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Seegrenzkonflikt im Ostchinesischen Meer zwischen VR China und Japan

Unter besonderer Berücksichtigung der UN-Seerechtskonvention

Magisterarbeit 2007 119 Seiten

Geschichte Europa - and. Länder - Neueste Geschichte, Europäische Einigung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. EINFUHRUNG
1.1 Das sino-japanische VerhAltnis in der Gegenwart
1.2 Grenzkonflikte Chinas
1.3 Entstehung des Seegrenzkonfliktes zwischen China und Japan

2. ENERGIEHUNGER IN OSTASIEN
2.1 Allgemeine Energiesituation Asiens
2.2 Zunehmende EnergieabhAngigkeit im asiatisch-pazifischen Raum
2.2.1 Roholkonsum in Ostasien
2.2.2 Hohe Abhangigkeit vom Olimport aus dem Nahen undMittleren Osten: am Beispiel Japans
2.3 Verschlechterte Energiesituation in der VR China
2.3.1 Schnell steigender Erdolkonsum
2.3.1.1 Beschleunigende Abhangigkeit des Erdolimports
2.3.1.2 Begrenzte Erdolreserven
2.3.2 Ungunstige Aufteilung des Energietragers
2.3.2.1 Abhangigkeit von Kohle
2.3.2.2 Umweltunfreundlicher Energietrager - Kohle
2.3.2.3 Entwicklung des Erdgassektors
2.4 Zusammenfassung der Energieversorgung Chinas

3. ANALYSE DES GRENZKONFLIKTES IM OSTCHINESISCHEN MEER ZWISCHEN VR CHINA UND JAPAN
3.1 Hintergrunde des Konfliktes
3.2 Ausloser des Konflikts
3.3 Definition der AWZ und des Festlandsockels in der UN Seerechtskonvention
3.3.1 Entstehung der Seerechtskonvention der Vereinten Nationen
3.3.1.1 Historischer Uberblick uber den Festlandsockel auf der Ersten und Zweiten Seerechtskonferenz der Vereinten Nationen (UN-Seerechtskonferenz)
3.3.1.2 Die Dritte Seerechtskonferenz der Vereinten Nationen (UNCLOS III)
3.3.2 Definition der Ausschliefilichen Wirtschaftszone und des Festlandsockels
3.3.2.1 Rechte der Ausschliefilichen Wirtschaftszone
3.3.2.2 Rechte des Festlandsockels
3.3.2.3 Problematik der Vorschriften uber die Ausschliefiliche Wirtschaftszone und den Festlandsockel
a) Fehlende konkrete Normen zur Abgrenzung von AWZ und Festlandsockel benachbarter und gegenuberliegender Staaten
b) Ungenaues Verhaltnis zwischen der AWZ und dem Festlandsockel
3.4 Analyse der konkreten Probleme bei der Seegrenze im Ostchinesischen Meer zwischen China und Japan
3.4.1 Standpunkt der chinesischen Seite
3.4.2 Die Anspruche Japans
3.4.3 Analyse der bezuglichen Fragen bei der Abgrenzung im Ostchinesischen Meer zwischen China und Japan
3.4.3.1 Anwendungen der Rechte uber die AWZ und uber den Festlandsockel
3.4.3.2 Das naturliche Verlangerungsprinzip und das 200 sm Entfernungskriterium
3.4.3.3 Anwendung der Aquidistanzlinie-Methode
3.4.3.4. Anwendbarkeit der Okinawa-Tiefenlinie als naturliche Grenze zwischen China und Japan
3.4.3.5. Welche Rolle spielen die Diaoyu-Inseln im Ostchinesischen Meer bei der Abgrenzung des Festlandsockels?
3.5 ZUSAMMENFASSUNG

4. AUSSICHT AUF DIE LOSUNGSMOGLICHKEITEN DES SINO- JAPANISCHEN SEEGRENZKONFLIKTS
4.1 Kriegsmacht
4.2 Juristische Entscheidung
4.3 POLITISCHE LOSUNG - AUF DIPLOMATISCHEM WEGE
4.3.1 Abgrenzungsalternative
4.3.1.1 Zwei Grenzlinien (AWZ+Festlandsockel) im Ostchinesischen Meer?
4.3.1.2 Eine komplexe Grenzlinie nach der Anwendung des VerhaltnismaBig-
keitsprinzips
4.3.2 Vorlaufige Verstandigung
4.3.2.1 Sperrung von Ausbeutung und ErschlieBung der Ressourcen
4.3.2.2 Gemeinsame Ausbeutung in Konfliktzonen

5. SCHLUSSFOLGERUNG

ANHANGE

ABKURZUNGSVERZEICHNIS

DARSTELLUNGSVERZEICHNIS

LITERATUR- UND QUELLENVERZEICHNIS

1. Einfuhrung

1.1 Das sino-japanische Verhaltnis in der Gegenwart

Seit der Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen zwischen China und Japan im Jahr 1972 hat sich das Verhaltnis der beiden Staaten gebessert und groBe Fortschritte gemacht[1], vor allem in den bilateralen AuBenwirtschaftsbeziehungen[2]. Das bilaterale Handel svolumen belief sich im Jahre 2006 auf insgesamt 211,3 Milliarde US-Dollar, damit ist China nach den USA zweitwichtigster Handelspartner Japans.[3] Dabei geht man davon aus, dass das Land noch in diesem Jahr den ersten Platz ubernehmen wird.[4] Trotz ihrer geographischen Nahe und ihrer zunehmenden wirtschaftlichen Verflechtun- gen ist das politische Verhaltnis zwischen China und Japan in den letzten Jahren distan- zierter und fremder geworden.[5] Dafur gibt es eine Vielzahl von Grunden:

1. Wegen der Besuche des umstrittenen Yasukuni-Schreins ([Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten][6]) vom ehe- maligen Premierminister Koizumi, Junichiro ([Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten][7]) waren die regelma- Bigen Gipfeltreffen der beiden Staaten von 2001 bis 2006 sechs jahrelang aus- geblieben.[8]

2. Die vom japanischen Ministerium zugelassene Geschichtsbuch-Version von 2001 und 2005 beinhaltet Handlungen Japans wahrend des Zweiten Weltkrieges, die aber allgemein vertuscht, verschont und verdreht wurden. Die Geschichte uber das Nanking-Massaker wurde z. B. verharmlost.[9]

3. Revision der japanischen Sicherheitspolitik mit Nennung Chinas als potenzieller Bedrohung.[10]

4. Ausweitung der japanisch-amerikanischen Militarallianz unter indirekter Einbe- ziehung Taiwans.[11]

5. Fortdauer und Eskalation des Territorialstreits um die Diaoyu/Senkaku-Inseln.[12]

6. Konflikt um die ErschlieBung der Cunxiao-Gasfelder (Cunxiao youtian [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]) im Ostchinesischen Meer.

