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Die zeitgenössische deutsche Wahrnehmung der Haitianischen Revolution (1791-1806)

Hausarbeit 2010 21 Seiten

Geschichte Europa - Deutschland - 1848, Kaiserreich, Imperialismus

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Bedingungen des deutschen Blicks auf Haiti
a. Die abolitionistische Bewegung
b. Menschenbilder - Schwarzenbilder
c. Der deutsche Sklavereidiskurs
d. „Deutschland" am Vorabend der Haitianischen Revolution
e. Von Haiti nach Preußen - die napoleonischen Feldzüge

3. Die Rezeption der Haitianischen Revolution in Deutschland
a. Die Berichterstattung über Haiti in deutschen Publikationen
b. Die Verarbeitung der Haitianischen Revolution in der deutschen Erzählliteratur

4. Fazit

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Am 22. August 1791 erheben sich die Sklaven der nördlichen Ebene von St. Domingue und setzen damit einen Aufstand mit welthistorischen Folgen in Gang. Es folgen 13 Jahre blutiger Kämpfe, die nicht nur zwischen Schwarzen und Weißen stattfinden, sondern auch zwischen den verschiedenen sozialen Klassen (grand blancs, petit blancs, Mulatten, affranchis und Sklaven[1] ) und aus denen sich durch die Einmischung von Frankreich, England und Spanien zwischenzeitlich ein internationaler Kolonialkrieg entwickelt[2]. Napoleons Versuch, die Insel 1802 mit einer großen militärischen Invasion zurückzuerobern und die 1793 abgeschaffte Sklaverei wieder einzuführen, scheitert an dem massiven bewaffneten Widerstand der ehemaligen Sklaven und am Gelbfieber.

Die Kämpfe enden zwischenzeitlich 1804 mit der Unabhängigkeitserklärung Haitis von Frankreich. General Dessalines krönt sich zum haitianischen Kaiser und beendet damit die von Touissant Louverture 1801 ausgerufene erste unabhängige Republik mit einer schwarzen Mehrheitsbevölkerung. Die ungelösten Klassenkonflikte zwischen Sklaven und affranchis führen in der Folge zu weiteren Kämpfen in dem jungen Staat[3].

Haiti wird zum Vorbild für den Freiheitskampf von Sklaven in den Kolonien und in den jungen USA. Aber auch die deutsche bürgerliche Öffentlichkeit zeigt von Anfang an Interesse an den Ereignissen auf der Insel[4]. Dafür lassen sich verschiedene Gründe aufzeigen. Einerseits gibt es auch in den deutschsprachigen Staaten einen moralischen Diskurs über das Für und Wider der Sklaverei[5]. Vor allem aber finden die Kämpfe in St. Domingue kurz nach der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung und fast zeitgleich mit der Französischen Revolution statt[6]. Während die jungen Vereinigten Staaten für liberale Deutsche zu einem Identifikationspunkt werden, kippt die Begeisterung für die Französische Revolution bei ebendiesen spätestens in der Zeit des terreur schnell in Angst vor den entfesselten Volksmassen um. So wird das ferne Geschehen von der Sichtweise auf Frankreich stark beeinflusst[7], aber auch zu einer Projektionsfläche für allgemeine Positionierungen - sei es zu den revolutionären Ereignissen oder zu möglichen Gesellschafts- und Herrschaftsalternativen, die auch in Bezug auf das zusammenbrechende Deutsche Reich und die entstehende deutsche Nationalbewegung eine Rolle spielen.

Ein weiterer, nicht zu vernachlässigender Grund für das deutsche und europäische Interesse an der Insel liegt in dem Exotischen, das der Karibik anhaftet. Die Entdeckung der Insel Hispaniola, auf der Haiti liegt, durch Kolumbus war der erste europäische Kontakt mit der „Neuen Welt". Im Zuge der französischen Kolonialherrschaft wurde St. Domingue zu der ertragreichsten und reichsten Kolonie und bot somit Raum für allerlei exotistische und koloniale Fantasien[8].

