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Wassermärkte - Konzentrations- und Privatisierungstendenzen auf den Märkten für Trink- und Brauchwasser?

Mögliche Auswirkungen auf Lebensmittelproduktion, -verteilung und -versorgung

Seminararbeit 2009 22 Seiten

Agrarwissenschaften

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Wasserverfügbarkeit weltweit und die Konsequenzen
2.1 Wasserverfügbarkeit und Verteilung der Süßwasserressourcen weltweit
2.2 Der Wasserverbrauch und dessen Entwicklung
2.2.1 Wasserknappheit und deren Gründe
2.2.2 Folgen und Auswirkungen auf die Lebensmittelproduktion
2.3 Weltwasserrat – Arbeit und Ziele
2.4 Wasser als möglicher Kriegsgrund der Zukunft

3 Der Markt für Trink-, Tafel- und Mineralwasser
3.1 Die Öffentliche Wasserversorgung
3.1.1 ... Organisation der öffentlichen Wasserversorgung
3.1.2 ... Monopole – Bildung und Ausprägung
3.1.3 ... Investitionsobjekt Wasserversorgung – Bsp. Bodenseewasserversorgung
3.2 Der Markt für Tafel- und Mineralwasser
3.2.1 Konzentrationstendenzen auf Anbieterseite
3.2.2 ... Folgen und Auswirkungen für die Verbraucher
3.3 Mehrwert Mineralwasser gegenüber Leitungswasser

4 Fazit

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Wasserverfügbarkeit weltweit

Abbildung 2: Durchschnittlicher Wasserfußabdruck

Abbildung 3: Weltbevölkerung und Wasserverbrauch

Abbildung 4: Pro-Kopf-Verbrauch von Mineral- und Heilwasser

1 Einleitung

Wasser ist das Lebensmittel mit der größten Bedeutung für die Menschen, die Umwelt und die Wirtschaft. Wasser an sich ist zwar in fast unbeschränkter Menge verfügbar, jedoch ist nur ein Bruchteil davon sauberes Süßwasser, welches zudem nicht überall für den Menschen erreichbar und verfügbar ist. Weltweit kommt es zu einer Verknappung, und Wasser wird mehr und mehr von einem Nahrungsmittel zu einem Handelsgut, wobei ein großer Teil der Menschen vom Handel ausgeschlossen ist.

Doch Wasser ist dabei nicht gleich Wasser.

Die Beschaffenheit von Trinkwasser ist in Deutschland durch die Trinkwasserverordnung klar festgelegt. Nach dieser ist „Trinkwasser alles Wasser, im ursprünglichen Zustand oder nach Aufbereitung, das zum Kochen, zur Zubereitung von Speisen und Getränken oder insbesondere zu den folgenden anderen häuslichen Zwecken bestimmt ist: Körperpflege und -reinigung, Reinigung von Gegenständen, die bestimmungsgemäß mit Lebensmitteln in Berührung kommen, Reinigung von Gegenständen, die bestimmungsgemäß nicht nur vorübergehend mit dem menschlichen Körper in Kontakt kommen“ (Trinkwasserverordnung 2001, § 3 Begriffsbestimmungen 1.a). Mit der eher umgangssprachlichen Bezeichnung „Brauchwasser“ hingegen wird Wasser bezeichnet, das für technische Prozesse wie z.B. Maschinenkühlung verwendet wird und deswegen nicht höchste Trinkwasserqualität, aber doch eine gewisse Mindestqualität besitzen muss (o. V., o. J. a).

Im sehr wasserreichen Land Deutschland wird Trinkwasser für die Wasserversorgung aus Grund-, Quell- und Oberflächenwasser gewonnen.

Als Grundwasserwird dabei Wasser bezeichnet, das aus der Tiefe hochgepumpt wird und mit 62 % an der gesamten Gewinnung den mit Abstand größten Anteil ausmacht.

Oberflächenwasser wird aus Talsperren, Seen oder fließenden Gewässern direkt abgepumpt und macht 30 % aus. Bekanntestes Beispiel in Deutschland ist der Bodensee.

Quellwasser ist Wasser, das an Quellen zutage tritt und nur einen Anteil von 8 % hat (o. V., o. J. b).

Mit als Folge des starken Anstiegs der Weltbevölkerung im letzten Jahrhundert hat ein großer Teil der Bevölkerung keinen direkten Zugang zu sauberem Trinkwasser und die Wasserknappheit nimmt immer mehr zu. Besonders in Entwicklungsländern ist der Mangel an sauberem und ausreichendem Wasser einer der Hauptgründe für die geringe Lebenserwartung und hohe Kindersterblichkeit.

Da ein Großteil des weltweiten Wasserverbrauchs für die Landwirtschaft und Lebensmittel­produktion benötigt wird, wirkt sich die Verknappung des sauberen Wassers in gleichem Maße auf die landwirtschaftliche Produktionskapazität aus. Infolge dessen kann die Lebensmittelproduktion nicht in gleicher Geschwindigkeit steigen wie die Weltbevölkerung (DB Research 2009, S. 18).

Das knapper werdende Trinkwasser wird dabei immer notwendiger und begehrter, wodurch es zu Konflikten und sogar Kriegen kommen kann. Die zukünftige Bedeutung von Wasser wird dadurch deutlich, dass es als „das blaue Gold des 21. Jahrhunderts“ bezeichnet wird.

