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Geschichte der medialen Fußballberichterstattungen. Von Schachbrett-Karten bis zum HDTV

Hausarbeit 2007 16 Seiten

Medien / Kommunikation - Mediengeschichte

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Radiogeschichte
2.1 Der Anfang 1925
2.2 Die Jahre bis 1954
2.3 Von Bern bis zur Samstagskonferenz

3 Fernsehgeschichte
3.1 Das TV-Wunder von Bern
3.2 Die Fußball-Bundesliga
3.3 HDTV und Public Viewing = WM 2006

4 Zusammenfassung

Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Das Thema der vorliegenden Arbeit handelt von der über 80 jährige Geschichte der medialen Fußballübertragungen. Das Thema wurde ausgewählt, da es vor allen Dingen die elektronischen Medien waren, die aus dem lokalen Fußballspiel ein überregionales, weltweites Ereignis gemacht haben. Diese Ausarbeitung wird zeigen, wie die Weiterentwicklung der Übertragungen es geschafft hat, neue Gemeinschaften zu mischen und wie auch Fußballberichterstattungen mittlerweile zur Globalisierung beitragen. Auch üben die Medien einen starken Einfluss auf ihr Publikum aus und sind mittlerweile auch im Sport mehr denn je Meinungsbildner. Ein Fußballspiel ist nicht mehr einfach nur ein Fußballspiel. 1925 begann alles mit einem Radioreporter1, 2007 ist es ein Fernsehevent mit mehreren Moderatoren und Kommentatoren, die nicht nur eine Live- Berichterstattung bieten, sondern auch Analysen, Statistiken, Hintergrundberichte und Meinungen schon weit vor dem Spiel, sowie auch nach dem Spiel für den Zuschauer bereithalten.2 Es wird aufgezeigt werden, wie die Berichterstattungen von einer simplen Radioübertragung zu einem komplexen Event geworden sind und wie diese Events den Zuschauer beeinflussen können. Weiterhin wird diese Arbeit darauf eingehen, dass die Medienentwicklung der Fußballübertragungen eine einschränkende Wirkung für Fußballer hat. Die folgenden Kapitel werden somit aufzeigen, dass die Entwicklung der medialen Fußballberichterstattung verschiedenste Thesen zur Medienentwicklung belegt.

2 Radiogeschichte

2.1 Der Anfang 1925

Egal ob die Fußball-Budesliga-Konferenz am Samstagnachmittag oder Berichte von Länderspielen: Für viele hat sich das Hören von Sportübertragungen im Radio zu einer lieb gewonnenen Gewohnheit entwickelt. Doch was heute ganz selbstverständlich zum Alltag gehört, galt noch vor 80 Jahren als Sensation. Am 1. November 1925 wurde in Deutschland die erste Fußball-Live-Übertragung im Radio ausgestrahlt. Für die 1924 gegründete Westdeutsche Funkstunde AG , einem Vorläufer des WDR, berichtete von dem Spiel aus dem Preußenstadion zwischen Preußen Münster und Arminia Bielefeld der Sportredakteur Bernhard Ernst.3 "Ganz klein haben wir angefangen. Es zauberten keine Internationalen vor uns auf dem grünen Rasen, sondern die so genannte Provinzklasse hatte die Statisten für unseren Rundfunk-Fußballstart gestellt", erinnert sich Ernst in seinem Buch "Rund um das Mikrophon". Die Technik war damals einfach: Ernst hatte sich direkt hinter einem der Tore aufgestellt - hier erhoffte er sich die Atmosphäre am besten einfangen zu können. Abgesichert durch ein Hockeytor, war das Mikrofon in einem Marmorkästchen zwischen die Pfosten gehängt.4

Auf Grund der geringen Anzahl von Abnehmern (ca. 15000 Empfangsgeräte) dieser ersten Übertragung, kann man es als ein lokales Ereignis bezeichnen, welches mit minimalen technischen Hilfsmitteln übertragen wurde.

2.2 Die Jahre bis 1954

Mit der ersten Liveberichterstattung begannen die einzelnen deutschen Rundfunkgesellschaften mit verschieden Formen der Live- Berichterstattung zu experimentieren. Die Sportberichterstattung unterlag nicht den strengen Zensurauflagen anderer Sendungen. Diesen Freiraum nutzten die Sendegesellschaften und die Reporter. Die Sendegesellschaften gaben den Reportern den nötigen Freiraum, damit diese verschiedenste Formen der Berichterstattung entwickeln konnten. Eine spannende wirklichkeitsnahe Berichterstattung war das Ziel eines jeden Reporters. Doch konnten in den Anfängen nur die wenigsten die Spannung eines Spiels den Zuhörern vermitteln. Die Sportreportage stellte besondere Anforderungen an Sprachfertigkeit und Dynamik an die Reporter. Besonders Paul Laven (Frankfurt), Fritz Wenzel (Breslau) und Bernhard Ernst (Köln) gelang es, in ihren "Stegreifberichten", den Vorläufern der Live-Reportage, die richtige Atmosphäre zu übermitteln.5

Um den Zuschauer bei seiner Vorstellungskraft eines Fußballplatzes zu unterstützen wurden in den Anfängen, im Vorfeld der Fußballübertragung,"Orientierungspläne"in den Rundfunkzeitschriften veröffentlicht.6

Diese Orientierungspläne wurden in England entwickelt. Sie teilten das Spielfeld in Planquadrate ein, auf die in der Reportage verwiesen werden konnte. Die Schachbrett Karten setzten sich jedoch nie durch, da sich schnell herausstellte, dass es mehr auf die sprachlichen und journalistischen Fähigkeiten des Reporters ankam, als auf unterstützende Techniken für die Zuhörer.

