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Ist der Krieg in Afghanistan, der von den Vereinigten Staaten und ihren Verbündeten seit dem Herbst 2001 geführt wird, gerecht?

Im Sinne der Theorie des gerechten Krieges

Examensarbeit 2010 105 Seiten

Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

Abkurzungsverzeichnis

Glossar

Einleitung

1 Zum Begriff des Krieges
1.1 Der alte Krieg
1.2 Der neue Krieg
1.3 Der Krieg der Begriffe

2 Die Tradition des gerechten Krieges
2.1 Fruhgeschichte - Krieg als Spiel der Gotter
2.1.1 Altes Agypten und Indien
2.2 Antike - Krieg zwischen den Stadtstaaten
2.2.1 Aristoteles und Platon
2.2.2 Cicero und der Anfang einer Lehre vom gerechten Krieg
2.3 Mittelalter - Krieg im Sinne der Nachstenliebe
2.3.1 Augustinus und die rechte Gesinnung
2.3.2 Gregor der GroBe und Gratian der Monch - von Augustinus beeinflusst
2.3.3 Thomas von Aquin - Krieg ist Sache des hochsten Fursten
2.4 Neuzeit - Zerfall der Einheit von rechtlicher und sittlicher Beurteilung 33 des Krieges
2.4.1 Francisco de Vitoria definiert das bellum iustum ex utraque parte
2.4.2 Erasmus von Rotterdam und Krieg als Bestandteil des Naturrechts
2.4.3 Martin Luther - Ob Kriegsleute im seligen Stande sein konnen?
2.4.4 Hugo Grotius legt den Grundstein fur das moderne Volkerrecht
2.4.5 Eine FuBnote zu Immanuel Kant
2.5 Neueste Geschichte - Krieg als Werkzeug der Realpolitik
2.5.1 Carl von Clausewitz - Krieg als Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln
2.5.2 Bluntschli und das Primat des Volkerrechts
2.5.3 Der Volkerbund und weitere Versuche, den Krieg zu verdammen
2.6 Die Gegenwart und der geplatzte Traum vom Weltfrieden
2.6.1 Die Vereinten Nationen als Autoritat uber Krieg und Frieden
2.6.2 Der gerechte Krieg in der modernen Kirche
2.6.2.1 Katholizismus
2.6.2.2 Protestantismus
2.6.3 Der „Just War“ des Michael Walzer
2.6.4 Der Kriterienkatalog der ICISS

3 1st der Krieg in Afghanistan, der von den Vereinigten Staaten und ihren Verbundeten seit dem Herbst 2001 gefuhrt wird, gerecht (im Sinne der Theorie des gerechten Krieges)? Zeitachse Afghanistan
3.1 War der Kriegseintritt in den Afghanistankrieg, ius ad bellum, gerecht?
3.1.1 Ein gerechter Grand?
3.1.2 Eine gerechte Autoritat?
3.1.2.1 Der Krieg gegen den Terrorismus
3.1.2.2 Der NATO-Einsatz in Afghanistan
3.1.3 Krieg als ultima ratio?
3.1.4 Eine rechte Gesinnung?
3.2 Ius in bello, ist die Kriegfuhrung gerecht?
3.2.1 Gerechte Behandlung von Kriegsgefangenen?
3.2.2 Kollateralschaden
3.3 Ius post bellum, ist die Nachkriegssituation gerecht?
3.3.1 Wiederaufbau
3.3.2 Sicherheit
3.3.3 Entwicklungsperspektiven
3.4 Fazit

Danksagung

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1.1 erwartete Effekte der strategischen Interaktion auf den Ausgang des Konfliktes (die erwarteten Gewinner sind in den einzelnen Zellen zu finden), in: Arregum-Toft, Ivan: How the Weak win Wars - A Theory of Asymmetric Conflict. Cambrige-University-Press, New York, 2005,

Abb. 3.1 Weg der geplanten Gas-Pipeline, in: Foster, John: A Pipeline trough a troubled land: Afghanistan, Pakis tan and the new Great Energy Game, in: http://www.policvalternatives.ca/sites/default/files/uploads/publication s/National Office Pubs/2008/A Pipeline Through a Troubled Land .pdf,

Abb. 3.2 Wo die Taliban in Afghanistan aktiv sind, in: http://www.sueddeutsche.de/politik/872/487280/text/ (30.04.2010) Abb. 3.3 Struktur des Imperialismus nach Galtung, in: Haas, Hans-Dieter; Neumair, Simon-Martin (Hrsg.): Internationale Wirtschaft: Rahmenbedingungen, Akteure, raumliche Prozesse. Oldenbourg Wissenschaftsverlag, Munchen, 2006,

Abb. 3.4 Truppenentwicklung der ISAF, in: http://imi-online.de/download/fact sheet afghanistan2010.pdf

Tabellenverzeichnis

Tab. 1.1 Prozentsatz der Siege in bewaffneten Konflikten nach Art des Akteurs (schwacher und starker Akteur), in: Arregum-Toft, Ivan: How the Weak win Wars - A Theory of Asymmetric Conflict. Cambrige-University-Press, New York, 2005,

Abkurzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Einleitung

Nur die Toten haben das Ende des Krieges gesehen.

Plato (etwa 428-348 v. Chr.)

Scheint suB ja der Krieg nur dem, der ihn nicht kennt, doch wer ihn kennt, Schaudert, wenn er naht, vor ihm ubers MaB im Herzen.“

(Pindar 522-445 v. Chr.)

Der Krieg ist eine bloBe Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln.

Carl von Clausewitz (1780-1831)

Der Krieg ist das groBte Ubel, das einem Staate, das einer Nation widerfahren kann.

Es muB daher die Hauptsorge sein, alle nur immer mogliche Kraft gleich beim ersten Ausbruche aufzubieten, alles anzuwenden, damit derselbe so kurz als nur immer sein kann und bald auf die moglichst gunstigste Art entschieden wird.

Karl von Osterreich-Teschen (1771-1847)

Es gibt kein widerlicheres Schauspiel unter dem Himmel als zwei Menschen, die zahneknirschend und zornfunkelnd einander ins Fleisch hacken und kostbare, lebensstrotzende Korper, ja, unschatzbare lebendige Seelen in eine unnennbare, verwesende Masse verwandeln, die man nur noch zum Dungen von Rubenfeldern verwenden kann.

Thomas Carlyle (1795 - 1881)

Am 11. September 2001 horte ich im Autoradio die Nachricht, dass ein Flugzeug in den Nordturm des New Yorker World Trade Centers geflogen sei. Genaueres war noch nicht bekannt. Ich stellte mir wahrend des Horens dieser Nachricht ein kleines Sportflugzeug vor, das versehentlich in die Fassade des Wolkenkratzers gesturzt war. Als ich zu Hause war, stellte ich den Fernseher an und sah Rauchschwaden aus dem World Trade Center aufsteigen. Die ersten Videoaufnahmen zeigten, dass ein Passagierflugzeug, eine Boeing 767, in den Nordturm des World Trade Centers geflogen war. Eine groBe Katastrophe schien sich anzubahnen. Als einige Minuten spater eine zweite Boeing 767 in den Sudturm flog, sprach niemand mehr von einem Unfall.

In einer konzertierten Aktion hatten islamistische Terroristen im Namen des Dschihad und des Terrornetzwerkes Al-Kaida vier Verkehrsflugzeuge entfuhrt und auf eine Amokmission geschickt. Zwei der Flugzeuge wurden in die beiden Turme des World Trade Centers gesteuert, ein Flugzeug raste in das Pentagon und ein weiteres sturzte in der Nahe von Shanksville, Pennsylvania, auf eine Wiese.

