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Fernsehnachrichten im dualen Rundfunksystem

Ein Vergleich der Hauptnachrichtensendungen von ARD und RTL

Seminararbeit 2010 21 Seiten

Medien / Kommunikation - Film und Fernsehen

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffsdefinitionen
2.1 Nachrichten
2.2 Duales Rundfunksystem

3. Gesetzliche Rahmenbedingungen
3.1 Gesetzliche Rahmenbedingungen für Informationsprogramme des öffentlich-rechtlichen Fernsehens
3.2 Gesetzliche Rahmenbedingungen für Informationsprogramme des Privatfernsehens

4. Unterschiede der Nachrichtensendungen von ARD und RTL
4.1 Unterschiede auf inhaltlicher Ebene
4.1.1 Themenauswahl und -gewichtung
4.1.2 Auslandsberichterstattung
4.1.3 Wetterbericht
4.1.4 Programmhinweise
4.2 Unterschiede auf formaler Ebene
4.2.1 Kameraeinstellungen
4.2.2 Länge der Beiträge
4.3 Unterschiede auf visueller Ebene
4.3.1 Studiodesign
4.3.2 Gestaltung der Beiträge
4.3.3 Schriftsprache
4.4 Unterschiede auf auditiver Ebene
4.4.1 Hintergrundmusik
4.4.2 Sprache der Moderatoren bzw. Moderatorinnen

5. Fazit

6. Quellenverzeichnis

Abbildungsverzeichnis:

Abbildung 1: Themenstruktur der Tagesschau

Abbildung 2: Themenstruktur von RTL aktuell

Abbildung 3: primäre Kameraeinstellung der Tagesschau

Abbildung 4: typische Kameraeinstellung bei RTL aktuell

Abbildung 5: weitere Kameraeinstellung bei RTL aktuell (Halbtotale)

Abbildung 6: weitere Kameraeinstellung bei RTL aktuell (Totale)

1. Einleitung

Nachrichten zählen zu den beliebtesten Sendungen im deutschen Fernsehen und sind für den Großteil der Bevölkerung die wichtigste Quelle zur Informationsbeschaffung. Im Vergleich zu anderen informierenden Darstellungsformen, wie zum Beispiel dem Hörfunk oder der Presse, haben Fernsehnachrichten die höchste Glaubwürdigkeit, die Bevölkerung schenkt ihnen das meiste Vertrauen (vgl. Bosshammer 2001: 1). Zudem regen Nachrichtensendungen zu Diskussionen über aktuelle Themen an und tragen somit zur Demokratisierung bei (vgl. Wix 1996: 2). Für die Fernsehsender wiederum fungieren Nachrichten als Imageträger, sie gelten als Maßstab für die Seriosität eines Senders und zeigen auf, inwiefern die Programmanbieter ihrer Informationspflicht nachkommen (vgl. ebd.: 1 und 3).

Die vorliegende Seminararbeit beschäftigt mit der Frage, inwiefern sich die Nachrichtensendungen von öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten und privaten Fernsehsendern voneinander unterscheiden. Ziel der Arbeit ist es, zwei geeignete Sendungen mit Hilfe bereits vorhandener Studien zu vergleichen, um anschließend die Fragestellung zu beantworten.

Für den Vergleich wurden die beiden Nachrichtensendungen Tagesschau (ARD) und RTL aktuell (RTL) ausgewählt, da sie sich am meisten voneinander abgrenzen und unter allen Fernsehnachrichten die höchsten Einschaltquoten aufweisen (vgl. Kalt 1993: 50). Der Vergleich konzentriert sich auf den kommunikationswissenschaftlichen Teilbereich Medien- und Kommunikatorforschung, d.h. auf die Struktur und den Produktionsprozess der Nachrichtensendungen.

Zur Darstellung der Unterschiede sollen beide Formate auf verschiedenen Ebenen betrachtet werden: inhaltlich, formal, visuell und auditiv.

Auf inhaltlicher Ebene sollen die Themenauswahl und -gewichtung, die Auslandsberichterstattung sowie die Darstellung des Wetterberichts betrachtet werden. Ferner soll die Art und Weise, wie auf nachfolgende Programme hingewiesen wird, geschildert werden.

Die formale Ebene wiederum widmet sich den verwendeten Kameraeinstellungen sowie der Länge der produzierten Beiträge.

Die visuelle Ebene befasst sich hauptsächlich mit der Gestaltung des Studios und der Beiträge sowie mit der Verwendung der so genannten Schriftsprache (Definition des Begriffs siehe Kapitel 4.3.3).

