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Frida - Leben und Werk der Frida Kahlo in Julie Taymors Film

Hausarbeit (Hauptseminar) 2010 21 Seiten

Filmwissenschaft

Leseprobe

Inhalt

Einleitung

Der Film

1. Zusammenfassung Plot

2. Filmanalyse
2.1 Fiktion und Geschichte
2.2 Narrative Struktur
2.3 Mis-en-scene ( Schauplatze, Ausstattung, Farben, Intermedialitat Malerei-Film, Animationen, Clips, Collagen)

3. Zusammenfassung und Stellungnahme

4. Kurzbiographie Frida Kahlo

Anhang
1. Literatur
2. Filmdetails

Einleitung

Als ich mich daran machte, diese Hausarbeit uber den Film Frida von der Regisseurin Julie Taymor aus dem Jahr 2002 zu schreiben, stellte ich fest, dass es gar nicht so einfach sein wurde, das eigentliche Thema dieser Arbeit (die Filmanalyse des Kunstler-Biopics) im Auge zu behalten. Dies liegt wohl daran, dass sich dieses Filmgenre mit Menschen beschaftigt, die durch ihre kunstlerische Ausdruckskraft und bisweilen exzentrische Personlichkeit ihre Umgebung in einen unwiderstehlichen Bann ziehen. Die Versuchung ist dann groB, sich auf die Person und ihre Kunst zu konzentrieren. SchlieBlich ist der Film in diesen Fallen vorrangig ein Transportmittel. Er transportiert die Kunstlerin und ihr Werk aus der Vergangenheit, der Erinnerung, der Perzeption des Biographen und aus der Galerie in die Gegenwart, auf die Leinwand, ins Bewusstsein des Zuschauers. Hier stellt sich unweigerlich die Frage, ob der Film der Kunstlerin gerecht werden kann. Und wenn ja, ist er dann selber als Kunstwerk zu betrachten?

Nachdem ich mich ausfuhrlich mit Frida Kahlos Biographie und ihren Bildern beschaftigt habe, mochte ich nun versuchen, diese Fragen mittels der Filmanalyse zu beantworten.

Der Film

1. Zusammenfassung Plot

Der Film Frida von der Regisseurin Julie Taymor aus dem Jahr 2002 schildert das Leben und Werk der mexikanischen Malerin Frida Kahlo. Als Vorlage diente hier die Biographie Frida Kahiovon Hayden Herrera aus dem Jahr 1983. Dieses mit 507 Seiten recht umfangreiche Werk schildert auf beeindruckend detaillierte Weise Herkunft und Werdegang der Kahlo und versteht es, auch den dramatischen Leidensweg der Kunstlerin bis zu ihrem Tod darzustellen, ohne zu sentimentalisieren. Desweiteren wurden die Tagebucher der Malerin zu Rate gezogen.

Der Film beginnt am Tag der Eroffnung ihrer ersten Soloausstellung in Mexiko Stadt im Jahr 1953. Recht schnell taucht der Film in eine ausgedehnte Ruckblende ein.

Frida denkt an ihre Jugend und nimmt den Zuschauer mit auf die Reise in ihre Vergangenheit. Wir begegnen der jungen Schulerin Frida, die voller Lebenslust und Kraft mitten im Leben steht. Es ist 1922 und Frida begegnet zum ersten Mal dem bekannten Kunstler und Kommunisten Diego Rivera, wahrend er an einem Fresko in der Aula der Schule arbeitet, die Frida besucht. Es handelt sich um die renommierte Preparatoria, die Frida auf ein Medizinstudium vorbereiten soll. Sie engagiert sich zu dieser Zeit in einem Schulerclub (Las Cachucas), dessen Mitglieder politisches Bewusstsein auf ihre Fahne schreiben, die aber doch vor allem viel Unfug im Kopf haben und ihre Eltern sowie Lehrer bis aufs AuBerste provozieren. Sie hat eine Beziehung zu ihrem Mitschuler Alejandro und wachst mehr oder weniger unbeschwert mit ihren drei Schwestern in ihrem Elternhaus, der Casa Azul (Blaues Haus) in Coyoacan, einem Vorort von Mexikostadt auf. Diese Situation verandert sich schlagartig als sie am 17.September 1925 einen schweren Unfall erleidet, der ihr gesamtes weiteres Leben bestimmen und beeintrachtigen wird. Als der Bus, indem sie und Alejandro sitzen, schwer verungluckt, wird sie lebensgefahrlich verletzt und muss langere Zeit im Krankenhaus und zu Hause im Bett verbringen. Auf die Folgen des Unfalls werde ich spater noch genauer eingehen.

