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Projektbezogenes Lernen in der Jugendhilfe - am Beispiel eines Holzhockerprojektes

Hausarbeit 2010 24 Seiten

Soziale Arbeit / Sozialarbeit

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Was ist Projektarbeit

3 Geschichte der Projektarbeit

4 Ziele von Projektarbeit

5 Methodische Prinzipien der Projektarbeit
5.1 Phasen der Projektarbeit
5.1.1 Projekterklärung
5.1.2 Planungsphase
5.1.3 Durchführungsphase
5.1.4 Abschluss

6 Einsatzmöglichkeiten der Projektarbeit
6.1 In der Jugendhilfe

7 Das Holzhockerprojekt
7.1 Jugendhilfeeinrichtung und Zielgruppe
7.2 Aufbau des Projektes
7.3 Durchführung
7.4 Abschluss des Projektes
7.5 Ausblick

8 Fazit

9 Literaturverzeichnis

10 Internetquellen

11 Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung

„Zahlreiche zukünftige Schulabgänger büffeln derzeit fleißig für ihre Vorprüfungen. Dabei schlafen sie gelegentlich ein, schweifen vom Thema ab oder können sich nicht mehr konzentrieren – kurz, sie leiden an „Akuter Unlust“. Dies ist eine wenig bekannte, aber weit verbreitete, schwere Krankheit, behaupten Schüler immer wieder. Allerdings sehen Mediziner und Pädagogen dies ganz anders“ (REDAKTION SZ-ONLINE 2008).“

„Akute Unlust“ wird uns als spätere Sozialarbeiter / Sozialpädagogen in der Arbeit mit Klienten der Jugendhilfe oft begleiten. Wir werden in diesem Kontext versuchen müssen das Interesse und die Motivation unserer Klienten durch ansprechende und abwechslungsreiche Angebote beziehungsweise Projekte zu wecken.

Aus diesem Grund wird in der vorliegenden Arbeit speziell auf das Thema Projektarbeit eingegangen werden. Um das Thema Projektarbeit in der Jugendhilfe betrachten zu können wird dies anhand eines von mir entwickelten „Holzhockerprojektes“ beschrieben und aus dem Blickwinkel der Jugendhilfe betrachtet werden.

Hierfür wird im zweiten Kapitel geklärt werden um was es sich bei Projektarbeit handelt um anschließen im dritten Kapitel auf die Geschichte und im vierten Kapitel auf die Ziele der Projektarbeit einzugehen.

Das fünfte Kapitel beschäftigt sich mit den Methodischen Prinzipien der Projektarbeit. Hier werden dann die vier Phasen der Projektarbeit dargestellt.

Das sechste Kapitel wird sich mit den verschiedenen Einsatzmöglichkeiten der Projektarbeit mit einem Blick auf die Jugendhilfe beschäftigen.

Das siebte Kapitel stellt den Hauptteil der vorliegenden Arbeit dar, in ihm wird das oben erwähnte „Holzhockerprojekt“ dargestellt. Teil des Kapitels ist eine kurze Vorstellung der Jugendhilfeeinrichtung und der entsprechenden Zielgruppe. Anhand der Unterkapitel sollen die zuvor beschriebenen theoretischen Grundlagen mit dem „Holzhockerprojekt“ verglichen werden Ziel soll es dabei sein die theoretischen Grundlagen durch ein praktisches Beispiel zu untermauern und zu verdeutlichen.

Im achten und letzten Kapitel wird dann ein Fazit gezogen und das Thema Projektarbeit in der Jugendhilfe abschließend betrachtet werden.

Aus Datenschutzrechtlichen Gründen wurden für diese Hausarbeit keine Bilder mit Klienten der Einrichtung, sondern nur mit Gegenständen oder dem Holzhocker verwendet.

Da es sich hierbei um eine wissenschaftliche Hausarbeit handelt verwende ich im siebten Kapitell den Begriff Projektleitende in dem von mir geplanten und durchgeführten Projekt um so nicht in der zu vermeidenden „Ich – Form“ zu schreiben.

2 Was ist Projektarbeit

Zunächst einmal soll definiert werden was unter den Begriffen Projekt sowie Projektarbeit zu verstehen ist.

