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Einige Fakten und Ansichten des Terrorismus in ex- Jugoslawien

Die Albaner unter der einhundertjährigen jugoslawischen Herrschaft

Seminararbeit 2004 26 Seiten

Jura - Strafprozessrecht, Kriminologie, Strafvollzug

Leseprobe

Gliederung

1. Einführung

2. Definitionen des Terrorismus und ihre Erscheinungsformen

3. Staatsterrorismus gegen das Albanische Volk

4. Das Memorandum der jugoslawischen Regime und der Serbischen Akademie der Wissenschaften und Künste über die Deportierung der Albanern aus dem Kosovo

5. Die Unterbrechung der Deportierung der albanischen Bevölkerung, wegen der Ausbrechung des Zweiten Weltkriegs, und die Entstehung des Titoischer Jugoslawien

6. Die Zeitperiode 1945 – 1966, des „Rankovics Ära“, als zweite Phase der Deportierung

7. Der Sturz Rankovics und die jugoslawischen Verfassungsreformen

8. Die Forderungen der Kosovo-Albaner für die Gleichstellung auf Verfassungsebene des Kosovo zu anderen Republiken innerhalb Jugoslawiens

9. Das serbische Staatsvorgehen gegen die Albaner nach 1981

10. Versuche der Albaner für die Verteidigung der Autonomie des Kosovo durch friedliche Proteste und Demonstrationen 1989-1990

11. Der Versuch Milosevics die Durchsetzung Großserbiens mit Staats-terroristischen Methoden zu erreichen, und die dritte Deportation der Albaner aus dem Kosovo

12. Die Gründung der Befreiungsarmee des Kosovo (UÇK)
12.1.1. Ursache der Gründung des UÇK
12.1.2. Rekrutierung des UÇK
12.2.2. Struktur: Militärische
12.3.3. Schutzmacht-Armee
12.4.4. Entmilitarisierung des UÇK

13. Fazit

14. Literaturverzeichnis

1. Einführung

„Terrorismus ist ein Verbrechen gegen die menschliche Rasse", Theodore Roosevelt

In dieser wissenschaftlichen Arbeit wird über die Wurzeln des Terrorismus in ex-Jugoslawien besprochen. Um die Wurzeln des Terrorismus in ex – Jugoslawien erfassen zu können, ist es notwendig, sich an bestimmte Charakteristika der Gründung des so genannten „ Künstlichen Südslawischen - Staates “, am Ende 1918 zu erinnern. In diesem Sinne soll auch die Abhandlung im folgenden Beitrag, als eine um Objektivierung bemühte Darstellung der Widersprüchlichkeit der kosovarischen Geschichte betrachtet wird.

Es begann im Jahre 1912, als die Türken den Kosovo verließen, musste der Kosovo nur die Herrscher ändern, weil kurz darauf durch Serbien und Montenegro erobert wurde . Während des ersten Weltkriegs, bzw. 1915 – 1918, wurde der Kosovo unter Verwaltung Österreich- Ungarn und Bulgaren gestellt. Nach diesem Krieg, bzw. Am 1.12.1918 wurde das „ Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen “ (SKS) proklamiert. Kosovo, wurde unfreiwillig, als Teil des ersten Jugoslawien geworden. Auf Grund dessen, hat die albanische Bevölkerung die serbische Eroberung, nie akzeptiert, sondern, als eine Kolonialherrschaft empfunden hat. Während dieser Zeit hat die albanische Bevölkerung, als Protest der Eroberung des Kosovo durch Serbien, mehrmals dagegen aufgestanden. Im Jahre 1929 wurde eine Königsdiktatur errichtet, und der Staatsname in „Königreich Jugoslawien“ geändert.

