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Boliviens zweite Revolution

Moderne Indigenität und ihr Weg zur Macht

Hausarbeit (Hauptseminar) 2010 30 Seiten

Ethnologie / Volkskunde

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Bevölkerungs- und Sozialstruktur Boliviens
2.1. Bevölkerungsaufteilung
2.2. Sozialstruktur und ethnische Identitäten

3. Die Entwicklung der indigenen Bewegung
3.1. Die Folgen der Revolution von 1952
3.2. Indigener Nationalismus und Katarismus
3.3. Der Beginn der „Zweiten Revolution Boliviens“
3.4. Der Wasserkrieg von Cochabamba
3.5. Der Aufstieg indigener Parteien

4. Der „Movimiento al Socialismo“
4.1. Sozialistische Prägung und Andenkapitalismus
4.2. Anti-Imperialismus
4.3. Coca-Anbau
4.4. Plurinationale Verfassung

5. Eine neue, kosmopolitische Indigenität?

6. Fazit
6.1. Die Realität des Regierens – Folgen für eine indigene Bewegung
6.2. Internationale Auswirkungen

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

“The 500 years of Indian resistance have not been in vain. From 500 years of resistance we pass to another 500 years in power. (…) We are here and we say that we have achieved power to end the injustice, the inequality and oppression that we have lived under. (…)The original indigenous movement, as well as our ancestors, dreamt about recovering the territory.”[1]

Evo Morales Ayma, Präsident Boliviens, bei seiner Amtsantrittsrede am 22.1.2006

Nicht nur Evo Morales selbst sah seine Wahl zum ersten Staatsoberhaupt indigener Herkunft in Lateinamerika als historisches Ereignis an, als er im Januar 2006 sein neues Amt als Präsident des mehrheitlich indigenen Bolivien antrat. Die Neue Zürcher Zeitung sprach von einer „Zäsur“ und einer „Wiedergutmachung historischen Ausmasses“, welche die Ethnien Boliviens nun von Morales erwarten würden.[2] Andere schrieben über die enorme Wirkung, die diese Wahl auf alle Indigenen Lateinamerikas ausüben werde (The Christian Science Monitor),[3] feierten Morales als „Robin Hood der Indios“ (Financial Times Deutschland)[4] oder „Südamerikas neue(n) Medienstar“ (Der Spiegel) und wunderten sich über seine im internationalen Politikbetrieb vorher nie gesehene indigene Kleidung.[5] Aber auch kritische Stimmen waren zu hören: So nannte ihn die englische Wochenzeitung New Statesman in Anspielung auf Morales‘ Tätigkeit als Coca-Bauer „cocalero president“ und betonte Morales‘ Vergangenheit als „former wandering trumpeter, herder of llamas and leader of Bolivia's coca growers“[6], die Süddeutsche Zeitung fragte sich, ob Morales wirklich ein Präsident sein könne oder „in erster Linie der Häuptling aller bolivianischen Urvölker“[7], und in der Zeitung Die Welt befürchtete der peruanische Politikwissenschaftler Álvaro Vargas Llosa gar einen Rückfall in rassistische Politik durch den „Indio-Kult“ von und um Morales, dem er vorwarf, „Lateinamerikas Probleme ins Raster von Ethnie und Hautfarbe zu pressen“.[8]

Der Aufstieg von Evo Morales und seiner Partei, die eine Art Sammelbecken für indigene und soziale Bewegungen bildet, bedeutet damit nicht nur die anfangs gern von der Presse übernommene Vorstellung von Gerechtigkeit für die Indigenen nach „500 Jahren Unterdrückung“, oder der Tatsache, dass die Bevölkerungsmehrheit Boliviens zum ersten Mal von „einem der ihren“ vertreten wird. Die indigene Bewegung Boliviens hat einen langen Weg hinter sich, während der sich eine verschwommene Ideologie herausgebildet hat, die jetzt teilweise in die bolivianische Politik übergeht. Auch das Selbstbild der Indigenen hat sich grundlegend gewandelt, sowie die Ausdrucksformen von Widerstand und Zugehörigkeitsgefühle. Mark Goodale spricht deswegen nicht zu Unrecht von der „Second Revolution“[9], nach der nationalen Revolution von 1952.