Die Märkte für Trink- und Brauchwasser befinden sich dabei schon seit längerem in einem starken Umbruch.

Ziel der vorliegenden Seminararbeit ist es, Konzentrationstendenzen auf der Anbieterseite für Tafel- und Mineralwasser deutlich zu machen, welche zu einer fortschreitenden Monopolstellung seitens der Anbieter führen. Die Zahl der Anbieter wird dabei immer geringer und deren Marktmacht im Gegenzug immer größer. Eine Handvoll Unternehmen sind dabei, den Tafel- und Mineralwassermarkt kontinentübergreifend unter sich aufzuteilen.

Zudem soll überprüft werden, wie weltweit tätige Unternehmen daran beteiligt sind die öffentliche Wasserversorgung zu privatisieren und sich konzentrieren. Dabei gerät die Versorgung der Bevölkerung mit Leitungswasser immer mehr zu einem reinen Investitionsobjekt.

2 Wasserverfügbarkeit weltweit und die Konsequenzen

Aufgrund der großen Bedeutung von Wasser für den Menschen ist die ständige Verfügbarkeit von außergewöhnlicher Wichtigkeit. Ein Mangel an Wasser hat existenzbedrohende Auswirkungen und spielt eine große Rolle bei der Ernährung und der Landwirtschaftlichen Produktion. Deswegen bürgt eine ungleiche Verteilung Konfliktpotential.

2.1 Wasserverfügbarkeit und Verteilung der Süßwasserressourcen weltweit

Auf den ersten Blick erscheint die Verfügbarkeit und Verteilung des Wassers auf der Erde kein Problem, so macht die Bezeichnung „Blauer Planet“ deutlich, dass ein Großteil der Erdoberfläche mit Wasser bedeckt ist. Dabei ist aber fast alles Wasser in den Ozeanen vorhanden, so umfasst das Wasser der Meere circa 97 % des weltweiten vorhandenen Wassers, und nur rund 3 % sind Süßwasser. Für den menschlichen Verbrauch ist dabei nur Süßwasser nutzbar, weswegen Salzwasser direkt nicht verwendbar ist. Von den Süßwasserressourcen steckt aber das meiste in den Eismassen von Nord- und Südpol, oder ist auf andere Weise für den Menschen nicht direkt erreichbar. So sind letztlich nur etwa 0,0075 % des gesamten Wassers für den Menschen als Süßwasser relativ leicht erreichbar und damit nutzbar (The UN World Water Development Report 2003 S. 67 ff.).

Viel bedeutender als der bei genauer Betrachtung nur äußerst gering erscheinende Anteil an verfügbarem Süßwasser ist aber die sehr ungleiche kontinentale Verteilung des Süßwassers. Wie in Abbildung 1 sichtbar, ist besonders in Asien, aber auch in Europa und Afrika der Anteil an der Weltbevölkerung höher als der Anteil an der Wasserverfügbarkeit. Südamerika z.B. ist hingegen prozentual gesehen sehr wasserreich.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Wasserverfügbarkeit weltweit

(Grafik: bpb: Globalisierung – Wasserverfügbarkeit; Daten: The UN World Water Development Report 1, 2003 S. 69)

2.2 Der Wasserverbrauch und dessen Entwicklung

Da die Süßwasserressourcen äußerst begrenzt und so ungleich verteilt sind, kommt dem Verbrauch des Süßwassers und dadurch eventuell entstehenden Engpässen eine große Bedeutung zu. In den Gebieten mit reichlich Überschuss an Süßwasser besteht zwar kein aktueller Mangel, weswegen der Wasserverbrauch kaum beachtet wird, aber auch dort sind die Wasserreserven nicht unbegrenzt.

Dabei ist zu beachten, dass der direkte Wasserverbrauch, also jenes Wasser, das wir bewusst und „sichtbar“ verbrauchen, nur einen kleinen Teil unseres gesamten Wasserverbrauchs ausmacht. Um den gesamten Wasserverbrauch realisieren zu können, muss auch das sogenannte virtuelle Wasser mit einbezogen werden. „Virtuelles Wasser beschreibt, welche Menge Wasser in einem Produkt oder einer Dienstleistung enthalten ist oder zur Herstellung verwendet wird“ (o. V., o. J. c). Um den gesamten Wasserverbrauch der Bevölkerung vergleichen zu können, ist der Wasser-Fußabdruck hilfreich. „Der Wasser-Fußabdruck eines Landes umfasst die Gesamtmenge an Wasser, die für die Produktion der Güter und Dienstleistungen benötigt wird, die die Bevölkerung dieses Landes in Anspruch nimmt. Da nicht alle Güter in diesem Land produziert werden, berücksichtigt der Wasser-Fußabdruck sowohl einheimische Wasservorkommen als auch den Wasserverbrauch außerhalb der Landesgrenzen“ (o. V., o. J. d).

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Details

Seiten
22
Jahr
2009
ISBN (eBook)
9783640716074
ISBN (Buch)
9783640716357
Dateigröße
1.1 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v158970
Institution / Hochschule
Universität Hohenheim
Note
2,3
Schlagworte
Wassermärkte Konzentrations- Privatisierungstendenzen Märkten Trink- Brauchwasser Mögliche Auswirkungen Lebensmittelproduktion

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