Diese Selbstmordattentate auf militarische und zivile Gebaude der Vereinigten Staaten von Amerika gingen als die Terroranschlage vom 11. September 2001 in die Geschichte ein und markierten eine Zasur zu Beginn des 21. Jahrhunderts. Als unmittelbare Folge dieser Angriffe kam es zu einem weltweiten Feldzug, der vom damaligen US-Prasidenten George W. Bush als „Krieg gegen den Terror“ bezeichnet wurde.

Verantwortlich fur die Attacken war das vom saudischen Terroristen Osama Bin Laden gefuhrte Netzwerk Al-Kaida. Diese lose Gruppierung islamistischer Terroristen hatte, so Bush, „ihre Vision der Welt in Afghanistan verwirklicht.“ In Afghanistan sei, so Bush weiter, „Terror und Unterdruckung an der Tagesordnung“ und Al-Kaida arbeite eng mit den dort herrschenden Taliban zusammen. An die Taliban-Regierung richtete Bush mehrere Forderungen: die Auslieferung aller Al- Kaida Mitglieder, die Freilassung aller ungerechtfertigt im Gefangnis sitzenden Auslander, Schutz fur alle im Land arbeitenden Journalisten, Diplomaten und Aufbauhelfer, die SchlieBung aller sich im Land befindlichen Ausbildungscamps fur Terroristen und die Aushandigung all jener Personen, die fur Aufbau und Betrieb dieser terroristischen Strukturen verantwortlich sind.

Diese Forderungen bezeichnete Bush als „nicht verhandelbar“.1 In seiner Rede an die Nation vom 11. September sprach der US-Prasident davon, dass die Vereinigten Staaten keinen Unterschied machen werden zwischen Terroristen und denen, die diesen Terroristen Unterschlupf gewahren.2 Vierzehn Tage nach dieser Ansprache begann der Krieg gegen den Terror.

Im Februar 2002 veroffentlichten 58 fuhrende amerikanische Intellektuelle, darunter der Kulturhistoriker Samuel Huntington, die Soziologen Francis Fukuyama und Amitai Etzioni sowie der Philosoph und Politikwissenschaftler Michael Walzer ein Manifest mit dem Titel: „What We’re Fighting For - A Letter from America“.

In dem darin enthaltenen Abschnitt uber den gerechten Krieg wird jeder Krieg als schrecklich und als Zeichen fur das politische Scheitern von Menschen bezeichnet. Weiter wird ausgefuhrt, dass es Zeiten gibt, in denen Krieg fuhren nicht nur moralisch erlaubt, sondern moralisch notwendig ist: als Antwort auf Akte der Gewalt, des Hasses und der Ungerechtigkeit. Die Unterzeichner des Manifestes erklaren, dass sie im Namen einer universellen menschlichen Moral und im Bewusstsein aller Einschrankungen und Anforderungen eines gerechten Krieges den Krieg der amerikanischen Regierung gegen die Terroristen befurworten.3

Auf das Konzept des gerechten Krieges wird in „What we’re Fighting For“ nur sehr oberflachlich eingegangen. Mit Bezug auf Augustinus werden kurz mogliche Grande fur einen gerechten Krieg genannt, es wird erwahnt, dass eine legitime Autoritat notig ist um einen gerechten Krieg zu rechtfertigen, und es wird ausdrucklich betont, dass ein gerechter Krieg nur zwischen Kombattanten, also zu Kriegshandlungen berechtigten Personen, gefuhrt werden kann. Der Abschnitt uber den gerechten Krieg schlieBt mit den Worten: „Diese und andere Prinzipien des gerechten Krieges lehren uns, dass, wann immer Menschen Krieg in Erwagung ziehen oder Krieg fuhren, es moglich und notwendig sein muss, sich der Heiligkeit des menschlichen Lebens zu vergewissern und sich dem Prinzip der uberall gleichwertigen menschlichen Wurde anzunehmen.“ 4

GroBe Worte, die sich auf eine groBe Theorie berufen. Mit dieser Arbeit werde ich prufen, ob die Unterzeichner dieses Manifestes Recht haben, wenn sie zur Rechtfertigung des Krieges in Afghanistan das Prinzip des gerechten Krieges anfuhren.

Nach einer Definition des Kriegsbegriffes und einer Unterscheidung zwischen altem und neuem Krieg in Kapitel 1, befasst sich das Kapitel 2 mit der Entwicklung einer Traditionslinie der Theorie des gerechten Krieges von der Antike bis in die Gegenwart.

Erste tiefergehende Uberlegungen zur ethischen Begrenzung von Kriegen finden sich bereits in den Staatstheorien der griechischen Philosophen Platon und Aristoteles. Diese Uberlegungen wurden im Romischen Reich, unter anderem von Cicero, weitergedacht und entwickelt.

In der Fruhzeit und der fruhen Antike wurde eine mogliche Schuld vom eigenen menschlichen Gewissen abgeladen und auf die Gotter ubertragen. Der Mensch verstand sich als Lebewesen in einer von Gottern durchdrungenen Welt. Alle irdischen Handlungen standen in einer Verbindung zur Gotterwelt. So auch der Krieg. Mit Schlachtengemalden wurden die Taten einzelner Heroen herausgehoben und glorifiziert. Den Opfern des Krieges wurde wenig Beachtung geschenkt, denn diese starben fur die Sache der Gotter. Das Recht zum Krieg stand stets uber dem Recht m Krieg.

In der Zeit der bluhenden griechischen und romischen Stadtstaaten war die Idee des gerechten Krieges eng verwoben mit dem Gedanken der Selbstverteidigung dieser Stadtstaaten. Krieg wurde als Storung der Gerechtigkeit, im Sinne einer bestimmten Ordnung, innerhalb des Individuums und des Kollektivs, betrachtet.

Im Mittelalter wurde die Theorie des gerechten Krieges vor allem von den christlichen Kirchenlehrern gepragt. Neben Augustinus war es der mittelalterliche Theologe Thomas von Aquin, der in seiner „Summa theologiae“ die Frage eines gerechten Krieges behandelte.

Im Ubergang vom Mittelalter zur Neuzeit wurden die gottlichen Rechtfertigungsmodelle mehr und mehr von juristisch gepragten Modellen eines gerechten Krieges verdrangt. Zum ersten Mal wurde auch der gegnerischen Kriegspartei das Recht auf einen gerechten Krieg zuerkannt und damit der Krieg aus der vermeintlichen Objektivitat auf eine subjektive Ebene gebracht. Auch das Aufkommen der Nationalstaaten und der Niedergang der groBen Reiche bestimmten die Ansichten uber den Krieg.

Als ein Grundstein des modernen Volkerrechts gilt die Schrift „De Jure Belli ac Pacis“ des Niederlanders Hugo Grotius. Grotius fuhrte als einer der ersten die Idee eines international geltenden Volkerrechts ein. Doch es dauerte noch Jahrhunderte, bis Korperschaften geschaffen wurden, die zwischen den Volkern Recht sprechen sollten. An ihm und seinem Beitrag zeigt sich der Wandel zwischen mittelalterlichem und neuzeitlichem Verstandnis eines gerechten Krieges beispielhaft.

