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Die Geschichte Indiens: Frühgeschichte, Altertum, frühes und spätes Mittelalter

Ein kurzer Überblick

Referat (Ausarbeitung) 2002 17 Seiten

Geowissenschaften / Geographie - Regionalgeographie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Geographische Lage Indiens

2. Frühgeschichte

3. Vedische Kultur

4. Maurya-Reich

5. Gupta-Dynastie

6. Islamische Herrschaft und Mogulreich- die muslimischen Eroberer

7. Die wirtschaftliche Lage in der Geschichte Indiens

8. Fazit

Literaturverzeichnis

Zeittafel

1. Geographische Lage Indiens

Betrachtet man die Geschichte Indiens fällt das Augenmerk unweigerlich auf die Gesetzmäßigkeiten, die die Geographie der Geschichte aufzuzwingen versteht:

Der indische Subkontinent ist an den Küsten von dem Indischen Ozean umgeben. Im Süden ist ihm die Insel Ceylon vorgelagert.

Im Norden wird der Subkontinent von dem höchsten Gebirge der Welt, von dem Himalaya umlagert, der Indien wie ein Schutzwall gegen den Norden abschließt.

Diese naturräumlichen Gegebenheiten machten es im Lauf der Geschichte immer wieder nur möglich, über die Bergpässe des Nordwestens (Khaibar-, Bolanpass u.a.) in Indien einzudringen.

Über die Jahrtausende nahmen die fremden Eroberer aus Zentral- und Vorderasien immer wieder den kurzen, aber beschwerlichen Weg über den Hindukusch, um nach Indien zu gelangen.

Aber auch andere geographische Begebenheiten des Landes, wie z.B. das Vindhya-Gebirge oder die Wüste Thar nahmen im Lauf der Geschichte immer wieder Einfluss auf die historischen Ereignisse.

Eine ebenso wichtige Bedeutung für die Geschichte nehmen die Ströme des Subkontinentes ein.

Sie waren die Lebensader der Kultur und zudem die natürlichen Verkehrswege der Menschen.

Der Indus verband die Hauptorte der Induskultur Mohenjo-Daro und Harappa miteinander, wodurch die Ähnlichkeit und der Kontakt untereinander entstanden zu sein scheint, obwohl sie mehr als 600 km voneinander entfernt lagen.

Der Indus und seine Nebenarme gestatteten zudem Handelsbeziehungen zwischen den Hochtälern des Himalaya und den Indusstädten und sorgte zudem für die Bewässerung innerhalb der Landwirtschaft und war auch für andere wirtschaftliche Bereiche von Wichtigkeit (Fischerei etc.).

Trotzdem darf aber die Bedrohung, die durch die Ströme ausging, aufgrund von Überschwemmungen oder ähnlichen, nicht vergessen werden.

2. Frühgeschichte

Die Geschichte Indiens nimmt im Nordwesten ihren Anfang.

Ca. 3000 v. Chr. befand sich im Industal ein hochentwickeltes und ausgedehntes Staatswesen.

Über diese Frühgeschichte geben vor allem Legenden und archäologische Funde in Flussnähe Auskunft. Trotzdem ist über diese Kultur nur sehr wenig bekannt, so dass viele Gegenstände nur vermutet werden können.

Zeitlich lässt sich der hohe Stand der Kultur auf die Entstehungszeit der Kulturen von Ägypten, Assyrien und Babylon zurückführen. Und obwohl Berührungen nachweislich entstanden und vorhanden waren, bleibt jedoch die Frage ungeklärt, ob sie jeweils alleine entstanden oder ob sich die Kultur des Industales von Mesopotamien auf Indien ausbreitete oder umgekehrt.[1]

Die Induskultur hatte Vorläufer in unmittelbarer Nachbarschaft, die viele Jahrtausende zurückreichten, aber über die nur sehr wenig bekannt ist.

Entstanden scheint die frühste Hochkultur, die Indus- oder Harappakultur genannt wird, im Stromtal des Indus zu sein.

Sie erstreckte sich über große Teile Nordindiens und in südöstliche Richtung nach Guyarat und vermutlich sogar über diese Gebiete hinaus und war durch Handelsbeziehungen mit Mesopotamien verbunden.

Die 1921 erforschten Ruinenstädte Harappa und Mohenjo-Daro, die im heutigen Pakistan liegen, demonstrieren den hohen städtebaulichen Standard dieser Kultur.

