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Werken in der Grundschule

Ein Praktikumsbericht

Praktikumsbericht / -arbeit 2009 8 Seiten

Pädagogik - Heilpädagogik, Sonderpädagogik

Leseprobe

1 Einleitung

Im Folgenden soll sowohl die gesamte Praktikumsphase beschrieben als auch eine besonders gelungene Unterrichtsstunde detaillierter dargestellt werden. Zu Beginn wird eine kurze Beschreibung der Klassensituation vorgenommen, in der die Lerngruppe und der zugeteilte Klassenraum vorgestellt werden. Anschließend soll auf die Methoden- und Medienwahl eingegangen werden. Hier wird ein knapper Überblick über den Ablauf unserer Unterrichtsstunden gegeben. Danach folgt die ausführlichere Darstellung einer Unterrichtsstunde, in der der Arbeitsauftrag darin bestand, eine Rassel zu bauen. Neben einer kurzen Darstellung der Lernziele, folgen die Sachstrukturanalyse, sowie die methodische Analyse. Dies geschieht unter Berücksichtigung der „10 Merkmale guten Unterrichts“ von Hilbert Meyer. Im abschließenden Teil findet eine Reflexion über die Praktikumsphase statt.

2 Klassensituation

2.1 Kurze Beschreibung der gesamten Lerngruppe

Während unseres Projektes bestand unsere Klasse (2. und 3. Schuljahr) aus 18 Schülern[1], acht Mädchen und zehn Jungen. Die Klasse war zusammengesetzt aus Schülern verschiedener Nationen. Wir haben schnell den Eindruck gewonnen, dass der Klassenverband nicht sehr stark zusammenhält. Es schien einzelne Gruppen zu geben, welche nicht viel untereinander agierten. Jedoch verstand sich der Großteil der Schüler untereinander gut und ging in der Regel rücksichtsvoll miteinander um. Die Schüler, vor allem die Mädchen, zeigten sich sehr aufgeschlossen. Die Atmosphäre war tagesformabhängig. An einigen Tagen waren die Schüler konzentriert und bemüht, ruhig zu sein, an anderen Tagen waren sie sehr unkonzentriert und laut. Da der Unterricht sich vor allem durch Stationsarbeit zusammensetzte, waren inhaltliche Gründe für die Unruhe nicht festzustellen. Die Störungen bestanden aus Gesprächen, Herumlaufen, verbale Aggression gegen Mitschüler, Desinteresse bis hin zur Arbeitsverweigerung. Das Arbeitsverhalten in der Klasse war als heterogen zu bezeichnen. Während einige Schüler schon konzentriert und zügig einen Arbeitsauftrag selbständig durchführen konnten, hatten andere hier noch große Schwierigkeiten. Sie benötigten sehr viel Zeit, um mit der Arbeit zu beginnen und waren bei der Durchführung oft abgelenkt, so dass wir sie oftmals ermuntern mussten, mit der Arbeit fortzufahren. Ebenfalls war das Arbeitstempo in der Klasse als sehr unterschiedlich zu bezeichnen. Einige Schüler arbeiteten zügig und konnten ihre Aufgaben in der dafür vorgesehenen Zeit erledigen. Andere brauchten mehr Zeit, um Aufgabenstellungen zu verstehen und diese dann bearbeiten zu können. Einzelne Schüler traten im negativen Sinn auffällig in Erscheinung und hinderten andere Kinder während der Stunde am Lernen und der Mitarbeit. Eine Jungengruppe musste oftmals ermahnt werden, sich an Regeln im Unterricht zu halten und nur nach vorherigem Melden zu sprechen. Aber auch anderen Schülern bereitete es Schwierigkeiten, sich an die Melderegel zu halten. Sie konnten es oft noch nicht abwarten, bis sie an die Reihe kamen und riefen ihre Ergebnisse oder Meinungen in die Klasse hinein. Wir reagierten darauf, indem wir an die Melderegel erinnerten und nur Kinder aufriefen, die aufzeigten.Ein Schüler zeigte fast täglich aggressive Verhaltensweisen. Diesem Schüler mussten wir klare Konsequenzen aufzeigen, die bei einem unangemessenen Verhalten greifen würden. Ebenso haben wir mit Schülern verfahren, die ständig laut waren. Als Konsequenz vewährten wir ihnen die weitere Mitarbeit im Morgenkreis oder als drastischere Maßnahme wurden sie zur Lehrerin in den Klassenraum geschickt.