Die vorliegende Arbeit hat den Zeitraum vom ersten Sklavenaufstand 1791 bis zur Haitianischen Unabhängigkeit 1804 im Blick. Überblicksartig sollen die Rezeptionsbedingungen, also der historische und diskursive Hintergrund, vor dem über St. Domingue bzw. Haiti berichtet wird, aufgezeigt werden. Die Darstellung der Berichterstattung in deutschsprachigen Medien wird aufgeteilt in die eher journalistische Rezeption[9] und die Verarbeitung der Ereignisse in der deutschen Erzählliteratur[10]. Erkenntnisleitend ist dabei stets die Fragestellung, inwieweit in der Berichterstattung nicht nur die karibische, sondern auch die europäische und die deutsche Realität mit verhandelt werden.

„Denn (re)produziert nicht jede Rede immer nur einen Diskurs, der eine „Fremde" allererst konstituiert, während das vorgebliche Referenzobjekt ganz unangreifbar bleibt? Ist nicht jede europäische Rede über die außereuropäische „Fremde" eine Selbstrepräsentation? Wäre es deshalb nicht besser [...], sich mit der immanenten Analyse des europäischen Diskurses über Haiti zu begnügen, statt auch noch darüber reden zu wollen, inwieweit einzelne Entwürfe Haiti gerecht werden oder nicht?"[11]

2. Bedingungen des deutschen Blicks auf Haiti

Vor, während und nach der Haitianischen Revolution gibt es in Europa eine Auseinandersetzung mit der karibischen Realität, vor allem der Sklaverei, die sozio- kulturell - u.a. bedingt durch die Möglichkeiten, auf Printmedien zuzugreifen - weitgehend auf gebildete, bürgerliche Schichten beschränkt ist. Sie wird einerseits von den Abolitionisten und den Verteidigern der Sklaverei auf der anderen Seite geführt, bietet aber durch ihre zeitgeschichtliche Nähe zur Französischen Revolution, zur amerikanischen Unabhängigkeit und der beginnenden lateinamerikanischen Unabhängigkeitsbewegung auch Raum für Projektionen und Positionierungen zu diesen Ereignissen.

a. Die abolitionistische Bewegung

Der wichtigste Akteur in dieser Auseinandersetzung ist die abolitionistische Bewegung, die das Schicksal der Sklaven in den überseeischen Kolonien auf die politische Agenda der Kolonialstaaten setzt. Besonders in England entwickeln sich die Abolitionisten durch ihre Breitenwirkung, die innovativen Organisationsformen und ihre Werbemethoden zu „der ersten politischen Bürgerbewegung"[12]. Aber auch in Frankreich gibt es organisierten Widerstand gegen den Handel mit und die Ausbeutung von Menschen aus Afrika in den Kolonien[13]. Gerade die literarische Verarbeitung der Sklaverei spielt eine wichtige Rolle für die öffentliche Wahrnehmung in Europa. Werke wie Oroonoko (1688) oder die Autobiographie des ehemaligen Sklaven Olaudah Equiano, The Interesting Narrative of the Life of Olaudah Equiano, werden über England hinaus weit verbreitet und tragen mit ihren Schicksalsgeschichten von tragischen schwarzen Helden dazu bei, dass die Abolitionsthematik auch in Ländern, die nicht am Sklavenhandel beteiligt sind, rezipiert und diskutiert werden[14]. Es gibt auch eine Fülle von Bühnenstücken, die sich der Situation der Sklaven widmen[15].

b. Menschenbilder - Schwarzenbilder

Die gesellschaftliche Auseinandersetzung um den Sklavenhandel berührt an vielen Stellen den gesellschaftlichen Diskurs um Gleichheit und Menschenrechte, der im ausgehenden 18. Jahrhundert nahezu in ganz Europa geführt wird. Die Idee der Gleichheit aller Menschen, die in Frankreich mit der Erklärung der Rechte des Menschen und des Bürgers ersten staatlichen Ausdruck fand[16], wird von den Abolitionisten auf die Sklaven in den Kolonien ausgeweitet[17]. Das ist nicht selbstverständlich, werden diese - besonders von den Fürsprechern des Sklavenhandels - oft nicht einmal als Menschen wahrgenommen. So schreibt der britische Plantagenbesitzer und Historiker Edward Long 1774:

"In general, they are avoid of genius, and seem almost incapable of making any progress in civility of science. They have no plan or system of morality among them. [...] I do not think that an oran-outang husband would be any dishonour to an Hottentot female for what are these Hottentots? In many respects they are more like beasts than men. [...] The examples which have been given of Negroes born an trained up in other climates, detract not from that general idea of narrow, humble intellect, which we affix to the inhabitants of Guiney. We have seen learned horses and even talking dogs, in England"[18].

