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Die Nationalbewegungen Finnlands und Estland/Lettlands im Vergleich

Hausarbeit (Hauptseminar) 2008 22 Seiten

Geschichte Europa - and. Länder - Neuzeit, Absolutismus, Industrialisierung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1.0 Einleitung

2.0 Die Nationalbewegungen
2.1 Der Fall Estlands und Lettlands
2.2 Die finnische Nationalbewegung

3.0 Evaluation und Vergleich

4.0 Literaturverzeichnis

1.0 Einleitung

Das 19. Jahrhundert ist für Europa unter anderem ein Zeitalter der Nationalbewegungen und der Bildung moderner Nationalstaaten.[1] Es ist allerdings zu unterscheiden zwischen dem Komplex der Nationalität und dem Nationalstaat, zwischen einem Bedürfnis nach dem Zusammengehörigkeitsgefühl einer (Schicksals-)Gemeinschaft und dem Staatsgebilde, das den Rahmen dafür bereithält. Insofern stand und steht auch die Nationalbewegung selbst nicht zwangsläufig im unmittelbaren Zusammenhang mit einem Anspruch auf politische Souveränität.[2] Vielmehr steht in der Entstehung das Bedürfnis nach Selbstentfaltung und Selbsterhalt an erster Stelle. Die Entwicklung eines solchen Nationalgefühls findet in einem Spannungsfeld von territorialer Zugehörigkeit, Sprache, Ethnizität, gemeinsamer Geschichte und anderen Faktoren statt; selten ist es dabei möglich, eine saubere Trennung vorzunehmen. Vor diesem gedachten Hintergrund soll ein Vergleich zweier in ihrem Entstehungsprozess besonderer Nationalbewegungen durchgeführt werden - zwischen der finnischen auf der einen Seite und der estnischen und lettischen Nationalbewegung auf der anderen. Der Vergleich als wichtiger wissenschaftlicher Ansatz in der Geschichtswissenschaft bietet sich hier vor allem an, weil es zwingende Gemeinsamkeiten zwischen den Untersuchungsgegenständen gibt, wohingegen das jeweils Besondere im Detail herausgearbeitet werden muss. Durch diese Art der komparativen Einordnung lassen sich die historischen Besonderheiten erst richtig darstellen. Das Fehlen eines historisch gewachsenen Nationalgefühls, das aufgrund bestimmter Rahmenbedingungen „künstlich“ geschaffen werden musste, bildet die wichtigste Brücke in diesem Vergleich.

Der Vergleich rechtfertigt sich zum anderen dadurch, dass die untersuchten Nationalbewegungen im gemeinsamen Kontext eines gesellschaftlichen Wandels stehen, einem Wandel der Wahrnehmung der bäuerlichen Schicht vom „wilden“ zum „guten Bauern“.

Im Blickpunkt der Untersuchung stehen also Gemeinsamkeiten und Unterschiede innerhalb der Charakteristika der Nationalbewegungen, bzw. ihres Entstehungsprozesses, nicht jedoch im Besonderen die Art und Weise, wie die nationale Souveränität erlangt wurde; der zeitliche Rahmen endet insofern auch vor der eigentlichen Gründung des Nationalstaats. .

Im ersten großen Teil wird der Entwicklungsverlauf der Nationalbewegungen ereignisgeschichtlich untersucht, daraufhin findet eine Auswertung der Ergebnisse und der Vergleich statt. Der Grund für die relativ ausführliche Ereignisgeschichte der beiden Nationalbewegungen liegt vor allem darin begründet, dass entscheidende Rahmenbedingungen und Wirkungsfaktoren erst durch ihre Entstehung richtig eingeordnet werden können. Sofern bei dieser Vorgehensweise das analytische Moment stets beibehalten wird, besteht nicht die Gefahr, lediglich eine Nacherzählung wiederzugeben. Die behandelten Fälle sollen nacheinander abgehandelt werden, um die jeweiligen Entwicklungen kohärent darstellen und einordnen zu können.