Dabei ist der letzte Konflikt im Hinblick auf die Erdol- und ErdgaserschlieBung das hei- kelste zu losenden Problem, das auBerlich um die Erdol- und Erdgas-Bohrrechte im Ost­chinesischen Meer geht, wesentlich jedoch sich auf den bis heute nicht geloste Konflikt der Seegrenze zwischen beiden Landern bezieht.[13]

1.2 Grenzkonflikte Chinas

Die VR China hat insgesamt 14 benachbarte Staaten[14] und umfasst eine Grenzlinie von ca. 22.000 km. Damit ist China das Land mit der langsten Grenzlinie und den meisten angrenzenden Staaten. Zugleich stehen China sechs[15] Lander durch die Kustenlinie ge- genuber, diese betragt etwa 18,400 km (oder 32,000 km, einschlieBlich der Inseln[16] ). Seit Grundung der VR China hatte China mit 14 Staaten Grenzkonflikte (einschlieBlich See- grenzkonflikte). Unter den Grundsatzen von friedlicher Koexistenz (heping gongchu [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]) und freundschaftlicher Beziehungen mit den Nachbarlandern (mulin youhao [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]) hat China bis zum Jahr 2004 mit zwolf Nachbarstaaten jeweils ein Abkommen uber die Festlegung der Grenzlinien geschlossen. Der Seegrenzkonflikt mit Japan im Ostchinesischen Meer gehort zu einem der zwei noch gebliebenen Grenzkonflikte.[17]

1.3 Entstehung des Seegrenzkonfliktes zwischen China und Ja­pan

Abbildung 1-1 Lage des Ostchinesischen Meeres

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: en.wikipedia.org/wiki/Image:East_China_Sea.jpg (12.01.07).

Das Ostchinesische Meer[18] (chin. Donghai [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]) ist ein Randmeer[19] zwischen der ostli- chen Kuste des chinesischen Festlandes und dem Pazifischen Ozean.[20] Es verbindet Sud- korea und das Gelbe Meer (chin. Huanghai [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]) im Norden, die japanischen Inseln Kyushu ([Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten], chin. Jiuzhou) und Ryukyu[21] -Archipel (chin. Liuqiu Daohu [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]) im Osten und Taiwan sowie das Sudchinesischen Meer im Suden[22] (Siehe Abb. 1-1). Um die geographische Nahe zwischen China und Japan zu bezeichnen, werden die chinesischen Worte „yi yidai shui“ ([Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]) und „gehai xiangwang“ haufig verwen det,[23] d. h. die beiden Nachbarlander werden durch den schmalen Wasserstreifen des Ost- chinesischen Meeres getrennt und liegen doch einander gegenuber.

Donhai hat eine Breite in ostwestlicher Richtung von etwa 140 bis 280 sm, die nordsudli- che Lange betragt ca. 300 bis 400 sm.[24] Seine Gesamtflache betragt ca. 752.000 Quadrat- kilometer (km2).[25]

Dank reichlicher mineralischer Schatze des Meeres, von dem etwa drei Viertel der Erd- oberflache bedeckt sind[26], gewann es in den vergangenen Jahrzehnten mehr und mehr an Interesse und Bedeutung.[27] Die fortgeschrittene Entwicklung der Meerestechnologie und der weltweit zunehmenden Nachfrage nach Rohstoffen und Energie, insbesondere nach Erdol und Erdgas, fuhren dazu, dass einerseits neue Meeresnutzungen realisierbar wur- den[28] und andererseits zahlreiche seewartige Abgrenzungsprobleme zwischen gegenuber- liegenden und benachbarten Kustenstaaten entstanden.[29]

Durch einen Bericht von Emery, Kenneth Orris aus den USA und seinem japanischen Kollegen, Niino, Hiroshi ([Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten]) im Jahre 1969[30], in dem sie hinwiesen, dass das Ost- chinesischen Meer sowie das Gelbe Meer reich an Erdol und Erdgas sein sollten, wurde das Interesse der Kustenstaaten, insbesondere der Staaten Japan[31] und Sudkorea[32], die fast nur vom Olimport abhangig sind, erheblich geweckt.[33] Seitdem kundigten die Kus­tenstaaten unilaterale Anspruche auf die jeweiligen seewartigen Grenzen an.[34] Dadurch entstanden die Streitigkeiten um die Ressourcenausbeutung und die entsprechenden Rechtsordnungen uber die Grenze der Kustenstaaten Sudkorea, Japan und China (ein- schlieBlich Taiwan).[35] Zu diesem Problem zahlt auch der sino-japanische Konflikt uber die Abgrenzung des Festlandsockels[36] und die Souveranitatsfrage[37] der Diaoyu-Inseln[38] (Diaoyu Dao jap. Senkaku Shoto im Ostchinesischen Meer seit den 70er Jahren [39], da sich laut dem Bericht von Emery die potenziellen Erdol- und anderen mineralischen Schatze im Festlandsockel im Ostchinesischen Meer, besonders um die Diaoyu-Inseln herum befinden.[40] Der Konflikt zwischen China[41] und Japan[42] im Donghai ist aufgrund des enormen Energiebedarfs und der steigenden Abhangigkeit vom Erdol- import Asiens[43] und der beschrankten Energieressourcen in der asiatisch-pazifischen Re­gion verscharft.[44]

Um neue Energiequellen zu sichern, begann China im Jahr 2004 die Chunxiao- Gasfelder[45] im Ostchinesischen Meer zu erschlieBen. Da sich diese Gasfelder nur etwa funf[46] Kilometer von der Konfliktzone befinden, in der bis heute noch keine Grenzlinie zwischen China und Japan festgelegt wurde, protestierte Japan auf diplomatischem Wege gegen das chinesische Vorgehen. Japan forderte sogar die technischen Daten aller Explo- rationsaktivitaten Chinas.[47] Zudem propagierte die Regierung in Tokyo die Theorie, dass in Folge der Ausbeutung von Gasfeldern durch China auch die maritimen Gasressourcen auf der japanischen Seite angezapft wurden[48] (siehe Abb. 1-2).

Abbildung 1-2 Die aus chinesischer Sicht von Japan einseitig festgelegte Mittellinie

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Inahara, 2006 (Internet-Version).

