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Mass Customization – Individualisierte Kundenanforderungen

Seminararbeit 2010 11 Seiten

BWL - Handel und Distribution

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Einführung in das Thema
1.2 Aufbau und Zielsetzung der Arbeit

2 Mass Customization und individualisierte Kundenanforderungen in Bezug auf das Informationsmanagement
2.1 Mass Customization
2.2 Anforderungen an das Informationsmanagement
2.3 Mass Customization und Open Innovation

3 Fazit

4 Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Wie sich Massenfertigung und Mass Customization verbinden

Abbildung 2: Auswahl verschiedener Designs für Dell Laptop

Abbildung 3: Mass Customization Informationskreislauf

1 Einleitung

1.1 Einführung in das Thema

In der heutigen Zeit ist die Individualität von Produkten von großer Bedeutung für den Kunden. Klassisch ist es mit deutlich höheren Kosten verbunden wenn sich Personen individuell ihr eigenes Produkt anfertigen lassen. Ein einheitliches Massenprodukt ist in der Regel billiger als ein maßgeschneidertes Produkt, da der Produzent die Vorteile der Massenproduktion ausnutzen kann. Als Beispiel kann der Kauf eines Herrenanzuges dienen. Lässt man diesen von einem Schneider maßanfertigen, ist der Schneider lange Zeit mit diesem einzigen Anzug beschäftigt. Die Kosten sind dementsprechend hoch. Wird ein einheitlicher Anzug massenhaft in einzelnen spezialisierten Arbeitsschritten produziert, sind die Stückkosten pro Anzug deutlich geringer, so dass der Anzug zu einem günstigeren Preis angeboten werden kann. Dieser Stückkostenvorteil ist aus Sicht des Kunden der Ausgleich für den Verzicht auf die Standardmaße.[1]

Eine Produktionsstrategie, die versucht die Vorteile der Massenproduktion mit der Erfüllung individueller Kundenwünsche zu verbinden, ist Mass Customization. Durch die modernen Informations- und Kommunikationsmittel wird diese Strategie ermöglicht und ist somit eine Folge der modernen Informationsgesellschaft. Dabei gilt Mass Customization als neue Entwicklungsstufe der Produktion, die mit der handwerklichen Einzelfertigung ihren Anfang nahm und sich über Manufakturen und die industrielle Massenproduktion weiterentwickelte. Mass Customization ist also in der heutigen Zeit, in der sowohl der Preis als auch die Individualität eines Produktes eine hohe Bedeutung haben, eine geeignete Wettbewerbsstrategie.[2]

1.2 Aufbau und Zielsetzung der Arbeit

Die folgende Arbeit behandelt das Thema Mass Customization und individualisierte Kundenanforderungen. Dabei konzentriert sie sich auf den Bereich des Informationsmanagements, welches damit in Zusammenhang steht. Zu Beginn der Arbeit wird hierzu der Begriff Mass Customization, die sogenannte kundenindividuelle Massenproduktion, erläutert beziehungsweise definiert. Im Anschluss wird betrachtet welche Anforderungen sich durch Mass Customization für das Informationsmanagements ergeben. Danach wird der Begriff Open Innovation behandelt, bei dem als Weiterentwicklung von Mass Customization versucht wird, die Kunden beziehungsweise Kundeninformationen zur Innovation von Produkten zu nutzen. Zuletzt wird die Arbeit in einem kurzen Fazit zusammengefasst.

Die Arbeit soll den Begriff Mass Customization unter dem Blickwinkel des Informationsmanagements untersuchen, sowie betrachten wie Mass Customization durch moderne Informations- und Kommunikationsmittel ermöglicht wird.