Von Clausewitz' Schrift „Vom Kriege“ markiert eine weitere Zasur und steht bis heute fur die Betrachtung des Krieges als Werkzeug der Politik und fur eine kuhl- versachlichte Betrachtungsweise kriegerischen Geschehens. Unter dem Schlagwort der Realpolitik wurde Krieg zu einem Werkzeug, mit dem sich die legitimen Interessen eines Staates durchsetzen lieBen. Der Krieg wurde zu einem Instrument der Politik, beinahe zu einem Verwaltungsakt. Durch zwischen den Staaten geschlossene Vertrage und innerstaatliche Gesetze wurde der Krieg positivistisch legitimiert. Dadurch wurde zwar die Vorstellung einer Legitimation der Kriege durch gottliches Recht abgelost, jedoch wurde der Krieg damit auch jeglicher Moral enthoben und genauso wie er als Instrument betrachtet wurde, waren auch die Soldaten nur Instrumente der Politik.

Im 19. Jahrhundert fand erstmals die Trennung des Rechts zum Krieg und des Rechts im Krieg statt, nicht zuletzt wegen des massiven Wandels der Rustungsindustrie und den damit einhergehenden grausamen Methoden der Kriegfuhrung.

Der Prozess der Industrialisierung markiert einen weiteren Wendepunkt in der Kriegsbetrachtung. Auf Grand immer modernerer und effektiverer Waffen hatten sich die einstigen Schlachtscharmutzel auf den Feldern zu einem Massenschlachten ohne Grenzen entwickelt. Immer hohere Opferzahlen und die schrecklichen Folgen neuer biologischer und chemischer Waffen machten das Denken uber ein Recht im Krieg aktuell. Vorreiter war Henry Dunant mit der Grundung des Roten Kreuzes und den aus seinen Ideen entstandenen Genfer Konventionen.

Der Erste Weltkrieg mit all seinen Schrecken lieB die verschuttet geglaubten Ideen eines friedlichen Bundes aller Volker wieder entstehen, und zum ersten Mal wurde der Krieg in international gultigen Vertragen und Ubereinkommen geachtet. Der Volkerbund und der Kellogg-Briand-Pakt konnten jedoch trotz ihrer wegweisenden Ideen den Zweiten Weltkrieg nicht verhindern.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurden die Vereinten Nationen in San Francisco gegrundet, deren Charta besondere Grande fur militarische Einsatze vorsah und den Krieg offiziell achtete. Durch das Bekenntnis zu den universal gultigen Menschenrechten geschah ein Wandel vom Positivismus hin zum Universalismus und zu den Naturrechten. Auch dieser Ansatz konnte jedoch zukunftige Kriege nicht verhindern. Was geschafft wurde, war eine Achtung des Krieges als Verbrechen.

Vor dem Hintergrund des Kalten Krieges erlebte die Idee eines gerechten Krieges eine Renaissance. Moderne Autoren, die den Begriff des gerechten Krieges erweiterten und erforschten, waren zum einen Paul Ramsey mit seinem Werk „The Just War: Force and Political Responsibility44 und Michael Walzer mit „Just and Unjust Wars.“

Im September 2001 veroffentlichte die ICISS (International Commission on Intervention and State Sovereignty) mit „The Responsibility to Protect44 den aktuellsten Beitrag und etablierte das Nachdenken uber ein Recht nach dem Krieg.

Der Blick auf die vergangenen Jahrhunderte zeigt, dass sich die Vorstellungen uber einen gerechten Krieg stets verandert haben. Gleich geblieben scheint das Bedurfnis der Menschen, uberhaupt Kriterien fur einen gerechten Krieg entwickeln zu wollen. Moglicherweise im Angesicht einer Schuld, die mit kriegerischen Handlungen immer einhergeht.

Seit dem Jahr 2001 fuhren die Vereinigten Staaten und ihre Verbundeten einen Krieg in Afghanistan. Nach den Terroranschlagen vom 11. September 2001 war das Ziel der ersten Militarschlage, das Regime der religios motivierten Taliban zu sturzen und die Ausbildungscamps der Al-Kaida-Terroristen zu vernichten. Trotz eindeutiger militarischer Uberlegenheit der Allianz ist der Krieg bis heute nicht gewonnen und sind die Ziele nicht verwirklicht. Im Gegenteil: Die Taliban gewinnen in einigen Gebieten wieder an Starke, und die afghanische Regierung muss sich den Vorwurf der Wahlfalschung und der Korruption gefallen lassen.

In Anlehnung an das Manifest „What we’re Fighting For - A Letter from America“ stelle ich im Kapitel 3 folgende Fragen: War der Kriegseintritt in den Afghanistankrieg gerecht (Ius ad bellum), war und ist die Kriegfuhrung gerecht (Ius in bello) und wie ist die Situation nach dem Krieg (Ius post bellum) zu bewerten?5 Um die einzelnen Fragen zu beantworten, habe ich einige der Kriterien fur einen gerechten Krieg herausgegriffen.

Im Bereich des Ius ad bellum stelle ich die Frage nach einem gerechten Grund, einer legitimen Autoritat, einer rechten Gesinnung und nach Krieg als ultima ratio. Die Frage nach einem gerechten Grund hat die langste Tradition und bietet die beste Erklarung fur die Motivation bestimmter Handlungen. Auch die legitime Autoritat hat eine lange Tradition und besitzt gerade im modernen Staatenzeitalter, wo die Legitimation von Autoritaten aus der Mehrheit der Bevolkerung generiert wird, eine groBe Bedeutung. Die rechte Gesinnung ist ein schwer zu bestimmender Faktor. Ich werde ihn dennoch naher beleuchten, da eine Gesinnung immer eine bestimmte moralische Grundhaltung reflektiert, die ich bei der Ausubung von Kriegshandlungen fur wichtig erachte. Das ultima-ratio-Kriterium soll im konkreten Fall darstellen, ob der Krieg auch wirklich die eine Losung war und ist.

Im Bereich des Ius in bello wende ich mich der Frage nach der Behandlung der Kriegsgefangenen und der Kollateralschaden zu. Auch die Unterzeichner des Manifestes erwahnen, dass es einen gerechten Krieg nur zwischen Kombattanten geben kann und zu dem Verhaltnis von Kombattanten und Nichtkombattanten gehort fur mich auch die Sorge um Kollateralschaden. Der Bereich des Ius Post bellum ist der neueste Denkansatz in der Theorie des gerechten Krieges und geht auf die Nachsorge nach einem Krieg ein. Im Bericht der ICISS wird im Kapitel „The Responsibility to Rebuild“ die Bemuhung zu einem Wiederaufbau, der Etablierung von Sicherheitsstrukturen und eine Entwicklungsperspektive gefordert.

Um eine Lehre vom gerechten Krieg als Moglichkeit anzunehmen, muss man sich zunachst von zwei Denkrichtungen distanzieren: dem Realismus und dem Pazifismus.

Der Pazifismus steht als Bekenntnis fur den Frieden und gegen den Krieg.6 Die moralische Bewertung von Kriegen findet auch im Pazifismus statt, jedoch werden Kriege generell abgelehnt und moralisch verurteilt. Es kann kein Kriterium gefunden werden, das einen Krieg rechtfertigen wurde. Der Pazifismus beurteilt den Krieg im deontologischen Sinne als falsch und schlecht.

Die Lehre vom gerechten Krieg widerspricht ebenfalls einer realistischen Betrachtungsweise. Diese geht davon aus, dass Kriege generell auBerhalb jeglicher Moral sind und deshalb auch keiner moralischen Bewertung unterzogen werden konnen. Schon der romische Staatstheoretiker Cicero sagte: „Intra bellum silent leges“ (Im Kriege schweigen die Gesetze).