Andererseits spielt die 1982 verabschiedete Seerechtskonvention[49] der Vereinten Natio- nen (UNSRK) dabei eine wichtige Rolle, denn im Mittelpunkt dieser Streitigkeit stehen die unterschiedlichen Interpretationen uber den Rechtsstatus und die Rechtsordnung des Festlandsockels und der AusschlieBlichen Wirtschaftszone (AWZ), die in der UNSRK als zwei verschiedene Teile abgehandelt sind. Nach der UNSKR ist Japan der Ansicht, dass die AWZ jedes Kustenstaates bis zu 200 sm legen konne. Da die maximale Breite des Ostchinesischen Meeres nur 360 sm betragt[50], ist ein groBer Teil der AWZ zwischen den beiden Landern uberlappend. Japan ist daher der Ansicht, dass die Grenzlinie zwischen den beiden gegenuberliegenden Staaten deshalb genau auf der Mittellinie verlaufen soll- te[51]. Hingegen ist China der Auffassung, dass sich laut der UNSRK die Ausbeutung so- wie ErschlieBung von Ol- oder Gasfeldern nicht auf die AWZ sondern auf den Festland- sockel beziehen[52] und damit nach dem Prinzip der naturlichen Fortsetzung oder Verlan- gerung des Festlandsockels die zentrale Achsenlinie des Okinawa-Grabens[53] (chin. Chongsheng Haicao die Grenzlinie zwischen beiden Staaten sein sollte. Da nach sollte fast das ganze Gebiet im Ostchinesischen Meer zu China gehoren[54] (siehe Abb. 1-3). Aus diesem Grund wurde die unilateral festgelegte Mittellinie Japans von der Regierung in Beijing bis heute nicht akzeptiert und anerkannt.

Abbildung 1-3 Anspruche Chinas und Japans auf die Seegrenze im Ostchinesischen Meer

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Inahara, 2006 (Internet-Version).

Daruber hinaus wird die von Japan befurwortete Mittellinie von China als ungerecht an- gesehen, da sie nicht nur von dem Billigkeitsprinzip[55] der UNSRK abweicht, sondern die Festlegung dieser Mittellinie Japans an sich problematisch ist.[56] Die umstrittenen Diaoyu- Inseln, auf die beide Staaten Hoheitsanspruche erheben, werden auch als Basispunkte fur die japanische Mittellinie angewendet.[57]

Warum wurde der Konflikt uber die Seegrenzlinie zwischen China und Japan im Ostchi­nesischen Meer im Rahmen der UNSRK bis heute noch nicht gelost und arum eskaliert er zusatzlich durch die UNSRK? Welcher Rechtsstatus wird der AusschlieBlichen Wirt- schaftszone (AWZ) und dem Festlandsockel in der UNSRK verliehen? Welche Probleme sind bei der Anwendung der AWZ und des Festlandsockels zu beachten und zu beruck- sichtigen? Nach welcher Rechtsordung - AWZ oder Festlandsockel - soll dieser Streit beigelegt werden? Welche Konfliktlosungen konnten sich eventuell ergeben?

Zu diesen Fragen gibt die folgende Arbeit zunachst einen Uberblick uber die asiatische und insbesondere chinesische Energiesituation, um den auslosenden Hintergrund dieses Konfliktes darzulegen. Der Hauptteil dieser Arbeit gliedert sich in zwei Teile: Zum einen werden die Standpunkte der Staaten China und Japan aus der Perspektive der UN- Seerechtskonvention eingehend dargestellt. AnschlieBend widme ich mich insbesondere den Fragen, die als Hauptunterschied zwischen China und Japan in der Auffassung uber die Abgrenzung im Donghai auftreten, sowie die Anwendbarkeit der bezuglichen Artikel der UNSRK fur den Konflikt im Ostchinesischen Meer. Einige Begriffe wie AWZ und Festlandsockel werden in der Presse teilweise nicht genau oder nur einseitig dargestellt, ohne dabei Anwendbarkeit dieser Begriffe zu prufen und den wesentlichen Streitpunkt zwischen Japan und China, zutreffend darzustellen.

„Japan ist der Auffassung, dass gemafi Seerechtsubereinkommen der Vereinten Nationen die AWZ von der Kustenlinie eines Staates aus bis zu 200 Seemeilen auf die offene See reicht. Uberschneiden sich die AWZ zweier Staaten, so verlauft die Grenze genau auf der Mittellinie zwischen den beiden Kustenlinien. China hingegen ist der Ansicht, dass seine AWZ vom Rand seines Festlandsockels aus gemessen beginnt und weit in Japans AWZ hin- einreicht“ (Japan Brief vom 13.03.2006).

In dem vorangegangenen Absatz wird die Auffassung Chinas nicht angemessen darge- stellt.

„Im Jahr 2004 begann China, ohne eine vertraglich geregelte Demarkierung der sich u- berlappenden AWZ von jeweils 200 sm beider Seiten abzuwarten, einseitig sein Chunxiao- Gasfeld zu erschliefien.“ Umbach: 2006, S. 49.

Diese Formulierung fuhrt zur Annahme, dass China im umstrittenen Gebiet Gasfelder bereits erschloB hat. Wie am Anfang des Kapitels dargestellt befinden sich die Chunxiao- Gasfelder auf unumstrittenem Gebiet, dessen Hoheitsbefugnis China besitzt. Die Gasfel- der sind nur weinige Kilometer von der uberlappenden AWZ entfernt.

Um die o. g. Fragen zu beantworten, werden neben Nennung der bezuglichen Paragra- phen in der UNSRK insbesondere Perspektiven des Volkerrechts in Prazedenzfallen vom Internationalen Gerichtshof (IGH) in der Praxis analysiert sowie die Auffassungen zahl- reicher Experten und Wissenschaftler in diesem Bereich uber die jeweiligen Streitpunkte des Konflikts dargestellt. Im zweiten Teil werden die Losungsmoglichkeiten dieses Kon- flikts aus der Sicht Chinas diskutiert.

2. Energiehunger in Ostasien

2.1 Allgemeine Energiesituation Asiens

Asien ist weltweit die dynamischste Wachstumsregion. Keine andere Region in der Welt hatte in den letzten Jahrzehnten einen derartigen Energieverbrauchsanstieg zu verzeich- nen.[58] Die Energienachfrage nahm zwischen 1970 und 1994 weltweit um 63 % zu, indes- sen wuchs die regionale Energienachfrage in ganz Asien im gleichen Zeitraum sogar um 274 %.[59]