Während des so genannten ersten Jugoslawien wurden mehrere Projekte von dem jugoslawischen Regime verfasst, um die Albaner aus ihren Territorien zu vertreiben. Am Anfang ging es um ein Projekt der “Vertreibung der Albaner“ aus dem Gebiet des Kosovo. Dieses Projekt wurde von dem Historiker und Mitglied der Serbischen Akademie der Wissenschaften und Künste , Vaso Cubrilovic verfasst. Das Projekt sah vor, dass die Albaner, die in Kosovo lebten, sollten in nur wenigen Jahren in die Türkei deportiert werden. Um dieses Projekt zu realisieren, hat damaliges jugoslawische Regime, bzw. durch den Premierminister - Nikola Pasic ein Abschluss über einer Umsiedlungskonvention mit der Türkei, unterzeichnet. Als Gegenleistung sollte die Türkei eine finanzielle Unterstützung aus Jugoslawien bekommen.

Eine Deportierung der albanischen Bevölkerung dauerte bis am Anfang des Zweiten Weltkriegs, wobei während dieser Zeit von 1937 bis 1941 wurden Hundertausende Albaner aus eigenen Häusern vertrieben. Auf Grund eines solchen serbischen Expansionismus auf den albanischen Territorien und Missachtung der Grund – und Menschenrechte der Albaner, empfanden die Albaner das Königreich Jugoslawien zwischen 1918 und 1941 nicht als eigenen Staat, sondern als Kolonialherrschaft.

Während des Zweiten Weltkrieges 1941 -1945 wurde der Kosovo unter: Bulgarien, Deutschen unter italienischer Besetzung geraten. Also, die Deportierung der albanischen Bevölkerung, als schreckliches Drama für kurze Zeit unterbrochen, weil damalige Jugoslawien vor dem deutschen Wehrmacht kapitulierte.

Aber, nach diesem Krieg, bzw. am 29.11.1945 wurde die Monarchie durch die kommunistische Partisanenarmee unter Josip Broz Tito abgeschafft, und die Föderative Volksrepublik Jugoslawien ausgerufen. Durch die Verfassung von Jugoslawien wurde der Kosovo eine autonome Region innerhalb Jugoslawiens definiert; die Kosovoalbaner wurden nicht als Volk, sondern nur als Völkerschaft (alb.-Kombësi) bzw. als nationale Minderheit anerkannt. Auf Grund solcher Ungleichstellung in der jugoslawischen Verfassungsebene des Kosovo zu den anderen 6 jugoslawischen Republiken, und auch durch nicht Anerkennung der albanischen Bevölkerung im Kosovo, als Volk, wurde die allgemeine Lage im Gegenzug zu anderen jugoslawischen Völkern benachteiligt.

Also, die Gründung des Titoischer Jugoslawiens hat das schreckliche Drama, vie vor dem Krieg, mit der in Jugoslawien lebenden albanischen Bevölkerung, fortgesetzt. Es ist erwähnenswert zu schildern, dass das Titoregime ein kosovarischen- albanisches gemeinsames Abkommen nicht berücksichtigte, welches aus Albanien- und kosovarischen Partisanen im Jahre 1943 unterzeichnet wurde. Im Abkommen wurde vereinbart, dass nach Kriegsende eine Vereinigung des Kosovo zu Albanien erreicht wird. Aber, dieses vereinbarte Abkommen wurde aus der jugoslawischen Partisanenführung aufgehoben, und diesen Beschluss freilich aufgesetzt.

Die jugoslawische Partisanenführung setzten ihre Maßnahmen für die Deportierung der Albaner aus dem Kosovo weiter fort. Tito ließ wieder das Abkommen mit der Türkei über Umsiedlungskonvention in der Kraft, und begann mit der Realisierung in der Praxis. Dadurch wurden Hunderten von Tausenden Albanern, in die Türkei kontinuierlich deportiert. Solche terroristische Maßnahmen durch die jugoslawischen Regime wurden besonders in den Jahren 1956- 1966 in der sog. “Rankovics-Ära“ – verschärft durchgeführt. Also, während dieser Zeit, als der jugoslawische Innenminister als Leiter der sog. UDBA (die serbisch dominierte jugoslawische Geheimpolizei) ein strenges Regiment über die albanische Bevölkerung ausübte, wurden viele Menschen ermordet, verhungert und auch bei den Transportwegen in die Türkei versunken. Nach Schätzungen der Historiker emigrierten seit der Gründung des Tito Jugoslawien bzw. 1945 und 1966 insgesamt 246.000 Menschen, die meisten davon Kosovoalbaner, in die Türkei.