Die Verquickung von Politik und modernen indigenen Bewegungen macht eine Deutung der Ereignisse nicht einfach. Orin Starns Vorwurf von 1991, dass viele Ethnologen zu sehr dem „Andeanism“[10] verfallen seien, um die moderne Indigenität in den Anden korrekt zu interpretieren, ist heute jedoch gewiss nicht mehr haltbar. Starn forderte damals im Bezug auf den Konflikt in Peru seine Ethnologen-Kollegen auf, ihren analytischen Rahmen zu erweitern und auch die politischen und sozialen Netzwerke und den geopolitischen Kontext mit einzubeziehen, in den Indigene heute verwoben sind.[11] Mark Goodale findet, dass im Bezug auf Bolivien und die Erstarkung der dortigen indigenen Bewegung genau das Gegenteil heute der Fall sei: Diesmal würden Ethnologen die „zweite Revolution“ mit Sicherheit nicht verpassen, aber sie möglicherweise falsch interpretieren, da sie sich zu sehr auf politische und ökonomische Faktoren in ihren Erklärungsmustern verließen.[12] Diese Arbeit wird deswegen, um Starns und Goodales Forderungen gerecht zu werden, zuerst den Aufstieg der indigenen Bewegungen Boliviens im politischen und wirtschaftlichen Kontext beleuchten, um dann auf das „Indigene“ dieser Bewegung einzugehen, indem die Ideologie von Evo Morales und seiner Partei näher beleuchtet wird. Schließlich sollen die Probleme erörtert werden, die eine indigene Protestbewegung erfährt, wenn sie sich tatsächlich an der Macht befindet.

2. Die Bevölkerungs- und Sozialstruktur Boliviens

2.1. Bevölkerungsaufteilung

“Um... unfortunately, people that don't know Bolivia very much think that we are all just indian people from the west side of the country, it's La Paz all the image that we reflect, is that poor people and very short people and indian people ... I'm from the other side of the country, the east side and it's not cold, it's very hot and we are tall and we are white people and we know English[13]

Gabriela Oviedo Serrate, Miss Bolivia 2004, bei der Wahl zur Miss Universe

Bolivien hat etwa 10,03 Millionen Einwohner und ist eines der ethnisch heterogensten Länder Lateinamerikas, wobei ethnische und geografische Grenzen sich oft überlappen.[14] Schätzungen nach der Anzahl der Indigenen weichen teils stark voneinander ab, was an unterschiedlichen Methoden liegt. So schätzt die GTZ die Zahl der Indigenen Boliviens auf 4,11 Millionen, was knapp weniger als die Hälfte der Bevölkerung wäre.[15] Nach der letzten Volkszählung 2001, bei der die Bürger selbst ihre ethnische Zugehörigkeit[16] erklären konnten, ergibt sich aber ein ganz anderes Bild: Über 61 Prozent der Bevölkerung definierten sich selbst als Indigene, auch wenn nur nach der eigentlichen Ethnie gefragt wurde.[17] Davon definierten sich 1.557.000 Menschen als Quechua, 1.278.000 als Aymaras, 78.000 als Guaraní, 112.000 als Chiqitanos, 43.000 als Mojeños, 75.000 als andere Ethnie, und 1.930.000 machten keine weiteren Angaben.[18]

Ethnisch, wirtschaftlich und geografisch ist Bolivien scharf getrennt. Das Hochland im Norden des Landes mit der Hauptstadt La Paz ist der ärmere Teil des Landes, in dem mehrheitlich Indigene wohnen. Es ist – nach bolivianischen Maßstäben – dicht besiedelt, sehr agrarisch geprägt und hauptsächlich von Aymara-Sprechern bewohnt. Hier findet man auch die Ruinen der Tiwanaku-Zivilisation, die – historisch nicht belegt – von vielen Aymaras als die Wiege einer aymarischen Nation angesehen wird.[19] Hier ist der „indigene Nationalismus“ am ausgeprägtesten.

Das Tiefland um den Bezirk Santa Cruz vereint den Großteil der bolivianischen Wirtschaftskraft und Rohstoffvorkommen. Hier sind mehrheitlich Mestizen und Europäer beheimatet, Indigene (vor allem Chiquitanos, Guaraní und Mojeños) sind mit etwa 17 % der Tieflandbevölkerung in der Minderheit.[20]

Zwischen diesen beiden Regionen Boliviens verlaufen tiefe ethnische und politische Gräben, die sich seit dem Amtsantritt von Evo Morales beträchtlich verschärft haben.

