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Mexiko - Spracheinflüsse des Spanischen und der indigenen Sprachen

Seminararbeit 2007 19 Seiten

Romanistik - Spanische Sprache, Literatur, Landeskunde

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Überblick

3. Das mexikanische Spanisch

4. Sprachkontakte
4.1 Sprachen in Mexiko
4.2 Einflüsse der Indiosprachen auf das Spanische in Mexiko
4.2.1 Einflussfaktoren
4.2.2 Indigenismen
4.2.3 Sprachliche Entwicklung in Jamiltepec
4.2.3.1 Linguistische Merkmale der bilingualen Indios
4.3 Einflüsse durch das Spanische in Mexiko
4.3.1 Der Prozess des Aussterbens einer Sprache
4.3.1.1Lexik
4.3.1.2 Phonetik/ Phonologie
4.3.1.3 Morphologie und Syntax
4.3.2 Die Verdrängung des Chontal in Tuxta

5. Zusammenfassung

1. Einleitung

In Mexiko besteht seit der Kolonisierung ein mehr oder minder starker Kultur- und Sprachkontakt zwischen indigenen Sprachen und dem Spanischen. Doch die Vorraussetzungen für die gegenseitige Beeinflussung der Sprachen sind unterschiedlich: während ein Viertel der Bevölkerung in der Hauptstadt Mexiko- Stadt lebt, gibt es auch relativ unberührte Gebiete wie in Yucatan oder im Hochland von Chiapas. In der folgenden Hausarbeit soll die gegenseitige Beeinflussung der verschiedenen Sprachen untersucht werden. Nach einem kurzen Überblick werde ich das mexikanische Spanisch charakterisieren um im nächsten Schritt auf die Sprachkontakte eingehen zu können. Hier werde ich die wichtigsten Sprachen Mexikos nennen und die Einflüsse der Indiosprachen auf das Spanische beschreiben. Auf die Themen ‚Einflussfaktoren’, ‚Indigenismen’ und ‚ sprachliche Entwicklung in Jamiltepec’ werde ich näher eingehen. In dem letztgenannten Punkt werden linguistische Merkmale der bilingualen Indios aufgeführt. Unter ‚Einflüsse durch das Spanische in Mexiko’ wird der Spracheinfluss in die entgegengesetzte Richtung behandelt, insbesondere die Unterpunkte ‚Der Prozess des Aussterbens einer Sprache’, der sich in die drei Punkte ‚Lexik’, ‚Phonetik/ Phonologie’ und ‚Morphologie und Syntax’ teilt und ‚Die Veränderung des Chontal in Tuxta’. Im Anschluss werde ich eine kurze Zusammenfassung in spanischer Sprache verfassen und eine abschließende Bemerkung vornehmen.

2. Überblick

Die spanische Sprache verzeichnet ca. 370 Mio. Sprecher, womit sie hinter dem Chinesischen und dem Englischen auf Platz drei der meistgesprochenen Sprachen der Welt steht.

In Mexiko sprechen ca. 97 % der Bevölkerung Spanisch. Dort leben derzeit ca. 105 Mio. Menschen, von denen ca. 60 % Mestizen, 30 % Indios, 9% aus Europa und 1% anderer Abstammung sind.

Die Amtssprache Mexikos ist das Spanische. Seit 2003 sind 62 indigene Sprachen in Mexiko als „Nationalsprachen“ anerkannt.

3. Das mexikanische Spanisch

Der Begriff ‚mexikanisches Spanisch’ steht für die Variante des Spanischen, das in großen Teilen Mexikos gesprochen wird. Es weist bestimmte Merkmale auf, die nicht dem Castellano, der Variante des Spanischen, die man als das Hochspanische bezeichnet, entsprechen. Viele dieser Merkmale oder Besonderheiten treten nicht nur in Mexiko, sondern auch in anderen Gegenden Lateinamerikas auf, da die Landesgrenzen nicht den Sprachgrenzen entsprechen, wie es bei Mexiko und Guatemala der Fall ist. Ich werde die sprachlichen Unterschiede zum Castellano im Folgenden aufführen.

In der Phonetik zeigt das Mexicano Phänomene wie den Yeísmo, den Zeísmo, den Seseo und eine besondere Realisierung des Phonems [s].

Der Yeísmo ist in fast allen Ländern Lateinamerikas verbreitet. Er ist die Bezeichnung für die Aussprache von [ʎ] als [j], wodurch die Opposition zwischen den Phonemen [ʎ] uns [j] aufgelöst wird.

