Lade Inhalt...

"Odysseus" Mythos und Aufklärung

Seminararbeit 2009 12 Seiten

Pädagogik - Sonstiges

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I: Allgemeine Erläuterungen

1. Einleitung

2. Dialektik der Aufklärung bei Horkheimer / Adorno

II: Exkurs I: Odysseus oder Mythos und Aufklärung

3. Mythos und Odysseus

4. Die verschiedenen Stationen
4.1 Die Lotophagen
4.2 Der Zyklop Polyphem
4.2.1 Verleugnung des Odysseus
4.3 Kirke
4.4 Penelope
4.5 Hades

5. Zusammenfassung

Literaturverzeichnis

I: Allgemeine Erläuterungen

1. Einleitung

Max Horkheimer und Theodor W. Adorno sind die „wichtigsten Repräsentanten der <kritischen Theorie> der sogenannten Frankfurter Schule […] für die ihr gemeinsam verfaßtes Hauptwerk steht, die Dialektik der Aufklärung “ (FORST, 2008, S. 274). Horkheimer und Adorno verband das Thema, „wie in der Zusammenarbeit von Philosophie und kritischer Sozialwissenschaft die Frage nach der <vernünftigen> Einrichtung der Gesellschaft zu beantworten sei; und gemeinsam kamen sie zu dem Schluß, daß angesichts der gesellschaftlichen Katastrophen des zwanzigsten Jahrhunderts die zentrale philosophische Aufgabe in einer Kritik der Vernunft selbst lag, die jenem Verhängnis ihrer Meinung nach nicht äußerlich gegenüberstand“ (FORST, 2008, S. 274). Man kann davon ableiten, dass es im zwanzigsten Jahrhundert, durch den Einfluss der Kulturindustrie, der Menschheit nicht gelang in einen menschlichen Zustand einzutreten. Das Denken Horkheimers wie auch Adornos ist nichts anderes „als das Schicksal der Vernunft der Moderne“ (FORST, 2008, S. 274).

2. Dialektik der Aufklärung bei Horkheimer / Adorno

Wie schon in der Einleitung formuliert, führt die Dialektik der Aufklärung „eine Logik des Zerfalls vor, in der die Vernunft sich selbst zerstört in dem Verfallensein an ihr Anderes, die Natur, welche die Aufklärung schon im Mythos von ihr abgespalten habe“ (ARNDT, 1994, S. 269). Horkheimer und Adorno zeigten in der „Dialektik der Aufklärung“ wie „Aufklärungs- und Emanzipationsbewegungen in ihr Gegenteil umschlagen können“ (WULF, 1977, S. 144ff). „Aufklärung kann nicht mehr linear als Zunahme an Freiheit interpretiert werden [….] mit dem Aufklärungsprozeß sind Nebenwirkungen verbunden“ (WULF, 1977, S. 145). Horkheimer und Adorno bringen die „Dialektik der Aufklärung“ in einer Doppeltheorie zum Ausdruck die von Christoph Wulf nach Horkheimer und Adorno zitiert wurde. „Schon der Mythos ist Aufklärung, und Aufklärung schlägt in Mythologie zurück [….] der Mythos geht in die Aufklärung über und die Natur in bloße Objektivität. Die Menschen bezahlen die Vermehrung ihrer Macht mit der Entfremdung von dem, worüber sie die Macht ausüben. Die Aufklärung verhält sich zu den Dingen wie der Diktator zu den Menschen“ (WULF, 1977, S.145ff). Wulf sieht in diesem Prozess, dass der Prozess der Weltbeherschung und der Entfremdung unauflöslich verbunden sind. Somit spielen auch „die Wissenschaften und die Technik, aber auch eine entsprechend reduzierte Philosophie, eine zentrale Rolle“ (WULF, 1977, S. 146).

II: Exkurs I: Odysseus oder Mythos und Aufklärung

3. Mythos und Odysseus

Horkheimer und Adorno zeigen, dass der Mythos von Odysseus und den Sirenen eine zentrale Stellung in Homers Erzählung einnehmen (vgl. NEUMANN / MAHRDT / FRANK, 2001, S. 149). „Homers Erzählung aus dem zwölften Gesang der Odyssee dient im Hauptteil des Werkes über den Begriff der Aufklärung dazu, die Verschlingung von Herrschaft und Arbeit mit dem Mythos zu illustrieren. Sie erhält den exklusiven Status einer Allegorie der Dialektik der Aufklärung, eines Prozesses also, der für die Autoren als geschichtliche Emanzipation geplant war und in totaler Entfremdung mündete. Diese negative Menschheitsentwicklung sei am Beispiel Odysseus exemplarisch ablesbar, führt der fundamentale Teil des Werks aus, und spiegelt damit die Analyse des gegenwärtigen im längst Vergangenen. Das triumphale Unheil, in dem eine restlos aufgeklärte Welt erstrahle, sei schon bei Homer vorgeahnt und in der Person des Odysseus ins Bild gesetzt worden. Im ersten Exkurs [….] dient die Sirenen Episode erneut dazu, den Umschlag von Mythos in Aufklärung und den gleichzeitigen inwendigen Rückschlag zu demonstrieren. Die Selbstbefreiung des Menschen erweise sich als Selbstfesselung, der Fortschritt sei nur die Maske des Rückschritts. Odysseus versäume das Leben, indem er es rette. „Die Dialektik der Aufklärung hat eine düstere Zeitdiagnose und unternimmt eine erhebliche Anstrengung, das negative Räderwerk der Menschheitsentwicklung schon in Homers Erzählungen aufzuzeigen“ (NEUMANN / MAHRDT / FRANK, 2001, S. 149). „In der Odyssee treten gesellschaftliche Institutionen oder Strukturzusammenhänge, ebenso wie die Phänomene der Natur, in personifizierter Gestalt in Erscheinung: Beispielsweise die Sirenen, Circe oder Polyphem. Odysseus bewegt sich im Kreis dieser mythischen Personen. Anstatt nun aber die Figur des Odysseus als eine mythische Personifizierung von historisch- gesellschaftlichen Ereignissen oder Zusammenhängen zu dechiffrieren, nahmen Horkheimer und Adorno ihn wörtlich als atomisiertes Individuum“ (WEGERICH, 1994, S. 82)

[...]

Details

Seiten
12
Jahr
2009
ISBN (eBook)
9783640714971
ISBN (Buch)
9783640715336
Dateigröße
533 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v157986
Institution / Hochschule
Alpen-Adria-Universität Klagenfurt – Erziehungswissenschaft und Bildungsforschung
Note
1.00
Schlagworte
Odysseus Mythos Aufklärung

Autor

Teilen

Zurück

Titel: "Odysseus"  Mythos und Aufklärung