2.2. Sozialstruktur und ethnische Identitäten

Schon in präkolumbischer Zeit wurde im Andenraum soziale und wirtschaftliche Organisation anhand von ethnischer Differenzierung gestaltet. Mit dem Erscheinen der Spanier wurde dieses komplexe System mit dem Kolonialsystem verwoben: Steuergruppen wurden anhand ethnischer Zugehörigkeit eingeteilt, weshalb wirtschaftliche Tätigkeiten und soziale Stellung mit verschiedenen ethnischen Identitäten verbunden wurden.[21] Diese Verbindung zwischen Ethnizität und sozialer Klasse darf aber auf keinen Fall soweit verallgemeinert werden, diese gleichzusetzen.[22] Auch zwischen Land- und Stadtbevölkerung bestehen diese Zuschreibungen – vor allem aber gegenüber Indigenen, die grundsätzlich mit Verarmten gleichgesetzt werden, was ihnen wirtschaftliche Chancen raubt.[23] I.S.R. Pape charakterisiert die Verbindung zwischen Ethnizität und sozialer Stellung in Bolivien so:

The functioning of this socio-ethnic spectrum indicates that rural areas and their inhabitants are practically and symbolically linked with subsistence agriculture; the money economy is mestizo or white, and participation in it therefore entails some measure of change in position on the ethnic spectrum vis-à-vis fellow comunarios and, to a lesser extent, more urban sectors of society. In this manner the class elements of peasant, mestizo, and urban economies and identities have become inescapably ethnic phenomena as well, accompanied by tightly intertwined linguistic, social, and cultural markers.[24]

Diese ethnischen, sozialen und geographischen Verbindungen sind einer der Schlüssel zum Verständnis der bolivianischen Sozialstruktur. Sie erklären auch die fortgesetzte Diskriminierung, Ausbeutung und Ausschließung der indigenen Landbevölkerung.[25]

3. Die Entwicklung der indigenen Bewegung

3.1. Die Folgen der Revolution von 1952

Indigene Bewegungen bildeten sich in Bolivien trotz der indigenen Bevölkerungsmehrheit nur langsam heraus. Nach der Revolution 1952, bei der die Movimiento Nacionalista Revolucionario (MNR), eine zu der Zeit eher linksgerichtete Bürgerpartei, die Macht im Land übernahm, wurde die Bezeichnung „Indio“ als beleidigend verboten, alle Indigenen wurden ab jetzt als „Bauern“ bezeichnet – dies sollte ethnische Unterschiede zwischen Bolivianern „abschaffen“ und ein homogenes Nationalgefühl herausbilden.[26] Gleichzeitig wurden Einkommen und Alphabetisierung als Bedingungen abgeschafft, um das Wahlrecht zu erhalten – jetzt durften auch die Indigenen Boliviens wählen. Trotzdem wurden Indigene weiterhin diskriminiert und vom politischen Diskurs weitgehend ausgeschlossen.[27] Die MNR-Regierung führte zwar Bodenreformen durch, die denjenigen Land zusprachen, die es bearbeiteten (was den Indigenen zugutekam), außerdem bauten sie Schulen in auch den entlegensten Teilen des Landes – aber dies hatte vor allem den Zweck, eine homogene bolivianische Identität zu bilden. Da viele Indigene nicht von der Landwirtschaft leben konnten, emigrierten sie zu zehntausenden nach La Paz oder in andere Städte. Aber auch durch das Radio und die Schulen wurde eine zuvor größtenteils ungebildete und einsprachige Bevölkerungsschicht mit einem ganz neuen Lebensstil konfrontiert.[28] Andrew Canessa kommentiert diese Strategie der damaligen Regierung so:

Bolivian nationalist ideology exalted a mestizo identity at the expense of an indian one. The new state needed the rural masses to lend it legitimacy while, at the same time, it felt the need to eradicate the retarding cultural elements of an anachronistic indian population.”[29]

Ironischerweise führte gerade diese Strategie aber zum Heranreifen eines indigenen Nationalismus in Bolivien. In den 1960er Jahren bildete sich in La Paz eine Bewegung junger intellektueller Studenten der Aymaras, die stark beeinflusst war von den Ideen Fausto Reinagas.[30] Dieser gründete die indianistische Partei Partido Indio de Bolivia, gleichzeitig entstanden auch weitere panindianistisch und städtisch orientierte Parteien, die jedoch allesamt politisch wenig erfolgreich waren.[31] Die Partido Indio de Bolivia war radikal antiwestlich und antichristlich ausgelegt – so propagierte sie sogar die Ausrottung der Weißen und Mestizos. Auch wenn diese radikale Strömung in der indigenen Bevölkerung nicht richtig Fuß fassen konnte, führten sie und Fausto Reinaga die indianistische Bewegung an, bis sie von den Kataristen abgelöst wurden.[32]

[...]