Dieser entmenschlichende Rassismus findet sich etwa 100 Jahre zuvor auch bei Vordenkern der Aufklärung, wie Immanuel Kant, der schwarzen Menschen die Möglichkeit der „Zivilisierung" mangels ästhetischen Empfindens oder Erhabenheit generell abspricht:

„Die Neger von Afrika haben von der Natur kein Gefühl, welches über das Läppische stiege. [...] unter den hunderttausenden von Schwarzen, die aus ihren Ländern anderwärts verführt werden, [... ist nach Hume, d.V.] nicht ein einziger jemals gefunden worden, der entweder in Kunst oder in Wissenschaft [...] etwas Großes vorgestellt habe. [...] So wesentlich ist der Unterschied zwischen diesen zwei Menschengeschlechtern, und der scheint eben so groß in Ansehung der Gemüthsfähigkeiten, als der Farbe nach zu sein"[19].

Neben dem aufgeklärt-abolitionistischen Diskurs, der im Sinne von Montesquieu und Locke[20] ein Naturrecht auf Freiheit und Selbstbestimmung unabhängig von Herkunft und Hautfarbe einfordert, existiert also ein mindestens genauso wirkmächtiger rassistischer Diskurs, in dem die Sklaven mehr als Wilde oder gar nur als belastbare Nutztiere wahrgenommen werden[21]. Die Existenz dieser widersprüchlichen Diskurse ist nicht unwichtig bei der Betrachtung der literarischen Verarbeitung der Vorgänge auf Haiti - schließlich finden sich die entsprechenden Menschenbilder auch in den zeitgenössischen Texten wieder. Zantop bemerkt allerdings zurecht:

„In den Debatten über „Rasse" vs. „Art" scheinen die diskursiven Gemeinsamkeiten Unterschiede im Ansatz oder sogar in den Ergebnissen zu überspielen [...] - alle Anthropologen in den 1790er Jahren scheinen davon überzeugt zu sein, daß der weiße Mann sowohl Ur-Mensch als auch höchste Form der Menschheit ist [...] und deshalb mit Recht kulturellen Vorrang vor allen anderen einnimmt"[22].

c. Der deutsche Sklavereidiskurs

Im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation des ausgehenden 18. Jahrhunderts spielt die Auseinandersetzung um die Sklaverei im Grunde eine nebensächliche Rolle. Weder gibt es deutsche Kolonien in Übersee, noch sind deutsche Händler in größerem Maße am Sklavenhandel beteiligt. Die Frage nach der Abolition ist also nicht mit direkten wirtschaftlichen Konsequenzen verbunden, wie in Frankreich oder England. Erstaunlich ist daher, dass es unter deutschen Intellektuellen trotzdem ein reges Interesse an der Thematik gibt.

„Anzahl und Polemik der in deutschen Zeitschriften über Sklavenhandel und Plantagensklaverei erschienenen Artikel und Repliken lassen von einer deutschen Sklavereidebatte etwa seit Mitte der 1780er Jahre sprechen. Von da an setzte eine regelrechte Flut von Artikeln und Abhandlungen ein, die sich direkt mit den Aktivitäten und Argumenten der britischen, aber auch der französischen Abolitionsbewegungen auseinandersetzen"[23].

Hier setzt die leitende Frage dieser Arbeit an, nämlich inwieweit die journalistische und literarische Reflexion über die Sklaverei in Übersee und die Haitianische Revolution gleichzeitig, oder gar hauptsächlich, eine Reflexion über die deutschen Verhältnisse ist. Die tiefgreifenden Prozesse und Umwälzungen, die Europa in dieser Phase des allgemeinen Umbruchs erschüttern (französische und amerikanische Revolution, Aufklärung, Aufstieg des Bürgertums, frühe Formen kapitalistischen Wirtschaftens, napoleonische Feldzüge und Koalitionskriege), gehen am Bewusstsein der Menschen nicht spurlos vorbei. Die intellektuelle Verarbeitung der Ereignisse findet zu großen Teilen in Form von politischer, philosophischer, aber auch belletristischer Literatur statt. Zentrale Bedeutung hat in dieser Phase die Selbstbestimmung und -findung von Deutschland als Nation.