Endlich nach der Entmachtung des Rankovics durch Tito, der als für die Politik der Unterdrückung der albanischen Bevölkerung im Kosovo verantwortlich war, symbolisierte das Jahr 1966 dieser Nationalität politischen Kurswechselns. Dieser Kurswechsel hatte mit einer fundamentalen Veränderung der Machtverhältnisse der Situation der albanischen Mehrheit zur Folge. Bis in die Mitte der 1960er Jahren hat eine serbische Minderheit über die albanische Mehrheit in Kosovo geherrscht, aber seit dieser Zeit begann eine neue Ära für die Normalisierung und politischer Emanzipierung. In den Jahren 1971 und 1974 folgten wichtige Verfassungsänderungen. Im Jahr 1974 wurde die Verfassung des Kosovo in Kraft getreten. Die Stellung von Kosovo in der Verfassungsordnung Jugoslawiens von 1974 war den anderen sieben Föderationsgliedern (Kroatien, Serbien, Mazedonien, Slowenien, Bosnien Herzegowina, Vojvodina und Montenegro) in allen rechtlichen Teilen und Bestimmungen, die normative Qualität hatten, gleichgestellt. Hiermit genoss dieselbe weitgehende Verfassungs- und Gesetzgebungsautonomie und dieselben Mitwirkungsrechte in der Föderation. In der jugoslawischen Verfassung erhielt der Kosovo den Status einer autonomen Provinz mit einem Sitz im föderalen Parlament und der Anerkennung des Albanischen als zweiter Amtssprache. Allerdings blieb der Kosovo ein Teil der serbischen Republik und als konstitutives Element des jugoslawischen Bundes. Das ganze Gebiet der Geltung der kosovarischen Verfassung, die kraft der und gestützt auf die Bundesverfassung erlassen wurde, konnte ohne die Zustimmung von Kosovo nicht verändert werden. Auch eine Veränderung der völkerrechtlich garantierten Außengrenze Jugoslawiens bedurfte der Zustimmung von Kosovo. Aber im Unterschied zu anderen jugoslawischen Republiken wurde das Sezessionsrecht den Autonomiegebieten im Gegensatz zu Republiken aber nicht gestattet.

Also, in der Zeitperiode 1974 – 1980, während des Inkrafttretens der Verfassungs- und Gesetzgebungsautonomie bis zum Titos Tod, konnte die albanische Bevölkerung eine Verbesserung der Menschenrechtslage im Vergleich zu früheren Rankovics Ära verzeichnen.

Also, in dieser wissenschaftlichen Arbeit, als Kernpunkt wird die Rechtslage der albanischen Bevölkerung in Kosovo in der Zeitperiode, als Slobodan Milosevic an die Macht kam, und die Kriege gegen andere nicht serbische Ethnien führte, dargestellt. Es wird überwiegend erörtert, wie er die legale Institutionen des damaligen Tito- Jugoslawiens verfassungswidrig, abstürzte, und ließ einen neuen Prätorianrzustand im Kosovo herrschen. Serbien nach dem Titos Tod sollte Slobodan Milosevic ab 1987 schließlich den Mann gefunden zu haben, der bereit war, diesen föderalen Status vom 1974 um jeden Preis zu revidieren und ein zentraler Staat zu gestalten.

