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Inwieweit hängt der berufliche Bildungsabschluss 20 bis unter 30-jähriger in Deutschland vom Migrationshintergrund ab?

Quantitative Methoden / Bildungsbericht

Studienarbeit 2009 19 Seiten

Pädagogik - Pädagogische Soziologie

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Herleitung der Fragestellung

3 Operationalisierung der Variablen

4 Modalitäten der Datenerhebung

5 Darstellung der Ergebnisse

6 Interpretation

7 Zusammenfassung

8 Literaturverzeichnis
8.1 alphabetische Reihenfolge

1 Einleitung

Gute Bildung ist absolute Voraussetzung für gute Ausbildungs- und Beschäftigungschancen. Ein wachsender Anteil der deutschen Bevölkerung verfügt über mittlere und höhere Bildungsabschlüsse bzw. Qualifikationen. Die Humanressourcen und Bindung der Experten an die Beschäftigungsstelle werden für Institutionen wichtiger als das Sachkapital. In meinen vergangenen Arbeitsjahren in der Berufsbildung eines süddeutschen Universitätsklinikums fiel mir die steigende Bewerberzahl von Personen mit Migrationshintergrund auf. Von dieser Personengruppe lagen die unterschiedlichsten beruflichen Bildungsabschlüssen vor. Ein nicht unerheblicher Anteil derer konnten keinen beruflichen Bildungsabschluss vorweisen. Durch die Verknüpfungen zu vorangegangenen Fernstudieninhalten des Moduls 1B „Bildung und Gesellschaft“ und 1C „ Bildung, Arbeit und Beruf“ fand ich es besonders spannend, meinem subjektiven Befund in der folgenden Fragestellung nachzugehen: „Inwieweit hängt der berufliche Bildungsabschluss 20 bis unter 30 jähriger in Deutschland vom Migrationshintergrund ab?“ Mit Hilfe der Sekundärquelle „Bildung in Deutschland 2008“ möchte ich diese Fragestellung in der vorliegenden Hausarbeit im Modul „Empirische Bildungsforschung/ Methoden“ bearbeiten. Ich operationalisiere die zur Beantwortung der Fragestellung notwendigen Variablen und stelle zwei Hypothesen auf. Die Hypothese a) bezieht sich auf den Vergleich im Abschluss beruflicher Bildung bei „Personen mit Migrationshintergrund vs. „Personen ohne Migrationshintergrund“; die Hypothese b) bezieht sich auf die Abhängigkeit des beruflichen Bildungsabschlusses vom sozialen Milieu der jeweiligen Person. Auf Basis vorhandener Daten des Bildungsberichtes möchte ich die beiden Hypothesen für meine Fragestellung testen. Ich stelle Indikatoren dar, und schätze sie auf Verwertbarkeit im Hinblick auf die Hypothesentestung ein. Darauf folgt die Auswertung und Interpretation meiner Ergebnisse. Ich konzentriere mich hierbei ausschließlich auf die tertiäre Bildungszeit. Mit der Zusammenfassung und dem Fazit bringe ich die Hausarbeit zum Abschluss.

2 Herleitung der Fragestellung

Angesichts der demographischen Entwicklung ist die berufliche Bildung junger Migranten[1] für die künftige Produktivität unserer Gesellschaft enorm wichtig, da sie durch Zuwanderung eine wachsende Bevölkerungsschicht darstellt. Es ist wichtig, diese Bevölkerungsgruppe in das soziale und ökonomische Umfeld zu integrieren. Formal besteht bereits eine Gleichstellung von Migranten und Deutschen beim Zugang zu Bildungs- und Qualifizierungsgängen. Allerdings bestehen weiterhin Unterschiede in den erreichten Bildungsabschlüssen bei Personen mit und ohne Migrationshintergrund. Sowohl die IGLU[2] - Studie als auch die PISA[3] - Studie „[…] haben im Schulbereich erhebliche migrationsbedingte Disparitäten hinsichtlich der kognitiven Kompetenzen […] aufgedeckt.“ (Konsortium Bildungsberichterstattung 2006, S. 138). Der soziale Status und Migrationshintergrund (Einwanderungsgeneration, Staatsangehörigkeit/ Herkunftsland, Sprachpraxis) der Herkunftsfamilie beeinflusst Bildungsverläufe und –ergebnisse stark. Der berufliche Bildungsabschluss hat entscheidenden Einfluss auf Erwerbstätigkeit bzw. Arbeitslosigkeit und Verbleib in Arbeitslosigkeit und damit verbundenem Einkommen bzw. Schichtzugehörigkeit.

