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Hilfebedarfsplanung im Kontext von Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität

Hausarbeit 2010 16 Seiten

Soziale Arbeit / Sozialarbeit

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Einblick in das Qualitätsmanagement in der Sozialen Arbeit
1.1. Definition von Qualität
1.2. Das Qualitätsmanagement in der Sozialen Arbeit
1.3. Die drei Dimensionen: Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität

2. Die Hilfebedarfsplanung als Qualitätsmerkmal der Sozialen Arbei
2.1. Was ist Hilfebedarfsplanung?
2.2. Kernelemente der systematischen Hilfebedarfsplanung
2.3. Instrumente in der Hilfebedarfsplanung

3. Die Hilfebedarfsplanung im Kontext von Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität
3.1. Hilfeplanung im Kontext von Strukturqualität
3.2. Hilfeplanung im Kontext von Prozessqualität
3.3. Hilfeplanung im Kontext von Ergebnisqualität

Schlusswort

Literaturverzeichnis

Einleitung

Sozialarbeiter sehen sich häufig von Außenstehenden mit der Frage: „Was macht Ihr da eigentlich in Eurer Arbeit?“ konfrontiert. Die Antworten können knapp wie ausführlich ausfallen, dennoch scheint es nach wie vor ein Problem zu sein, die Soziale Arbeit genauer zu definieren. Zu groß ist das Handlungsfeld; daneben kann Soziale Arbeit als Prozess gesehen und verstanden werden. Die- ser Prozess kann entweder kurzweilig abgeschlossen werden oder auch eine Begleitung über mehrere Jahre darstellen. So erscheint es sinnvoll und nötig, die Arbeitsweisen als solche transparenter und somit nachvollziehbarer zu machen. Als einen Bestandteil der Methoden und Kernprozesse in Sozialen Organisatio- nen, wird in dieser Hausarbeit die Hilfebedarfsplanung vorgestellt. Da diese wie- derum in das Qualitätsmanagement eingebettet ist, wird zunächst ein grober Einblick darüber in der Sozialen Arbeit gegeben. Die anschließende Differenzie- rung der Qualitätsdimensionen in drei Ordnungen sollen das Verständnis erleich- tern. Schließlich wird die Hilfebedarfsplanung in den Kontext der drei Ordnungs- strukturen des Qualitätsmanagements gestellt.

1. Einblick in das Qualitätsmanagement in der Sozialen Arbeit

1.1. Definition von Qualität:

Die Definition von Qualität nach DIN ISO 9004/8402 lautet:

„Qualität ist die Gesamtheit von Eigenschaften und Merkmalen eines Produkts oder einer Dienstleistung, die sich auf deren Eignung zur Erfüllung festgelegter oder vorausgesetzter Erfordernisse beziehen.“1

Dabei ist die Qualität keine gegebene Größe, die immer wieder automatisch er- reicht werden kann, wenn sie bereits einmal erreicht wurde. Dazu bedarf es des Qualitätsmanagements, welches für die Einhaltung und auch Weiterentwicklung der vereinbarten Qualitätsstandards sorgt. Das Qualitätsmanagement umfasst dabei auch die Bereiche der Qualitätssicherung und Qualitätskontrolle.2

1.2. Das Qualitätsmanagement in der Sozialen Arbeit

Das Qualitätsmanagement, welches ursprünglich aus der Industrie und der Pro- duktion von Waren stammt, war in Deutschland zunächst ein Unterbegriff für die Qualitätssicherung. Da sich dieses im Laufe der Zeit als zu eng erwies, wurde das Qualitätsmanagement in den entsprechenden DIN - Normen zum Oberbeg- riff.3

Längst ist es auch zu einem Begriff in der Sozialen Arbeit geworden. Nicht zuletzt mit den Gesetzesänderungen und der damit einhergehenden Verankerung der Qualitätsanforderungen in den Sozialgesetzen4, sieht sich die Soziale Arbeit mit Legitimationsanforderungen5 konfrontiert. Bei der vorherrschenden Ressourcen- knappheit entsteht die Forderung nach effizienter und effektiver sozialer Dienst- leistung. Träger und Einrichtungen - und somit Dienstleister / Leistungserbringer - orientieren sich zunehmend betriebswirtschaftlich, daneben schaffen sie durch die schriftliche Fixierung ihrer Angebote und Qualitätsstandards ebenso eine Transparenz, die es dem Kunden / Klienten vereinfachen kann und somit hilft, die Soziale Arbeit nachvollziehbar und definierter zu machen.

Qualitätshandbücher und Zertifizierungen sind dabei zwar keine Pflicht, können den Einrichtungen / Leistungserbringern aber helfen, sich selber darzustellen, zu präsentieren und somit ihre Position zu festigen.

„Qualitätsmanagement kann als allgemeine Unternehmensstrategie aufgefasst werden, die Marktposition eines Unternehmens zu verbessern.“6 Das Subsidiaritätsprinzip7 und das „Sozialrechtliche Dreiecksverhältnis“ zwischen Leistungsempfänger, Leistungserbringer und Kostenträger8 bilden dabei elementare Eckpfeiler, die es zu berücksichtigen gilt.

