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Atemtechniken der Yogis

Bewusstseinserweiterung und Lebensverlängerung

Wissenschaftlicher Aufsatz 2010 20 Seiten

Ratgeber - Spiritualität

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Atemluft und Luftarten im Körper

Wie Prana im Körper wirkt

Die Lebenszeit verändert sich mit Pranayama

Die prinzipielle Übungsweise von Pranayama

Welche Bedeutung die Nasenöffnungen haben

Die Vorbilder der Yogis

Die Yoga – Atmung

Eine Beispielrechnung für Atemreduzierung

Wie funktioniert die yogische Prana-Atmung?

Atemkontrolle durch Meditation

Eine kurze Zusammenfassung

Harmonie und Atmung

Die Nadis

Eine praktische Atemübungen für Anfänger

Literaturverzeichnis

Vorwort

Yoga gewinnt mehr und mehr in der westlichen Welt den Status eines Jungbrunnens für eine verlebte Zivilisation. Man nimmt einige Elemente aus dem Schatzkästlein der indischen Yoga-Philosophie heraus und reicht diese in unzähligen Abarten des Yoga wie eine Abendmahl-Oblate der nach mehr Sinnbefriedigung und Lebensqualität dürstenden kranken Menschheit. Die Ausübung von Yoga hat sicher unzählige Weise in Indien hervorgebracht, aber es gilt auch der Umkehrsatz: die Weisen übten den Yoga aus, weil sie weise waren. Ja, Sie haben richtig gelesen, es heißt den Yoga und nicht das Yoga oder der Yoga. In der westlichen Welt waren es viele bekannte Yogi aus Indien, die diese uralte Philosophie der Gottesverehrung nach Amerika und Europa brachten. So zum Beispiel Yogananda mit dem Kriya-Yoga oder Prabhupada mit dem Bhakti-Yoga. Aber alle hatten im Mittelpunkt ihrer Lehren die Gottesverehrung, die Demut, die Geduld, die Entsagung und die Verwirklichung des inneren Selbst. In unserer Zeit möchte die verwirrte Menschheit von allem alles haben und sieht im Yoga eine leuchtende Facette, um dem Zustand der maximalen Sinnbefriedung noch näher zu kommen. Erwartet werden bei den Kursbesuchern durch das praktizieren von Yoga, speziell dem Hatha-Yoga körperliche Fitness, verbesserte Gesundheit, übersinnliche Fähigkeiten, das wecken der Schlangenkraft (Kundalini), die Aufgabe schädlicher Angewohnheiten und vielleicht ganz am Ende der Wunschkette, vielleicht auch einwenig ein besserer Mensch zu werden. Aber auch nur vielleicht! Gleichwohl, welches Ziel die Lehrenden und die Schüler verfolgen mögen, so gibt es doch einige wesentliche Elemente im Yoga die unzweifelhaft vorteilig sind für den der diese kennt und ausübt. Ein äußerst wichtiger Stützpfeiler unseres Seins, wenn nicht gar der wichtigste ist die Atmung. Ohne Atmung gibt es kein Leben für uns Menschen. Das materielle Leben unseres Körpers ist auf die Atemluft angewiesen. Unser Leben beginnt mit einem befreienden Schrei der unsere Atemwege vom Schleim „befreit“ und endet mit einem Seufzer des letzten Atemzuges. Die Yogi wussten um die Wichtigkeit des Atmens und kennen viele geheime Techniken sich damit das materielle Leben des Körpers zu verlängern. Im Yoga werden davon einige Techniken verwendet, die als Pranayama bekannt sind. Prana ist Sanskrit und bedeutet Lebensluft oder Lebenselexier. Yama bedeutet in diesem Sinn soviel wie Regel oder Vorschrift (in anderer Weise stet dieses Wort für den Halbgott des Todes Yama), also ein „geregeltes Atmen der Lebensluft“. In dieser Broschüre erfahren Sie mehr über das Geheimnis der yogischen Atmung, die das materielle Leben unter bestimmten Bedingungen erheblich verlängern könnte. Vielleicht auch das Ihre, probieren Sie es aus!