d. „Deutschland" am Vorabend der Haitianischen Revolution

Im Gegensatz zu Frankreich, wo schon seit dem 16. Jahrhundert nation als Begriff für die politisch-staatliche Einheit eines Volkes bedeutungsvoll wurde, ist die nationale Frage in Deutschland im ausgehenden 18. Jahrhundert eher ungeklärt. Schon die territoriale Organisation unterscheidet sich maßgeblich von dem französischen Nachbarn. Frankreich als „Prototyp eines modernen, zentralen Flächenstaates mit einer weitgehend ethnischen und konfessionellen Homogenität"[24] steht ein „territorial zerklüftetes, polyzentrisches Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation"[25] gegenüber. In einigen Teilen des Deutschen Reichs wird deutsch nur in der Minderheit gesprochen [26]. Das Reich ist „nur noch eine formelle Klammer, die die auseinanderstrebenden Teile mühsam zusammenhielt" , was sich am deutlichsten im Siebenjährigen Krieg offenbart, in dem sich Preußen und Österreich feindlich gegenüberstehen. Der Wunsch nach nationaler Einheit und nach einem „Vaterland" treibt vor allem die deutschen Intellektuellen um und führt spätestens ab Mitte des 18. Jahrhunderts zu einer verstärkten Patriotismusdebatte[28]. Diese ist dadurch gekennzeichnet, dass sie sich abseits von realen politischen Bewegung mehr in der Welt des Geistes bewegt[29]. So entsteht der Begriff der „Kulturnation", die sich als kulturelle Einheit formieren und im Sinne eines Moraldiskurses einen europäischen Vorbildcharakter haben solle.

[...]


[1] Grand blancs = die weiße Oberschicht, petits blancs = weiße Handwerker und kleine Händler, Mulatten = Nachkommen aus Verbindungen von Sklaven und weißen Kolonisatoren, affranchis = freie Schwarze / freigelassene Sklaven. Die sozialen Gruppen sind - auch in der wissenschaftlichen Literatur - „rassifiziert", was allerdings weitgehend den damaligen Einteilungen und Konfliktlinien entsprechen dürfte.

[2] Vgl. Zantop, Susanne, Kolonialphantasien im vorkolonialen Deutschland (1770-1870), Berlin 1999, S. 165.

[3] Vgl. ebd., S. 166.

[4] Vgl. ebd.

[5] Zantop beschreibt in den Kolonialphantasien ausführlich, wie sich die deutsche Kritik an der Politik der Kolonialmächte mit dem Wunsch nach eigenen Kolonien vermischt.

[6] Zum ereignisgeschichtlichen Rahmen vgl. Schüller, Karin, Die deutsche Rezeption haitianischer Geschichte in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Ein Beitrag zum deutschen Bild vom Schwarzen, Diss., Köln 1991, S. 45-50.

[7] Vgl. ebd.

[8] Vgl. Uerlings, Peter, Poetiken der Interkulturalität - Haiti bei Kleist, Seghers, Müller, Buch und Fichte, Tübingen 1997.

[9] Eine vorzügliche ausführliche Auswertung von wissenschaftlichen und politisch-historischen Texten zu Haiti bietet das Werk von Schüller.

[10] Hier bieten die Texte von Zantop, S. 164-187, und Lahaye, Birgit, Pirating History - Die Darstellung des haitianischen Unabhängigkeitskampfes in der Erzählliteratur, Münster 2003, einen ausführlichen Überblick.

[11] 1 Uerlings, S. 6.

[12] Barbara Riesche, Schöne Mohrinnen, edle Sklaven, schwarze Rächer, Diss., München 2007, S.22. Riesche erwähnt hier die Gründung überregionaler Netzwerke, die Erstellung quantitativer Erhebungen und politischer Petitionen. „Zuckerabstinenz" wurde eine Mode in christlich-bürgerlich engagierten Kreisen und war das Ergebnis des ersten öffentlich inszenierten Konsumboykotts der Geschichte.

[13] Die französische Societe de Amis des Noirs hatte bekannte Politiker wie Robespierre oder Lafayette in ihren Reihen. Eines der wichtigsten abolitionistischen Werke, Die Geschichte beider Indien (1770), stammte vom französischen Abbe Raynal; vgl. Raynal, Guillaume: Die Geschichte beider Indien, Nördlingen 1988.