Während dieser Zeitperiode der Milosevics-Herrschaft wurden mehrere Kriege selbst zwischen jugoslawischen Brüderschafts Völkern durchgeführt. Es wurde auch die albanische Bevölkerung des Kosovo nicht von dem Krieg und Ausrottung verschont geblieben. Im Kosovo in der Zeitperiode während die NATO- Angriffe gegen serbische Armee, Polizei und Paramilitärs führte, wurden durch die Serben über 10 Tausend Albaner getötet und soviele als Vermisst gemeldet. Nach Schätzungen der humanitären Organisationen wurden über 1 Million Menschen aus dem Kosovo ins Ausland vertrieben. Schließlich wird in dieser Arbeit eine Analyse über die Notwendigkeit der Gründung der sog. UCK (Kosovarischen Befreiung Armee) erstellen.

2. Die Klärung des Begriffes „ Terrorismus“, und ihre Erscheinungsformen

Es gibt weltweit eine Vielzahl von Definitionen, die den Sachverhalt Terrorismus zu erklären versuchen. Es ist bekannt, dass der Terrorismus so alt wie die Menschheit ist. Er war auf allen Kontinenten präsent, und noch heute ist, daher den Begriff des Terrorismus ist so schwer zu definieren, weil die Bedeutung des Sachverhaltes im Laufe der Zeit immer verändert hat.

Unter den Begriff Terrorismus (lat. terror „Furcht“, „Schrecken“) “sind Gewalt und Gewaltaktionen (wie z. B.: Entführungen , Attentate , Sprengstoffanschläge etc.) gegen eine politische Ordnung zu verstehen, um einen politischen Wandel herbeizuführen.“[1]. Dennoch die Wörter wie: Terror, Terrorismus und Terrorist sind in einem französischen Lexikon als Synonym für „die Schreckensherrschaft“ erklärt worden[2].

Viele Welt- und EU Organisationen, sowie auch die Vereinten Nationen, beschäftigen sich bereits seit langen Jahren mit der Thematik des Terrorismus. Allgemeine Konventionen zum Thema scheiterten an dem Versuch eine Definition einzubinden. Es sind überwiegend auf zwei Blocks die Autoren verteilt, wobei ein Teil von denen, die Terroristen als legitime Freiheitskämpfer sehen, im Gegenzug die andere sehen sie als Terroristen. Erwähnenswert ist eine Resolution des Sicherheitsrates vom Jahre 1992 zu artikulieren, welche ein wichtiger Schritt voran erreichte, welcher zum ersten Mal den Terrorismus, als Bedrohung für den Weltfrieden vorgesehen hat, sondern auch stellte klar, dass ein staatlich unterstützter Gewaltakt auch terroristischer Natur sein kann. In einer solchen Situation sind die Autoren auch während des Kosovo-Kriegs geteilt, weil sie nicht die Verantwortlichen der Terrororganisation mit einen klaren Name nannten, sondern, wie: z. B. der Beschluss der Sondertagung des Ständigen Rates der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa vom 11. März 1998, welcher unter Verurteilung der Anwendung übermäßiger Gewalt durch die serbischen Polizeikräfte gegen Zivilpersonen und friedliche Demonstranten im Kosovo, wurden auch die Aktivitäten der sog. Verteidigungskrieg der Kosovo-Befragungs-Armee, als terroristische Tätigkeit bezeichnet[3]. Hierbei, sollte klar definiert werden, dass die serbische Polizeikräfte verantwortlich seien, welche ständige Terrorakte gegenüber albanischer Zivilisten ausübten. Es ist bekannt geworden, dass der serbische staatliche Terrorismus geführt durch Polizeikräfte das wichtigste konstituierende Element des totalitären Regimes von Slobodan Milosevic war.

Unter dem Begriff “Staatsterror“ würde man “staatsphilosophisch den Einsatz der Angst der Bürger vor dem Gewaltmonopol des Staates, als Zwangsmittel des Staates für die Gesetzestreue seiner Bürger“, bezeichnen[4]. Nach der Meinung von Hobbes “verlieh der Terror dem Staat (terror of legal punishment) das notwendige und legale Zwangsmittel zu seiner Konstitution. Staatsterrorismus bezeichnet Gewaltakte, die als terroristisch eingestuft und von Organen oder zumindest informell kontrollierten Akteuren ( Todesschwadronen ) eines Staates vollzogen beziehungsweise durch eine souveräne Regierung gefördert werden.“[5].

