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Sphärenharmonie - Ars musica - Tonsprache

Wissenschaftlicher Aufsatz 1999 11 Seiten

Musik - Sonstiges

Leseprobe

inhalt

Sphärenharmonie und Schöne Künste – Musik und Schöpfung

Antike Musikauffassungen – Was ist Musik – wozu ist sie gut?

Musik als Abbild der Wirklichkeit und der Gesellschaft

Tonsprache – Klangspannung - Persönlichkeitsspannung

Emotion und Kanon/Gesetzeswelt – Widerspruch oder Einheit?

Mathematik und Musik in der Antike

Moralität und Menschlichkeit bzw. Mitmenschlichkeit

Aufgabe und Wert der Musikalischen Erziehung

Vorbemerkung

Die Vorstellung der Musik als Sphärenharmonie kommt aus der Antike und wurde sehr lange aufrecht erhalten und weiter ausgebaut bzw. verändert. Vor allem im Mittelalter und im Barock wurden antike Vorstellungen wiederentdeckt, wiederbelebt und z.T. neu interpretiert. Dieser Sphärenharmonie und den daraus entstandenen oder damit in Verbindung stehenden Vorstellungen sei diese Darstellung gewidmet.

Sphärenharmonie und Schöne Künste

Schon Pythagoras war der Meinung, die Bewegung der Gestirne bringe Töne hervor, die aus den harmonischen Proportionen des Kosmos resultieren. Manche Wissenschaftler behaupten sogar, daß man schon lange vor Pythagoras im fernen Orient ähnliche Vorstellungen von Musik hatte. Im christlichen Mittelalter setzte sich der antike Gedanke der Weltmusik in Form von Engelschören und dem Lobsingen des himmlischen Vaters fort.

Aristoteles verneinte diese Auffassung von Musik. Er war eher auf der Linie Keplers, der die Musik völlig zu Mathematik abstrahierte, was meiner Meinung nach nicht unbedingt ein Widerspruch zur Philosophie Pythagoras sein muß. Kepler schrieb ein Werk namens „Harmonices mundi“, in dem er die Planetenbewegungen mit Tonverhältnissen vergleicht und diesen Proportionen die verschiedenen Intervalle zuteilt. Er sah in den Vorgängen am Himmel die Harmonie der Welt widergespiegelt, die Schönheit der Schöpfung, die sich ihrerseits in der Musik äußert und sie zu einer „schönen“ Kunst macht.

Antike Musikauffassungen

Vielfach bekannt ist die Darstellung der Musik in der Überlieferung von Boethius (=524). Er teilt die Musik in drei Teilbereiche ein.

1. musica mundana Harmonie des Makrokosmos, Welt-/Sphärenharmonie, Jahreszeiten geregelte Bewegung des Weltalls
2. musica humana Harmonie des menschlichen Mikrokosmos, Harmonie zwischen Leib und Seele
3. musica instrumentalis real klingende Musik (Vokal und Instrumental) als Abbild/hörbare Realität der beiden anderen, hörbare Imitation

Die beiden ersten, musica mundana und musica humana, werden auch zusammengefaßt in der sogenannten musica theoretica, die an den Lateinschulen und an der antiken und mittelalterlichen Universität als Teil der „septem artes liberales“ gelehrt wurde. Die sieben liberalen Künste (antikes Vorbild der Musen, Schutzgöttinnen der Künste), deren Zentrum die Philosophie bildet, waren ja eingeteilt in das Quadrivium der Zahlenwissenschaften (Arithmetik, Geometrie, Musik, Astronomie) und das Trivium der Sprachwissenschaften (Rhetorik, Dialektik, Grammatik), wobei die Musik hierbei eigentlich eine Sonderstellung einnimmt.

Die musica instrumentalis war als Gegenstück dazu die musica practica, aufgeteilt in die musica plana, die einstimmige Musik und die musica mensurabilis, die mehrstimmige Musik.

Symbolsprachen

Schon seit der Antike und verstärkt auch wieder im Barock befindet sich die Musik im Spannungsfeld zwischen Affektenlehre und Mathematik, denn seit jeher will man in ihr beides in unterschiedlicher Stärke erkennen. Ästhetik und sinnliche Erfahrung waren schon immer Elemente der schönen Künste, so auch der Musik.

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Details

Seiten
11
Jahr
1999
ISBN (eBook)
9783638109963
Dateigröße
393 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v1606
Institution / Hochschule
Universität für Musik und darstellende Kunst Wien – Institut für Musikgeschichte
Note
Schlagworte
Sphärenharmonie Tonsprache Musikgeschichte

Autor

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Titel: Sphärenharmonie - Ars musica  - Tonsprache