Der Zeísmo bezeichnet die Realisierung des Lautes [ž] als Allophon des Phonems [ʎ] oder [j]. In Mexiko gibt es zwei Formen des Zeísmo, wobei die erste der beiden mehr verbreitet ist: entweder ist [ž] phonetische Variante des Phonems [ʎ] und [j], die beide als ein Phonem zusammengefallen sind oder [ž] ist phonetische Variante des Phonems [ʎ], während die Phoneme [j] und [ʎ] nicht zusammengefallen sind. So werden im ersten Fall bei dem Zusammenfall von [ʎ] und [j] cuyo wie [cužo] und gallo wie [gažo] realisiert, während im zweiten Fall cuyo wie [ cuyo] und gallo wie [gažo] ausgesprochen werden.

Wenn [s] und [θ] als [s] realisiert werden, spricht man vom Seseo. Diese phonetische Erscheinung kommt ebenfalls in fast ganz Lateinamerika vor.

Die letzte hier zu nennende Besonderheit des Mexicano ist die Aussprache des Phonems /s/: es wird nach Paufler[1] in sechs verschiedenen Varianten realisiert, die sich für ein ungeschultes Ohr schwer unterscheiden lassen. Die Variationen unterscheiden sich in Deutlichkeit und Aspiration der Aussprache, wobei in Mexiko eine relativ deutliche Aussprache am häufigsten vorkommt.

Neben den sprachlichen Besonderheiten treten morphosyntaktische Phänomene auf. In Lateinamerika gibt es selten die 2. Person Plural vosotros, häufiger ersetzt die 3. Person Plural oder die Form ‚vos’ ihre Funktion. Ein weiterer morphosyntaktischer Unterschied zum Castellano ist der Loísmo. Während im Castellano das Pronomen des direkten Objektes im Singular Maskulinum le oder lo heißt, wird im Mexicano ausschließlich lo für Personen verwendet. Traditioneller Weise wird im Schulunterricht in Deutschland das le gelehrt, das lo gilt als Trend aus Lateinamerika und wird daher akzeptiert.

4. Sprachkontakte

Der folgende Teil versucht einen Überblick über den Sprachkontakt zwischen den indigenen Sprachen und dem Spanischen innerhalb Mexikos zu geben.

Folgende Faktoren sind für den Sprachkontakt zwischen verschiedenen Sprachen von Bedeutung:

Die geographische Verteilung der einzelnen Sprachen und ihr Verwandtschaftsgrad untereinander, die unterschiedliche Gewichtung der gesprochenen Sprachen zum aktuellen Zeitpunkt und in der Vergangenheit und die geschichtliche Entwicklung des Landes unter politischen und linguistischen Gesichtspunkten.

4.1 Sprachen in Mexiko

Es ist nicht einfach die Sprachen Zentralamerikas genau zu klassifizieren, da Sprache sich immer im Wandel befindet; jede Klassifizierung ist eine Momentaufnahme. Insbesondere, wenn eine Sprache nicht über eine schriftliche Form verfügt, ist eine Klassifizierung problematisch. Hinzu kommt, dass eine konkrete Unterscheidung zwischen Dialekt und Sprache generell, also auch bei den Indiosprachen schwierig ist. Es bestehen diverse Thesen, die versuchen die Sprachenanzahl innerhalb Mexikos festzustellen, wobei die Ergebnisse stark voneinander abweichen. Die folgende Darstellung der Sprachfamilien beruht auf den Thesen von Lyle Campbells[2]. Ihm zufolge gibt es in Mexiko folgende Sprachfamilien, die meistens in weitere Subfamilien zu unterteilen sind:

1. Uto- Aztecan
2. Otomanguean
3. Hokan
4. Huave
5. Totonakan
6. Mixe- Zoquean
7. Mayan
8. Tarascan
9. Cuitlatec.

Die Sprecherzahl der einzelnen Sprachen liegt bei maximal 1.376.989 (Nahuatl aus der Sprachfamilie Uto- Aztecan). Die SprecherInnen dieser Sprachen sind ungleichmäßig in Mexiko verteilt: die Schwerpunkte liegen in Südmexiko, wo der prozentuale Anteil der Indiobevölkerung am höchsten ist.

[...]


[1] Paufler, Hans- Dieter: Lateinamerikanisches Spanisch: phonetisch- phonologische und morphologisch- syntaktische Fragen, Leipzig, 1977, S62.

[2] Campbells, Lyle: The languages of Native America: Historical and Comparative Assessment, London, 1979.

Details

Seiten
19
Jahr
2007
ISBN (eBook)
9783640722662
ISBN (Buch)
9783640722990
Dateigröße
582 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v159671
Institution / Hochschule
Christian-Albrechts-Universität Kiel – Romanisches Seminar
Note
2,3
Schlagworte
Mexiko Spracheinflüsse Spanischen Sprachen

Autor

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Titel: Mexiko - Spracheinflüsse des Spanischen und der indigenen Sprachen