Der weltweite Erdolkonsum ist im Zeitraum 1985-2003 von 2,8 Milliarden Tonnen auf 3,6 Milliarden Tonnen gestiegen und hat jahrlich im Durchschnitt um 1,6 % zugenom- men.[60] Zugleich erhohte sich der Erdolbedarf in der asiatisch-pazifischen Region[61] von ca. 0,5 Milliarden auf 1, 05 Milliarden um 0,55 Milliarden, d. h., der Erdolbedarf ist in dieser Region jahrlich um etwa 6,1 % gestiegen, fast viermal so hoch wie die weltweite Steige- rungsrate.[62] Innerhalb dieser Region hatte Sudkorea beispielsweise zwischen 1990 und 1996 mit jahrlich 12,8 % die hochste Steigerungsrate beim Roholbedarf, gefolgt von Thailand mit 11,5 %, den Philippinen mit 7,6 %, Malaysia mit 7,4 %, China mit 7,1 % und Indonesien mit 6,5 %, wahrend die durchschnittliche Steigerungsrate in dieser Regi­on bei etwa 5,3 % lag. Im Jahre 1997 ist Asien zum weltgroBten Roholkonsumenten auf- gestiegen.[63] Zu den sieben weltgroBten Roholkonsumenten im Jahr 2003 zahlten sogar vier asiatische Lander: China (Rang zwei), Japan (Rang drei), Indien (Rang sechs) und Sudkorea (Rang sieben).[64]

2.2 Zunehmende Energieabhangigkeit im asiatisch-pazifischen Raum

Die Haupterdolproduzenten in der asiatisch-pazifischen Region sind die sechs Staaten China, Indien, Indonesien, Australien, Malaysia und Brunei. Es wurde festgestellt, dass bis Ende 2003 in diesem Gebiet insgesamt 5,24 Milliarden[65] Tonnen Roholreserven zur Verfugung stehen. Das sind lediglich etwa 3 bis 3,7 % der weltweiten Vorrate.[66] Den- noch verteilen sich auf dieses Gebiet 10-11 % der globalen Olproduktion.[67] Das reicht jedoch fur diese Region nicht aus, da 28,1 % des weltweiten Olverbrauchs im asiatisch- pazifischen Raum konsumiert werden.[68] Das bedeutet, dass lediglich ca. 36-39 % des Olkonsums durch die eigene Produktion in dieser Region abgedeckt werden konnen und uber drei funftel vom Olimport aus den anderen Landern abhangig ist.[69]

Abbildung 2-1 Erwateter Olkonsums einiger Staaten bis zum Jahr 2025 (Mio. b/d)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: IEA (2005) and EIA (2005), hier Bustelo: 2005 (Internet-Version).

2.2.1 Roholkonsum in Ostasien

Das Zentrum des Energieverbrauchs im asiatisch-pazifischen Raum ist Ostasien. 81 % des Energiekonsums und 83 % des Olverbrauchs in dieser Region werden von Ostasien ausgemacht, dabei spielen China, Japan und Sudkorea eine auBerordentliche Rolle, denn die drei ostasiatischen Staaten konsumieren allein 70 % der Energie und 65 % des Erdols aus der gesamten asiatisch-pazifischen Region.[70]

Der japanische Roholimport, der im Jahr 1992 noch etwa 77 % des gesamten asiatischen Erdolimports ausmachte, wird voraussichtlich im Jahr 2010 auf 37 % gefallen sein (siehe Tabelle 2-1)[71]. Das bedeutet nicht, dass der Roholbedarf Japans abnimmt, sondern sich die Abhangigkeit des Olimports der anderen asiatischen Lander drastisch erhohen wird, vor allem von China. Ferner steigt der Energieverbrauch auch rasch in Indien, dem Land mit der weltweit zweitgroBten Bevolkerung.[72] Prognostisch wird der indische Energie­verbrauch um durchschnittlich 4,6 % und der Roholbedarf von jahrlich 35 Millionen Tonnen (Stand: 1998) sogar um 10 % pro Jahr bis 2010 zunehmen.[73] Indonesien wurde als Mitglied der Organisation Erdolfordernder Lander aufgrund seiner rucklaufigen Ol- produktion 2004 zum Nettoimporteur.[74] Daruber hinaus werden Malaysia, Brunei und Vietnam, die gegenwartig noch Nettoexporteure bei Rohol sind, zwischen 2010 und 2020 ebenfalls zu Nettoimporteuren von Erdol werden.[75]

Tabelle 2-1 Potentielle Rivalitat asiatischer Staaten beim Roholimport

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: APEC International Advisory Committee for Energy Intermediate Report, June 1, 1995, in: Calder: Asia's Deadly Triangle, London 1997, S. 57.

2.2.2 Hohe Abhangigkeit vom Olimport aus dem Nahen und Mittleren Osten: am Beispiel Japans

Bereits 1975 importierte Asien 7,7 Millionen Fass seines Gesamtimports an Rohol in Hohe von 9,3 Millionen Fass pro Tag aus dem Nahen und Mittleren Osten.[77] In den 80er Jahren war der Import aus dieser Region aufgrund der EnergiesparmaBnahmen und einer Diversifizierung von Importregionen und Energietragern gesunken.[78] 1990 machte die regionale Roholproduktion in Asien noch 48 % des eigenen Roholbedarfes aus, wahrend 42 % des Verbrauchs durch Roholimporte aus dem Mittleren Osten gedeckt werden mussten.[79] Ein rasanter Wirtschaftswachstum und eine groBe Gesamtbevolkerung, wie in China und Indien[80], fuhrten in Asien zu einem dramatischen Anstieg des regionalen E- nergieimports.[81] Im Jahre 1998 erreichte die Abhangigkeit vom Roholimport in der A- sien-Pazifik-Region 58 %. Nach Goto steigerte sich diese Quote 2003 in Asien weiterhin auf 60 %[82]. Die International Energy Agency (IEA) rechnet damit, dass der Anteil der Olimporte der meisten Lander im asiatisch-pazifischen Raum bis zum Jahr 2020 sogar auf 80 % zunehmen durfte.[83]

Tabelle 2-2 Die Olimportabhangigkeit der asiatisch-pazifischen Region, 1997-2005

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Umbach: 2002 (a), S. 342.

Der japanische Energiebedarf hat wahrend der hohen Wirtschaftswachstumsphase, Ende der 50er bis Anfang der 70er Jahre jahrlich um etwa 10 % zugenommen.[84] Nach zwei Olschocks in den 70er Jahren ging die Abhangigkeit vom Energieimport dank Energie- sparmaBnahmen und verbesserter Industriestruktur und technologischer Neuerungen (Ausbau der zivilen Kernkraftenergie) sowie der effizienteren Nutzung von Erdgas in den 80er Jahren rasch zuruck (siehe Tab. 2-3).[85]

Tabelle 2-3 Der Wandel der Energiesicherheit Japans, 1973-2010

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Umbach 2002 (a), S. 341.

Wie die Tabelle 2-3 darstellt, ist die Roholquote beim gesamten Energieverbrauch zwar zwischen 1973 und 2000 von 77,4 % auf 53,0 % deutlich gesunken, dennoch hat dies nichts an der hohen Abhangigkeit des japanischen Roholimports aus dem Nahen und Mittleren Osten geandert. Der groBte Teil davon kommt aus dieser Region.

