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Sozialarbeiter im Altenheim: Betreuung und Pflege

von Anja Retschke (Autor) Kerstin Seidel (Autor)

Hausarbeit (Hauptseminar) 2009 15 Seiten

Soziale Arbeit / Sozialarbeit

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definitionen
2.1 Betreuung
2.2 Altenheim

3. Rolle als Sozialarbeiter

4. Betreuung an einem Beispiel aus der Praxis
4.1 Betreuungspersonal
4.2 Angebote der aktivierenden Betreuung
4.2.1 Individuelle Einzelbetreuung
4.2.2 Sozialtherapeutisches Training
4.2.3 Gerontopsychiatrische Therapie und Betreuung
4.2.4 Heimkultur
4.2.5 Zusammenfassung
4.3 Schwierigkeiten in der praktischen Umsetzung

5. Fazit

6. Literaturverzeichnis

7. Anhang

1. Einleitung

In der folgenden Arbeit stellen wir die Sozialarbeit im Altenheim vor. Dabei haben wir uns zunächst mit den Begriffen Altenheim, Betreuung und Pflege auseinandergesetzt. Des Weiteren konzentrieren wir uns auf die Rolle des Sozialarbeiters und auf ein Betreuungsbeispiel aus der Praxis.

Das Ziel dieser Arbeit war für uns, unsere Fragen „Was bedeutet Sozialarbeit in Altenheimen und wie kann sie aussehen?“ bzw. „Welche Betreuungsangebote gibt es?“ beantworten zu können. Letztlich möchten wir aber auch eigene Erfahrungen mit einbringen, da wir beide schon mit älteren Menschen Kontakt hatten.

2. Definitionen

2.1 Betreuung

Im Fachlexikon der sozialen Arbeit ist Betreuung „ das durch das Betreuungsrecht geschaffene neue Rechtsinstitut, das an die Stelle der Vormundschaft und Pflegschaft für Volljährige getreten ist “. (Fachlexikon der sozialen Arbeit 1997, S. 144)

Der Brockhaus versteht darunter ein „ Rechtsverhältnis zwischen einem Betreuer (natürl. Person oder B.-Verein) und einem Volljährigen (Betreuter), der aufgrund einer psych. Krankheit oder einer körperl., geistigen oder seel. Behinderung seine Angelegenheiten ganz oder teilweise nicht selbst besorgen kann und deshalb der Hilfe bedarf (§§ 1896 ff BGB). “ (Brockhaus 1997, S. 97)

Der Begriff Pflege ist nicht explizit im Fachlexikon der Sozialen Arbeit definiert. Es gibt lediglich einen Verweis auf die häusliche Pflege. Unter dieser wird die Grundversorgung verstanden und des Weiteren bezeichnet sie „ die Pflege von Menschen in einem Haushalt im Unterschied zur stationären Pflege in einem Krankenhaus “ (Fachlexikon der sozialen Arbeit 1997, S. 446).

2.2 Altenheim

Der Begriff Altenheim wird im Fachlexikon der Sozialen Arbeit synonym mit dem Wort Altenpflegeheim verwendet. Dieser Begriff wird folgendermaßen definiert: „das Altenheim dient der umfassenden Pflege, Versorgung und Betreuung pflegebedürftiger Menschen und chronisch Kranker“ (Fachlexikon der sozialen Arbeit 1997, S. 23).

Backes und Clemens sehen den Begriff Altersheim als einen Oberbegriff an, welcher in unterschiedliche Formen des institutionalisierten Wohnens gegliedert ist. Sie unterscheiden Altenwohnheime, Altenheime, Pflegeheime, mehrgliedrige Alteneinrichtungen und Seniorenstifte oder Wohnstifte. Demzufolge definieren sie Altenwohnheime als „ Zusammenfassung in sich abgeschlossener Ein- oder Zweipersonenwohnungen, die den Bedürfnissen alter Menschen entsprechen (sollen) und verschiedene Grade von Versorgung und Betreuung vorhalten, mit weitgehend eigener Haushaltsführung “ (Backes, Clemens 2008, S. 248). Altenheime definieren sie als Gebäude, welche aus Ein- bis Mehrbettzimmern oder auch kleinen Appartements mit Sanitärraum bestehen. In ihnen leben Personen, die nicht mehr in der Lage sind einen eigenen Haushalt zu führen und somit voll betreut und versorgt werden. Diese Form ist allerdings fast verschwunden seit der Einführung der Pflegeversicherung. In Pflegeheimen werden pflegebedürftige alte Menschen dauernd betreut und versorgt, aber auch eine medizinische Grundversorgung gewährleistet. Diese Form von Heim besteht aus Ein- oder Mehrbettzimmern. Die mehrgliedrige Alteneinrichtung ist eine Mischung aus den drei oben genannten Formen, also meist ein Altenheim mit einer Pflegeabteilung. Der Vorteil hier liegt darin, dass alte Menschen bei einem Wechsel durch Krankheit oder Behinderung nicht die gewohnte Umgebung verlassen müssen.

Seniorenstifte kann man als eine Form sehen, welche einen gehobenen Wohnraum bietet mit der Versorgung und Betreuung älterer Menschen. Es sind sowohl Kleinwohnungen als auch Gemeinschaftswohnungen verbunden mit Pflegeleistungen. Plätze in Seniorenstifte werden privat finanziert.