Nach bisherigen Erfahrungen werden die Terroristen sich nicht immer hinter den Bezeichnungen wie “Freiheitskämpfer“ oder “Stadtguerilla“ verstecken. Es gab die Zeiten, in welchen die Terroristen selber zu dieser Bemühung beigetragen haben. Ein solcher Fall war mit den Anarchisten des 19. Jahrhunderts, die beispielweise sich selber ganz unerschrocken als Terroristen ausgaben, und räumten ganz offen ein, dass es sich bei ihrer Vorgehensweise um Terrorismus handelte[6].

In ähnlicher weise hatten die Mitglieder Narodnaya Wolya Hemmungen gehandelt, die eben diese Begriffe benutzten, um sich und eigene Taten terroristisch zu beschreiben. Die jüdische Terroristen Gruppe der 40er Jahre, die unter dem Namen „ Levi “ bekannt wurde, gilt als eine der letzten terroristischen Gruppen, die sich Selber wirklich öffentlich als eine terroristische Organisation bezeichnet hat[7].

Kurz bevor der Zweite Weltkrieg ausbrach, wurde vom Völkerbund in Genf ein Vertragsentwurf über „kriminelle Taten“, zur Unterzeichnung vorgelegt. In diesem Dokument wurden "kriminelle Taten, die gegen einen Staat gerichtet sind und das Ziel verfolgen, bestimmte Personen, eine Gruppe von Menschen oder die Allgemeinheit in einen Zustand der Angst zu versetzen als Terrorismus bezeichnet.“[8]. Dieses internationale Abkommen scheiterte, weil kein europäisches Land die Konvention ratifizierte.

Es ist wichtig zu beschreiben, aber auch sehr strittig zu klären, wie die terroristischen Gewaltakte kategorisiert können, denn sie ganz unterschiedlicher Art und Weise erscheint sind. Also, sie sind zu unterschiedlich, um im Stichwort “Terrorismus“ zusammenzufassen. Die Welt hat nach den geschichtlich bekanntesten Gewaltakten der terroristischen Gruppierungen in Europa, wie: RAF (Rote Armee Fraktion), IRA (Irisch-Republikanische Armee), Tupamaros, ETA (Abkürzung für baskisch Euzkadi Ta Azkatasuna: „Baskenland und Freiheit“), Baader-Meinhof-Gruppe (auch Baader-Meinhof-Bande), Rote Brigaden, einen Ausblick der terroristischen Phänomenologie gewinnen können.

Es ist auch erwähnenswert zu schildern, dass bis zum 11. September 2001 nur sechs (England Frankreich, Deutschland, Italien, Portugal, Spanien und) der fünfzehn Mitgliedstaaten der EU, eine spezifische lediglich Antiterrorismusgesetzgebung besaßen. Sie verfassten diese Gesetze, weil sie Erfahrungen mit der Bekämpfung des Terrorismus in ihren eigenen Ländern hatten.

Nach den Attentaten auf das World Trade Center von 11. September 2001 wurden Resolutionen konkret gegen das Terrornetzwerk al-Qaida und das Taliban-Regime verfasst. Relevant auch für spätere Sanktionen waren die Sicherheitsrats-Resolution 1267 und die Folgeresolution 1333. Danach hat der Sicherheitsrat am 12.09.2001 gemäß den Prinzipien und Zielen der Charta der Vereinten Nationen eine Resolution 1368 (2001) um die terroristischen Akte zu bekämpfen, entschlossen in Anerkennung des natürlichen Rechts auf individuelle oder kollektive Selbstverteidigung in Übereinstimmung mit der Charta. Ein Monat später wurde auch die andere Resolution des Sicherheitsrates verabschiedet, die alle Staaten die Finanzierung terroristische Handlungen zu verhüten und zu bekämpfen oblag[9].