Hat man sich vom Pazifismus und Realismus abgewandt, damit also die Existenz von Kriegen in dieser Welt als gegeben akzeptiert und sich fur die Moglichkeit einer moralischen Bewertung von Kriegen ausgesprochen, kann man auch die Moglichkeit eines gerechten Krieges annehmen.

Kapitel 1

Zum Begriff des Krieges

Seit es Menschen gibt, gibt es auch den Krieg. Es gibt viele Auspragungen des Krieges, doch letztendlich ist der Kern des Krieges die gewaltsame Auseinandersetzung von Menschen, Clans, Stammen, Volkern und Staaten mit anderen Menschen, Clans, Stammen, Volkern und Staaten. Die Grande fur diese Auseinandersetzungen sind zahlreich. Mit Blick auf die uberlieferte Menschheitsgeschichte sind unter anderem die Erweiterung des Lebensraumes, die Gier nach Schatzen jeglicher Art und der Hass auf andere Geschopfe zu nennen. Doch es wurden auch Kriege gefuhrt, um Volker zu befreien und um Gottes Heil zu suchen.

Krieg ist empirisch gesehen geradezu als Normalzustand zu bezeichnen. Ein Normalzustand, der nur unterbrochen wird von kurzen Perioden des Friedens. So zahlt der Dominikanermonch Franziskus Maria Stratmann von 1496 v. Chr. bis 1861 n. Chr., also einem Zeitraum von 3357 Jahren, nur 227 Friedensjahre, denen 3130 Kriegsjahre gegenuberstehen. Von 1861 bis 2010 waren es nur sieben Jahre ohne Krieg.

Doch scheint es einen Unterschied zu geben zwischen dem, was die Mehrheit der Bevolkerung unter einem Krieg versteht und dem, was die Soldaten aktuell auf den Schlachtfeldern dieser Welt gerade tun. Der Begriff „Krieg“ wird von offizieller Seite vieler Regierungen, die die Soldaten in den Kampfeinsatz schicken, nicht verwendet. Um etwa das Geschehen in Afghanistan seit 2001 zu beschreiben, ist auf der Website der Bundesregierung die Rede von einem „Engagement Deutschlands zur Terrorbekampfung“. Als „zentrale Aufgaben“ der Bundeswehr, der dort stationierten Polizisten und der Entwicklungshelfer, wird die wirtschaftliche und soziale Entwicklung der Region gesehen. Von Krieg ist an dieser Stelle keine Rede.7

Auch in anderen Landern der Allianz, die in Afghanistan und dem Irak Soldaten stationiert haben, wird „Krieg“ nicht benutzt oder der Begriff wird ausgeschmuckt mit dem Zusatz „gegen den Terror“, um damit eine Verharmlosung zu erreichen. Denn kampfen wir nicht auch einen „Krieg gegen Drogen“ oder einen „Krieg gegen uberflussige Pfunde“?

Die Unsicherheit bei der eindeutigen Definition dessen, was zum Beispiel in Afghanistan seit 9/11 ausgefochten wird, zeigt, dass dem Kriegsgeschehen etwas Neues hinzugekommen sein muss. Etwas, das es schwierig macht, den Begriff „Krieg“ eindeutig zu definieren.

Im offentlichen Diskurs ist oft von den sogenannten neuen Kriegen die Rede. Doch was kennzeichnet diese Kriege? Und da etwas Neues nur in Abgrenzung zu etwas Altem gesehen werden kann: was sind dann alte Kriege?

1.1 Der alte Krieg

Nach dem Ende des DreiBigjahrigen Krieges (1616-1648), besiegelt durch den Westfalischen Frieden, war das Ende der groBen Reiche endgultig gekommen und der Aufstieg der souveranen Nationalstaaten begann. Die gewaltsame Auseinandersetzung zwischen diesen Staaten ist gemeinhin das, was heutzutage im Volksmund unter Krieg verstanden wird. Besonders charakteristisch war dieses Phanomen fur das historische Europa zwischen dem 17. und dem 20. Jahrhundert.8 Als sinnvolle Darstellung erweist sich hierbei die Einteilung der Kriege nach dem Muster Georg Ortenburgs in seiner Reihe: „Heerwesen der Neuzeit“: 9

- Zeitalter der Kabinettskriege (1650-1792),
- Revolutionskriege (1792-1848),
- Einigungskriege (1848-1871),
- Krieg der Millionenheere (1871-1914).

Die Professorin Mary Kaldor zahlt zu den alten Kriegen noch den:

- ideologischen Krieg der Blocke (spates 20. Jahrhundert).10

Gemein ist diesen Kriegen, dass es zwei oder mehrere genau abgrenzbare Parteien gab, die im Widerstreit zueinander standen. Dies konnten absolutistische Staaten, Nationalstaaten, Vielvolkerstaaten, Allianzen, Reiche oder die Blocke Ost und West gewesen sein. Entscheidend ist, dass in diesen drei Jahrhunderten der Krieg durch zeitliche, ortliche und materielle Begrenzung formell eingehegt wurde und damit die Vorstellungen vieler Menschen bis heute bestimmt hat. Diese Vorstellungen sind vor allem durch folgende Punkte charakterisiert:

1. ) die Festlegung anerkannter Grenzen,
2. ) die Unterscheidbarkeit von Krieg und Frieden,
3. ) eine klare Bestimmung von Freund und Feind,
4. ) Unterscheidung zwischen Kombattanten und Nichtkombattanten,
5. ) Unterscheidung zwischen zulassiger Gewalt und Gewaltkriminalitat und
6. ) die zeitliche Begrenzung des Krieges.11

Eine anerkannte Grenze legte den genauen Wirkungsbereich eines Krieges fest und hegte diesen ortlich sein. Durch ein klar definiertes Kriegsziel war es moglich, auf dieses Ziel hinzuarbeiten und irgendwann das Ende des Krieges durch einen Friedensschluss zu verkunden. Klar definierte Gegner und die deutliche Unterscheidung zwischen Zivilbevolkerung (Nichtkombattanten) und Soldaten (Kombattanten) machte uferloses Schlachten unmoglich. Bis Anfang des 20.

Jahrhunderts waren 90 Prozent der im Krieg gefallenen Menschen Kombattanten.12

Ausgefochten wurden diese Kriege nicht von schlecht zu kontrollierenden Soldnern, wie im DreiBigjahrigen Krieg, sondern von Soldaten im Dienste eines Staates. Ein wichtiger Schritt hin zu einer Professionalisierung des Krieges geschah durch die Einfuhrung der stehenden Heere,13 die durch Drill und Manoverubungen auch in Friedenszeiten auf den Ernstfall Krieg vorbereitet wurden. Etabliert wurden die stehenden Heere zu Zeiten der Napoleonischen Kriege (1792-1815) von den europaischen Machten, die zu dieser Zeit Krieg gegen Frankreich fuhrten.14

Da diese genau bestimmte Form des Krieges nur wahrend einer kurzen Zeitspanne der Menschheitsgeschichte zu beobachten war (Anfang 18. Jahrhundert bis Mitte des 20. Jahrhunderts), ist meines Erachtens der Begriff „alter Krieg“ verfehlt und der Begriff „klassischer Krieg“ ein besserer. Klassisch im Sinne von „typisch“ und „bezeichnend“, denn gerade in unserer abendlandischen Kultur sind die Vorstellungen vom Krieg unweigerlich mit dem gewaltsamen Aufeinandertreffen zweier Heere auf dem Schlachtfeld bestimmt.

