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Die Etablierung des Kaffees in Mitteleuropa und seine Adaption in der deutschen Gesellschaft

Seminararbeit 2007 14 Seiten

Ethnologie / Volkskunde

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1 HistorischerHintergrund
1.1 Anfänge in Arabien
1.2 Adaption in der Türkei
1.3 Ausweitung in Europa
1.4 Anbau in der Neuen Welt
1.5 Bedeutung weltweiter Entwicklungen für Deutschland, speziell Hamburg

2 Adaption in der deutschen Gesellschaft
2.1 Durchsetzung in der Bevölkerung
2.2 Einfluss des Bürgertums

Schlusswort

Verwendete Literatur

Einleitung

Im Grundkurs 2 lautete das Thema „Kultureller Wandel im 19. und 20. Jahrhundert“. Ist dir Rede vom Kaffee und von seinen Auswirkungen auf und Mitwirkungen in der deutschen Gesellschaft muss allerdings weiter ausgeholt werden.

Den Anfang im Arabien des späten 14. Jahrhunderts machend, folgt eine Erklärung der Verbreitung des Kaffeetrinkens in der Türkei und des Übergreifens nach Europa. Dies führt zu einer Ausweitung des Kaffeeanbaus in der Welt und damit zu der Er­möglichung des Kaffeegenusses auch für Teile der Bevölkerung, die nicht den obe­ren Schichten der Gesellschaft angehören. In dieser Arbeit ist dabei das Hauptau­genmerk auf die deutsche Gesellschaft gerichtet.

Es findet ein historischer Abriss statt, der die Auswirkungen der Weltpolitik bis auf den Frühstückstisch aufzeigen soll sowie eine Schau der Adaption in der deutschen Bevölkerung, wobei zum Einen die Schwierigkeiten der ländlichen Bevölkerung be­leuchtet werden und zum Anderen die Bedeutung des Bürgertums gezeigt wird. Um allerdings Überschneidungen mit den themenverwandten Arbeiten von Kommilitonin- nen zu vermeiden, kann nicht zu sehr auf die Aspekte der kulturellen Veränderungen einerseits eingegangen werden, was eine Art von Vorher/Nachher-Vergleich einsch­lösse, und andererseits muss der Gegenstand der Kaffeehäuser größtenteils vorbe­halten bleiben.

1. Historischer Hintergrund 1.1 Anfänge in Arabien

Kaffee wird aus den Früchten der Pflanze Coffea Arabica (später auch diverser Nachzüchtungen) gewonnen. Diese Pflanze hat ihren Ursprung im bergigen Süden Äthiopiens. Einheimische Stämme sowie weitgereiste arabische Ärzte sollen sie be­reits als Medizin genutzt haben, weit bevor sie im späten 14. Jh. ihren Weg über das Rote Meer in den Südjemen gefunden hat. In welcher Form die Kaffeepflanze heil­praktisch angewandt wurde, ist nicht festzustellen. Allerdings ist bekannt, dass eine Getränkezubereitung ähnlich der heutigen Kaffeeherstellung auch damals bereits ge­läufig war. In Jemen soll die Kaffeepflanze erstmals gartenmäßig angebaut worden sein, wozu vielerlei Legenden entstanden, deren Wahrheitsgehalt indes nicht geprüft werden kann.1

1.2 Adaption in derTürkei

Als die Türken im Jahre 1536 große Teile Jemens eroberten, lernten sie dort das auf­gebrühte schwarze Getränk kennen und waren beeindruckt von diesem für sie neuen Nahrungsmittel. Daraufhin nahmen die Türken den Kaffee mit in ihre Heimat und es dauerte nur 18 Jahre, bis im damaligen Konstantinopel die ersten Kaffeehäuser öff­neten. Für die rasante Adaption durch die osmanische Bevölkerung waren neben den natürlichen Vorzügen des Getränks selbst vier Faktoren maßgeblich. Erstens stellte die Türkei viele Jahre lang die Landbrücke für den Handel zwischen Europa und Asien dar und verfügte dementsprechend über eine ausgeprägte Infrastruktur, sprich gut ausgebaute Handelswege. Zweitens ist die klerikale Anbindung des Kaf­feetrinkens ein wichtiger Aspekt, der in der örtlichen Nähe von Kaffeehäusern zu Mo­scheen gut zu beobachten war. Nach anfänglichen Protesten der Geistlichen gegen den verstärkten Besuch von Kaffeehäusern, was den Andrang bei den eigenen Mes­sen minderte, stellte drittens der Islam eine Art Sprungbrett für die weitere Etablie­rung dar, weil der Konsum von Alkohol als Sünde galt. Ein weltliches Verbot durch den Sultan Murad III. in der zweiten Hälfte des 16. Jh. kann als Beschleuniger des Kaffeekonsums gelten. Viertens erkannte die osmanische Staatlichkeit bald die Kaf­feeaffinität in der Bevölkerung als Einnahmequelle und belegte die Kaffeehäuser mit einer Steuer, verordnete allerdings gleichzeitig einen Festpreis für eine Tasse Kaffee. Durch diese Maßnahme hatte die Bevölkerung keine Preissteigerung zu befürchten und der Verbrauch flaute nicht ab sondern nahm weiterhin ungehindert zu.2 Die hier genannten vier Faktoren müssen als maßgeblich dafür gelten, dass der Kaf­fee in der Türkei auch die unteren Schichten erfasste und sich die Nachfrage erhöh­te. Dies wiederum führte zu einem Wachstum der Anbaugebiete, wo der Kaffee auf diesem Wege den Wohlstand erhöhte. Ein Zuwachs an gesellschaftlicher Akzeptanz auf der arabischen Halbinsel ist daher anzunehmen.

[...]


1 Teuteberg 1999.

2 Ebd.

Details

Seiten
14
Jahr
2007
ISBN (eBook)
9783640721207
ISBN (Buch)
9783640721689
Dateigröße
418 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v159264
Institution / Hochschule
Christian-Albrechts-Universität Kiel
Note
2,3
Schlagworte
Kaffee Mitteleuropa Arabien Etablierung Welthandel Wien Kaffeehäuser Türken

Autor

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