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Diskussion über Singers Thesen und Argumente unserer Hilfspflichten gegenüber den Armen aus der dritten Welt

Essay 2010 12 Seiten

Philosophie - Praktische (Ethik, Ästhetik, Kultur, Natur, Recht, ...)

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Was Armut bedeutet

3. Die Ressourcen der Erde

4. Steht es in der Macht jedes Einzelnen zu helfen?

5. Sorge für die, die einem nahe stehen

6. Das Problem der Überbevölkerung

7. Eindämmung der Überbevölkerung

8. Die Hilfe des Einzelnen

9. Resümee

l0. Quellen-, Literatur- und Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

In jeder dritten Sekunde stirbt ein Mensch an Hunger. Meist sind dies Kinder aus der dritten Welt, die unter Armut leiden und die keine oder eine nur mangelnde medizinische Versorgung haben.

Können die Bewohner der westlichen Welt es zulassen, dass sich an diesem Zustand nichts ändert oder geht es sie vielleicht nicht einmal etwas an?

Wie viel ist von jedem von ihnen verlangt, wenn es um die Hilfspflichten gegenüber den Menschen der dritten Welt, die in Armut leben, geht? Stehen sie überhaupt in der Pflicht ihnen zu helfen und falls ja, bewirkt die Hilfe eines Einzelnen, dass beispielsweise in Afrika ein Kind nicht den Hunger- tod stirbt?

Peter Singer befasst sich in seinem Buch „Praktische Ethik“1 unter anderem mit diesen Hilfspflich- ten und geht der Frage nach, ob wir in der Pflicht stehen oder nicht.

Um diese Frage zu klären, ist es einleitend notwendig festzustellen, was genau unter dem Begriff Armut zu verstehen ist und ob es überhaupt möglich ist, dass mit den Ressourcen, die wir auf dieser Erde zur Verfügung haben, jeder Mensch ausreichend versorgt werden kann.

Im Anschluss daran, werden die Argumente und Einwände Singers vorgestellt und diskutiert.

Das Ziel der Arbeit ist es letztlich die Frage zu klären, ob wir in der Pflicht stehen, den Menschen der Dritten Welt zu helfen oder nicht, und wenn ja, von welcher Form der Hilfe vernünftigerweise zu erwarten ist, dass sie den Menschen dauerhaft hilft.

2. Was Armut bedeutet

Bevor Peter Singer sich den Argumenten für oder gegen die Hilfspflichten widmet, ordnet er den Begriff der Armut in zwei Kategorien ein. Zum einen gibt es die absolute Armut, die in der Dritten Welt herrscht, und zum anderen die relative Armut, die in der ersten und zweiten Welt anzutreffen ist.

Er bezieht sich bei der Erklärung des Begriffs der absoluten Armut auf das Worldwatch Institute, das Armut als „Mangel an ausreichendem Einkommen – sei es in Bargeld oder Naturalien -, um die grundlegendsten biologischen Bedürfnisse an Nahrung, Kleidung und Unterkunft zu befriedigen“2 definiert.

Hierzu zählen alle Menschen, die so wenig Geld zur Verfügung haben, dass sie sich keine Nahrung und keine Kleidung kaufen können, so dass sie an den Folgen von Hunger und Kälte schwer erkranken oder sogar sterben.

Im Gegensatz dazu existiert die relative Armut, die eine Armut von Menschen in Industrienationen beschreibt, die jedoch im Vergleich zu ihren reichen Nachbarländern herrscht. Hier zeigt er ein Bei- spiel von Rentnern aus Großbritannien, die im Gegensatz zu Rentnern aus Australien, in relativer Armut leben.3 Jedoch ist diese Armut nicht zu vergleichen mit der absoluten Armut der Länder der Dritten Welt, in der den Menschen die Lebensgrundlage gänzlich fehlt.

3. Die Ressourcen der Erde

Die Menschen in der Dritten Welt leben in absoluter Armut, weil die Verteilung der Ressourcen, die zur Verfügung stehen, schlecht ist.

Singer behauptet, dass das Problem nicht die fehlende Nahrung oder Kleidung ist, sondern dass die Industrieländer im Überfluss leben und Ländern, wie denen der Dritten Welt, von ihrem Überfluss nichts abgeben. Im Gegenteil, die Länder, die im Überfluss leben, verschwenden Ressourcen in einem so hohen Maße, dass den ärmeren Ländern diese Güter nicht mehr zur Verfügung stehen können.

Singer begründet dies mit dem Beispiel des durchschnittlichen Getreideverbrauchs der Nordamerikaner, der bei etwa 9OO kg jährlich liegt. Der Verbrauch in den armen Ländern beträgt jedoch gerade einmal l8O kg. Wenn Singer damit sagen will, dass das Problem gelöst werden kann, wenn man diese lO8O kg Getreide gerechter verteilt, so muss erst festgestellt werden, wie diese Verteilung stattfinden soll. Hierzu kann man verschiedene Berechnungsgrundlagen aufstellen.

Eine davon ist die Aufteilung des zur Verfügung stehenden Getreides auf Basis der Fläche eines Landes oder aber auch auf Basis der Einwohnerzahl. Unterstellt man, dass es gerechter ist, wenn alle Ressourcen gleich auf alle Menschen aufgeteilt werden, so muss das zur Verfügung stehende Getreide, nach Abzug der Kosten für den Transport, allen Menschen zur Verfügung gestellt werden. Jedoch wer übernimmt die anfallenden Kosten, wie zum Beispiel für den Transport? Vorstellbar ist hier ein Abkommen, das unter den Ländern getroffen wird, das besagt, dass diejenigen Länder, die mehr Geld zur Verfügung haben, einen entsprechenden Preis für das Getreide bezahlen, das aus den ärmeren Ländern importiert wird. Dies führt dazu, dass die Industrienationen aufgrund des Preises sorgsamer im Verbrauch mit diesen Gütern sind und weiterhin dazu, dass den ärmeren Ländern Geld zur Verfügung gestellt wird, um sich andere Güter beschaffen zu können, die für sie lebensnotwendig sind.

[...]


1 Singer ,P. (l994). Praktische Ethik. Stuttgart: Reclam Verlag.

2 Ebd., S. 28O

3 Vgl. Ebd. S. 278

Details

Seiten
12
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783640770113
ISBN (Buch)
9783640770175
Dateigröße
443 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v160791
Institution / Hochschule
Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg – Philosophie
Note
1,7
Schlagworte
Peter Singer Hilfspflichten Dritte Welt Überbevölkerung Bevölkerungsdichte Armut Hunger Kinder helfen Hilfe Ressourcen

Autor

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