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Welche Probleme verursachen die Dezentralisierung und Vermarktlichung bei der Entwicklung von Arbeit?

Seminararbeit 2009 13 Seiten

Soziologie - Arbeit, Beruf, Ausbildung, Organisation

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffsklärung

3. Problemfelder der Dezentralisierung und Vermarktlichung
3.1 Probleme der Koordination und Integration
3.2 Probleme bei der Bewältigung allgemeiner Aufgaben
3.3 Probleme der Motivierung der Beschäftigten

4. Mögliche Entwicklungstrends der Unternehmensrestrukturierung

5. Fazit

6. Quellen

1. Einleitung

In dem vorliegenden Essay zum Seminar „Entgrenzung und Subjektivierung von Arbeit“ befasse ich mich mit der Fragestellung „Welche Probleme verursachen die Dezentralisierung und Vermarktlichung bei der Entwicklung von Arbeit?“.

Seit den 1980er Jahren bestehen unterschiedliche Ansätze und Theorien zur Entwicklung von Arbeit. Entweder wurde zum Themenfeld Reorganisation und Rationalisierung, wozu die Grundtendenzen Dezentralisierung als auch die Vermarktlichung gehören geforscht oder zum Themenfeld Arbeitsmarkt und Beschäftigung. Zu diesem Themenkomplex siedelt Dieter Sauer (2005) die Grundtendenzen Selbstorganisation und Flexibilisierung an.

Der Grund für diese unterschiedlichen Tendenzen lag in der vermehrten Auflösung des tayloristischen Systems in den 1980er Jahren. Der Markt war gesättigt und es wurde nach neuen Ansätzen gesucht. Massenproduzenten hatten bisher wenig gekannte Konjunkturprobleme. Um weiterhin am Markt existieren zu können konzentrierte man sich häufig auf die Kernkompetenzen und betrieb „Outsourcing“. Man versuchte die Geschäftsfelder, die Produkte und die Prozesse zu selektieren (vgl. Sauer 2005). Sozialwissenschaftliche Ansätze zu Rationalisierungssystemen entstanden.

Im Folgenden werde ich mich mit der Vermarktlichung und der Dezentralisierung verbunden mit deren Problemen für die Entwicklung von Arbeit näher beschäftigen.

Dabei werde ich zunächst die Begriffe „Vermarktlichung“ und „Dezentralisierung“ näher erläutern und dann auf die Problemfelder der Dezentralisierung und Vermarktlichung eingehen. Zuerst werden Probleme der Koordination und Integration, dann Probleme bei der Bewältigung allgemeiner Aufgaben und schließlich Probleme der Motivierung der Beschäftigten angesprochen. Abschließend gebe ich einen Ausblick über mögliche Entwicklungstrends der Unternehmensrestrukturierung und ende mit einem Fazit.

2. Begriffsklärung

Betrachtet man die betrieblichen Umstrukturierungsmaßnahmen seit Beginn der 1990er Jahre, so werden die schon seit längerem diskutierten und verfolgten Stoßrichtungen weiter vereinseitigt und radikalisiert. Zusammenfassen lassen sich diese in Dezentralisierung und Vermarktlichung, den beiden dominanten Prinzipien der Restrukturierung (vgl. Sauer 2005: 66).

Unter Dezentralisierung versteht man die Abflachung von Hierarchien, folglich die Verringerung der Leistungstiefe, die Verlagerung von Kompetenzen von zentralen Instanzen auf die ausführenden „Stellen“ sowie die Stärkung der Autonomie und Eigenverantwortung von Organisationseinheiten (vgl. Sauer 2005: 66).

Vermarktlichung betrifft die Koordination und Steuerung durch den Markt. Unternehmen werden zum Markt geöffnet, es findet eine marktliche Sanktion anstelle hierarchischer Kontrolle statt und es gibt eine faktische oder fiktive Konkurrenz von Unternehmenseinheiten (vgl. Sauer 2005: 66).

3. Problemfelder der Dezentralisierung und Vermarktlichung

Dezentralisiert man Unternehmen so wird man mit einer Reihe von Problemen konfrontiert. Sie handeln von der Koordination und Integration, der Bewältigung und Verteilung allgemeiner Aufgaben als auch von der Einbindung und Motivation der Beschäftigten (vgl. Sauer 2005: 71). Im Folgenden werde ich diese Probleme genauer erläutern.

3.1 Probleme der Koordination und Integration

Bei den Problemen der Koordination und Integration geht es um die Aufrechterhaltung des Ausgleichs zwischen „Autonomie“ und „Selbstorganisation“ der dezentralisierten Einheiten aber auch um die Rückbindung in den Gesamtzusammenhang des Unternehmens. Dies erfordert eine ständige Koordination und Abstimmung der dezentralisierten Einheiten (vgl. Sauer 2005: 71).

Bei Reichwald und Koller (1996: 249ff.) wird in drei Dimensionen der Koordination unterschieden: Erstens die Koordination durch interne Märkte, zweitens die Koordination durch Integration in eine Hierarchie und drittens die Selbstkoordination über den Informationsaustausch. Voraussetzung für die Dimensionen sind die Umsetzung der von den Unternehmen jeweils verfolgten Wettbewerbsstrategien in Subziele der Unternehmenseinheiten sowie die Verteilung der entsprechenden Aufgaben. Aus diesen Subzielen werden Effizienzkriterien abgeleitet, an denen sich der Beitrag der einzelnen Einheiten am Gesamtziel bemessen lässt (vgl. Sauer 2005: 72).

Wichtig ist, dass entsprechende Konzepte unter Beteiligung der von der Dezentralisierung Betroffenen entwickelt werden (vgl. Osterloh/Frost 1996; Reichwald u.a. 1996). Das Diskursive, Konsensuelle und Partizipative mit den Betroffenen wird bei der Koordination und Integration betont. Den „sozialintegrativen Koordinationsmechanismen“ (Hirsch-Kreinsen 1995) wird somit eine besondere Bedeutung entgegen gebracht. Konkretisiert werden soll dies in einer verbesserten Kommunikations- und Informationsstruktur, in der Herausbildung übergreifender Teamstrukturen, in institutionalisierten Bargaining-Prozessen sowie in einem Rollen- und Funktionsverständnis auf der Managementebene als auch in einem veränderten Führungsverhalten der Manager (vgl. Nerdinger/v. Rosenstiel 1996; Reichwald u.a. 1996) (vgl. Sauer 2005: 73).

Mittlerweile wird deutlich, dass die Probleme der Koordination und Integration noch längst nicht gelöst sind. Sie verweisen auf eine teilweise Rücknahme der Dezentralisierung. Die markantesten Probleme der Koordination und Integration werden im Folgenden nun angesprochen.

Kernproblem für die Integration dezentraler Unternehmen ist der strukturelle Egoismus der jeweiligen Unternehmenseinheiten. Sie orientieren sich nur am eigenen Geschäftserfolg und an der Konkurrenz mit anderen Unternehmenseinheiten. Durch diesen Konkurrenzmechanismus wird der Zusammenhalt des Unternehmensnetzwerks massiv erschwert (vgl. Hirsch-Kreinsen 1995: 429).

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Details

Seiten
13
Jahr
2009
ISBN (eBook)
9783640748754
ISBN (Buch)
9783640749256
Dateigröße
397 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v158830
Institution / Hochschule
Universität Kassel
Note
2,0
Schlagworte
Welche Probleme Dezentralisierung Vermarktlichung Entwicklung Arbeit

Autor

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Titel: Welche Probleme verursachen die Dezentralisierung und Vermarktlichung bei der Entwicklung von Arbeit?