1.2 Der neue Krieg

Herfried Munkler verortet den Beginn der neuen Kriege in die Mitte des 20. Jahrhunderts. Der Zweite Weltkrieg war vorbei, die Vereinten Nationen wurden gegrundet und einige Jahre spater standen sich die groBen Blocke Ost und West im Kalten Krieg gegenuber. Aktiv und heiB gefuhrt wurden jedoch asymmetrische Stellvertreterkriege auf dem Gebiet eines Drittstaates.15

Genau wie die neuen Kriege von den alten Kriegen abgegrenzt werden mussen, so muss die Asymmetrie von der Symmetrie abgegrenzt werden. Laut Duden ist die „Symmetrie“ eine Ubereinstimmung und die griechische Wortbedeutung meint „EbenmaB“. Insofern ist die Asymmetrie das Gegenteil: eine nicht symmetrische Relation, gekennzeichnet durch das Fehlen von Verhaltnissen und Proportionen.16 Auf den Krieg bezogen kennzeichnet diese Relation das Verhaltnis von einer Kriegspartei zu einer anderen, unter anderem ausgedruckt in den Punkten:17

- Ungleichgewicht der Krafte,
- unterschiedliche Entschlossenheit,
- unterschiedliche Legitimation,
- Diskrepanz der Methoden und
- Qualitat der eingesetzten Mittel.

In einem symmetrischen Verhaltnis ist dieses Krafteverhaltnis in etwa gleich oder angepasst. In einem asymmetrischen Verhaltnis gibt es eine starke Kriegspartei und eine schwache Kriegspartei. Die starke Kriegspartei wird durch ihre Uberlegenheit mehr Macht besitzen als die kleine Kriegspartei. Wenn eine starke Partei und eine schwache Partei in einem dadurch asymmetrischen Krieg aufeinandertreffen, ist anzunehmen, dass die Partei mit mehr Macht den Krieg gewinnt und die Partei mit weniger Macht den Krieg verliert.18 Doch so ist es nicht. Nicht in der Art von neuen Kriegen, die seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges auf der globalen Landkarte zu verorten sind. Konnten sich in der Zeit von 1800 bis 1849 die starken Parteien in etwa 90 % der Falle als Sieger bezeichnen, so glich sich dieses Verhaltnis in den folgenden Jahren immer mehr an. Von 1950 bis 1999 gewannen die starken Akteure nur noch knapp 50 % der Kriege. Das Verhaltnis war damit ausgeglichen. Nach 1945 waren von allen Kriegen weltweit nur noch etwa ein Drittel Staatenkriege im klassischen Sinn.19 Etwa 150 Kriege im 20. Jahrhundert konnten als asymmetrisch bezeichnet werden. Davon war in etwa 50 Fallen die schwachere Partei die siegreiche.20

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1.1. - Prozentsatz der Siege in bewaffneten Konflikten nach Art des Akteurs (schwacher und starker Akteur)

So ist in Abb. 1 zu sehen

KraftemaBig sehr unterschiedlich ausgestattete Kriegsparteien sind kein rein gegenwartiges Phanomen. Bereits in der Bibel gibt es die beruhmt gewordene Geschichte vom Jungling David, der nur mit einer Steinschleuder bewaffnet gegen den riesigen Philisterkrieger Goliath angeht und diesen Kampf durch Schnelligkeit und Klugheit gewinnt.21 Ein weiterer asymmetrisch ausgetragener Konflikt war der Aufstand der Makkabaer gegen die seleukidische Herrschaft (165 v. Chr. - 63 v. Chr.). Asymmetrische Kriege sind also keinesfalls als Ausnahme des 20. Jahrhunderts anzusehen.22

Doch warum hat sich gerade in Zeiten hochgerusteter Armeen das Verhaltnis zwischen Sieg und Niederlage, zwischen starken und schwachen Kriegsparteien so sehr verkehrt? Wie kann eine in materieller Hinsicht eindeutig unterlegene Kriegspartei gegen eine High-Tech-Armee gewinnen?

Zur Zeit der Staatenkriege waren der Sieg der einen und die Niederlage der anderen Kriegspartei durch gewisse Regeln festgehalten. So beschrieb von Clausewitz, dass es Ziel des Krieges sei, den Gegner wehrlos zu machen.23 War dieser wehrlos, konnte er sich nun entweder aufreiben lassen oder sich ergeben. Der Krieg war durch den formellen Akt eines Friedensvertrages abgeschlossen. Die eine Seite hatte gesiegt und die andere Seite hatte verloren.

Im Zeitalter der neuen Kriege sind nicht mehr allein die Staaten die Monopolisten von Gewalt und Konflikten. Es treten immer mehr private Akteure auf. Zu diesen Akteuren zahlen lokale Warlords, Guerillagruppen, Soldnerfirmen oder ganze Terrornetzwerke.24 Die Armeen dieser Akteure konnen paramilitarische Gruppen, auslandische Soldner oder Selbstverteidigungseinheiten sein.25 Im Kraftevergleich haben die privaten Akteure, die losen Verbande ohne Staatscharakter, einen Macht- und Kraftenachteil gegenuber den staatlichen Verbanden, hinter denen ein Staatsvolk, ein Staatsgebiet und eine Staatsgewalt steht.26

Die beiden Kriegsparteien stehen sich nicht mehr auf einem Feld, Mann gegen Mann, gegenuber. Zum Schlachtfeld ist der ganze Globus erklart worden. Ziel der neuen Kampfhandlungen ist nicht mehr der militarische Gelandegewinn, sondern vor allem die Erlangung von Kontrolle uber „hearts and minds“ der Zivilbevolkerung.27

Dies geschieht heutzutage vor allem mit Hilfe der Medien. Kaum zeitverzogert kann sich der Nutzer von Internet, Fernsehen und Mobiltelefon live in das Kriegsgeschehen beamen. Attacken von ferngesteuerten Drohnen und Raketen konnen live, bei Chips und Popcorn, in das Wohnzimmer ubertragen werden. Der Krieg wird zum Actionfilm und Terrorattacken a la 9/11 zum Happening einer sensationsgierigen Gesellschaft. Beide Seiten, die starke wie die schwache, wissen uber die Macht der Fernsehbilder und nutzen diese fur ihre Zwecke. Wahrend des Irakfeldzuges der Amerikaner 2003 durften sogenannte „embedded journalists“ mit den regularen Streitkraften mitfahren und brachten durch ihre Berichterstattung den Krieg in das Wohnzimmer. Mit dieser Art der Berichterstattung konnten die Amerikaner eine bessere Kontrolle uber die Medien ausuben und damit verlor die Kriegsberichterstattung einen GroBteil ihrer Objektivitat.28

Auch Al-Kaida versteht es, die Medien fur sich zu nutzen. So gelangen deren spektakulare Aktionen fast ohne Zeitverzug auf die heimischen Bildschirme und verbreiteten durch effektheischende Berichterstattung die gewunschte Panik unter der Bevolkerung. Der Ruf nach strengeren SicherheitsmaBnahmen wird lauter, die Verunsicherung wachst und das Ziel der Terroristen ist erreicht.