Schließlich folgt mit der auditiven Ebene die letzte betrachtete Ebene, die sich mit der in den Nachrichtensendungen verwendeten Hintergrundmusik und mit der Sprache der Moderatoren bzw. Moderatorinnen beschäftigt.

Zunächst sollen jedoch zum besseren Verständnis des behandelten Themas die wichtigsten Fachbegriffe erklärt werden. Danach folgt eine kurze Einführung in die gesetzlichen Rahmenbedingungen, die für die jeweiligen Informationsprogramme des öffentlich-rechtlichen und des privaten Fernsehens gelten. Dadurch soll bereits vorweg ein kurzer Denkanstoß geben werden, warum sich die im dualen System erzeugten Nachrichtensendungen überhaupt voneinander unterscheiden.

Abschließend folgt ein kurzes Fazit, in dem dieser Gedanke vertieft werden soll. Ziel ist es, Erklärungen für die wichtigsten Unterschiede zu finden und einige deutlich erkennbare Trends aufzuzeigen.

2. Begriffsdefinitionen

2.1 Nachrichten

Grundsätzlich versteht man unter einer Nachricht eine „Mitteilung über ein aktuelles Ereignis, für das ein öffentliches Interesse besteht“ (Schulz 1994: 307, zit. n. Maurer 2005: 62). Nachrichten sind ein wesentlicher Bestandteil des Fernsehens, bereits zu dessen Anfangszeiten hat sich das Format der Nachrichtensendungen herausgebildet. Laut Krüger (2001: 98) sind „alle eigenständigen, thematisch heterogenen Sendungen zur aktuellen Berichterstattung“ Nachrichtensendungen. Eine weitere Definition liefert Strassner (1982: 35), er bezeichnet Nachrichten als Sendungen, die „je nach Tageszeit und Sendeanstalt maximal dreißig, minimal drei Minuten“ dauern. Buchwald (1993: 243) ergänzt dazu, dass jede Sendung dieser Art „mit einem immer gleichbleibenden optisch-akustischen Vorspann“ beginnt und „mit der Verabschiedung durch den Sprecher [bzw. durch die Sprecherin, d. Verf.], einem Hinweis auf die nächste Nachrichtensendung, der Wetterkarte oder einem akustischen Signal“ endet. Zudem weisen Nachrichtensendungen weitere charakteristische Merkmale auf, sie erscheinen stets zum gleichen Zeitpunkt und werden mindestens fünfmal in der Woche ausgestrahlt (vgl. Maurer 2005: 71). Außerdem unterliegen sie dem Kriterium der Erwartbarkeit, d.h. sie werden vor ihrem Erscheinen angekündigt, beispielsweise über Programmzeitschriften, Tageszeitungen oder Videotext (vgl. ebd. 72).

2.2 Duales Rundfunksystem

Bis Mitte der 1980er gab es in Deutschland lediglich zwei Fernsehsender, die ARD und das ZDF. Am 1. Januar 1984 startete in Ludwigshafen ein Kabelpilotprojekt, das wenig später die Etablierung des Senders PKS (heute SAT.1) zur Folge hatte. Weitere Sender von privaten Fernsehanbietern folgten, beispielsweise RTL und PRO7. Neben den von den Landesrundfunkanstalten betriebenen, öffentlich-rechtlichen Sendern ARD und ZDF gab es fortan auch die privaten Sender. (Vgl. Bartel 1997: 2) 1987 wurde die Existenz der Privatsender im Rundfunkstaatsvertrag gesetzlich verankert, zudem wurden Rahmenbedingungen für beide Sender-Arten festgelegt (siehe Kapitel 3). Die Unterteilung der deutschen Medienlandschaft in öffentlich-rechtliche und private Sender bezeichnete man mit dem Oberbegriff duales Rundfunksystem. (Vgl. Krüger 2001: 16) Im Jahr 1991 kam mit Premiere (heute Sky) eine weitere Art von Privatsender auf den Markt, das sogenannte Pay-TV, das man nur gegen Bezahlung empfangen kann. Zudem folgten ein Jahr später so genannte Spartenprogramme, die sich einem bestimmten Genre widmen und ebenfalls von privaten Anbietern betrieben werden, wie zum Beispiel der Sportsender DSF. (Vgl. Bartel 1997: 2)

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Details

Seiten
21
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783640704897
ISBN (Buch)
9783640704989
Dateigröße
966 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v157747
Institution / Hochschule
Universität Salzburg
Note
1,0
Schlagworte
Nachrichten Fernsehnachrichten Nachrichtensendungen dualer Rundfunk duales Rundfunksystem Tagesschau ARD RTL aktuell RTL Rundfunk

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Titel: Fernsehnachrichten im dualen Rundfunksystem