Mit dem Begriff Projekt wird im Allgemeinen eine zeitlich begrenzte Unternehmung bezeichnet welche in ihrer Form einzigartig, durch einen Anfangs- und Endtermin geregelt und durch eine Zielvorgabe gekennzeichnet ist (DIN 69901-01 2009, S 5).

Durch die oben genannte Definition lässt sich der Begriff Projekt im Allgemeinen verstehen, doch was versteht man in der Pädagogik unter dem Begriff Projekt? Fruhmann schrieb hierzu 1956:

„ Das Projekt gruppiert … verschiedene Fächer um einen Wirklichkeitsbereich und lässt Lehrer wie Schüler im Team – work den tieferen Sinn der Spezialisierung erfahren, die ja eigentlich nur um des Ganzen willen besteht, das ein Einzelner mit seinen schwachen Kräften nicht mehr zu erforschen vermag. Das Projekt richtet die Aufmerksamkeit der für gewöhnlich nach verschiedenen Richtungen strebenden Fachlehrer und Schüler auf einen einzigen Ausschnitt der Wirklichkeit. Das Projekt wirkt integrierend und erlaubt den Schülern einen Blick über die Zäune der Fächer hinweg auf die verschiedenen Aspekte eines Problems. Damit wird auch die Einsichtigkeit gewisser geisteswissenschaftlicher, naturwissenschaftlicher und soziologischer Betrachtungsweisen überwunden (FRUHMANN 1956: S 377; 378).“

Projektarbeit bezeichnet somit eine ganzheitliche, integrative Lernform in der Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit gegeben wird sich aktiv am Lernprozess zu beteiligen. Durch die vorgegebene Struktur sind Anfang, Aktionsphase und Abschlusspräsentation in einem klaren Spannungsbogen und vermitteln so einen präzisen Überblick von Aufwand und Ergebnis. Projektthemen orientieren sich Idealerweise an den Bedürfnissen der Kinder und Jugendlichen, sie passen in jeden Bildungsplan und bieten der Zielgruppe einen persönlichen wie auch gemeinsamen Erfolg, wenn sich alle Kinder und Jugendlichen, mit ihren Ideen, Fähigkeiten und Ressourcen optimal einbringen können (GÜNTHER 2006: S 5; 6).

3 Geschichte der Projektarbeit

Die Notwendigkeit, verschiedenen Kindern und Jugendlichen gerecht zu werden und Gemeinsamkeit in der Verschiedenheit herzustellen, hat das Projekt zum zentralen Gegenstand einer integrativen Didaktik werden lassen (HÄNSEL 1999: S 9). Was heute als Erfindung der Schulpädagogik oder der Lehrerausbildung erscheint, hat eine lange Vorgeschichte, die bis ins 17. Jahrhundert zurückreicht (KNOLL 1991: S. 45 – 63).

In der 1671 gegründeten Acádemie Royale d´ Architecture in Paris wurden ab 1702 Wettbewerbe für Bauvorhaben ausgerichtet, deren Entwürfe projets genannt wurden. Die Akademie hatte als einzige der königlichen Akademien eine Schule für Architektenausbildung eingerichtet, und diese Schule führte unter den Studenten Wettbewerbe durch, die Kooperation und Kreativität verlangten (OELKERS 1996: S 15). Hierbei sollten die Studenten Phantasien entwickeln und – im Rahmen der klassischen Tradition – zu originellen Lösungen gelangen (KNOLL 1991: S 45).

Wichtige Vordenker der Projektarbeit, deren Ideen und Überzeugungen noch heute genannt werden wenn es um die modernen Prinzipien der Projektarbeit geht sind beispielsweise, Jean – Jacques Rousseau (1712 – 1778) der den Grundstein für „entdeckendes Lernen“ legte. Seine Devise lautete „ Drei Lehrmeister hat der Mensch: Die Natur, die Dinge und die Menschen“. Einen weiteren dieser Vordenker stellte Johann Heinrich Pestalozzi (1746 – 1826) welcher sich der „Ganzheitlichkeit“ zu wandte. Friedrich Fröbel (1782 – 1852) gestand dem Kind erstmalig vertrauensvoll einen Freiraum zu für „Selbsttätigkeit und Selbstbestimmung“ da „das Kind von Natur aus gut sei“. Maria Montessori (1870 – 1952) legte schließlich den Grundstein für Projektorientiertes Lernen und läutete schon damals den Wandel der Rolle von Erziehenden zu Unterstützern im Bildungsprozess ein: „Hilf mir, es selbst zu tun!“, war ihre Kindorientierte Aufforderung an alle Pädagogen (GÜNTHER 2006: S 9).