Auch wenn Japans Abhangigkeit vom Olimport aus dieser Region durch Bemuhungen vorubergehend reduziert werden konnte; z. B betrug 1983 die Quote des Olimports nur 68,2 %, so hat der Anteil heute wieder den Zustand vor der ersten Olkrise 1973-74 er- reicht und liegt zwischen 81 und 85 %.[86] Davon wird der Hauptanteil aus den folgenden Landern des Nahen und Mittleren Ostens importiert: den Vereinigten Arabischen Emira- ten (24 %), Saudi-Arabien (23 %), dem Iran (13 %), Katar (10 %), Kuwait (7 %) und Oman (6 %).[87]

Japan zahlt zu einem Land, in dem es kaum Erdolressourcen gibt. Mit der jahrlichen Ol- produktion von 0,5-0,7 Millionen Tonnen kann lediglich etwa 0,3 % der Olversorgung gedeckt werden. Der Rest davon muss importiert werden, d.h. ca. 99,7 % des japanischen Olbedarfs ist vom Olimport abhangig (siehe Tab. 2-4).

Tabelle 2-4 Wichtige Daten zu Japans Ölversorgung (Mio. Tonnen)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

* Estimated data. ** Latest available forecast.

Quelle: IEA 2000: Oil Supply Security: The Emergency Potential of IEA Countries in 2002, S. 177.

Abbildung 2-2 Geographische Verteilung des Olimports in China und in Japan, 2004

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: BP (2005), hier Bustelo, S.24-25.

2.3 Verschlechterte Energiesituation in der VR China

China, das vor rund zwanzig Jahren noch als der groBte asiatische Olexporteur galt und etwa ein Viertel seiner Produktion ins Ausland exportierte, ist seit 1990 zum Nettoimpor- teur von Energie und seit November 1993 auch zum Nettoimporteur von Rohol aufge- stiegen[88] (siehe die folgenden Tabellen).

Tabelle 2-5 Rohölproduktion und Rohölkonsum in China, 1990-2000 (Mio. b/d)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Salameh 1995-96, S.135, her Umbach: 200 L, S.376.

Tabelle 2-6 Ro lolexport und Roholimport Chinas, 1985-2000 (Mio. b/d)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

*Import quotas were introduced in 1994. Quelle: Salameh: 1995-96, S. 136.

2.3.1 Schnell steigender Erdolkonsum

Aufgrund des rasanten Zuwachses des Bruttoinlandsprodukts (BIP) und des erhohten Anteils des Erdols am Primarenergietrager wird immer mehr Erdol in der VR China kon- sumiert.[89] Im Zeitraum von 1984 bis 1995 hat sich der Olverbrauch von 1,7 Millionen Barrel Rohol pro Tag (b/d) auf 3,4 Millionen b/d verdoppelt. Im Jahre 2000 stieg der Roholverbrauch weiter auf ca. 4,7 Millionen b/d. Dies entsprach etwa 20 % des gesamten Roholkonsums in Asien und ca. 6 % des weltweiten Verbrauchs.[90] Zwischen 1995 und 2005 verdoppelte sich der Olkonsum wieder von 3,4 Millionen b/d auf 6,8 Millionen b/d, d. h., dass sich in China der Erdolbedarf innerhalb von zwanzig Jahren (1985-2005) ver- vierfachte.[91]

Ende 2003 ist China erstmals zum global zweitgroBten Roholverbraucher nach den USA aufgestiegen und hat damit Japan auf den dritten Platz verdrangt.[92] Ein Jahr spater wurde China mit 11 % der Weltenergienachfrage zweitgroBter Energiekonsument der Welt, gleichzeitig der drittgroBte[93] globale Energieproduzent und der sechstgroBte[94] Erdolpro- duzent der Welt. Im Zeitraum 2000-2004 war China fur 40 % des Anstiegs der globalen Roholnachfrage verantwortlich.[95] Der Energiekonsum Chinas ist wahrend dieser Zeit von 766 Megatonnen Oleinheiten (Mtoe: million tons of oil equivalent) auf 1,386 Mtoe ge- stiegen. Damit ist der chinesische Anteil am globalen Energieverbrauch von 8,4 % auf 13,6 % gestiegen.[96]

Abbildung 2-3 Chinas Wirtschaftswachstum, 1990-2005

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2-4 Erdolkonsum in China, Japan und in den US 1990-2004 (Mio. b/d)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: BP (2005), hier Bustelo 2005 (Internet-Version).

Abbildung 2-5 Erdolkonsum und -produktion in China, 1990-2025 (Tausend b/d)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: BP (2005) and EIA (2005), hier Bustelo: 2005 (Internet-Version).

Im Zeitraum von 1993 bis 2002 stieg der chinesische Olverbrauch um fast 90%, wahrend die nationale Olproduktion nur um 15% zunahm.[97] Laut der US Energy Information Ad­ministration (EIA, 2005) wird der weltweite Erdolverbrauch im Zeitraum 2002-2025 kontinuierlich zunehmen. Dabei soll sich die Wachstumsrate in China jahrlich um 4,5 % steigern, wahrend sich die der anderen groBen Olkonsumenten wie Indien (3,5 %,) USA (1,4 %), Sudkorea (1,3 %) und Japan (0 %) langsamer entwickeln soll.[98]

2.3.1.1 Beschleunigende Abhangigkeit des Erdolimports

Im Jahre 2004 betrug der chinesischen Olkonsum 292 Millionen Tonnen und ist im Ver- gleich zum Vorjahr um 15,5 % angestiegen.[99] Zugleich hat die heimische Roholprodukti- on im eigenen Land lediglich um 2,9 % auf 175 Millionen Tonnen zugenommen. 123 Millionen Tonnen Ol wurden in diesem Jahr importiert, und die Steigerungsrate vom Olimport betrug 34,8 %.[100] Zugleich wurde China fur ca. 36 % der weltweiten Erhohung des Olkonsums 2004 verantwortlich gemacht.[101]

Der geringe Anstieg der gegenwartigen Erdolproduktion Chinas kann die dynamische Erhohung des Roholbedarfes nicht ausgleichen. Im Jahre 2004 importierte China 3,4 Mil­lionen b/d Ol (Rohol und Olprodukte), damit zahlt es nach den USA mit 12,9 Millionen b/d und Japan mit 5,2 Millionen b/d zum drittgroBten Olimporteur der Welt.

Heute konsumiert China etwa 6,6 Millionen b/d Ol pro Tag.[102] Den Untersuchungsergeb- nissen der weltweiten groBen Energieinstitute (EIA[103], IEA[104], IEEJ[105], DRC[106] ) zufolge konnte der Olbedarf im Jahre 2010 zwischen 7 und 9 Millionen b/d, 9 bis 12 Millionen b/d im Jahr 2020 und etwa 13 Millionen b/d bis zum 2030 liegen.[107] Wenn diese Progno­se zutreffend ware, wurde die chinesische Abhangigkeit vom Olimport von 51 % im Jahr 2004 auf 60 % 2010, 66 % 2020 und sogar 85 % im Jahre 2030 erreichen (siehe die fol- genden Abbildungen).[108]

Abbildung 2-6 Erdolkonsum und -import Chinas, 2004-2030 (Mio. b/d)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: 2005 (Internet-Version).