2.0 Die Nationalbewegungen

2.1 Der Fall Estlands und Lettlands

Über mehrere Jahrhunderte lebte die estnische und lettische Bevölkerung unter einer Fremdherrschaft[3] ; ihnen wurde die Bezeichnung „undeutsch“ angehängt. Es gilt hier, vor dem Hintergrund des Vergleichs mit der finnischen Nationalbewegung die historische Entwicklung des estnischen und lettischen Bauernstandes zu skizzieren und in die Fragestellung einzuordnen. Dabei sollen nur die wichtigsten Entwicklungen Beachtung finden, die in die Nationalbewegung des 19. und 20. Jahrhunderts mündeten.

Wichtig für die Ausgangslage ist die Kreuzzugs- und Missionierungsbewegung der christlichen Kirche seit dem 12. Jahrhundert. Als im Jahr 1207 (Alt)Livland unter Sicherung durch den Schwertbrüderorden (fratres milicie Christi de Livonia) zum Lehen des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation wurde, begann eine zunehmende Besiedlung Livlands durch Geistliche, Adlige und Bürgertum aus Sachsen, Westfalen, Frankreich und Dänemark. Hier ist der Ursprung der lettischen und estnischen Sozialstruktur zu sehen, die durch eine scharfe Trennung zwischen den baltischen Einwohnern auf der einen und der zugewanderten Oberschicht auf der anderen Seite gekennzeichnet war. Die Adelsschicht, die sich vor allem aus der Geistlichkeit und der Ritterschaft des Deutschen Ordens zusammensetzte, erstarkte zunehmend und konnte sich ihre Korporationsrechte von den jeweiligen Landesherren bestätigen lassen. Die Erstarkung des Vasallenadels auf dem Land führte nun zu einschneidenden Veränderungen für die estnischen und lettischen Bauern, die im 13. und 14. Jahrhundert noch weitgehend frei gewesen waren. Ab dem 15. Jahrhundert wurden die Bauern schließlich in die Leibeigenschaft gezwungen. Auch als 1561 Estland und 1621 Livland schließlich unter schwedische Herrschaft fiel, blieben die ständischen Rechte zunächst weitgehend erhalten. Allerdings setzte anders als in Estland in Livland eine zumindest teilweise erfolgreiche Schwedisierung ein.[4] Durch die Donationspolitik der schwedischen Krone konnten sich immer mehr Adelsfamilien aus Schweden und Frankreich in den Ostseeprovinzen ansiedeln. Eine vermehrte Gutsherrschaft durch Provinzialadel hatte die Folge, dass sich das System der Leibeigenschaft lettischer und estnischer Bauern sogar noch ausweitete. Dieser zustand war in ökonomischer und auch militärischer Hinsicht ungünstig für Schweden. Der Versuch der schwedischen Krone, mittels einer Reduktion donierte Güter zurück zu gewinnen, uferte in den 1680er Jahren aus und gipfelte in der Auflösung des livländischen Landtags 1693 auf Befehl Karls XI. (1672-1697). Auch die Änderung der Gerichtsbarkeit des livländischen Adels über seine Bauern durch war ein Einschnitt in diese Entwicklung. Der Adel hatte nun lediglich ein „Hauszuchtrecht“ über seine Bauern. Eine Katastrierung des Grundbesitzes regelte daraufhin die Abgaben und Fronleistungen und beendete somit die zuvor herrschende Willkür.

Mit der Überführung des adligen Grundbesitzes an die Krone ging ein Wandel einher, der den in seinen Rechten beschnittenen Provinzadel schließlich zu schwedischem Dienstadel machte, der in den Staatsdienst eingetreten war, um wirtschaftlich noch existieren zu können. Für die Bauern wiederum bedeutete dies nun zum Teil, dass sie keine Leibeigenen mehr waren, sondern freie Bauern unter der schwedischen Krone. Durch eine Reihe von Rechten und Zusicherungen wurde ihre juristische Lage deutlich verbessert; auch in sozialer Hinsicht erfuhren sie eine Aufwertung gegenüber den anderen Ständen. Die im nunmehr absolutistischen Schweden durchgeführten Umstrukturierungen dienten natürlich voll und ganz dem Staatsinteresse der schwedischen Krone. Freie Bauern konnten schließlich im Gegensatz zu Leibeigenen als Steuerzahler und für den Militärdienst genutzt werden; zudem waren sie deutlich produktiver, wenn sie nicht von Fronarbeit erdrückt wurden.

Die Geistlichkeit wiederum nahm eine immer stärkere Position ein, da sie nun direkt der Krone unterstand und nicht mehr im konfliktreichen Spannungsfeld zum estnischen und lettischen Adel eingebunden war. Ihre Rolle beinhaltete somit auch eine Vermittlung der königlichen Anliegen an die Provinzialbevölkerung. Das in diesem Zuge neu erwachte Selbstbewusstsein der Geistlichkeit führte schließlich auch zu Bemühungen um eine estnische und lettische Schriftsprache im 17. und 18. Jahrhundert.

Ein großer Einschnitt in diese Entwicklungen war die Herrschaft Russlands über Estland und Livland nach dem Sieg über Schweden im Großen Nordischen Krieg (1700-1721). Mit der Rückgabe zahlreicher Güter an den Provinzadel gerieten viele Bauern wieder in die Gutsuntertänigkeit. Dennoch blieben paradoxerweise die schwedischen Bauerngesetze in 3 Kraft. Die kriegsbedingt schlechte wirtschaftliche Lage der Ostseeprovinzen war eine administrative Herausforderung für die russische Regierung. Mit ihren aufgeklärten Ansätzen unternahm Katharina II. (1762-1796) schließlich Reformen, die der Politik der schwedischen Krone Ende des 17. Jahrhunderts sehr ähnlich waren. Im Kern ging es darum, die Produktivität in den einzelnen Regionen zu steigern und insofern menschliche Arbeitskräfte effektiv einzusetzen. Mit diesem Anliegen war das Prinzip der Leibeigenschaft nicht vereinbar. Leitlinien für ein stärkeres wirtschaftliches Wachstum waren die Unterstellung vor allem städtischer Organe in die Staatlichkeit und die daraus erwachsene Abschaffung ständischer Beschränkungen, zum anderen aber auch die Gleichberechtigung aller Stadtbewohner sowie eine Aufhebung der bäuerlichen Unfreiheit. Neben dem Gedanken des wirtschaftlichen Nutzens wurden allerdings auch ethische Fragen diskutiert, vorangetrieben vor allem von zugewanderten Geistlichen und Gelehrten, die wenig Verständnis für die althergebrachten Ansprüche der Gutsbesitzer hatten. Unter ihnen war auch Johann Gottfried Herder (1744-1803), dessen Ideen von besonderer Bedeutung für die Ostseeprovinzen werden sollten.

Dennoch wurden viele Reformen nicht sofort umgesetzt und die Leibeigenschaft war im 18. Jahrhundert noch immer stark ausgeprägt. Mehrere Aufstandsbewegungen, unter anderem 1784, wurden blutig niedergeschlagen. Als einer der ersten Gutsbesitzer gewährte Landrat Karl Friedrich Freiherr Schoultz von Ascheraden (1720-1782) seinen Bauern 1764 ein in lettischer Sprache verfasstes Bauernrecht und verwandelte die Leibeigenschaft in eine rechtlich geschützte Schollenpflichtigkeit. Die Bauern erhielten nun das Recht auf freies Eigentum. Im Bestreben zur Erhaltung der Landesverfassung wollte der Landrat die Gutsherren dazu bewegen, diese Reformen als eigenständigen Beschluss durchzuführen und so gegenüber der russischen Krone eine gewisse Eigenständigkeit zu wahren. Einige Standesgenossen ins Estland und Livland folgten seinem Beispiel; dennoch verweigerten sich vielerorts die Ritterschaften, denen Katharina II. die Durchführung der Reformen überlassen lassen wollte.

Ihr Sohn Paul I. (1796-1801) revidierte viele Reformen und schuf somit wieder das alte ständische System; für die Bauern entscheidend war jedoch, dass er das russische Rekrutensystem auf die estnischen und lettischen Bauern anwandte. Dies verschlechterte die bäuerliche Lebenssituation immens, da die eingezogenen Rekruten 25 Jahre Militärdienst absolvieren mussten.[5] Erst unter Alexander I. (1801-1825) erreichte die Bauernschutzpolitik einen Höhepunkt.[6] Trotz der Reformen, die wiederum eine Reaktion auf die wirtschaftliche Krise Anfang des 19. Jahrhunderts waren, hinkte die Umsetzung in den Ostseeprovinzen hinterher. In Livland wurde die Verordnung zur Befreiung aus der Leibeigenschaft 1804 erlassen, in Estland 1816. Die Ritterschaften hatten nun Verträge mit den Bauern, gewährten diesenjedoch noch nicht das Recht, Landeigentum zu erwerben. Dies folgte erst 1849. Es ist allein aus den genannten Jahreszahlen ersichtlich, dass die Umsetzung der rechtlich bereits untermauerten Reformen schleppend voranging; viele Bauern, die sich bereits als Teil des Umbruchsprozesses verstanden, waren mit der unzureichenden Umsetzung nicht zufrieden. Dennoch ist die Rolle der Agrarreformen für die nationale Emanzipation der Esten und Letten nicht zu unterschätzen. Die neue Rechtslage bedeutete für die lettischen und estnischen Bauern, dass sie einen Nachnamen annehmen mussten, um vertragswirksame Unterschriften leisten zu können. Im Zuge dessen fand eine verstärkte soziale Abgrenzung der bäuerlichen Schicht von Deutschbalten einerseits und Russen andererseits statt, indem der Name die ethnischen Unterschiede nochmals hervorhob.[7] Im Hinblick auf das erst schrittweise entstandene Bewusstsein der Letten als klar abgegrenzte Volksgruppe spielt dieser Aspekt sicherlich eine gewisse Rolle.

Zudem spielte auch die Strahlkraft der Französischen Revolution eine Rolle, obgleich an dieser Stelle noch keinesfalls von einer national gerichteten Bewegung Gesprochen werden kann. Dazu fehlten vor allem eine regionenübergreifende Organisation, sowie vor allem ein gewachsenes, auf gewissen Grundsätzen aufgebautes Nationalempfinden. So hatten die lokalen Bauernunruhen noch nicht einen mit der später folgenden nationalen Erwachensbewegung vergleichbaren Charakter.

Wie in den meisten Gesellschaften brachte auch hier die Industrialisierung einen strukturellen Wandel innerhalb des Bauerntums mit sich. In den 1860er Jahren wurde die Entstehung einer neuen sozialen Gruppe durch die Reformen Alexanders II. (1856-1881) vorangetrieben: die Arbeiterschaft. Die Abschaffung von Zunftgesetzen und der starke Ausbau der Eisenbahn, die nun eine wirtschaftliche Erschließung des Hinterlandes ermöglichte, waren wegweisende Maßnahmen der russischen Krone. Im Gegensatz zu anderen Staaten verstand sich in Estland und Lettland die Arbeiterschaft allerdings nicht so sehr als im Klassenkampf begriffen; hier spielte vor allem die ethnische Zugehörigkeit eine Rolle. Die Bindung des sozialen Standes an die ethnische Zugehörigkeit wurde längst nicht mehr ohne weiteres hingenommen, nach dem sich aufgrund von massiver Landflucht die städtischen Bevölkerungsstrukturen zugunsten der Esten und Letten verschoben hatten. Bauern und Arbeiter waren derselben Herkunft und volkskämpferisch verbunden. Insofern sind hier die eigentlichen Wurzeln des nationalen Erwachens zu suchen. Die Bauern selbst hatten durch die verbesserte Rechtslage die Möglichkeit, Eigentum zu erwirtschaften. Einige waren daher bald auch in der Lage, die eigenen Kinder auf die Universität zu schicken; in Ansätzen etablierte sich so eine neue „eingeborene“ Mittelschicht, die für die Identitätsbildung wichtig war.[8]