Ab diesem Zeitpunkt beginnt Frida zu malen. Zunachst ans Bett gefesselt auf ihrem Gips, dann auf einer speziell fur sie angefertigten Bett-Staffelei. Uberraschenderweise kann sie innerhalb kurzer Zeit wieder laufen. Sie beschlieBt, mit ihrer Malerei zum Lebensunterhalt der Familie beizutragen und wendet sich mit ihren Bildern an Diego Rivera um professionellen Rat. Er erkennt ihr Talent und wird ihr Mentor. Die beiden werden ein Liebespaar, das viel Aufsehen im Bekanntenkreis und in Fridas Elternhaus erregt. Diego fuhrt Frida in der Kunstlerszene von Mexiko Stadt ein und bindet sie fester an den Kommunismus. Am 21. August 1929 heiraten sie. Was folgt sind dramatische Jahre voller privater und politischer Unruhe. Die Ehe von Frida und Diego wird immer wieder zum Schauplatz heftiger Auseinandersetzungen. Vor allem hat Frida unter Diegos Untreue und emotionaler Unzuverlassigkeit zu leiden. Das bedeutet allerdings nicht, dass sie sich in eine Opferrolle fugt. Im Gegenteil: sie hat selber eine ganze Reihe Affaren und auBerehelicher Beziehungen zu Mannern und Frauen und entwickelt sich sehr autonom in ihrer Kunst. Dabei spielen ihre Krankheit und ihre sturmische Ehe mit Diego eine herausragende Rolle.

1930 ziehen Diego und Frida nach New York. Sie schafft es, ihre Kunst weiter zu verfolgen und hat schon bald ein eigenes Netzwerk aufgebaut. Nichtsdestotrotz wird sie geplagt von Einsamkeit und Heimweh. 1932 erleidet sie in Detroit eine traumatische Fehlgeburt und erfahrt vom nahenden Tod der Mutter 1933. Gedrangt von Fridas Gefuhlen und der Eskalation eines politischen Konfliktes Diegos mit seinem Auftraggeber Rockefeller, kehren die beiden 1934 enttauscht, pleite und ausgelaugt nach Mexiko zuruck.

Frida nimmt ihre Schwester Cristina und deren Kinder bei sich auf und lebt und arbeitet in ihrem Haus, das durch eine Brucke mit dem Haus Diegos verbunden ist. Diego ist depressiv und arbeitet wenig. Er beginnt eine heimliche Beziehung zu Cristina. Als Frida hiervon erfahrt, verlasst sie Diego und ihr Haus und verfallt in tiefe Depressionen. Sie schneidet sich demonstrativ die Haare ab und beginnt exzessiv zu trinken.

In dieser Zeit wird die Beziehung zu ihrem Vater intensiver. Sie kummern sich in ihrer Einsamkeit umeinander.

Als Diego Frida 1937 um Hilfe fur den russischen Kommunisten Leon Trotzki bittet, stimmt Frida dem zu und nimmt Trotzki und seine Frau in ihrem Elternhaus auf. Trotzki wird schon bald ihr Liebhaber. Dies fuhrt naturlich zu Spannungen, die ein weiteres Zusammenleben aller Beteiligten unmoglich machen. Trotzki und seine Frau ziehen aus.

1939 reist Frida zu ihrer ersten Einzelausstellung nach Paris, bei der sie viel Anerkennung findet. Die Stadt und die lobende Aufmerksamkeit tun Frida gut, allerdings wird dies von dem Gefuhl uberschattet, insbesondere von den Surrealisten missbraucht zu werden, die sich die schillernde, exzentrische Frida nur allzu gerne einverleiben wollen.

Es folgt die Ruckkehr nach Mexiko und der todliche Anschlag 1940 auf Trotzki, woraufhin auch Frida verhaftet und verhort wird. Diego hilft Frida zwar in dieser schwierigen Lage, verlangt aber trotzdem die Scheidung von ihr. Er hat inzwischen eine Beziehung mit einer amerikanischen Schauspielerin und will nach Kalifornien auswandern.

Nach der Versohnung mit ihrer Schwester Cristina werden wir Zeugen ihres physischen Verfalls. Gesundheitlich geht es langsam aber stetig bergab und der jahrelange ubermaBige Konsum von Alkohol und verschiedenen starken Medikamenten bleiben nicht ohne Folgen. In dieser Situation sucht Diego erneut Kontakt zu Frida und die beiden heiraten am 8. Dezember 1940 zum zweiten Mal.

Ab hier dreht es sich im Film vor allem um ihre miserable Gesundheit, die sich haufig in ihrer Kunst spiegelt. Die Amputation einiger Zehen, ihre starke Morphinsucht, weitere Operationen, Korsette, Depressionen und der hierbei standig prasente Schmerz gipfeln schlieBlich in der Amputation des rechten Beines.

Entgegen dem Rat ihres Arztes, lasst sie sich dann zu der Eroffnung ihrer ersten Soloausstellung auf mexikanischem Boden bringen. Der Zuschauer ist dann wieder beim Anfang der Ruckblende angekommen, der Kreis hat sich geschlossen. Letzte Station des Films ist Fridas Tod. Sie stirbt zu Hause in ihrem Bett. Ob ihr Tod letztendlich frei gewahlt war oder nicht, ist bis heute nicht sicher.

[...]

Details

Seiten
21
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783640759736
ISBN (Buch)
9783640760121
Dateigröße
501 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v159411
Institution / Hochschule
Universität Siegen
Note
2
Schlagworte
Filmwissenschaft Künstlerbiographie Frida Kahlo Julie Taymor

Autor

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Titel: Frida - Leben und Werk der Frida Kahlo in Julie Taymors Film