Diese indirekte Art der Kriegfuhrung ist das Erfolgsrezept der schwachen Kriegsakteure. In direkter Konfrontation wurden diese im Angesicht einer starkeren Macht verlieren. Kennen sie jedoch die Strategie des Gegners, konnen sich die schwachen Krafte auf eine passende Gegenstrategie vorbereiten. Abbildung 1.1 zeigt, dass die besten Chancen auf einen Sieg der schwachen Akteure dann bestehen, wenn sie eine vom starken Akteur entgegengesetzte Kriegsstrategie anwenden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1.1 - erwartete Effekte der strategischen ktion auf den Ausgang des Konfliktes (die erwarteten Gewinner sind in den einzelnen Zellen zu finden).

Ein weiterer Vorteil der schwachen Kriegsakteure ist, dass sie sich nicht an Regeln halten mussen und somit effektiver kampfen konnen als die starken, oftmals demokratischen, Akteure.29 Ein Grund hierfur ist die untergeordnete Rolle des Volkerrechtes im Kampf der schwachen Gegner und das Nichtvorhandensein einer kriegsmuden Offentlichkeit, der sich Verluste schlecht verkaufen lassen.30 In vielen asymmetrischen Kriegen kampfen rekrutierte Kindersoldaten. Diese auf Drogen gesetzten jungen Menschen vergessen jegliche Moral und wuten ebenso grausam wie die Soldner des DreiBigjahrigen Krieges. Zwischen Kombattanten und Nichtkombattanten wird kein Unterschied gemacht und dadurch eine Atmosphare der Angst und des Terrors geschaffen. Dies generiert eine Uberlegenheit, die letztendlich zu einem Sieg fuhren kann. Beispiele hierfur sind der Vietnamkrieg (1065-1075) und der Krieg der ehemaligen Sowjetunion in Afghanistan (1070-1080).

Die Ursachen fur die stetige Zunahme asymmetrischer Konflikte nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges sind mannigfaltig. Die Veranderung der weltpolitischen Lage nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges und der Zusammenbruch der Sowjetunion Anfang der 1990er Jahre markierten Zasuren in der Zunahme dieser Art von Konflikten, gekennzeichnet durch die Zunahme innerstaatlicher Konflikte und der Abnahme zwischenstaatlicher Konflikte.31

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges geriet der Prozess der Entkolonialisierung in Bewegung und viele ehemalige westliche Kolonien, zum Beispiel Indien, Indonesien und Kolonien in Afrika, erhielten ihre Selbststandigkeit zuruck. Aus dem dadurch oft entstandenen Machtvakuum resultierten ethnisch-kulturelle Konflikte und religios motivierte Kriege, gekennzeichnet durch eine „Gemengelage aus personlichem Machtstreben, ideologischen Uberzeugungen, ethnisch-kulturellen Gegensatzen, Habgier und Korruption.“32 Gerade in Afrika hinterlieB der Prozess der Entkolonialisierung Staaten ohne genau definiertes Staatsgebiet und ohne staatliche Souveranitat im modernen Sinne.

Eine ahnliche Entwicklung brachte der Zusammenbruch der Sowjetunion Anfang der neunziger Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts mit sich. Als Beispiel sind die Sezessionsbemuhungen der Staaten Armenien, Aserbaidschan, Georgien, Kasachstan, Tadschikistan und der Ukraine zu nennen. Auch die Loslosung von Slowenien, Kroatien und Bosnien-Herzegowina aus dem vorherigen jugoslawischen Staatsverband brachte in den neunziger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts mehrere verheerende Kriege in die Region. So gilt der Krieg in Bosnien-Herzegowina als Fallbeispiel fur einen neuen Krieg.33

1.3 Krieg der Begriffe

Zusammenfassend ist zu bemerken, dass im Zuge der Diskussion uber einen alten und einen neuen Krieg vor allem ein Krieg der Begriffe entfacht wird. Schon nach dem Entwurf des Begriffes „Neuer Krieg“ entsteht automatisch eine Abgrenzung zu einem „Alten Krieg.“ Durch das Erfinden von Begriffen entstehen vermeintlich neue Sachverhalte, die jedoch zumeist nichts wirklich Neues darstellen. Nun ist es durchaus legitim, bestimmte Erscheinungsformen des Oberbegriffes „Krieg“ in bestimmte Unterbegriffe zu fassen und damit zu differenzieren. Diese Differenzierung kann jedoch leicht fur Verschleierungszwecke missbraucht werden.

Zum einen durch eine Verharmlosung des Krieges und zum anderen durch die Etikettierung von kriegsahnlichen Handlungen als Krieg.34

Die Verharmlosung wird dadurch erreicht, dass eben vielfaltige Differenzierungen des Kriegsbegriffes stattfinden und so plotzlich von humanitaren Interventionen, dem Krieg gegen den Terror und Polizeiaktionen zu lesen ist. Diese Euphemisierung des Krieges geschieht zumeist wahrend des Kriegsverlaufs und zur Beruhigung einer kriegsmuden Offentlichkeit.

Die uberspitzte Verwendung des Kriegsbegriffs wird hingegen gerne zur Legitimation fur militarische Handlungen benutzt und zur damit einhergehenden Einschrankung von demokratischen Rechten. So wurde kurz nach den Anschlagen vom 11. September 2001 der „Krieg gegen den Terror“ ausgerufen, damit der gesamte US-Militarapparat in Gang gesetzt und in verschiedenen Landern weltweit Freiheitsrechte eingeschrankt, was ja im Zuge eines Krieges ganz berechtigt schien. Es ist darauf zu achten, dass durch das willkurliche Erfinden und Benutzen eines Begriffes nicht auch veranderte Denkstrukturen erzeugt werden. Auf seinen Kern reduziert ist auch der neue Krieg die gewaltsame Auseinandersetzung zweier oder mehrerer Parteien.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Kapitel 2

Die Tradition des gerechten Krieges

In diesem Kapitel soil eine Traditionslinie der Idee eines gerechten Krieges von der Antike uber die Neuzeit bis in die Neueste Geschichte und Gegenwart entworfen werden. Entgegen der Traditionslinie des „Law of War Handbook“, herausgegeben von der Judge Advocate General School in Virginia, werde ich diese Traditionslinie bis in die Gegenwart fuhren. In der Publikation dieser amerikanischen Militarschule wird die Periode des gerechten Krieges bis in das Jahr 1800 gefuhrt und dann von der Faktenperiode des Krieges abgelost. Dies ist zwar durchaus plausibel, da sich das Bild des Kriegs und die Denkweise uber den Krieg ab diesem Zeitpunkt grundlegend veranderten, aber ich sehe von der Antike bis in die Gegenwart eine Tradition des gerechten Krieges im Sinne eines stetigen Suchens nach Begrundungen und nach Rechtfertigungen fur Kriegseinsatze.

2.1 Fruhgeschichte - Krieg als Spiel der Gotter

2.1.1 Altes Agypten und Indien

Einige der altesten Quellen, die auf eine geistige Auseinandersetzung mit dem Krieg schlieBen lassen, sind im Alten Agypten zu finden. Hier sind vor allem Bildquellen zu nennen, die Aufschluss daruber geben, wie der Krieg im altagyptischen Reich (etwa 3000-500 v. Chr.) bewertet wurde.

Neben Grabbemalungen, Alltagsgegenstanden, Schlachtenreliefs, Stelen, Prunkkeulen, Paletten, Elfenbeintafelchen und Annalensteinen, existieren auch Schriftdokumente, die jedoch als offizielle Dokumente des agyptischen Pharaonenhofes nicht als realistische und unabhangige Quellen zu bewerten sind. Diese Artefakte kunden davon, dass die Kriegstaten einzelner Heerfuhrer und die35

Siege der Agypter in das kollektive Gedachtnis der agyptischen Gesellschaft eingegangen sind.