2.2 Zum Klassenraum

Der orangene Raum, den wir in der Zeit des Projektes zur Verfügung gestellt bekommen haben, war für unsere Zwecke denkbar schlecht geeignet. Hierfür gab es mehrere Gründe, die wir im Folgenden kurz aufführen werden. Jeden Tag konnten wir erst ab 10:00 Uhr –also zu Beginn der Unterrichtsstunde- den Raum belegen und ihn für unsere Zwecke vorbereiten. Aus diesem Grund mussten wir die Klassenlehrerin bitten, die Schüler vorher in ihrem ursprünglichen Klassenraum frühstücken zu lassen, so dass wir diese „freie Zeit“ dazu nutzen konnten, den Projektraum für die jeweilige Stunde vorzubereiten. Ein weiterer Aspekt war die Aufteilung der Tische in dem Raum, in dem sich lediglich sieben kleine dreieckige Tische befanden, sodass die Schüler nicht viel Arbeitsfläche hatten. Folglich stellte sich die Arbeit zu zweit an solch einem Tisch als sehr schwer dar. Da wir größtenteils Stationenlernen in unserer Unterrichtseinheit durchführen wollten und dementsprechend viel Platz benötigten, wäre es für uns besser gewesen, hätten wir einen anderen Raum zugeteilt bekommen. Letztendlich hat es funktioniert, da die Schüler statt an den Stationstischen meist auf dem Boden des Sitzkreises gearbeitet haben.

3 Methoden - und Medienwahl

Das Thema „Vom Korn zum Brot“ ist interessant und wichtig. Um dies zu vermitteln, haben wir versucht, alle Stunden mit einem Impuls zu eröffnen. Die Schüler waren –vor allem aus persönlicher Erfahrung- sehr emotional an das Thema gebunden, sodass es intensiv behandelt werden konnte. Außerdem wurde die Erarbeitung an konkreten Gegenständen (Weizen- und Roggenpflanze, Wimmelbilder, gemeinsames Pflanzen einer Getreidepflanze im Blumentopf, thematisches Lied, Rasseln basteln) vorgenommen, was spannend und notwendig war, da die Kinder sich noch in der Phase der konkreten Operation befanden. Ebenso haben wir als Ritual zu jeder Stunde das Brainstorming zu dem Thema „Vom Korn zum Brot“ eingeführt. Das Brainstorming nutzten wir, um die Schüler zur aktiven Teilnahme am Unterrichtsprozess zu ermutigen. Alle Schüler waren gefragt, über das Thema nachzudenken. Die genannten Wörter, die jedem einzelnen zu dem Thema einfielen, wurde von uns auf eine Plakatwand geschrieben, die für jeden Schüler gut sichtbar war. Zur Sicherung haben wir an den jeweiligen Stationen Arbeitsblätter eingesetzt, an dem das Gelernte vertieft, aber vor allem in selbständiger Arbeit oder Partnerarbeit gefestigt werden konnte. Aufgrund des Stationenlernens wählten wir für die Unterrichtsphasen verschiedene Arbeits- und Sozialformen. Zur Hinführung und Erarbeitung jeder Stunde wählten wir den Sitzkreis, da es hier in einem gelenkten Gespräch zum Erfahrungsaus-tausch kommen sollte. Außerdem konnten die Kinder so am besten die Unterrichtsgegenstände (Getreidepflanzen, Stand des Wachstums der Pflanze, sammeln von neuen Wörtern auf Plakatwand) sehen und Spiele zu dem Thema durchgeführt werden. Nach dem Auflösen des Sitzkreises, in Form einer „Perlenkette“[2], suchten sich die Schüler eine freie Station aus und bearbeiteten die Arbeitsblätter in Einzel- oder Partnerarbeit. Voraussetzung war, dass Schüler, die Fragen hatten, auf ihrem Platz sitzen blieben und aufzeigten. Fragen wurden nur am Arbeitsplatz beantwortet. War ein Schüler fertig mit einem Arbeitsblatt, wurde dieses kontrolliert und auf dem Laufzettel abgehakt. Da die Kinder sich täglich mit dem Thema „Vom Korn zum Brot“ auseinandersetzten, konnten sie das Gelernte in der Realität suchen, überprüfen und ggf. anwenden. So konnten sie die gelernten Getreidepflanzen auf Feldern finden, sich ihre Bedeutung vergegenwärtigen und die Nahrung, die sie zu sich nahmen, nach Zutaten untersuchen. Die Schüler waren zudem -spätestens seit dem Besuch im Bauernhausmuseum- in der Lage, ihr eigenes Brot zu backen. Anhand der Entwicklung einiger, gemeinsam mit der Klasse eingepflanzten Körner, konnte täglich weitere Praxis verdeutlicht werden.

[...]


[1]Auf eine getrennte Nennung der männlichen und weiblichen Form wird in dieser Arbeit verzichtet. Das jeweilige andere Geschlecht sei stets mitbedacht

[2]Der Schüler, der am leisesten ist, wird gebeten sich aus dem Stizkreis zu begeben und sich eine Station auszuchen. Die anderen folgen ihm der Reihe nach, im Uhrzeigersinn.

Details

Seiten
8
Jahr
2009
ISBN (eBook)
9783640765249
ISBN (Buch)
9783640765386
Dateigröße
361 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v160150
Institution / Hochschule
Universität Bielefeld
Note
Schlagworte
Praktikumsbericht

Autor

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