Der rasante Anstieg des Roholkonsums und des Importanteils ist auf die beschleunigte landwirtschaftliche Elektrifizierung, Urbanisierung (Ausbau von Fabriken, Zivilwohnun- gen, Geschaftsgebauden) und den rasant ansteigenden Konsum an elektronischen Waren (wie Kuhlschranke, Waschmaschinen, Fernseher, Klimaanlagen usw.) sowie auf die Entwicklungen des Transportsektors und den raschen Anstieg privater Autos zuruckzu- fuhren.[109]

2.3.1.2 Begrenzte Erdolreserven

Obwohl die VR China der weltweit sechstgroBte Erdolproduzent sogar der groBte in A- sien ist, sind die Roholreserven in diesem Land auBerst begrenzt. Nach Angaben von BP (2005) kann China nur noch uber 17,1 Billionen Barrel verfugen. Dies betragt etwa 1,4 % der globalen Roholreserven.[110] In ganz Asien stehen lediglich 5 % der weltweiten Vor- rate zur Verfugung.[111] Da die gegenwartigen groBeren Olfelder in Nordostchina wie Da- qing [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] Shengli [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] und Liaohe [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] unter Beibehaltung der derzeitigen Forderquo- ten in den nachsten Jahren zumeist erschopft sein werden und die Offshore-Produktion[112] noch relativ klein ist, ist der Anstieg der heimischen Olproduktion in den letzten Jahren geringer geworden.[113] Zwischen 2000 und 2004 ist sie nur von 3,3 Millionen b/d auf 3,5 Millionen b/d gestiegen. Wahrend der chinesischen Roholverbrauch in den letzten Jahren jahrlich 7,6 % zugenommen hat, konnte die einheimische Erdolproduktion durchschnitt- lich nur um 1,8 % gesteigert werden.[114] Mit groBer Hoffnung von Olexperten sollte Xinji­ang in der westlichen Provinz im Jahr 2008 in der Lage sein, eine Million Barrel Rohol pro Tag zu produzieren.[115]

2.3.2 Ungunstige Aufteilung des Energietragers

2.3.2.1 Abhangigkeit von Kohle

Abbildung 2-7 Regionale Entwicklung der Steinkohleproduktion, 1971-2005 (Mio. Ton- nen)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: IEA: 2006, S. 14.

Wahrend China im Jahre 1973 nur noch 18,7 % der globalen Kohleproduktion ausmachte, liegt der Anteil heute mit 44,8 % weltweit an der Spitze. Laut IEA (2006) betrug im Jahre 2005 die Kohleproduktion weltweit insgesamt 4.973 Mio. Tonnen (MT). Dabei hat China mit 2.226 MT die USA, der zweite weltweit groBte Kohleproduzent mit 951 MT weit hinter sich gelassen.[116] Obwohl das Land nach den USA und Russland uber die drittgroB- ten Kohlereserven der Welt verfugt[117], muss China immerhin auslandische Kohle in gro- Beren Mengen importieren[118], da es aufgrund des unzureichenden StraBennetzes vor al- lem im Landesinneren Schwierigkeiten beim Transport hat und die nationale Kohleforde- rung wegen der unverhaltnismaBigen hohen Transportkosten zum Teil noch teurer ist als der Import aus dem Ausland.[119]

Wahrend weltweit lediglich ca. 27 % des Energiebedarfes durch Kohle gedeckt wird, ist dieser Anteil mit 69 % in China besonders hoch. Im Vergleich zum Jahr 1991 mit 78,7 % hat der Anteil der Kohle am Primarenergiebedarf in den letzten Jahren zwar abgenom- men (siehe Tab. 2-7), jedoch wird er in einer ziemlich langen Phase weiterhin eine wich- tige Rolle fur das Land spielen.[120] Bis 2020 sollte der Anteil der Kohle am gesamten E- nergieverbrauch immer noch 60 % betragen.[121]

Der Kohleverbrauch wird trotz des tendenziell zuruckgehenden Anteils am gesamten Energieverbrauch in den nachsten Jahren weiterhin steigen.[122] Allerdings ist ein weiterer Anstieg der Kohleproduktion nur begrenzt moglich, da die Umwelt in China heute bereits stark belastet ist.[123]

Tabelle 2-7 Vergleich der Verteilung des primaren Energiekonsums (in %)

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: BP (2005) and APERC (2004), figure 6, hier Bustelo: 2005 (Internet-Version).

2.3.2.2 Umweltunfreundlicher Energietrager - Kohle

In China werden 75 % des Schwefeldioxids (SO2), 70 % von Rauch und Dunst sowie 85 % aller Kohlendioxidemissionen (CO2) durch die Verbrennung der besonders schwe- felhaltigen Kohle verursacht.[124] Heute ist das Land nach den USA der weltweit zweit- groBte Produzent von CO2-Emisssionen, die fur die globale Klimaerwarmung verant- wortlich gemacht werden.[125] Wahrend China im Jahre 1973 nur 5,7 % der weltweiten CO2-Emissionen ausmachte, ist der Anteil heute, dreiBig Jahre spater auf 17,9 % ange- stiegen.[126] Solange die Kohle noch als der Hauptenergietrager dient, wird der Anteil der chinesischen CO2-Emissionen weiter zunehmen. Nach der Prognose von Energy Infor­mation Administration (EIA, 2005) konnten im Jahr 2025 sogar 8,13 Milliarden Tonnen (MT) CO2-Emissionen, etwa 21 % aller CO2-Emissionen in China produziert werden. Davon werden 5,8 MT durch Kohle verantwortlich gemacht.