2 Mass Customization und individualisierte Kundenanforderungen in Bezug auf das Informationsmanagement

2.1 Mass Customization

Die Verbindung aus Massenfertigung und gleichzeitiger Erfüllung von kundenindividuellen Wünschen wird durch den englischen Begriff Mass Customization ausgedrückt. Auf Deutsch bedeutet dies so viel wie kundenindividuelle Massenfertigung.[3]Dabei verbindet dieses Produktionskonzept die Strategien Preisführerschaft und Differenzierung nach Porter, welcher klassisch als gegensätzliche Ansätze, beziehungsweise sich widersprechende Ansätze gelten. Ein Unternehmen versucht ein individuelles Produkt zu einem möglichst günstigen Preis herzustellen und anzubieten. Dies soll trotz der individuellen Anforderungen durch Vorteile der Massenproduktion erreicht werden.[4]Die folgende Abbildung zeigt schematisch die Verbindung von individueller Produktion und Massenfertigung anhand eines Beispiels, der Herstellung von Jeans nach dem Mass Customization Prinzip.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Wie sich Massenfertigung und Mass Customization verbinden, Entnommen aus: Piller, F. (1997), S.17

Es werden zwei verschiedene Arten von Mass Customization unterschieden. Zum einen die sogenannte Soft Customization, zum Anderen Hard Customization.

Soft Customization beschreibt dabei die Herstellung von Massenprodukten, bei denen erst nach der Herstellung eine individuelle Anpassung vorgenommen wird. Diese individuelle Anpassung erfolgt durch den Verbraucher, welcher das Produkt, zum Beispiel auch physisch, an seine Bedürfnisse anpasst. Denkbar wäre hier zum Beispiel der Kauf eines Schrankes in einem Möbelgeschäft, der vom Verbraucher in verschiedenen Varianten zusammengebaut werden kann. Ein weiteres Beispiel für Soft Customization wären Standardsoftwaresysteme, wie das Betriebssystem Windows von Microsoft. Hier erhält der Kunde ein Einheitsprodukt, welches er sich über diverse Anpassungen individualisieren kann. Ferner fällt unter Soft Customization auch die Individualisierung eines Massenproduktes durch spezielle Services nach dem Kauf.[5]

Hard Customization beschreibt die Produktion von Massenprodukten, bei denen vom Hersteller bereits während, oder vor beziehungsweise nach der Produktion eine Individualisierung vorgenommen wird. Im Idealfall erfolgt eine massenhafte Fertigung von individuellen Produkten in lauter einzelnen individuellen Produktionsschritten. Dies ist allerdings schwer umzusetzen. Meist geschieht Hard Customization nach dem vorhin genannten Prinzip, durch eine standardisierte Vorproduktion und im Anschluss eine individuelle Endproduktion oder anders herum.[6]

Als Möglichkeiten der Realisierung von Mass Customization bieten sich ferner die folgenden Varianten an:[7]

- Service-Customization (Normales Massenprodukt mit individuellem Service)
- Self-Customizing (Individualisierung durch den Kunden),
- Speed Management (individueller Kundenservice bezüglich Lieferzeit oder Lieferverfügbarkeit)
- Modularisierung (Kombination von Modulen durch Auswahl des Kunden)

Ein sehr gutes Beispiel für Mass Customization liefert die Firma Dell. Dieses Beispiel fällt unter Hard Customization realisiert durch Modularisierung, bei der durch die indivduelle Zusammenstellung von standardisierten Modulen massenhaft individuelle Kombinationen ermöglicht werden. So kann man sich auf der Internetseite von Dell seinen Laptop vor dem Kauf personalisieren, ohne dass dabei zeitgleich Personalkapazitäten von Dell gebunden sind. Online von jedem beliebigen Ort, kann man sich seinen Laptop individuell zusammenstellen. Zunächst wählt man ein Grundmodell aus, welches man im Anschluss personalisiert.[8]

[...]


[1] Vgl. Piller, F. (1997): S.1 ff

[2] Vgl. Piller, F.T. (2006): S.153; Piller, F. (1997): S.1 ff

[3] Vgl. Piller, F.T. (2006): S.153

[4] Vgl. Blum, U.; u.a. (2006): S.20 ff, H.; Pechtl, H. (2006): S.260

[5] Vgl. Schmalen, H.; Pechtl, H. (2006): S.260; Piller, F. (1997): S.15

[6] Vgl. Schmalen, H.; Pechtl, H. (2006): S.260 f

[7] Vgl. 4managers.de (2010)

[8] Vgl. Dell (2010a)

Details

Seiten
11
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783640730902
ISBN (Buch)
9783640731206
Dateigröße
462 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v159864
Institution / Hochschule
FOM Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, München früher Fachhochschule
Note
1,7
Schlagworte
Mass Customization Individualisierte Kundenanforderungen

Autor

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