Die möglichen Erscheinungsformen des “Terrorismus“ sind ganz unterschiedlich, wie: Bombenanschläge auf Gebäude durch die Anschläge vom 11. September 2001, auf das World Trade Center und das Pentagon, bei denen etwa 3000 Menschen ihr Leben verloren haben; Ermordungen von z.B. Staatsoberhäuptern, z.B.im Jahre 1981 Ermordung des ägyptischen Präsidenten Anwar el Sadat, durch den ägyptisch-islamischen Jihad, als Protest gegen die Sadats Normalisierung der Beziehungen mit Israel; der Fall im Jahre 1995, wann der israelische Ministerpräsident Yitzhak Rabin von Yigal Amir, einem Extremist orthodoxen Juden, der an eine göttliche Rechtgebung für den Mord eines Staatsoberhaupts glaubte, ermordet wurde. Danach wurden Massaker an Zivilisten durch militärische oder Sonderpolizeieinheiten ausgeübt, wie: in den Jahren 1998/99 wann die serbische Sonderpolizei und Einheiten der Jugoslawischen Armee eine Großoffensive gegen die kosovarischen Befragungsarmee unternahmen; dabei kam es überwiegend zu Übergriffen auf die Kosovo-albanische Zivilisten); unterschiedliche Vergiftungen, wie z.B. die japanische AUM-Sekte im Jahre 1995, die durch den Giftgasanschlag in der U-Bahn von Tokio bekannt geworden ist. Mindestens dreimal zuvor hatten sie erfolglos versucht, in der U-Bahn der Stadt Botulinumtoxin als Pulver über die Luft zu verbreiten, und auch von Produkten des Supermarkts, die Vergiftung von Wasser und so weiter.

Also, wie die vorige dargestellten terroristischen Fälle, beim Terrorismus geht es um Macht zur Durchsetzung politischen Wandels, und vorwiegend um Gewalt – oder ebenso wichtig, um die Androhung von Gewalt, welche Gewalt zugunsten oder im Dienste eines politischen Ziels benutzt und eingesetzt wird[10]. Also, es ist die Besonderheit des Terrorismus jedoch von der Alltagskriminalität durch folgende Kriterien abzugrenzen: „Wiederholung, Motivation, Zweck, Akteur und Effekte“[11]. Es ist wichtig zu erwähnen, dass “ein Krieg gegen Zivilisten, motiviert von Hass, Rache, Gier, oder Politischer beziehungsweise psychologischer Instabilität, immer Schon die unsinnigste aller militärischen Taktiken war. Daher es lässt sich kaum eine andere benennen, die der eigenen Sache so sehr schadet. Der Militärschlag gegen Zivilisten wurde “Terrorismus“ genannt, von der Römischen Republik an, bis zum späten 18.Jahrhundert zum Beispiel war der geläufigste Begriff hierfür der des “destruktiven Krieges“.[12].

3. Die Entstehung des ersten Jugoslawiens (SKS) vom 1918, als Grundlage des Staatsterrorismus gegen die albanische Bevölkerung

Als Staatsterrorismus bezeichnet man staatlich organisierte oder geförderte Gewaltakte, gegen Zivilisten oder einer ethnischen Minderheit, die nicht auf einer gesetzlichen Grundlage beruhen. Ähnlich war auch der Schicksaal der albanischen Bevölkerung in ehemaligen Territorien des damaligen serbischen Staates, seit der Anerkennung Serbiens und Montenegros als unabhängige Staaten auf dem Berliner Kongress im Jahre 1878[13]. In diesem Kongress verblieben Kosovo und Albanien hingegen im Osmanischen Reich. Es gab innerhalb der staatlichen Politik der beiden Länder Serbien & Montenegro faschistische Elaborate mit terroristischen Ansichten gegenüber der albanischen Bevölkerung. Als der serbische Staat von 1878 Unabhängig anerkannt wurde, der die nordwestlich Kosovo gelegenen osmanischen Gebiete erwarb, bestand eine der ersten Maßnahmen in der systematischen Vertreibung der dort teils als Mehrheit, teils als Minderheit ansässigen Albaner. Die meisten von ihnen, Zehntausende, gelangen auf ihrer Flucht in das heutige Kosovo[14].