„Angesichts der Komplexität des Qualitätsbegriffs und der Notwendigkeit, zur Bearbeitung des Qualitätsthemas pragmatisch tragfähige Ordnungskategorien zu finden, die ein systematisches Handeln erleichtern, ist es sinnvoll, mehrere Dimensionen von Qualität zu differenzieren“.9

1.3. Die drei Dimensionen: Struktur-, Prozess-, Ergebnisqualität im Qualitätsmanagement

Die durch A. Donabedian Anfang der 80er Jahre des letzten Jahrhunderts in den USA geprägte Differenzierung des Qualitätsbegriffes in drei Dimensionen, konnte sich bis heute wie folgt durchsetzen10:

Strukturqualität:

„Die Strukturqualität bezieht sich auf die organisationsbezogenen Rahmenbedingungen und auf die Ausstattung, über die eine Einrichtung bei der Erbringung ihrer Leistung verfügt.“11

Dazu zählen beispielsweise:

- eine entsprechend aussagekräftige Leistungsbeschreibung / ein Konzept,
- klare Verantwortlichkeiten bei der Struktur / Aufbau- und Ablauforganisa- tion,
- die vorherrschende Infrastruktur (Lage der Organisation),
- entsprechende Räumlichkeiten und materielle Ressourcen,
- personelle Ressourcen (Mitarbeiter / Personal),
- etc.

Prozessqualität:

„Mit Prozessqualität meint man das Vorhandensein und die Beschaffenheit solcher Aktivitäten, die geeignet und notwendig sind, ein bestimmtes Ziel der Leistung zu erreichen.“12

Die Prozessqualität beinhaltet entsprechend sämtliche Handlungsvorgänge diesbezüglich, die es in einer Organisation gibt:

- generelle Problemstellungen
- Maßnahmenplanungen
- Handlungsabläufe
- Festlegung von Aufgaben
- Wie sind diese Prozesse organisiert?
- Unterstützen sie optimal Sinn und Zweck?
- etc..

Ergebnisqualität:

„Fragen der Ergebnisqualität werden angesprochen, wenn der erzielte Zustand, also ein sichtbarer Erfolg oder Misserfolg betrachtet wird.“13

Diese Dimension beschäftigt sich mit den Resultaten:

- Ist das Ziel erreicht worden oder nicht?
- Sind die Kunden / Klienten zufrieden?
- Sind die Mitarbeiter zufrieden?
- Etc.

Diese drei Kategorien / Dimensionen ermöglichen eine grobe Orientierung für das praktische Qualitätsmanagement. Sie sind dabei aber nicht so starr, als dass sie klare Trennlinien aufweisen. Vielmehr sind die Grenzen fließend und die einzelnen Dimensionen können ineinander übergreifen.

Dabei gilt es, das einrichtungsinterne Qualitätsmanagement und die vorherr- schende Infrastruktur der einzelnen Träger, Einrichtungen und Organisationen (= Leistungserbringer) zu berücksichtigen. Je nach Schwerpunktsetzung des Leis- tungserbringers kann es bei der Zuordnung einzelner Punkte in die verschiede- nen Dimensionen zu Verschiebungen oder zu weiteren Kategorien kommen.

Ein elementarer Kernprozess in der Sozialen Arbeit ist die Hilfebedarfsplanung.

[...]


1 Zit. n.: Boecker, Michael: QM in der methodischen Sozialarbeit - 1 / PDF - Folien zur Vorlesung SoSe 2010, Folie Nr. 9.

2 Vgl.: Knorr, Friedhelm; Halfar Bernd: Qualitätsmanagement in der Sozialarbeit - Für

Sozialarbeiter, Sozialpädagogen, Sozialverwaltungen, Freie Wohlfahrtsverbände, Walhalla -Fachverlag Regensburg, 2000, S. 17.

3 Vgl.: Knorr, Friedhelm; Halfar Bernd: Qualitätsmanagement in der Sozialarbeit, a.a.O., S. 16.

4 Qualitätssicherung in der Krankenversicherung: §§ 135 - 139 SGB V; Qualitätsprüfung - Arbeitsförderungsgesetz: § 86 SGB VIII; Qualitätssicherung im Pflegeversicherungsgesetz: § 80 SGB XI; ebenso im SGB VIII, SGB XII und weiteren Sozialgesetzbüchern; vgl.: Boecker, Michael: QM in der methodischen Sozialarbeit - 1 / PDF - Folien zur Vorlesung SoSe 2010, Folie Nr. 6.

5 Strukturmängel, Probleme methodischen Handelns, Zweifel an Wirksamkeit und Nutzen, vgl.: Boecker, Michael: QM in der methodischen Sozialarbeit - 1 / PDF - Folien zur Vorlesung SoSe 2010, Folie Nr. 5.

6 Knorr, Frie]dhelm; Halfar, Bernd: Qualitätsmanagement in der Sozialarbeit, a.a.O., S. 17.

7 Subsidiaritätsprinzip: Vorrang der freien Träger vor der öffentlichen Hilfe

8 Vgl.: Boecker, Michael: QM in der methodischen Sozialarbeit - 1 / PDF - Folien zur Vorlesung SoSe 2010, Folie Nr. 10.

9 Merchel, Joachim: Qualitätsmanagement in der Sozialen Arbeit - Ein Lehr- und Arbeitsbuch, Juventa Verlag Weinheim und München, 2. Auflage 2004, S. 39.

10 Vgl.: Ebd., S. 39.

11 Merchel, Joachim: Qualitätsmanagement in der Sozialen Arbeit, a.a.O., S. 39.

12 Ebd., S. 39.

13 Merchel, Joachim: Qualitätsmanagement in der Sozialen Arbeit, a.a.O., S. 39. 6

Details

Seiten
16
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783640716173
ISBN (Buch)
9783640716401
Dateigröße
407 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v159136
Institution / Hochschule
Fachhochschule Dortmund
Note
1,0
Schlagworte
Qualitätsmanagement Struktur- Prozess- Ergebnisqualität Theorien Sozialer Arbeit Hilfebedarfsplanung

Autor

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Titel: Hilfebedarfsplanung im Kontext von Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität