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Internationale Migration und Volkswirtschaft

Wissenschaftlicher Aufsatz 2010 18 Seiten

BWL - Wirtschaftspolitik

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einführung

1. Definitionen

2. Internationale Migration und Volkswirtschaft
2.1. Internationale Migration als Erscheinung im Überblick
2.2. Auswirkungen der internationalen Migration auf die Volkswirtschaft

Fazit

Literaturverzeichnis

Einführung

Die Migration ist heute zu einem unabdingbaren gesellschaftlichen Prozess beziehungsweise Phänomen geworden, der auch im Alltagsleben praktisch aller Industriestaaten zu beobachten ist. Sie hat verschiedene Ursachen, deren Betrachtung nicht zum Gegenstand des vorliegenden Artikels gehört, Migranten haben unterschiedliche Rechtsstatus, aber das Einzige bleibt ohne Zweifel: Migranten nehmen an dem Gesellschaftsleben in verschiedenen Formen Teil und auf diese Weise prägt und beeinflusst Migration alle Bereiche der modernen Gesellschaft. Dazu gehört selbstverständlich Wirtschaftswesen oder Volkswirtschaft als ein unabdingbarer Gesellschaftsbereich. Dem Einfluss der internationalen Migration auf die Volkswirtschaft ist der vorliegende Artikel gewidmet.

Solcher Einfluss kann nicht eindeutig positiv oder negativ beurteilt werden und hat mehrere Aspekte. Außerdem werden die Wirkungen der Migration abhängig von Parteiidentifikation oder anhand politischer Anschauungen beurteilt und solche Beurteilungen werden als Sachfragen der Kandidaten für politische Ämter in Wahlkämpfe eingesetzt. Andererseits kann der Aufenthalt einer Person mit ausländischer Staatsbürgerschaft zum Wirtschaftszwecken nur wenige Monate, Wochen oder sogar Tagen dauern und somit keine erheblichen Auswirkungen haben. In diesem Bezug lässt sich die folgende Fragestellung des Artikels formulieren: welche konkrete Auswirkungen hat die dauerhafte internationale Migration auf die Volkswirtschaft? Unter der Volkswirtschaft wird ein abstraktes Wirtschaftssystem gemeint, obwohl konkrete empirische Beispiele eingeführt werden, die sich auf Wirtschaftssysteme bestimmter Staaten beziehen, unter anderem auf die Bundesrepublik Deutschland. Dabei werden die Wirkungen der Migration nicht nur auf Volkswirtschaften der Länder, die Migranten annehmen, sondern auch auf solchen der Länder, aus denen die Migranten stammen und die sie verlassen. Da der Artikel mehr einen praktischen Bezug hat, werden die auf wirtschaftlichen Aspekten der Migration bezogenen Theorien nicht betrachtet.

Um die oben formulierte Fragestellung möglichst präzise zu beantworten, sind vor allem die Schlüsselbegriffe, die in diesem Artikel verwendet werden, zu definieren. Im nächsten Teil wird ein Überblick über die internationale Migration als soziale Erscheinung gemacht, indem einige quantitative Daten angeführt werden. Dann werden konkrete Auswirkungen der internationalen Migration auf die Volkswirtschaft formuliert und aufgrund entsprechender wissenschaftlicher Schriftsätze begründet.

1. Definitionen

Definitionen und kurze Erläuterungen von Hauptbegriffe, die in dem vorliegenden Artikel verwendet werden, lassen die empirischen Daten richtig zu verwenden sowie die theoretischen Überlegungen genauer zu verstehen. Einige Definitionen beziehen sich konkret auf den Sinn des vorliegenden Schriftsatzes.

Dauerhafte internationale Migration wird als Sammelbegriff definiert, der die Phänomene Auswanderung (Verlass bei einer Person eines Staatgebietes für einen längeren Zeitraum oder dauerhaft mit dem Niederlassungszweck) und Einwanderung (Einreise einer Person in das Staatsgebiet zwecks längerem Aufenthalt und beabsichtigter Niederlassung) einschließt (vgl. Keeley 2010: 22, 27, 66). Migranten werden auch als im Ausland geborene Personen bezeichnet. Darunter werden dokumentierte (legale) und undokumentierte (illegale) Migration, Migranten der ersten Generation (Zuwanderer, die in einem anderen Land geboren wurden) und der zweiten Generation (Zuwanderer, deren Eltern in einem anderen Land geboren wurden, aber selbst in dem Land geboren wurden, in dem sich ihre Eltern niedergelassen haben) sowie Flüchtlinge (Personen, die außerhalb ihres Heimatlands leben und aus begründeter Furcht vor Verfolgung nicht dorthin zurückkehren können oder wollen und Asylsuchende (Flüchtlinge, die ihren Anspruch auf Flüchtlingsstatus bei der Einreise im Aufnahmeland erheben) umfasst. Der Unterschied zwischen dem Aus- und Einwanderungsniveau wird als Nettomigration bezeichnet, die sich in die positive und negative Nettomigration unterteilt. Im Fall einer negativen Nettomigration wandern mehr Menschen aus als ein, bei einer positiven Nettomigration kommen mehr Menschen ins Land (vgl. Keeley 2010: 22, 27, 66). Die Gründe der Zu- und Auswanderung sind sehr vielfältig und erstrecken sich von Lebensbedrohung bis zu Neugier und Abenteuerlust.

Die Volkswirtschaft wird als Wirtschaftssystem innerhalb eines Staatsgebiets, die alle auf die Wirtschaft einwirkenden Kräfte, alle wirtschaftliche Beziehungen und Verflechtungen sowie die Gesamtheit von Märkten als abstrakte Orte des Austausches von Waren und Dienstleistungen einschließt, definiert (vgl. Arentzen 2006: 360). In der vorliegenden Arbeit werden vor allem Arbeitsmarkt, Kaufkraft, staatliche Sozialleistungen und Bruttoinlandsprodukt als Dimensionen der Volkswirtschaft, die von der Migration potentiell am stärksten beeinflusst werden, betrachtet.

BIP (Bruttoinlandsprodukt) ist das Maß für die Wirtschaftsleistung einer Volkswirtschaft in einem bestimmten Zeitraum, das angibt, wie viele Waren und Dienstleistungen im Inland produziert wurden, wobei Vorleistungen und Importe abgezogen werden (vgl. Arentzen 2006: 57). BNE (Bruttonationaleinkommen) ist eine Messgröße der innerhalb der Landesgrenze stattfinden Wirtschaftstätigkeit (vgl. Keeley 2010: 135).

Unter Wirtschaftswachstum versteht man die Zunahme der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit einer Volkswirtschaft, die sich in der Steigerung der gesamtwirtschaftlichen Produktion und des gesamtwirtschaftlichen Einkommens äußert. Dabei sind zwei Ursachen grundsätzlich zwei Ursachen für das Wirtschaftswachstum möglich: eine verbesserte Auslastung der vorhandenen Produktionskapazitäten durch den vermehrten Einsatz der Produktionsfaktoren (Auslastungseffekt) und/oder eine Ausweitung der Produktionskapazitäten (Kapazitätseffekt) (Arentzen 2006: 376).

Produktivität ist eine Messgröße des Wertes der von Arbeitskräften produzierten Güter und Dienstleistungen (Keeley 2010: 118)

Im Sinne von vorliegendem Artikel bedeutet Kaufkraft die Gesamtheit aller Geldsummen, die einer Person, einer Familie oder einem Unternehmen im Rahmen einer Volkswirtschaft tatsächlich zur Verfügung steht (vgl. Arentzen 2006: 194).

Das Sozialsystem eines Staates wird als Gesamtheit aller sozialen Versicherungsleistungen, die den Menschen bei Risiken, Ungewissheit sowie bei Schäden, die Existenzgrundlage des Einzelnen beeinträchtigen, durch den Staat gewährleistet werden, definiert (vgl. Arentzen 2006: 311, 313).

OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) ist eine internationale Organisation, die sich aus Regierungen von Ländern zusammengesetzt wird, die sich der Demokratie und der Marktwirtschaft verpflichtet haben. Die Hauptziele der Organisation sind die Bewältigung von Herausforderungen der globalisierten Welt in den Bereichen Wirtschaft, Gesellschaft und Regieren, die Förderung des Wirtschaftswachstums, die Schaffung von Arbeitsplätzen und die Anhebung des Lebensstandards der Bevölkerung (vgl. Keeley 2010: 17).

2. Internationale Migration und Volkswirtschaft

Die überwiegende Mehrheit der Forschungen sowie die Theorien beziehen sich auf Wirkungen der Zuwanderung auf Arbeitsmarkt der Industriestaaten. Dies ist logisch, weil der größte Teil der Migranten das Ziel der Verbesserung ihres Lebensstandards verfolgt und dies durch Erwerbstätigkeit erfüllt. Die Möglichkeiten einer Beschäftigung oder einer erfolgreichen Ausübung einer selbständigen Tätigkeit haben sie überwiegend in hoch entwickelten Industrieländern, obwohl es auch starke Migrationströme zwischen solchen Ländern gibt. Somit werden Arbeitsmärkte vieler Staaten der Welt im unterschiedlichen Maß von der internationalen Migration beeinflusst. Trotzdem wirkt die Zuwanderung auch zumindest mittelbar auf die anderen Sektoren der Volkswirtschaften.

Im zweiten Teil des Artikels wurde die ausführliche Definition der internationalen Migration angeführt. Um ihre Auswirkungen auf die Volkswirtschaft oder andere Gesellschaftsbereiche besser zu verstehen, wird sie als Erscheinung im Überblick betrachtet.

2.1. Internationale Migration als Erscheinung im Überblick

Die Gesamtzahl der Migranten weltweit beträgt ungefähr 214 Millionen, was einem Anteil von 3,1% der Weltbevölkerung entspricht. Dabei zogen weniger als 70 Millionen Personen von Schwellen- und Entwicklungsländer in entwickelte Länder, was ungefähr einem Drittel an der Gesamtzahl der internationalen Migranten entspricht (vgl. Der Fischer Weltalmanach 2011: 22). Trotzdem gilt die Mehrheit der westlichen Industrieländer traditionell als Einwanderungsländer, weil sie kontinuierlich eine positive Nettomigration aufweisen. Die überwiegende Mehrheit Entwicklungsländer weist traditionell eine negative Nettomigration auf. Es ist bemerkenswert, dass einige Auswanderungsstaaten im Laufe wirtschaftlicher und politischer Veränderungen zu Einwanderungsstaaten werden und umgekehrt. So gehören heutzutage solche europäische Länder wie Dänemark, Norwegen, Portugal, Spanien, Irland, Griechenland zu neuen Zuwanderungsländern (vgl. Keeley 2010: 22, 30).

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Details

Seiten
18
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783640712151
ISBN (Buch)
9783640713042
Dateigröße
929 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v158944
Institution / Hochschule
Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald
Schlagworte
Internationale Migration Volkswirtschaft

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Titel: Internationale Migration und Volkswirtschaft