Schon ein kurzer Auszug aus einer Livereportage würde dem heutigen Zuhörer klar machen, wie „anders“ die Sportreportagen damals zu heute doch klangen.

An den heutigen Liveübertragungen muss man den hohen Grad an Professionalität würdigen, doch haben wir diese Professionalität dem „Pioniergeist“ der ersten Reporter zu verdanken.

2.3 Von Bern bis zur Samstagskonferenz

Die erste legendere Radioübertragung war mit großer Sicherheit die von Herbert Zimmermann vom Endspiel der Weltmeisterschaft 1954. Seine leidenschaftliche Reportage hat großen Anteil an der Legende des Wunders von Bern. Aufgrund der geringen Verbreitung von Fernsehgeräten wurde der Reporter Zimmermann zur primären Informationsquelle der Deutschen, und sein Name bleibt deshalb unveränderlich in Verbindung mit dem Sieg der deutschen Mannschaft. Die wenigen noch verbleibenden Fernsehbilder wurden später mit dem Ton der Radioreportage unterlegt, da es MAZ- Aufzeichnungen erst ab 1955 gegeben hat, so dass auch spätere Fernsehgenerationen das damalige Endspiel immer mit Herbert Zimmermann in Verbindung bringen werden. („ Aus dem Hintergrund m ü sste Rahn schie ß en - Rahn schie ß t - Tooooor! Tooooor! Tooooor! Tooooor! “ ).7

Vor Beginn der Live-Übertragungen von Bundesligaspielen im Fernsehen, war das Radio bereits seit den Anfängen der Bundesliga im Jahr 1963 die einzige Möglichkeit, die Spiele zeitgleich zu verfolgen, ohne selbst im Stadion zu sein. 1963 war es dann schon wieder Münster, wo Radiogeschichte geschrieben wurde. Es wurde der erste Spieltag der neu gegründeten Fußball Bundesliga übertragen. In der ersten Mini-Konferenz übertrug der WDR die Nord-West Duelle Werder Bremen gegen Borussia Dortmund und Preußen Münster gegen den Hamburger SV.8

Das Radio wurde immer wichtiger. In den 70ern hatte sich dann auch die Konferenzschaltung durchgesetzt. In den ersten Jahren war die Konferenz noch regional beschränkt und die Verantwortung lag beim WDR. Erst nach einigen Jahren wurde bundesweit übertragen. Zu erst wurden nur die letzten zehn Minuten eines Spiels übertragen. Später 20 Minuten oder länger: Teilweise aus bis zu neun Stadien gleichzeitig. Der Höhepunkt ist bis heute immer noch die Schlusskonferenz, wenn sich der Soundwall verdichtet und die letzten 15 Minuten Live aus jedem Stadion übertragen werden. Der Fan wartet auf den erlösenden Torschrei des Reporters. Ein losreissen ist kaum möglich bis man noch nicht die abschließenden Worte „Zurück in die angeschlossenen Funkhäuser“ gehört hat.

[...]


1 Vgl. Dr. Hans-Jörg Biener http://www.asamnet.de/~bienerhj/0720.html

2 Vgl. Der Tagesspiegel, Berlin, 04.05.2006 Joachim Huber

3 Vgl. Sandra Formferek WDR Radio 01.11.2005 http://www.wdr.de/themen/sport/fussball/livereportage/interview_051101.jhtml

4 Vgl. Sandra Formferek WDR Radio 01.11.2005 http://www.wdr.de/themen/sport/fussball/livereportage/interview_051101.jhtml

5 Vgl. Gerog Vorwerk Deutsches Rundfunkarchiv Juni 2006 http://www.dra.de/online/dokument/2006/juni.html

6 Vgl. "Tooor!" - Ausstellung zur Geschichte der Fußballreportage im Kommunikationsmuseum Frankfurt

7 Vgl. DPA 25.10.2005 http://www.stuttgarter-zeitung.de/stz/page/detail.php/1018586

8 Vgl. Holger Pauler TAZ 01.11.2005 http://www.taz.de/pt/2005/11/01/a0025.1/text.ges,1

Details

Seiten
16
Jahr
2007
ISBN (eBook)
9783668208223
ISBN (Buch)
9783668208230
Dateigröße
443 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v160570
Institution / Hochschule
Ruhr-Universität Bochum – Medienwissenschaften
Note
1,7
Schlagworte
Mediengeschichte Fußball HDTV medial Geschichte Fußballberichterstattung Schachbrett Radiogeschichte Fernsehgeschichte Bundesliga

Autor

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Titel: Geschichte der medialen Fußballberichterstattungen. Von Schachbrett-Karten bis zum HDTV