Nach dem chinesischen Experten GAO hat China bereits 1997 mit 23,46 Millionen Ton­nen als der groBte Produzent von SO2-Emissionen Europa und die USA ubertroffen.[127] Ein Drittel des Landes sind von saurem Regen betroffen[128]. Die Quote des sauren Regens im Mittleren und Sudwesten Chinas erreicht sogar uber 70 % und der durchschnittliche pH-Wert liegt unter 5.[129] Diese fur die Umwelt schadliche Konsequenz betrifft nicht nur China selbst, sondern auch die Nachbarlander in Ostasien wie Japan und Sudkorea. Nach Umbach sollten 50 % der chinesischen Schwefelemissionen fur den sauren Regen in Ja­pan verantwortlich gemacht werden und 33 % aller Schwefeldioxidablagerungen chinesi­schen Ursprungs sein.[130]

Nur wenn saubere und kostengunstigere Verbrennungstechniken breiteste Anwendung bei der Kohle finden, konnen die chinesischen Kohlereserven weiter an Bedeutung ge- winnen. Dafur benotigt das Land gewaltige finanzielle Mittel.[131] Aus diesem Grund im- portiert China immer groBere Mengen der relativ gunstigen Kohle mit einem weitaus geringeren Schwefelgehalt als der der eigenen aus Australien und ASEAN-Staaten wie Indonesien, Vietnam usw.[132]

2.3.2.3 Entwicklung des Erdgassektors

Gegenuber des Umweltverschmutzenden Energietragers Kohle hat Erdgas uberlegene Vorteile. Es ist umweltfreundlichste fossile Brennstoff. Bei der Verbrennung ist Erdgas praktisch frei von Schwefeldioxid, RuB und Staub. Der Stickoxid-Grenzwert der Luft- reinhalteverordnung von 80 m3 wird in modernen Anlagen bis zu 90 % unterschritten.[133] Daher hat der Ausbau der Erdgasforderung fur China einen hohen Stellenwert. In den letzten zehn Jahren werden zahlreiche Erdgasressourcen geologisch nachgewiesen.

Neben dem alten Erdgasgebiet Sichuan [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] wurden drei neue Gebiete Talimu [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten], Eerduosi [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] und Chaidamu [Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten] auf dem Festland gefunden. Zusammen mit zwei weiteren Erdgasgebieten im Ostchinesischen Meer und Sudchinesischen Meer (Nanhai werden insgesamt 38 Billionen Kubikmeter Erdgasreserven geschatzt.

Davon sind bis heute lediglich 2,56 Billionen Kubikmeter, nur etwa 6,7 % nachgewiesen. Dadurch ist das Potential fur das Erdgasschurfen und die Erdgasproduktion noch sehr groB.[134]

Der Erdgasanteil am nationalen Energieverbrauch Chinas ist seit den letzten Jahren zwar angestiegen, von 2,1 % 1991 auf 2,5 % im Jahr 2004 (siehe Tab. 2-7), jedoch ist diese Quote wesentlich geringer als der Durchschnitt in der gesamten Asien-Pazifik-Region mit 10 % und der globale Durchschnitt mit 23,7 %.[135] Die chinesische Regierung hofft, dass der Erdgasanteil des Primarenergieverbrauchs bis 2010 auf 6-8 % und 2020 auf 10­12 % steigt.[136]

Die Verbrauchsregionen von Erdgas konzentrieren sich hauptsachlich in Mittel-, Nord- ost- und Sudchina, wo sich in der Nahe vom Produktionsort Erdgas befindet. Aufgrund der fehlenden Infrastruktur und der hohen Kosten fur die Transportwege kann Erdgas noch nicht in ganz China wirtschaftlich genutzt werden. Weil die Kosten fur den Bau von Gaspipelines und Verflussigungsanlagen so gewaltig sind, sogar hoher als bei der Erdol- forderung und -verteilung, muss China trotz seiner geschatzten Erdgasreserve in den nachsten Jahren mehr als die Halfte des Erdgasbedarfs aus dem Ausland importieren.[137]

2.4 Zusammenfassung der Energieversorgung Chinas

Wahrend der Olverbrauch in Japan stagniert, verzeichnen die anderen asiatische Lander, vor allem China und Indien, starke Zuwachsraten. Die gegenwartige Energiesituation in China ist auBerst hart. Kohle, die derzeit noch rund 70 % von Chinas Energiebedarf deckt, wird angesichts der ubermaBig belasteten Unweltsituation und der fehlenden sauberen und gunstigen Verbrennungstechniken einen immer geringeren Anteil am gesamten E- nergieverbrauch haben.

Die Kluft zwischen dem Olverbrauch und der einheimischen Olproduktion wird aufgrund der Modernisierung Chinas immer groBer (siehe Abb. 2-5). Es ist der Regierung in Bei­jing klar, dass Energiesicherheit Voraussetzung fur wirtschaftliches Wachstum ist. Das bedeutet fur China, dass es in Zukunft einen GroBteil seines Erdolbedarfs nur durch Im- porte sicherstellen kann. Die Abhangigkeit vom Olimport aus dem Mittleren Osten be- tragt in China zurzeit etwa 37 %. Das ist zwar viel niedriger als die Quote in Japan mit 81 %, jedoch ist dieser Anteil aus der Krisenregion des Persischen Golfes wesentlich hoher als er aus anderen Regionen wie Ostasien (24 %), Afrika (19 %) und der ehemaligen Sowjetunion (11 %) ist.[138]

Um eine hohe Wachstumsrate zu gewahrleisten, muss China nach neuen Energiequellen Ausschau halten. Seit 1996 wird verstarkt im Ausland nach Rohol und Erdgas gesucht und gleichzeitig wird der Ausbau der zivilen Nutzung der Kernenergie vorangetrieben. Die Chinese National Petroleum Corporation (CNPC) hat allein 1997 nicht weniger als 18 internationale Petroleum- und petrochemische Projekte mit einem Vertragswert von etwa 750 Millionen US-Dollar initiiert.[139] Daruber hinaus beteiligt sich die CNPC an der ErschlieBung von Olfeldern in Russland, Pakistan, Kasachstan, Indonesien, Agypten, Ecuador, Venezuela, Argentinien, Iran und Sudan.

Wahrend die VR China intensiv nach neuen Energieressourcen im Ausland sucht, be- muht sie sich auch inlandische Energiequellen insbesondere die Meerressourcen auszu- beuten und Erdol- und Gasfelder zu erschlieBen. Breits seit den 70er Jahren hat China angefangen im Ostchinesischen Meer Ol und Gas zu erforschen.[140] Wahrend die China National Offshore Oil Corporation (CNOOC) in diesem Gebiet immer mehr Errungen- schaften erreichte, entstand ein groBer Konflikt zwischen China und Japan, der auBerlich um die Erdol- und Erdgas-Bohrrechte im Ostchinesischen Meer geht, wesentlich jedoch sich auf das bis heute nicht geloste Problem der Seegrenze zwischen beiden Landern so- wie die damit verbundene Souveranitatsfrage uber die umstrittenen Diaoyu/Senkaku- Inseln bezieht. Welche Auffassungen vertreten China und Japan dabei? Warum lasst sich der Konflikt durch die UN-Seerechtskonvention nicht losen? Welche Aussichten und Moglichkeiten stehen zu diesem Problem zur Verfugung? Mit diesen Fragen wird der Seegrenzkonflikt im Ostchinesischen Meer zwischen VR China und Japan im nachsten Kapitel ausfuhrlich behandelt.