Es gab kein Wort fur „Krieg“ in einem allumfassenden Sinn. Vielmehr wurden einzelne Schlachten und Raubzuge betrachtet und bewertet. Die Legitimation fur eine solche Schlacht oder einen Raubzug wurde auf die Gotterwelt ubertragen. Der Pharao, als Sohn der Gotter,36 hatte dafur zu sorgen, dass Maat, die personifizierte Weltordnung und Gerechtigkeit,37 nicht gestort wird. Eine Storung dieser Gerechtigkeit konnte kriegerische Handlungen rechtfertigen.38 Der Pharao fungierte in der agyptischen Gesellschaft als Bindeglied zwischen der Menschen- und der Gotterwelt und erhielt seine Befehle, so auch die Kriegsbefehle, von Amun, dem Konig der Gotter.

Bei der Betrachtung der kriegerischen Ereignisse im Alten Agypten wurden zwei Formen unterschieden: offensive und defensive Kriegshandlungen. Als offensiv wurden territoriale Ausdehnungen zur Grenzerweiterung und die Zerstorung und Plunderung anderer Stadte angesehen. Der defensive Krieg bestand darin, Aufstande niederzuschlagen, das Land zu verteidigen und wirtschaftliche Bedrohungen zu vermeiden.39

Eine ahnliche Verbindung zur Gotterwelt gab es im antiken Indien, beschrieben im Nationalepos Mahabharata (etwa 400 v. Chr. - 400 n. Chr.). Dieses dichterische Meisterwerk war nicht nur eine Geschichte der Gotterwelt, sondern galt auch als moralische Unterweisung. Im Mahabharata gibt es Passagen, die sich mit dem Recht zur Kriegfuhrung und dem ethisch richtigen Verhalten im Kriege am Beispiel der Feldzuge der Gotter Arjuna, Bima, Sahadeva und Nakula beschaftigen.40

2.2 Antike - Krieg zwischen den Stadtstaaten

Obwohl von griechischen und romischen Philosophen und Staatstheoretikern der Antike erste umfangreich reflektierte und ausformulierte Theorien zum Krieg aufgestellt wurden, gab es noch keine ausgearbeitete Lehre, keinen Begriff vom gerechten Krieg. Vielmehr verblieb der Krieg in der Betrachtung einzelner Kriegshandlungen, die miteinander verglichen wurden und die nur im Vergleich gerechtfertigt oder ungerechtfertigt waren.41 Damit existierten jedoch bereits erste Uberlegungen hinsichtlich besserer und schlechterer Grande fur einen Krieg. Ausdruck dieser Uberlegungen waren die Vertrage der Amphyktionie von Delphi,42 die eine Vermeidung des Krieges zwischen griechischen Stadtstaaten festlegten. Als Ausnahme galt nur ein guter Grand.43 Gab es einen guten Grund, so war dieser von den Gottern gesegnet.44 Weiterhin wurde festgelegt, dass kein Vertragspartner versklavt werden durfte, es sollte keine mutwillige Zerstorung zivilisierter Strukturen geschehen und niemand sollte von der Wasserversorgung abgeschnitten werden.45

2.2.1 Aristoteles und Platon

In seinem achtbandigen Werk „Politik“ geht der griechische Philosoph Aristoteles (384-322 v. Chr.) detaillierter auf die Rechte und Pflichten griechischer Stadtstaaten ein. So beschreibt er, wie die innere Ordnung einer Polis gestaltet sein sollte. Der Philosoph sah eine Verbindung zwischen der Erziehung der Knaben und dem Krieg. Damit ubte er Kritik am martialischen System der Kindererziehung Spartas, das nur auf den Krieg ausgerichtet sei.46 Fur Aristoteles gab es nur drei Rechtfertigungen fur militarisches Training:

1. ) Selbstverteidigung, um die eigene Polis vor Unterwerfung zu schutzen,
2. ) Stabilisierung, um Kontrolle und Fuhrung uber die eigene Polis zu gewinnen und
3. ) Herrschaftserlangung uber die Volker, zumeist Nicht-Griechen, die zur Herrschaft nicht fahig sind.47

In seinem Werk „Der Staat“ entwarf der griechische Philosoph Platon (428-348 v. Chr.) Prinzipien, die fur das Individuum genauso wichtig sind wie fur den Staat.

In Platons Idealstaat sollen die herrschen, die sich im Krieg und in der Philosophie auszeichnen.48 Diese Verbindung von Kriegshandwerk und Philosophie an der Spitze eines Staates sei notwendig, damit die Herrscher fahig sind, Schaden von der Polis abzuwenden. Auch Platon fuhrt noch keine explizite Theorie eines gerechten Krieges ein und widmet sich vielmehr der Gerechtigkeit an sich. Wichtig ist bei Platon die innere Ordnung der Polis, die im „Staat“ mit der inneren Ordnung der menschlichen Seele kontrastiert wird. Um einen ausgeglichenen Zustand von Seele und Staat zu erreichen, sind innere Kriege zu vermeiden.49 Weiterhin zu vermeiden sind Kriege, die mit dem Motiv der Habgier gefuhrt werden. Als gerechtfertigt gelten Kriege gegen eine andere Polis, wenn diese den Frieden gestort hat, Kriege gegen die Barbaren und der Krieg zur Verteidigung der eigenen Polis. So wird sogar gesagt, dass die beste Polis Kriege fuhren muss, um Schaden von sich abzuwehren.50

Mit diesen Grunden fur einen gerechten Krieg stellt Platon noch keine Theorie des gerechten Krieges auf. Wie sein Lehrer Aristoteles vor ihm, orientiert er sich an Einzelfallen und stellt den Krieg unter seinen groBen Gerechtigkeitsbegriff. Eine moralische Bewertung des Krieges erfolgt nicht.51

2.2.2 Cicero und der Anfang einer Lehre vom gerechten Krieg

Wahrend Aristoteles und Platon ihre Gedanken vor allem auf die Polis bezogen, schuf die Schule der Stoa die Idee des Kosmopolitismus. Eine Verbindung der kosmopolitisch gepragten Ideen der spatgriechischen Stoa mit romischen Rechtsgedanken erfolgte durch den romischen Staatstheoretiker Cicero (106-43 v. Chr.).52

[...]


1 http://georgewbush-whitehouse.archives.gov/news/releases/2001/09/20010911 -16.html (27.04.2010)

2 ebd.

3 What we’re Fighting For - A Letter from America, in: http://www.americanvalues.org/wwff.pdf

4 These and other just war principles teach us that, whenever human beings contemplate or wage war, it is both possible and necessary to affirm the sanctity of human life and embrace the principle of equal human dignity, ebd.: S. 8.

5 Studiert man die Lehre des gerechten Krieges, wird man unweigerlich mit dem lateinischen Dreigestirn aus ius ad bellum (Recht zum Krieg), ius in bello (Recht im Krieg) und ius post bellum (Recht nach dem Krieg) konfrontiert. Dabei ist die Frage nach dem ius ad bellum von allen dreien die mit der langsten Tradition, denn sie beschaftigt sich mit den Grunden fur einen gerechten Kriegseintritt. Die Frage nach dem ius in bello, nach gewissen Verhaltensregeln im Krieg, ist eine Denkfigur des Ubergangs von der Fruhen Neuzeit zur Neuesten Geschichte. Die kurzeste Tradition in der Dreierrunde hat das ius post bellum, also die Frage nach einem Recht und Gerechtigkeit nach Beendigung des Krieges. Diese Frage hat sich erst in der Gegenwart etablieren konnen.