In serbischen Elaboraten wurde eine enge Zusammenarbeit zwischen den serbischen

Intellektuellen und staatlichen Kräften eingesetzt, damit die Struktur der Bevölkerung des Kosovo zu Gunsten der Serben, zur Vertreibung des albanischen Volkes führen.

In einem staatlichen terroristischem Zustand befand sich ein großer prozentualer Anteil (75%)[15] der kosovarischen albanischen[16] Bevölkerung auch im 1912er nach dem 2. Balkankrieg, als die Türken aus dem Balkangebiet vertrieben wurden und die Hälfte Albaniens[17] wurde an Serbien, wie der Kosovo[18], die andere Gebiete im Westmazedonien, Montenegro und der Süden an Griechenland aufgeteilt wurde. Im ersten Balkankrieg besiegten Serbien, Montenegro und Griechenland die Türkei und erzielten territoriale Gewinne, im Londoner Friedensabkommen (Mai 1913) musste die Türkei in die Abtretung ihres fast gesamten europäischen Gebietes einwilligen[19].

In dieser Zeit 1912 – 1913 kam es zu einer kriegerischen Auseinandersetzung um die politische und territoriale Vorherrschaft Südosteuropas, und durch einen blutigen kriegerischen Akt des Terrors des serbischen Staates gegenüber der albanischen Bevölkerung wurde der Kosovo am 20. Oktober von Serbien annektiert[20]. Über einen kontinuierlichen staatlichen Terrorismus gegenüber den Albanern dokumentierte auch die damalige amerikanische Carnegie-Stiftung, die im Jahre 1914 eine erschütternde Dokumentation über Menschenrechtsverletzungen und Gräueltaten publizierte, die den Schrecken des Jugoslawischen Erbfolgekrieges ab 1991 nicht nachstehen[21].

Über eine solchen Gewaltausmaß des serbischen Regimes gegenüber der albanischen Bevölkerung berichteten viele ausländischen Medien, wie z. B.: die “Frankfurter Zeitung“ 1913, die “Kreuzzeitung“ vom Autor Prof. Schiemann 1912, das “Daily Cronicle“, am 12. XI.1912, „“Massaggerò“,“Humanité“, “Rieget“[22], sowohl auch selbst Medien Serbiens. So beschrieb der Führer des linken Flügels der ‘Sozialdemokratischen Partei Serbiens', Dimitrije Tucovic,: “Sobald die Soldateska sich selbst überlassen war, deren politische Orientierung nicht ganz klar war, und mit der albanischen Bevölkerung in Berührung kam, richtete sie eine derartige Verheerung an, dass sie das albanische Volk in einen verzweifelten Kampf ums Überleben stürzte... Albanische Dörfer, aus denen die Menschen rechtzeitig geflohen waren, wurden Brandstätten. Sie waren aber auch barbarische Krematorien, in welchen Hunderte Frauen und Kinder verbrannten. Und solange die Aufständischen die serbischen gefangenen Offiziere und Soldaten entwaffneten und wieder freiließen, solange hatte die serbische Soldateska kein Mitleid mit ihren Kindern, Frauen und Kranken."[23].

[...]


[1] Vgl. URL: http://de.wikipedia.org/wiki/Terrorismus [Stand: 30.02. 2003].

[2] Vgl. URL: http://www.referate10.com/referate/Deutsch/7/Terrorismus-reon.php [Stand: 25.02.03].

[3] Vgl. URL: http://www.un.org/depts/german/sr/sr_98/sr98.pdf [Stand: 20.02.2003].

[4] Vgl. URL: http://de.wikipedia.org/wiki/Staatsterror [Stand: 20.01.2003].

[5] Vgl. URL: http://de.wikipedia.org/wiki/Terrorismus#Staatsterror.2FStaatsterrorismus [26.02.2003].