Atemluft und Luftarten im Körper

Über die Wirkungsweise und die Arten der Lebensluft im Körper geben uns die Veden im „Srimad Bhagatavam“ eine gründliche Auskunft. Diese Antwort unterscheidet sich grundlegend vom Wissen unserer Medizin, die lediglich ein -und ausatmen in die Lunge kennt. „...und die Schlange, welche als fünfköpfig beschrieben wurde, ist die Lebensluft, die innerhalb der fünf Zirkulationsvorgänge wirkt. Die Lebewesen sind mit der Lebensluft verschmolzen, die zum Zwecke der Zirkulation auf verschiedene Weise wirkt. Es gibt Prana (Lebensenerige), Apana (verantwortlich für Ausscheidung, Sexualität und Menstruation), Udana (Hauptsitz in der Kehle), Vyana (verantwortlich für den Blutkreislauf) und Samana (Verdauungsfeuer) und weil die Lebensluft auf diese fünffache Weise funktioniert, wird sie mit einer fünfköpfigen Schlange verglichen. Die Seele bewegt sich durch den Kundalini-Chakra, so wie eine Schlange auf dem Boden entlang kriecht.“1 In begeisterten Worten beschrieb der große Yogi und indische Arzt, Swami Sivananda (1987-1963) die Wirkungsweise der pranischen Atmung wie folgt: „Durch Prana (Lebensenergie) leben die Götter, Menschen und Tiere. Prana ist wahrlich das Leben der Wesen. Deshalb nennt man es das universelle Leben oder das Leben aller. Prana ist das universelle Prinzip von Energie und Kraft. Es ist Lebenskraft. Es ist alldurchdringend. Es kann statisch oder dynamisch sein. Es findet sich in allen Formen, von den höchsten zu den niedrigsten, von der Ameise zum Elefan­ten, von der einzelligen Amöbe bis zum Menschen, von der Elementarform pflanz­lichen Lebens zur entwickelten Form tierischen Lebens. Prana ist die Kraft auf jeder Seinsstufe, von der höchsten bis zur niedrigsten. Alles, was sich bewegt, aktiv ist oder Leben besitzt, ist nur ein Ausdruck oder eine Erscheinungsform von Prana. Das Strahlen Deiner Augen ist Prana. Durch die Kraft des Pranas hören die Ohren, sehen die Augen, fühlt die Haut, schmeckt die Zunge, riecht die Nase und erfüllen Gehirn und Verstand ihre Funktionen. Das Lächeln einer jungen Frau, die Melodie in der Musik, die Kraft in den begeisternden Worten eines Vortragen­den, der Zauber in den Worten des Geliebten, all das beruht auf Prana. Feuer brennt durch Prana. Wind weht durch Prana. Flüsse fließen durch Prana. Das Flugzeug bewegt sich in der Luft durch Prana. Züge und Autos bewegen sich durch Prana. Radiowellen werden durch Prana übertragen. Prana ist Elektron. Prana ist Kraft. Prana ist Magnetismus. Prana ist Elektrizität. Prana pumpt das Blut vom Herzen in die Arterien oder Blutgefäße. Prana verdaut, scheidet aus und sondert ab. Prana kommt zur Anwendung beim Denken, Wollen, Handeln, Bewegen, Sprechen, Schreiben usw. Ein gesunder starker Mensch hat viel Prana, Nerven­kraft, Vitalität. Das Prana wird aufgenommen durch Nahrung, Wasser, Luft, Sonnenenergie usw. Die Pranaversorgung erfolgt durch das Nervensystem. Das Prana wird durch die Atmung aufgenommen. Der Pranaüberschuß speichert sich im Gehirn und in den Nervenzentren. Wenn die Sexualkraft umgewandelt oder sublimiert wird, versorgt sie das System mit einem großen Maß an Prana. Es wird im Gehirn in der Form von Ojas (spirituelle Energie) gespeichert. Ojas ist nichts andqres als Prana. Der Yogi speichert ein Übermaß an Prana durch regelmäßige Praxis von Pranayama, so wie eine Speicherbatterie Elektrizität speichert. Der Yogi, der viel Prana gespeichert hat, strahlt Stärke und Vitalität aus. Er ist ein starkes Kraft­werk. Wer mit ihm in nahen Kontakt kommt, nimmt von ihm Prana, Stärke, Kraft, Vitalität und Frohsinn auf. So wie Wasser aus einem Gefäß in ein anderes fließt, fließt Prana tatsächlich wie ein ständiger Fluss von einem entwickelten Yogi zu einem schwachen Menschen. Das alles kann der Yogi tatsächlich sehen, der seine innere yogische Sicht entwickelt hat.“2