[1] BBC News: Morales Inaugural Speech: Excerpts, 22.1.2006, online: http://news.bbc.co.uk/2/hi/americas/4638030.stm

[2] NZZ: Huldvoller Amtsantritt von Evo Morales in Bolivien, 23.1.2006, online: http://www.nzz.ch/2006/01/23/al/articleDIGVC.html

[3] Chauvin, Lucien: Morales’s rise inspires Andean groups. Indigenous organizations in the region hope to gain a boost from Evo Morales's victory in Bolivia, in: The Christian Science Monitor, 20.1.2006, online: http://www.csmonitor.com/2006/0120/p07s02-woam.html

[4] Henkel, Hanna: Evo Morales: Robin Hood der Indios, in: Financial Times Deutschland, 19.12.2005, online: http://www.ftd.de/karriere-management/management/:evo-morales-robin-hood-der-indios/35436.html

[5] Volkary, Carsten: Der Pullover-Präsident, in: Spiegel Online, 22.1.2006, online: http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,396377,00.html

[6] Peev, Gerri: NS Profile: Evo Morales, in: New Statesman, 23.1.2006, online: http://www.newstatesman.com/200601230022

[7] Widmann, Carlos: Mutter Erde an der Macht. Ist der Präsident Evo Morales in erster Linie der Häuptling aller bolivianischen Urvölker?, in: Süddeutsche Zeitung, Feuilleton, 25.1.2006.

[8] Llosa, Álvaro Vargas: Eine Frage der Hautfarbe. Mit dem Indio-Kult von Boliviens Präsident Evo Morales erlebt Lateinamerika einen Rückfall in die Ideologie der Abstammung, in: Die Welt, 20.1.2006, online: http://www.welt.de/print-welt/article192147/Eine_Frage_der_Hautfarbe.html

[9] Vgl.: Goodale, Mark: Reclaiming modernity: Indigenous cosmopolitanism and the coming of the second revolution in Bolivia, S. 634-649, in: American Ethnologist, Vol. 33, Nr. 4, 2006.

[10] Stern entwickelt den Begriff “Andeanism“ in Anlehnung an Saids „Orientalism“ und definiert ihn so: “It dichotomizes between the Occidental, coastal, urban, and mestizo and the non-Western, highland, rural, and indigenous; it then essentializes the highland side of the equation to talk about "lo andino,' "the Andean world-view," "indigenous highland culture," or, in more old-fashioned formulations, "the Andean mind" or "the Andean Indians." The core of the "Andean tradition" is presented as timeless, grounded in the preconquest past. Words like "indigenous," "autochthonous," "native," and "Indian" are attached to modem peasants.” In: Starn, Orin : Missing the Revolution: Anthropologists and the War in Peru, S. 63-91, in: Cultural Anthropology, Vol. 6, Nr. 1, Februar 1991, S. 66.

[11] Starn, Missing the Revolution, 1991, S. 84-86.

[12] Goodale, Reclaiming modernity, 2006, S. 636.

[13] Bolivia.com: Paupérrima imagen deja Miss Bolivia en el Miss Universo, 26.5.2004, online: http://www.bolivia.com/noticias/autonoticias/DetalleNoticia20579.asp

[14] Auswärtiges Amt: Länderinformationen Bolivien, online: http://www.auswaertiges-amt.de/diplo/de/Laenderinformationen/01-Laender/Bolivien.html

[15] Speiser, Sabine; Kohl, Christoph: Anhang 1: Überblick: Indigene Bevölkerung in den Staaten Lateinamerikas und der Karibik, in: GTZ (Hrsg.): Indigene Völker in Lateinamerika und Entwicklungszusammenarbeit, Heidelberg, 2005.

[16] Hierbei muss allerdings beachtet werden, dass im Zensus die Kategorien „Weißer“, „Mestizo“ oder „Bolivianer“ nicht erhoben wurden. Auch wurden nur die über 15-jährigen Bolivianer befragt, womit fast 40 % der Bevölkerung Boliviens vom Zensus ausgeschlossen waren. Vgl.: Quiroga, Yesko: Bolivien: Revolution in der Demokratie? S. 75-111, in: Lateinamerika-Analysen 14, 2/2006, S. 89.

