarette anzündete, um sich von den Schmerzen abzulenken. Möglicherweise stammte daher auch sein Hang zum Kettenrauchen, den er sein ganzes Leben lang beibehalten sollte.[9] Aufgrund einer bakteriellen Erkrankung verlor Kurt Schumacher schließlich kurze Zeit später lebensbedrohlich an Gewicht. Den Tod vor Augen veränderte sich daraufhin seine Einstellung zum Krieg und Schumacher selbst wurde zu einem bedingungslosen Kriegsgegner.

4. Studium und berufliche Laufbahn

Wegen seiner Kriegsuntauglichkeit konnte sich Schumacher 1915 noch während des 1. Weltkriegs an der Universität Halle für sein Studium in Rechtswissenschaften und Nationalökonomie immatrikulieren. Ein Jahr später wechselte er nach Leipzig, ehe er dann in Berlin sein Studium beendete. 1918 legte er an der heutigen Humboldt-Universität in Berlin sein erstes Staatsexamen ab.[10] Seine Doktorarbeit, die er daraufhin abfassen wollte, konnte er aber nicht beenden. Einerseits wurde mit dem Ende des Ersten Weltkrieges Culm wieder polnisch und Schumachers Vater, der in Culm nicht mehr bleiben wollte, konnte ihm das Studium nicht mehr finanzieren. Andererseits wollte damals kein Professor sein gewähltes Thema, „Der Kampf um den Staatsgedanken in der deutschen Sozialdemokratie“ als Doktorschrift akzeptieren, da diese überwiegend konservativ eingestellt waren. In seiner Doktorschrift setzt sich Schumacher mit der Thematik auseinander, welche Stellung Mehrheitssozialdemokraten, Kommunisten und Unabhängige zur neuen deutschen Republik haben. Notgedrungen entschied sich Kurt Schumacher 1919 für eine Beamtenanlaufbahn im Reichsarbeitsministerium, ein Jahr zuvor trat er jedoch der SPD bei. Die Entscheidung, sich den Sozialdemokraten anzuschließen, fiel ihm aber nicht leicht und sollte auch sein späteres politisches Handeln noch beeinflussen. Als Student schloss er sich keiner sozialistischen Studentengruppe an, weil er sich nicht sicher war, welche Partei ihm zusprach: Die SPD oder die aus der SPD hervorgegangene Partei der Unabhängigen Sozialdemokraten (USPD). Letztere stellte sich zwar entschieden gegen den Krieg, dennoch entschied sich Schumacher für die SPD. Ihm gefielen die kommunistischen Gedankenzüge der USPD nicht, die durch Streiks versuchen wollte, den Krieg revolutionär zu beenden. Einige Zeit später fand Kurt Schumacher schließlich mit Johann Plenge, einen Lehrer, der seine Doktorarbeit anerkannte. Im Jahr 1926 promovierte Kurt Schumacher. Durch sein aktives Engagement in der Partei sollte seine Beamtenlaufbahn zudem nicht lange andauern, da er schon im Jahr 1920 Redakteur der sozialdemokratischen Parteizeitung „ Schwäbische Tagwacht “ wird.

[...]


[1] Vgl. Vorbild Kurt Schumacher <http://www.vorwaerts.de/artikel/vorbild-kurt-schumacher> (06.09.10)

[2] Vgl. Merseburger, Daniel: Der schwierige Deutsche – Kurt Schumacher, Stuttgart 1995, Seite 14

[3] Vgl. Friedrich-Ebert-Stiftung: Kurt Schumacher in der Nachkriegspolitik <http://library.fes.de/fulltext/historiker/00574004.htm#LOCE9E4> (25.08.10)

[4] Vgl. Albrecht, Willy: Kurt Schumacher. Ein Leben für den demokratischen Sozialismus, Bonn 1985, Seite 9

[5] Vgl. Anmerkung 1, Seite 21

[6] Vgl. Anmerkung 3, Seite 9

[7] Vgl. Anmerkung 1, Seite 41

[8] Vgl. Bärwald, Helmut: Kurt Schumacher – Ein patriotischer Kämpfer für Einheit, Freiheit und Frieden Preußische Tugenden < http://www.konservativ.de/gfsd/kurt.htm> (26.08.10)

[9] Vgl. Anmerkung 1, Seite 42

[10] Vgl. Frömel, Johann Heinrich: Kurt Schumacher < http://www.ostdeutsche-biographie.de/schuku02.htm> (26.08.10)

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