[14] Vgl. Riesche 2007, S.22f.

[15] Zur zeitgenössischen Darstellung von schwarzen Menschen und Sklaverei auf deutschen Bühnen vgl. Riesche 2007.

[16] Vgl. Axel Kuhn, Die Französische Revolution, Stuttgart 1999, S. 217-221.

[17] Die britische Association for the Abolition of the Slave Trade warb mit dem Bild eines angeketteten Sklaven und dem Slogan „Am I not a Man an your Brother". Vgl. Riesche 2007, S. 27.

[18] Long, Edward: History of Jamaica. Bd. 3. London 1774. Daraus das Kapitel "Negroes", zitiert nach Craton, Slavery, Abolition and Emanzipation, S. 260-265, hier nach Riesche, S. 27.

[19] Kant, Immanuel, Beobachtungen über das Gefühl des Schönen und Erhabenen, in: Immanuel Kant's Sämmtliche Werke, ed. G. Hartenstein, Leipzig 1867, S. 276-277.; zitiert nach: Gilman, Sander L., The Aesthetics of Blackness in Heinrich Von Kleist's "Die Verlobung in St. Domingo", MLN, Oktober 1975, S. 666f.

[20] Die beiden Philosophen wandten die Idee des Naturrechts auf Freiheit schon im 17. Jahrhundert auch auf schwarze Menschen an. Vgl. Riesche 2007, S. 30.

[21] Zum Rassendiskurs um 1800 und zur Rolle von Kants Rassentheorie vgl. Gribnitz, Barbara, Schwarzes Mädchen, weißer Fremder - Studien zur Konstruktion von„Rasse"und Geschlecht in Heinrich von Kleists Erzählung Die Verlobung in St. Domingo, Würzburg 2002, S. 41-56 und Zantop, S. 86-122.

[22] Ebd., S. 100.

[23] Riesche 2007, S. 72; Riesche nennt als wichtigste Publikationen das Deutsche Magazin, die Deutsche Monatsschrift, das Magazin für das Neueste aus Physik und Naturgeschichte, die Minerva, das Historisch-politische Magazin und die Allgemeine deutschen Bibliothek; vgl. Ebd. Eine ausführliche Auswertung der Berichterstattung in deutschen Publikationen findet sich bei Schüller.

[24] Struck, Bernhard; Gantet, Claire, Revolution, Krieg und Verflechtung 1789-1815, Darmstadt 2008, S.29.

[25] Ebd. Der Dreißigjährige Krieg hatte viel Infrastruktur zerstört und der Westfälische Friede von 1648 Deutschland in etwa 360 souveräne Fürstentümer zersplittert. Vgl. Kühnl, Reinhard, Deutschland seit der Französischen Revolution, Heilbronn 1996, S. 14f.

[26] Wobei Struck und Gantet anmerken, dass Frankreich kulturell und sprachlich heterogener war, als es der Kontrast zum deutschen Partikularismus und die zentralistische politische Struktur implizieren. Vgl. Struck/Gantet, S. 29-31.

[27] Kuhn, S. 172.

[28] Planert vertritt die These einer nationalen „Sattelzeit" zwischen den 1740er und 1820er Jahren und verortet hier Anfänge des deutschen Nationalismus, entgegen der Position, erst die nationalen Mobilisierungen gegen Napoleon hätten eine vornationale Phase in Deutschland abgelöst. Vgl. Planert, Ute, Wann beginnt der„moderne"deutsche Nationalismus, in: Echternkamp, Jörg und Müller, Sven Oliver (Hg.), Die Politik der Nation. Deutscher Nationalismus in Krieg und Krisen 1760-1960, München 2002, S. 25-60.

[29] Heine bemerkte 1834 „bissig, daß Robespierre nur einem gewöhnlichen König den Kopf abschlug, während Kant den Himmel stürmte"; Kühnl 1996, S. 17.

Details

Seiten
21
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783640737352
ISBN (Buch)
9783640737611
Dateigröße
526 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v160283
Institution / Hochschule
Universität Bremen – Außereuropäische Geschichte
Note
1,3
Schlagworte
Wahrnehmung Haitianischen Revolution Heinrich Kleist Sklaverei Haiti Aufstand Französische Revolution Napoleon Nationalismus Kaiserreich Nationalbewegung Fichte

Autor

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