(vgl. Backes, Clemens 2008, S. 247 f.)

3. Rolle als Sozialarbeiter

Die Sozialarbeiter orientieren sich bei der Betreuung von alten verwirrten Menschen an den Grundwerten Menschenwürde und Selbstbestimmung. Dabei wird versucht die Werte zu erhalten bzw. wieder herzustellen. Die Ziele der Sozialarbeiter bei der Arbeit mit diesem Klientel sind die Linderung psychosozial bedingter Verwirrtheit, das Vorbeugen der Verwirrtheit, das Fördern der Restfähigkeiten und problemlösenden Bewältigungsfähigkeiten, das Erschließen der Ressourcen, das Beeinflussen der Umwelt, d.h. die Sozialarbeiter sind bemüht die Organisation der Pflege in Familie, Sozialisation oder Heim zu verbessern. Weiterhin setzen sie sich aber auch in der Sozialpolitik ein. Ein letztes Ziel ist die Verbesserung der Kommunikation zwischen dem Menschen und seiner Umwelt. Sozialarbeiter sind in Einrichtungen der offenen, teil- und stationären Altenhilfe tätig. „Sozialarbeit ist als Handlungsprozeß, dem Pflegeprozeß vergleichbar, ein Problemlösungs- und Beziehungsprozeß“ (Grond 1996, S. 249). (vgl. Anhang Abb.1)

Im folgendem möchte ich die einzelnen Phasen des Problemlösungs- und Beziehungsprozess erläutern. Die erste Phase wird als Eingangsphase oder Ist-Bestimmung, Problemanalyse bezeichnet. In dieser Phase erfolgen eine psychosoziale Anamnese und eine psychosoziale Diagnose. Bei der psychosozialen Anamnese nimmt der Sozialarbeiter zuerst Kontakt mit dem verwirrten alten Menschen auf. Dieser Kontakt beruht meist nur auf nonverbaler Kommunikation, d.h. es erfolgt lediglich Blickkontakt, aktives Zuhören oder Handhalten. Danach widmet sich der Sozialarbeiter der Familie und den Pflegenden. Im Allgemeinen berücksichtigt der Sozialarbeiter den Kranken, die Familie, sozioökonomische Faktoren innerhalb der Familie, Organisationen, das Gemeinwesen und die Strukturen und Prozesse innerhalb eines Gemeinwesens. Beim Kranken hinterfragt der/die Sozialarbeiter/-in körperliche und geistige Funktionen, sozioökonomische Faktoren, persönliche Werte und Ziele, die Anpassungsfähigkeit an die gegenwärtige Situation und Entwicklungsfaktoren. Beim Faktor Familie geht es ihm um die Familie als soziales System, als echo- und beitragsfähige Einheit; um die Rollen und den Status der Familienmitglieder; um familiäre Regeln; um das Kommunikationsnetz; dem Entwicklungsstadium der Familie; um psychische und emotionale Bedürfnisse und um die Ziele, Wertvorstellungen und Hoffnungen der Familie. Bei den sozioökonomischen Faktoren innerhalb der Familie sind für ihn die Kleingruppen, funktionale Merkmale, strukturelle Faktoren und Interaktionsfaktoren von großer Bedeutung. Um die Organisation einschätzen zu können hinterfragt der Sozialarbeiter die Organisation als System mit bestimmten Auftrag, die Kultur der Organisation und die Kompetenz der Organisation. Das Gemeinwesen betrachte er als soziales System und als organische Größe. Innerhalb des Gemeinwesens versucht der Sozialarbeiter eine helfende Beziehung zum verwirrten alten Menschen aufzubauen. Dies geschieht nach den Grundsätzen von Biestek, welche individualisieren, bewusster Ausdruck von Gefühlen, Annahme des anderen, nichtrichtende Haltung, Selbstbestimmung des Kranken und Verschwiegenheit sind. Nach Lowy sind dies Interesse am Mitmenschen, Engagement, Verpflichtung, Annahme, Empathie, Aufrichtigkeit, Autorität und Macht. Die zweite kleine Erstphase ist die psychosoziale Diagnose, welche die Pflegediagnose und die medizinische Diagnose ergänzt. Dabei werden auf psychosoziale Faktoren bei der betreffenden Person, seiner Familie, seiner Bezugsgruppe, der Organisation und des Gemeinwesens eingegangen.

Die zweite Phase besteht aus dem Ziel des Problemlösungsprozess, also dem Soll. Hier entwickelt der Sozialarbeiter Teilziele aus der psychosozialen Diagnose bzw. Alternativziele, berücksichtigt allerdings auch die Folgen, welche für den Klienten aber auch für die Umgebung auftreten können. Bevor der Handlungsprozess beginnt, bedarf es einer Planung des Sozialarbeiters. Dies ist die dritte Phase. Hier wird die Persönlichkeit des Kranken, die Wechselwirkung von psychosozialen Veränderungen auf das körperliche Wohlbefinden und die

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Details

Seiten
15
Jahr
2009
ISBN (eBook)
9783640721108
ISBN (Buch)
9783640721580
Dateigröße
493 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v159094
Institution / Hochschule
Hochschule Mittweida (FH)
Note
1
Schlagworte
Sozialarbeiter Altenheim Betreuung Pflege

Autoren

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Titel: Sozialarbeiter im Altenheim: Betreuung und Pflege