[17] Die Begriffe „Indio“ oder „Indigena“ wurden zwar von den spanischen Kolonialherren als rassistische Bezeichnung für alle Ethnien Südamerikas eingeführt, mittlerweise wird der Begriff aber auch als Kampfbegriff oder Bezeichnung für politische Parteien genutzt. Er grenzt die Indigenen damit einerseits von den Europäern und Mestizen ab, andererseits wird dadurch auch das Modell eines homogenen Nationalstaats abgelehnt. Vgl.: Ströbele-Gregor, Juliana: Indigene Emanzipationsbewegungen in Lateinamerika, in: Aus Politik und Zeitgeschichte 51-52/2006, S. 5.

[18] Instituto Nacional de Estatística de la República de Bolivia: Censo 2001: Autoidentificación con Pueblos Originarios o Indígenas de la Población de 15 años o más de edad, online: http://www.ine.gov.bo:8082/censo/make_table.jsp

[19] Canessa, Andrew : Contesting Hybridity. Evangelistas and Kataristas in Highland Bolivia, S. 115-144, in:

Journal of Latin American Studies, Vol. 32, No. 1, Andean Issue, Februar 2000, S. 120.

[20] Menschenrechtsreport Nr. 55 der Gesellschaft für bedrohte Völker: Bolivien. Indigene Völker verteidigen neue Rechte gegen alte Machtstrukturen, Juni 2008, S. 9, 11; online: http://www.gfbv.de/show_file.php?type=report&property=download&id=35

[21] Pape, I.S.R.: Indigenous Movements and the Andean Dynamics of Ethnicity and Class: Organization, Representation, and Political Practice in the Bolivian Highlands, S.101-125, in: Latin American Perspectives, Issue 167, Vol. 36 No. 4, July 2009, S. 103.

[22] So hält van den Berghe über das Andenhochland von Peru fest: „Ethnicity and class are interrelated but analytically distinct phenomena. The fact that different social classes most commonly show subcultural differences, and, conversely, that ethnic groups living under a common government are more often than not ordered in a hierarchy of power, wealth and status, does not make class reducible to ethnicity, or ethnicity to class.”, in: van den Berghe, Pierre : Ethnicity and class in highland Peru , in L. Despres(Hrsg.): Ethnicity and Resource Competition in Plural Societies, New York, 1975, S. 73.

[23] Patrinos, Harry Anthony; Skouffias, Emmanuel; Lunde, Trine: Indigenous Peoples in Latin America: Economic Opportunities and Social Networks, World Bank Policy Research Working Paper 4227, Mai 2007, S. 1.

[24] Pape, Indigenous Movements and the Andean Dynamics of Ethnicity and Class, 2009, S. 104.

[25] Ebd, S. 104.

[26] Assies, Willem; Salman, Ton: Ethnicity and Politics in Bolivia, S.269-297, in: Ethnopolitics, Vol. 4, Nr. 3, September 2005, S. 272.

[27] Rice, Roberta: Die Evolution indigener Politik in Bolivien, S. 49-60, in: PROKLA. Zeitschrift für kritische Sozialwissenschaft, Heft 142, 36. Jg. , Nr. 1, 2006, S. 51.

[28] Canessa, Contesting Hybridity, 2000, S. 122.

[29] Ebd., S.122 f.

[30] Fausto Reinaga, eine wichtige politische Figur in Bolivien, war als Vordenker der politischen Indigenen anfangs marxistisch geprägt, ab den 1970er Jahren schrieb er allerdings viele Werke, welche die Geschichte des südamerikanischen Kontinents aus indigener Sicht betrachteten und versuchte, die Überlegenheit der indigenen Kultur gegenüber dem „importierten“ europäischen Gedankengut zu beweisen.

[31] Blum, Volkmar: Hybridisierung von unten: Nation und Gesellschaft im mittleren Andenraum, Münster, 2001, S. 157.

[32] Canessa, Contesting Hybridity, 2000, S. 123.

Details

Seiten
30
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783640714858
ISBN (Buch)
9783640714841
Dateigröße
718 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v157892
Institution / Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München – Institut für Ethnologie
Note
1,0
Schlagworte
Bolivien Evo Morales Movimiento al Socialismo MAS Indigenismus Katarismus Indigenität

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Titel: Boliviens zweite Revolution