[6] Vgl. URL: http://www.monde-diplomatique.de/pm/2004/09/10.mondeText.artikel,a0023.idx,7 [22.02.2004].

Mehrere terroristische Handlungen von Anarchisten, waren ein Grund, dass am 24. November 1889 in Rom eine Internationale Konferenz zur Verteidigung gegen den Anarchismus eröffnet wurde. Die 21 vertretenen Länder entschieden einstimmig, der Anarchismus sei nicht als politische Doktrin zu werten. Anschläge von Personen, die sich auf ihn beriefen, sollten als kriminelle Handlungen gelten.

[7] Hoffman, B: Terrorismus – der Unerklärte Krieg S. 34, 1999.

[8] Heintze, H – J: Völkerrecht und Terrorismus, in: Kai Hirschmann/Peter Gerhard (Hg.), Terrorismus als weltweites Phänomen, Berlin 2000, S. 218. "Genfer Konvention zur Verhütung und Bekämpfung des Terrorismus", am 16. November 1937.

[9] Vgl. URL: http://www.uni-kassel.de/fb5/frieden/themen/Terrorismus/un-sr-01-09-28.html [Stand: 23.02.2002].

[10] Hoffman, B: aa.O, S. 15.

[11] Kemmesies, U. E:Terrorismus und Extremismus - der Zukunft auf der Spur, 2006, S. 49.

[12] Carr, C: Terrorismus, Die sinnlose Gewalt, 2002, S. 11.

[13] 1878 wurde im Berliner Kongress die volle Souveränität Serbiens von den Großmächten offiziell anerkannt.

[14] Clewing, K:‘Südost-Forschungen', Das Parlament'[6.- 13. 8. 99].

[15] Clewing, K, Mythen und Fakten zur Ethnostruktur des Kosovo, Ein geschichtlicher Uberblick; aus Reuter Jens Clewing, Konrad, (Hg.) Der Kosovo Konflikt – Ursachen, Verlauf, Perspektiven, Klagenfurt 2000, S. 49 – 50.

[16] Alba“ – Albaner dürfte auf ein indogermanisches Wort für Berg zurückgehen (selbe Wurzel wie „Alpen“); die Albaner stammen wohl von der Illyrischen,

[17] 1912, nach dem Ersten Balkankrieg wurde Albanien in den heutigen Grenzen unabhängig.

[18] Das Kosovo bildet – umgibt von Berg- und Hügelketten – eine geographische, nicht aber eine historische Einheit. Der Name „Kosovo“ wurde von der Region um Pristina – dem „Amselfeld“, „Kosovo Polje“, das durch die Schlacht gegen die Türken 1389 bekannt wurde –auf das ganze Gebiet übertragen. Die amtliche jugoslawische Bezeichnung „Kosovo und Metohija“ („Kosmet“) bezieht sich nicht auf zwei getrennte Landschaften, sondern auf die unterschiedliche Verwaltung von weltlichen und kirchlichen (klösterlichen) Territorien.

[19] Vgl. URL: http://lernportal.the-unwanted.com/lernstation/self/public/glossar__B.html [20.02.2004].

[20] Bajrami, H: Politika e shfarosjes se shqiptareve dhe kolonizimi serb i Kosoves (1884 – 1995), Prishtine 1995, S. 53.

[21] Vgl. URL: http://www.bmlv.gv.at/pdf_pool/publikationen/05_kk_02_schmidl.pdf [23.02.2003].

[22] Bajrami, H: aa.O, S.57.

[23] Tucovic, D:Serbien und Albanien . Wien 1999, S. 73, 75.

Details

Seiten
26
Jahr
2004
ISBN (eBook)
9783640737345
ISBN (Buch)
9783640737604
Dateigröße
1 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v160474
Institution / Hochschule
Ruhr-Universität Bochum – Kriminologie, Kriminalpolitik und Polizei Wissenschaften
Note
3
Schlagworte
Terrorismus Jugoslawien Albaner Herrschaft

Autor

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