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Das jüdische Verständnis der Messiasverheißungen im Buch Jesaja

Essay 2010 5 Seiten

Theologie - Biblische Theologie

Leseprobe

„Darum wird der Herr selbst Euch ein Zeichen geben: Siehe die junge Frau wird schwanger werden und einen Sohn gebären und wird seinen Namen Immanuel nennen!“

So steht es geschrieben im Buch Jesaja, Kapitel 7, Vers 14. Für die Christen ist dieses Zitat eine Heilsbotschaft Gottes. Denn die Ankündigung des Immanuel – des Gott ist mit uns – wird als Ankündigung der Geburt Jesu Christi gedeutet. Aber wie verstehen die Juden dieses Zitat und das Buch Jesaja eigentlich? Wer ist der oder sind die Verfasser des Buches? In welcher Zeit wurde Jesaja überhaupt geschrieben und wie stehen die Juden zu Prophetie?

Im Tanach – der hebräischen Bibel- findet man das Buch Jeschajahu (Adonai hat geholfen), wie der Name Jesaja auf Hebräisch lautet, im zweiten Teil, den Prophetenbüchern (Neviim). Genauer gesagt, beginnen mit Jesaja die „Hinteren Propheten“. Den ersten Teil des Tanach bildet die Tora- die Fünf Bücher Mose, den zweiten Teil die Propheten, die Vordereren (Josua, Richter, Samuel und Könige) und eben die Hinteren Propheten, im dritten Teil des Tanach befinden sich die Schriften (Ketuvim) zu ihnen gehören beispielsweise die Psalmen, Hiob, Ruth und die Klagelieder.
Das Buch Jesaja umfasst 66 Kapitel und wird seit dem späten 19.Jahrhundert in drei Teile eingeteilt. In den Protojesaja (Kapitel 1-39), den Deuterojesaja (40-55) und in den dritten Teil, Tritojesaja (56-66). Diese Unterteilung wird damit begründet, dass nach Kapitel 39 der Name Jesaja nicht mehr erwähnt wird, die Kapitel 40 bis 55 von der Zeit des babylonischen Exils erzählen, sowie die letzten zehn Kapitel des Jesaja-Buches, die Zeit nach dem Exil schildern und das Buch somit in einer Zeitspanne von rund 300 Jahren entstand. Verfasst wurde es wahrscheinlich zwischen dem 8. und 5. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung und umfasst die wichtigen geschichtlichen Ereignisse von der Zerstörung Israels, der Zerstörung Judas/ dem babylonischen Exil bis zur Rückkehr nach Jerusalem. Sicher ist nur, dass der kleinste Teil des Buches auf einen Propheten Namens Jesaja ben Amos zurückgeht. Dieser wurde um das Jahr 770 v. Chr. in Jerusalem geboren und gehörte zur Jerusalemer Aristokratie. Dem babylonischen Talmud nach, starb Jesaja ben Amos den Märtyrertod unter König Menasse, also zwischen den Jahren 696 und 642 v. Chr. Als Prophet wirkte Jesaja wahrscheinlich zwischen dem Tod des König Usija (ca. 746) und der Belagerung Jerusalems im Jahre 701v.Chr. durch die Assyrer. Jesaja verkündete nicht nur seinem Land Juda, sondern auch dem Bruderstaat Israel und fremden Völkern wie Assyrien, Moab und Ägypten, er mahnte, drohte und prophezeite das Gericht Adonais und dessen Gerechtigkeit in der endzeitlichen Wende zum Friedensreich durch den Messias. Dagegen sind die Autoren des Deuterojesaja und des Tritojesaja unbekannt. Der zweite Teil des Jesaja- Buches entstand in etwa zwischen den Jahren 546 und 539 v.Chr., also während des babylonischen Exils und beinhaltet Trostworte für die Exilanten, Mahnungen zur Gottestreue, die Verheißungen über den Untergang Babylons und die Rückkehr des Volkes nach Jerusalem. Zwischen den Jahren 537 und 445 v.Chr. entstand der Tritojesaja und enthält eine Sammlung prophetischer Einzelverse mit Aussichten der kommenden Heilszeit, aber auch Ermahnungen zur Gottestreue.

Die Messiasvorstellungen sind vor allen im Protojesaja, nämlich in den Kapiteln 2, 7,9,11,27 und 32 enthalten. In dem zweiten und dritten Teil des Jesaja- Buches ist jeweils nur in einem Kapitel vom Messias, der Zeitenwende und dem Friedensreich zu lesen und zwar in den Kapiteln 40 beziehungsweise 59.

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Details

Seiten
5
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783640748303
Dateigröße
447 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v158780
Institution / Hochschule
Universität Potsdam – Religionswissenschaft
Note
1,3
Schlagworte
Verständnis Messiasverheißungen Buch Jesaja

Autor

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Titel: Das jüdische Verständnis der Messiasverheißungen im Buch Jesaja