Zwischen 1900 und 1915 entstand in der amerikanischen Schulpädagogik eine regelrechte Projektbewegung (KNOLL 1992: S 91 f.), die den Zusammenhang der Kindorientierung und Schulreform propagierte (OELKERS 1996: S 16).

Die ersten Namen, die mit dem Projektbegriff in Zusammenhang gebracht werden, sind die Amerikaner John Dewey (1859 – 1952) sowie William Kilpatrick (1871 – 1965) (GÜNTHER 2006: S 10).

Für John Dewey sollte die Bildung dabei aus sinnvollen und lebensnahen Aufgaben bestehen, deren Probleme die Kinder lösen und praktisch tätig werden konnten. John und Evelyn Deweys School of To – Morrow beschrieb dabei im wesentlichen Versuche mit Projektunterricht, der bereits technische, praktische, soziale und künstlerische Varianten kannte (a.a.O: S 16).

Mit seinem 1918 im „Teachers College Record“ erschienen Aufsatz „The Projekt - Method“ formulierte William Kilpatrick die Theorie der Projektmethode (OELKERS 1996: S 16). Er betonte die charakterbildende Funktion eines Projektes, dessen realen Aufgaben zu einem Handlungsorientiertem Lernen führen und dessen Problemlösungen nur durch Fächerübergreifende Kooperation zu bewältigen sind (FREY 2002: S 10). Kilpatrick reduzierte die drei Ausgangskriterien des Projektes, die Kriterien der Arbeitsschule und des Werkunterrichts im 19. Jahrhundert, nämlich Produktionsorientierung, Wirklichkeitsorientierung und Schülerorientierung auf eines. Was übrig blieb war allein die Schülerorientierung (Knoll 1991 a: S 54).

Weitere bekannte Persönlichkeiten die mit sich mit dem Projektbegriff beschäftigten waren beispielsweise Georg Kerschensteiner (1854 – 1932) der die aktive Auseinandersetzung des Kindes mit der Natur und den Kulturgütern betonte. Für Hugo Gaudig (1860 – 1923) prägte das formale Prinzip der Selbsttätigkeit jedes Fach, für ihn sollten Lehrer und Lehrerinnen in erster Linie Organisatoren des Kindlichen Schaffens sein. Als erster Deutscher verwendete Fritz Karsen (1885 – 1951) den Projektbegriff. In seiner sozialen Arbeitsschule entwickelte zu Beginn des Schuljahres ein Komitee aus Lehrern und Schülern gemeinsam einen Projektplan für die ganze Schule (GÜNTHER 2006: S 11).

Während des dritten Reichs wurden diese überwiegend auf Schulen beschränkten Ansätze der Bildungsvermittlung bekämpft und spielten bis in die Nachkriegszeit hinein keine Rolle. Erst in den sechziger Jahren wurde erneut versucht, Kopf- und Handarbeit miteinander zu vereinen. Selbsttätigkeit und entdecktes Lernen zu fördern, Gruppenarbeit einzuführen und die Bildungseinrichtungen für das Leben hin zum Gemeinwesen zu öffnen (a.a.O.: S 11).

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Details

Seiten
24
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783640704729
ISBN (Buch)
9783640704637
Dateigröße
1.3 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v157712
Institution / Hochschule
Hochschule Ravensburg-Weingarten
Note
1,5
Schlagworte
Projektbezogenes Lernen Jugendhilfe Beispiel Holzhockerprojektes

Autor

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Titel: Projektbezogenes Lernen in der Jugendhilfe - am Beispiel eines Holzhockerprojektes