6 Pacifism, angesehen am 15. Marz 2010, in: http://plato.stanford.edu/entries/pacifism/#2.1 (Stanford Encyclopedia of Philosophy)

7 http://www.bundesregierung.de/Webs/Breg/DE/Afghanistan/afghanistan.htmI (24.03.2010)

8 Kaldor, Mary: Neue und alte Kriege. Suhrkamp, Frankfurt am Main, 2000, S. 28.

9 Salisch, Marcus von: Krieg - sein altes und neues Erscheinungsbild, In: Schrofl, Josef; Pankratz, Thomas (Hrsg.): Asymmetrische Kriegfuhrung - ein neues Phanomen der Internationalen Politik?. Nomos-Verlagsgesellschaft, Baden Baden, 2004, S. 57.

10 Kaldor, Mary: Neue und alte Kriege. Suhrkamp, Frankfurt am Main, 2000, S. 27.

11 Munkler, Herfried: Die neuen Kriege. Rowohlt Taschenbuch Verlag, Hamburg, 2004, S. 68-75.

12 ebd.: S. 28.

13 Kaldor: S. 30.

14 Stupka, Andreas: Kriegsgeschichte und klassische kriegstheoretische Betrachtungen zur asymmetrischen Kriegfuhrung, In: Schrofl, Josef; Pankratz, Thomas (Hrsg.): Asymmetrische Kriegfuhrung - ein neues Phanomen der Internationalen Politik?. Nomos-Verlagsgesellschaft, Baden Baden, 2004, S. 45.

15 als Beispiel seien hier der Koreakrieg (1950-1953), der Vietnamkrieg (1964-1975), der Sechs-Tage- Krieg (1967) und der Afghanistankrieg (1979-1989) genannt

16 Mongini, Claudia: Ursprunge der Asymmetrie in der Antike - Archimedes als paradigmatisches Beispiel, In: Schrofl, Josef; Pankratz, Thomas (Hrsg.): Asymmetrische Kriegfuhrung - ein neues Phanomen der Internationalen Politik?. Nomos-Verlagsgesellschaft, Baden Baden, 2004, S. 15.

17 Lohmann, Klaus-Peter: Zur Entwicklung der modernen Kriegfuhrung - Grundlegende Asymmetrien und eine mogliche Strategie, In: Schrofl, Josef; Pankratz, Thomas (Hrsg.): Asymmetrische Kriegfuhrung - ein neues Phanomen der Internationalen Politik?. Nomos- Verlagsgesellschaft, Baden Baden, 2004, S. 62.

18 Arreguin-Toft, Ivan: How the Weak win Wars - A Theory of Asymmetric Conflict. Cambrige- University-Press, New York, 2005, S. 2.

19 Schrofl, Pankratz: S. 10.

20 Geyer, Georg: Zundschnur Asymmetrie - Grundsatzliche Uberlegungen zum Verhaltnis von Politik, Massenkommunikation und Gesellschaft im asymmetrischen Konflikt, In: Schrofl, Josef; Pankratz, Thomas (Hrsg.): Asymmetrische Kriegfuhrung - ein neues Phanomen der Internationalen Politik?. Nomos-Verlagsgesellschaft, Baden Baden, 2004, S. 283.

21 1 Samuel 17

22 Schrofl, Pankratz: S. 10.

23 von Clausewitz: S. 14.

24 Munkler: S. 7.

25 Kaldor: S. 147.

26 Buciak, Sebastian: Ghosts of War - Geister des Krieges, In: Buciak, Sebastian (Hrsg.): Asymmetrische Konflikte im Spiegel der Zeit. Verlag Dr. Koster, Berlin, 2008, S. 17.

27 Kaldor: S. 154.

28 http://www.sgipt.org/politpsy/krieg/medien/embedd.htm (25.03.2010)

29 Arregum-Toft: S. 7.

30 Korkisch, Friedrich W.: Die amerikanische Sicht - Asymmetric Warfare, In: In: Buciak, Sebastian (Hrsg.): Asymmetrische Konflikte im Spiegel der Zeit. Verlag Dr. Koster, Berlin, 9008, S. 147.

31 Buciak: S. 19.

32 ebd.: S. 16.

33 Kaldor.: S. 52.

34 Geis, Anna: Den Krieg uberdenken. Kriegsbegriffe und Kriegstheorien in der Kontroverse. Nomos- Verlag, Baden Baden, 2006, S. 12.

35 Muller, Marcus: Die Auswirkungen des Krieges auf die altagyptische Gesellschaft. In: MeiBner, Burkhard; Schmitt, Oliver; Sommer, Michael (Hrsg.): Krieg, Gesellschaft, Institutionen - Beitrage zu einer vergleichenden Kriegsgeschichte. Akademie-Verlag, Berlin, 2005, S. 90.

36 Bickel, Susanne: Die Verknupfung von Weltbild und Staatsbild - Aspekte von Politik und Religion in Agypten. In: Kratz, Reinhard Gregor, Spieckermann, Hermann (Hrsg.): Gotterbilder, Gottesbilder, Weltbilder - Agypten, Mesopotamien, Persien, Kleinasien, Syrien, Palastina. Mohr Siebeck, Tubingen 2006, Bd. 1, S. 82.

37 Quack, Joachim Friedrich: Maat. In: http://www.bibelwissenschaft.de/wibilex/das-

bibellexikon/details/quelle/WIBI/zeichen/m/referenz/25237///cache/0e4d3b16e7/ ( 16. Marz 2010)

38 Muller: S. 91.

39 Muller: S. 92.

40 Janssen, Dieter, Hinsch, Wilfried: Menschenrechte militarisch schutzen - Ein Pladoyer fur humanitare Interventionen. C.H. Beck, Munchen, 2006, S. 52.

41 Dougherty, James: The Bishops and Nuclear Weapons - The Catholic Pastoral Letter on War and Peace. Institute for Foreign Policy Analysis, Hamden, 1984, S. 37.

42 Ein Verband griechischer Stadtstaaten, die sich durch Vertrage gewisse Rechte zuerkannten.

43 ebd.: S. 37.

44 International & Operational Law Department: LAW of War Handbook, Virginia, 2005: http://www.loc.gov/rr/frd/Military Law/pdf/law-war-handbook-2005.pdf, S. 6.

45 ebd.: S. 37.

46 Regan, Richard: Just War - Principles and Cases. Catholic University of America, Washington DC, 1996, S. 14.

47 ebd.: S. 14-15.

48 Platon: Der Staat (Politeia). Philipp Reclam Verlag, Stuttgart, 2000, 543a, S. 363.

49 Kleemeier, Ulrike: Grundfragen einer philosophischen Theorie des Krieges - Platon - Hobbes - Clausewitz. Akademie-Verlag, Berlin, 2002, S. 79.

50 ebd.: S. 80.

51 Platon: 373e, 146.

52 Janssen, Hinsch: S. 52.

Details

Seiten
105
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783640725410
ISBN (Buch)
9783640725717
Dateigröße
1.8 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v159344
Institution / Hochschule
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg – Politikwissenschaft
Note
2
Schlagworte
Gerechter Krieg Afghanistan NATO 11. September

Autor

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Titel: Ist der Krieg in Afghanistan, der von den Vereinigten Staaten und ihren Verbündeten seit dem Herbst 2001 geführt wird, gerecht?