Diesen Aussagen möchte ich in folgender Fragestellung nachgehen:

Fragestellung:

Inwieweit hängt der berufliche Bildungsabschluss 20 bis unter 30 jähriger in Deutschland vom Migrationshintergrund ab?

Indikatoren beschreiben zentrale Sachverhalte von Bildungsprozessen. Im Hinblick auf die Fragestellung lege ich folgende Indikatoren fest und operationalisiere sie:

1. Beruflichen Bildungsabschluss (Bildungsbereiche/ Bildungsorte, Übergänge innerhalb des Schulwesens)
2. 20 bis unter 30 Jährige Bevölkerung in Deutschland (Bevölkerung/ Bevölkerungszahl in Deutschland, Bevölkerungsgruppe, Bevölkerungsentwicklung, Anteil der 20 bis unter 30 Jährigen Bevölkerungsgruppe in Deutschland)
3. Migrationshintergrund (Migrant/ Ausländer/ Arbeitsmigrant/ Zuwanderer, Bevölkerung mit Migrationshintergrund)
4. sozioökonomische Herkunft (soziales Milieu, Schicht)

zu 1. beruflicher Bildungsabschluss

Bildung kann als entscheidende Voraussetzung für die Positionierung auf dem Arbeitsmarkt gesehen werden. „Bildung ist eine entscheidende Ressource, die Lebenschancen und die sozioökonomische Lage beeinflusst und damit Integrationsprozesse fördern oder hemmen kann.“ (Hinrichs: Ausländische Bevölkerungsgruppen in Deutschland, S.19). Der Abschluss im Sekundarbereich II ermöglicht einen beruflichen Abschluss, der zu einer qualifizierenden Berufstätigkeit führt. „Die notwendigen Kenntnisse und formalen Voraussetzungen zur Ausübung eines Berufs können in Deutschland auf drei prinzipiell unterschiedlichen Wegen erworben werden: über die betriebliche und die vollzeitschulische Berufsausbildung sowie über das Studium an einer Universität oder Hochschule.“ (vgl. Bildung, Ausbildung und Weiterbildung, S. 49).

Bildungsbereiche, Bildungsorte in Deutschland

Die formalen Bildungsbereiche in Deutschland sind der Elementarbereich (Alter: 0-6 Jahre), der Primarbereich (Alter: 6-10 Jahre), der Sekundärbereich I (Alter: 10-16 Jahre), der Sekudärbereich II (Alter: 16-19 Jahre) und der Tertiäre Bildungsbereich (Alter: 19-25 und älter). Ich konzentriere mich in dieser Arbeit auf den letztgenannten Bildungsbereich sowie Bildungs- und Ausbildungseinrichtungen, die zu anerkannten Abschlüssen führen. Das berufliche Ausbildungssystem setzt sich aus drei Sektoren zusammen: das duale System (Fachschule/ Schulen des Gesundheitswesens, Fachhochschulen), das Schulberufssystem (Fachhochschule, Berufsakademie) und das Übergangssystem (Berufsoberschule/ Fachoberschule).

Übergänge innerhalb des Schulwesens

Die Übergänge und Schnittstellen im Bildungswesen stellen im Allgemeinen für die Jugendlichen eine besondere Herausforderung dar. Jugendliche mit Migrationshintergrund haben häufiger Probleme sowohl beim Übergang von Schule in die Berufsausbildung (erste Schwelle) als auch von der Berufsausbildung ins Beschäftigungsverhältnis (zweite Schwelle).