Verlief diese nationale Bewegung zum einen auch auf der Ebene eines gesellschaftlichen Strukturwandels, so war ein entscheidender Faktor die Sprache. Ein fehlendes Bewusstsein für den Stellenwert der eigenen Sprache macht ein Nationalempfinden, das schließlich auch auf der Idee der Volkszugehörigkeit durch eine gemeinsame Sprache fußt, fast unmöglich. An dieser Stelle waren es allerdings die Gelehrten aus dem Ausland, vor allem die deutsche und schwedische Geistlichkeit, die die Pflege und Förderung der estnischen bzw. lettischen Sprache vorantrieben. Die Sammlung lexikalischen Wissens aus allen Lebensbereichen sollte eine kulturelle Identität stiften; durch die Entstehung einer kritischen Öffentlichkeit wurde erst die Auseinandersetzung mit den sozialen Missständen möglich. Vor allem die unter anderem von Herder formulierten Gedanken zum Zusammenhang zwischen Volk und Sprache fanden hier großen Widerhall. Somit wurde das estnische und lettische Volk von ausländischen Gelehrten und deren akademischen Gesellschaften erst richtig „entdeckt“.[9] Schriften wie die Garlieb Merkels (1796-1850) unter dem Titel „Die Letten“ entfachten eine immer weiter um sich greifende Debatte über den Volkscharakter der Esten und Letten und stellten vor allem die unwürdige Leibeigenschaft in Frage. Die „Lettisch-Literärische Gesellschaft“ von 1824 befasste sich vorwiegend mit Sprache und dem volkstümlichen Ursprung der Letten. Die aufklärerische Geschichtsschreibung hatte den Grundstein für die Geschichtswissenschaft gelegt, so dass hier ein wissenschaftlicher Umgang mit der Vergangenheit die bloße Erinnerung ersetzte; ein kollektives Gedächtnis entstand. Sicherlich ist dies zunächst einmal eine Entwicklung innerhalb der estnischen und lettischen Gelehrten, von der die Bauern weitgehend ausgelassen wurden. Dennoch standen gerade sie im Mittelpunkt der Debatten. Auch neu aufgelegte Zeitungen belebten diese Bewegung, die sich im Kern nicht an akademische Kreise richtete, sondern vielmehr versuchte, zu den Bauern und der Landbevölkerung durchzudringen. Vor allem die Zeitschrift „Beiträge zur genaueren Kenntniß der ehstnischen Sprache“ von 1832/1833 gab einen entscheidenden Anstoß zur Entwicklung der estnischen Literatursprache. Herder hatte bereits in seiner Sammlung „Stimmen der Völker in Liedern“ (1807) acht lettische Volkslieder aufgeführt. Insgesamt führte dies zu einer verbesserten Alphabetisierung der Landbevölkerung.

[...]


[1] Vgl. zuletzt Jürgen Osterhammel: Die Verwandlung der Welt. Eine Geschichte des 19. Jahrhunderts, München 2009, S. 580 und S. 585.

[2] Vgl. Manfred Hagen: Was bedeutet dem Menschen die Nationalität?, in: Ostseeprovinzen, Baltische Staaten und das Nationale, Hg. v. Norbert Angermann, Michael Garleff, Wilhelm Lenz, Münster 2005, S. 19.

[3] Der Begriff Fremdherrschaft ist hier nicht unproblematisch, da seine Semantik den bereits vorhandenen Gedanken einer eigenen Nation suggeriert, die von einer fremden Herrschaft regiert wird (vgl. u.a. C. Jansen/H. Borggräfe: Nation - Nationalität - Nationalismus, Frankfurt a. M. 2007, S. 30.). Dennoch wird hier von einer Fremdherrschaft gesprochen, um die scharfe Trennungslinie, die zwischen Herrschaftselite und dem beherrschten indigenen Volk bestand, als solche anzuerkennen.

[4] Ralph Tuchtenhagen: Geschichte der baltischen Länder, München 2005, S.41.

[5] Michael Garleff: Die baltischen Länder, Regensburg 2001, S. 55.

[6] Ralph Tuchtenhagen: Geschichte (wie Anm. 4), S. 57.

[7] Vgl. Ieva Zake: Nineteenth-Century Nationalism and Twentieth-Century Anti-Democratic Ideals. The Case of Latvia, 1840s to 1980s, New York 2008, S. 30.

[8] IevaZAKE: Nienteenth-CenturyNationalism (wieAnm. 7), S. 31.

[9] Vgl. Michael Garleff: Die baltischen Länder (wie Anm. 5), S. 56.

Details

Seiten
22
Jahr
2008
ISBN (eBook)
9783640728275
ISBN (Buch)
9783640728350
Dateigröße
476 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v159746
Institution / Hochschule
Universität Hamburg – Fachbereich Geschichte
Note
1,0
Schlagworte
Karelianismus Karelien Kalevala Lönnroth Snellman Unabhängigkeitsbewegung Fennomanie Svekomanen

Autor

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Titel: Die Nationalbewegungen Finnlands und Estland/Lettlands im Vergleich