So handelte es sich um Häuser aus Ziegelstein, die mit Wasserleitungen verbunden waren, die kranzförmige stattliche Paläste umgaben. Zudem war alles von einer Kanalisation umspannt.

Bei der Induskultur schien es sich um eine von Priestern gelenkte Kultur gehandelt zu haben und die Religion der Zeit war vermutlich eine Art „Proto-Hinduismus“.[2]

Auch besaß die Induskultur eine eigene Schrift, was den hohen Standard der Gesellschaft demonstriert.

Sie handelt sich um ein dreizackiges Schriftzeichensystem, dass bis heute allerdings noch nicht entschlüsselt ist.[3]

Da wie erwähnt genaue Einblicke in diese Zeit fehlen, ist noch immer unklar, ob die Bewohner dieser Städte die Vorfahren der „dunkelhäutigen, plattnasigen Völkerschaft“ gewesen sind, die ca. 500 Jahre später in dieser Gegend lebten, die so genannten „dunkelhäutigen Dasyus“, auch dunkelhäutige Drawiden genannt, deren Nachkommen die heutigen südindischen Tamilen sind.

Über den Aufstieg und den Niedergang der Kultur gibt es verschiedene Theorien.

Pollenanalysen ergaben, dass während 3000 v. Chr. die Niederschläge anstiegen, nach 1700 v. Chr. eine Trockenzeit einsetzte.

Die bevölkerte Region scheint im Bereich des verschwundenen Ghaggar- Flusses gelegen zu haben. Daraus lässt sich folgern, dass die Induskultur so schnell verschwand, weil sie buchstäblich austrocknete.

Andere Theorien schreiben den Untergang der Induskultur jedoch Überschwemmungskatastrophen zu, die in der Zeit um 1700 v. Chr. stattgefunden haben sollen.

Welche der Theorien die richtige ist, kann nicht eindeutig festgestellt werden, man darf aber nicht annehmen, dass alle Städte dieser Kultur zu einem gleichen Zeitpunkt verschwanden.

Bei dem Niedergang der Zivilisation handelte es sich um einen schleichenden Prozess.

Die bisherige Annahme, das Verschwinden der Kultur beruhe auf dem Auftreten der Indoarier scheint allerdings revidiert zu sein, denn man nimmt an, das die Induskultur schon nicht mehr existierte, als die Arier in das Land einfielen.[4]

3. Vedische Kultur

Um 1500 v. Chr. eroberten von Westen her indogermanische Indoarier, die sich selbst Arier (Edle) nannten, das Industal und drangen von dort in das Gangesbecken nach Süden vor.

Die wesentlich hellhäutigeren Indoarier erzwangen sich den Zugang nach Indien von Innerasien über die Nordwestpässe des Himalaya- Gebirges.

Vermutlich sind sie durch ein Austrocknen der Weiden in ihrer Heimatregion vertrieben worden, weshalb viele Generationen der Indoarier von Innerasien teils nach Indien, teils nach Europa wanderten.

In einigen Kriegen verloren die Ureinwohner die Herrschaft über das fruchtbare Tal des Indus und wurden von den überlegenderen normannischen Ariern verdrängt.

Ihre Rückzugslinie war durch die geographischen Begebenheiten bestimmt:

Im Süden und im Südosten versperrten ihnen die Wüste Thar und das Vindhya- Gebirge den Weg, weshalb sie gezwungen waren, nach Osten zu ziehen, dem Lauf des Ganges folgend. Zuflucht fanden sie in den Vorgebirgen des Himalaya oder Vindhya-Gebirges. Manche Ureinwohner entkamen durch Berglücken nach Südindien.

Die Eindringlinge waren Nomaden- und Hirtenvölker, die um ca. 1000 v. Chr. begannen, sesshaft zu werden und sich in den nördlichen Ebenen anzusiedeln, bevor sie später, auch in Südindien eindrangen.

[...]


[1] Phillips. 1950: S. 16

[2] Rothermund. 1995: S.78

[3] National Geographic Deutschland: S. 182

[4] Rothermund. 1995: S. 79

Details

Seiten
17
Jahr
2002
ISBN (eBook)
9783638209564
Dateigröße
470 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v15994
Institution / Hochschule
Georg-August-Universität Göttingen – Geographisches Institut
Note
2
Schlagworte
Geschichte Indiens Frühgeschichte Altertum Mittelalter

Autor

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Titel: Die Geschichte Indiens: Frühgeschichte, Altertum, frühes und spätes Mittelalter