Zu 2. 20 bis unter 30 Jährige Bevölkerung in Deutschland

Bevölkerung, Bevölkerungszahl in Deutschland

Zur Bevölkerung Deutschlands zählen alle Einwohner, die mit ihrem Hauptwohnsitz in Deutschland gemeldet sind, d.h. auch alle in Deutschland gemeldeten ausländischen Bürger. Die Bevölkerung Deutschlands besteht zum Jahresende 2007 aus 82,26 Millionen Menschen (vgl. Statistisches Bundesamt. Bevölkerung und Erwerbstätigkeit. Ausländische Bevölkerung. Ergebnisse des Ausländerzentralregisters, S. 19). Die Bevölkerungsentwicklung ist von Einflüssen wie Geburten, Sterbefälle und Wanderungsbewegungen abhängig. Das Statistische Bundesamt erstellt Bevölkerungsvorausberechungen, die u. a. zeigen, wie sich die Bevölkerungszahl unter dem Einfluss demographischer Faktoren (Geburtenzahl, Sterblichkeit und Wanderungen) verändert.

Bevölkerungsgruppe

Bevölkerungsgruppe ist ein demografischer Begriff, der die Personen nach einzelnen statistischen Merkmalen (z.B. Alter, Geschlecht, Familienstand, Bildung, Stellung im Erwerbsleben, Religionszugehörigkeit oder Nationalität) zusammenfasst. In meiner Hausarbeit nutze ich das gemeinsame Merkmal Alter von 20 bis unter 30 Jahren da sich i. d. R. die beruflichen Karieren im Alter von ca. 30 Jahren stabilisieren.

Bevölkerungsentwicklung

Die Zahl der Ausländer ist prozentual gesehen schneller gestiegen, dadurch hat sich der Anteil der Ausländer an der Gesamtbevölkerung und den Bildungsinstitutionen erhöht. In der Bundesrepublik Deutschland leben derzeit Bürger aus nahezu allen Staaten der Erde. Die wichtigsten Herkunftsländer der Migranten sind die Türkei, das ehemalige Jugoslawien (einschließlich Bosnien und Herzegowina, Kroatien, Slowenien und Mazedonien), Griechenland und Italien. „Die ethnischen Minderheiten sind nicht gleichmäßig auf die Bundesrepublik verteilt, sondern konzentrieren sich auf die alten Bundesländer und dort wiederum auf Großstädte und industrielle Ballungszentren.“ (Geißler: Die Sozialstruktur Deutschlands, S. 282). Die Alterstruktur zulasten der jüngeren Bevölkerungsgruppen hat sich ähnlich wie bei der Gesamtbevölkerung verschoben.

Anteil der 20 bis unter 30 Jährigen Bevölkerungsgruppe in Deutschland

Die Ergebnisse der 11. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung für Deutschland auf der Basis vom 31.12.2005 unterstellen eine Bevölkerungsabnahme der Menschen im aktiven Lebensalter von 20 bis unter 30 Jährigen bei Annahme: „Geburtenhäufigkeit: annähernd konstant, Lebenserwartung: hoch, Wanderungssaldo 100.000“ vom Jahr 2006 9.763.000 Menschen auf das Jahr 2050 6.666.000 Menschen (vgl. Statistisches Bundesamt, Variante 2-W1: Entwicklung der Bevölkerung Deutschlands von 2006 bis 2050). Das würde einer Abnahme der 20 bis unter 30 Jährigen Bevölkerung in 44 Jahren von ca. 32% (ca. 3 100 000 Menschen) entsprechen bzw. pro Jahr 2,3% (70500 Menschen). Die Alterstruktur wird sich sowohl in der Gesamtbevölkerung als auch bei der ausländischen Bevölkerung zulasten der jüngeren, aktiven Bevölkerungsgruppe weiter verschieben.

[...]


[1] In der Ausführung wird mit der maskulinen Form die feminine Form eingeschlossen

[2] IGLU ist die deutsche Abkürzung für Internationale Grundschul-Lese-Untersuchung

[3] PISA steht für Programme for International Student Assessment

Details

Seiten
19
Jahr
2009
ISBN (eBook)
9783640741557
ISBN (Buch)
9783640741793
Dateigröße
424 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v158559
Institution / Hochschule
FernUniversität Hagen – Kultur- und Sozialwissenschaften
Note
2,3
Schlagworte
Empirische Bildungsforschung/ Methoden

Autor

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