Wie Prana im Körper wirkt

Hinter der physischen Hülle, genannt Annamaya Kosha, die aus der Essenz der Nah­rung aufgebaut ist, steht die Pranamaya Kosha, die Lebenshülle, die von Prana, Energie, dem Lebensstrom aufgebaut ist. Dieses Prana lenkt den physischen Körper. Dieses Prana erfüllt die ganze physische Hülle. Prana stellt die Verbindung her zwischen dem astralen und dem physischen Körper. Wenn der dünne Pranafaden durchtrennt wird, trennt sich der Astralkör­per vom physischen Körper. Der Tod tritt ein. Das Organ, das im physischen Körper gewirkt hat, wird in den Astralkörper abgezogen. Der Atem ist die äußere Manifestation von Prana, der Lebenskraft. Atem ist grobstofflich. Prana ist subtil. Indem Kontrolle über den grobstofflichen Atem ausgeübt wird, kann das subtile Prana im Inneren kontrolliert werden. Das Ziel von Pranayama ist die Kontrolle des Pranas. Pranayama beginnt mit der Regulierung des Atems, umKontrolle zu erlangen über die Lebensströme, die inneren Lebenskräfte. Pranayama ist eine genaue Wissenschaft. Es ist das vierte Anga, oder Glied im Ashtanga Yoga.

Die Lebenszeit verändert sich mit Pranayama

Die Yogalehre besagt, dass das Leben des Menschen aufgebaut ist aus einer bestimmten Anzahl von Atemzügen. Die Zahl der Atmungen pro Minute ist durchschnittlich fünfzehn. Wenn man die Zahl der Atmungen durch die Praxis von Kumbhaka oder Atemanhalten reduzieren kann, oder den Atem anhalten kann durch Kechari Mudra, kann man die Lebens­zeit vergrößern. Ausatmen ist Rechaka. Einatmen ist Puraka. Wenn der Atem stillsteht, ist das Kumbhaka. Kumbhaka ist Atemanhalten. Kumbhaka verlängert das Leben. Es steigert die innere spirituelle Kraft, Stärke und Vitalität. Wenn man den Atem eine Minute lang anhält, wird diese Minute zur Lebenszeit dazugezählt. Chang Dev zum Beispiel lebte 1.400 Jahre durch die Praxis vom Kumbhaka. Patanjali betont nicht so sehr die Praxis der einzelnen Pranayamas. Er sagte: atme langsam aus, dann atme ein und halte den Atem an. Dadurch wird dein Geist fest und ruhig sein. Erst Hatha-Yogis entwickelten Pranayama zu einer Wissenschaft und kennen verschiedene Übungen, die den verschiedenen Menschentypen entspre­chen. (siehe Fußnote 2, S. 248)

Die prinzipielle Übungsweise von Pranayama

Es wird folgendes empfohlen. Man sitze in einer Stellung mit gekreuzten Beinen in seinem Meditationsraum vor seinem Altar. Dann schließe man das rechte Nasenloch mit dem rechten Daumen und atme sehr, sehr langsam durch das linke Nasenloch ein. Danach schließe man auch das linke Nasenloch mit dem kleinen Finger und dem Ringfinger der rechten Hand. Halte den Atem an, solange es angenehm ist. Dann atmet man wieder sehr, sehr langsam durch das rechte Nasenloch aus, nachdem man den Daumen vom rechten Nasenloch gelöst hat. Das ist aber nur der halbe Vorgang. Sodann atme man durch das rechte Nasenloch wieder ein, halte die Luft an wie vorher und atme sehr, sehr langsam durch das linke Nasenloch wieder aus.

[...]


1 vgl. Prabhupada, Shrila: Srimad Bhagavatam, vierter Canto, zweiter Teil, The Bhakti-Vedanta Book Trust 1984, S. 569

2 vgl. Sivananda, Swami: Göttliche Wonne, Ausgabe 1996, Yoga Viydia Verlag, Frankfurt a.M., S. 247

Details

Seiten
20
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783640770649
ISBN (Buch)
9783640771110
Dateigröße
413 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v160634
Note
Schlagworte
yoga pranayama bewußtseinserweiterung Atemtechniken Hatha-Yoga yogische atmung kundalini-energie Yogi

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Titel: Atemtechniken der Yogis