[...]


[1] Wang: 2005, S. 26.

[2] Vgl. Hilpert/Wacker: 2004, S.26.

[3] Japan Brief des Foreign Press Center Japan vom 16.04.2007 (Internet-Version).

[4] A.a.O.; auch Hilpert/Wacker: 2004, S.26.

[5] Hilpert/Wacker: 2004, S.7.

[6] Chin. jingguo shenshe Der Yasukuni-Schrein befindet sich im Stadtbezirk Chiyoda in Tokyo, Japan. In diesem Schrein werden neben den Seelen von ca. 2,5 Mio. Kriegsgefallenen auch die der 1948 vom Internationalen Militartribunal fur den Fernen Osten als Kriegsverbrecher Kategorie A verurteilten 14 Japaner verehrt, allen voran Kreigspremiert Tojo, Hideaki (chin. Dongtiao Yingji tt). Der Yasukuni-Schrein unterstand bis 1945 militarischer Verwaltung. Im Krieg war er ein Hort des religios-uberhohten Kaiserkults und wurde zum Symbol des japanischen Militarismus. Hielscher: 2006, S. 140ff.

[7] Chin. Xiaoquan Chunyilang —§H. Er war der Vorsitzende der Regierungspartei LDP und von 2001 bis 2006 der Premierminister Japans.

[8] Vgl. Japan Brief des Foreign Press Center Japan vom 16.04.2007 (Internet-Version).

[9] Vgl.: Zong: 2006 (Internet-Version); Hielscher: 2006, S.139ff. Mog-Sidor: 2006, S. 63ff; Schneppen: F.A.Z., 12.04.2005.

[10] Giese: 2005, S.7.

[11] A.a.O.

[12] A.a.O.

[13] Im Unterkapitel 1.3 wird darauf naher eingegangen.

[14] Nodkorea, Russland, die Mongolei, Kasachstan, Kirgistan,Tadschikistan, Afghanistan, Pakistan, Indien, Nepal, Bhutan, Birma, Laos und Vietnam.

[15] Vom Norden nach Suden sind die folgenden sechs Lander: Sudkorea, Japan, die Philippinen, Indone-sien, Brunei und Malaysia.

[16] China besitzt 6,536 Inseln, die mehr als 500 m2 groB sind. Quelle: Woguo haiyou duoshao bianjie yu waiguo you zhengyi (Internet-Version).

[17] Der andere noch nicht geloste Grenzkonflikt betrifft die Grenze zwischen China und Indien. Quelle: Zhongguo yu linguo bianjie wenti xianzhuang (Internet-Version).

[18] Jap. Higashi shina kai, oderengl.: East China Sea.

[19] Randmeere sind Nebenmeere, die am Rand der Kontinente bzw. Ozeane liegen und nur durch Insel- ketten, im Meer liegende Schwellen und Rucken und Tiefseerinnen - also nur unvollstandig vom freien Ozean getrennt sind. Quelle: Website-Encyclopedie: encyclopediede.snyke.com (12.01.2007).

[20] Li, J.: 2006, S. 153; Zhu: 2006, S. 20; Vgl. auch Zhang: 2005, S. 97;

[21] Jap. Ryukyu Qunto,

[22] Feulner: 1976, S. 96.

[23] Vgl. Li, J.: 2006, S. 153; Wu, J. H.: 2005 (Internet-Version).

[24] Li, J.: a.a.O.; Laut Zhao, X./Luo, G.: 2005 betragt die ostwestliche Bereite des Donghai von 150 bis 360 sm (1sm entspricht 1,852 km); dazu vgl. auch Li, Y.: 2005, S.32; Feulner: 1976, S. 98.

[25] Li, J.: 2006, S. 153; Zhu, 2006, S. 20.

[26] Klemm: 1976, S. 5.

[27] „Mitte der 70er Jahre betrug der Anteil der Erdolproduktion aus den Festlandsockel knapp 20 % der gesamten Erdolproduktion, der Anteil des Erdgases 10 %. Aber auch andere Mineralien werden bereits kommerziell aus Wasser und Meeresboden gewonnen: Japan beispielsweise deckt % seines Kohlebdarfs aus submarinen Stollen.“ Gundling: 1983, S. 3.

[28] Vgl. Hasselmann: 1987, S. 19; Kwon: 1991, S. 5.

[29] Vgl. Klemm: 1978, S. 512.

[30] Uber Emery und seine Forschung wird im Kapitel 3.1 mehr vorgestellt.

[31] Die Abhangigkeit vom Rohstoffimport Japans ist sehr groB. Nach Kwon umfasse die Binnenol produkti- on z. B. nur 0,3 % des Gesamtbedarfs. Kwon: 1991, S. 81; vgl. auch Harrison 1979, S. 147.

[32] „Die Olsituation in Sudkorea ahnelt der Japans. Daruber hinaus hat Sudkorea uberhaupt keine selbststan dige Olproduktion.“ Kwon: a.a.O., S. 83.

[33] Vgl. Ma: 1984, S. 16; Kwon: 1991, S. 6;

[34] Kwon: a.a.O., S. 7; Vgl. auch Ma: 1984, S. 16.

[35] Vgl. Kwon: a.a.O., S. 7; Ma: a.a.O; Liu: 2002, S. 92.

[36] Die Flache zwischen Kuste und Hangknick nennt man Festlandsockel. Klemm: 1976, S.5.

[37] China (einschlieBlich Taiwan) und Japan, beide Staaten machen Hoheitsanspruche auf die Diaoyu-Inseln geltend. Aus juristischen, historischen und geografischen Grunden ist Souveranitat der Inseln umstritten. Umbach: 2006, S. 48; Vgl. auch Suganuma: 2000, S. 13.

[38] Sie wird im Chinesisch auch als Diaoyu Tai Diaoyu Yu bezeichnet. Suganuma: 2000, S. 238.

[39] Vgl. Zhu: 2005, S. 4; Wang: 2005, S. 24.

[40] Vgl. Wu, H.: 2001, S. 75; Zhu: a.a.O., S. 12; Umbach: 2002 (Konflikt oder Kooperation in Asien- Pazifik), S. 45

[41] Seit 1990 ist China zum Nettoimporteur von Energie und seit November 1993 auch zum Nettoimporteur von Rohol geworden. Inzwischen wurde das Land mit 11 % der Weltenergienachfrage zum zweitgroBten Energiekonsumenten der Welt, wahrend es aber gleichzeitig weltweit groBter Verbraucher von Kohle ist, die derzeit etwa 70 % von Chinas Energieverbrauch deckt. Umbach: 2006, S. 40; Vgl. auch Kojima: 2005, S. 32; Derzeit betragt die chinesische Abhangigkeit vom Erdolimport etwa 51 %. Nach Bustelo (2005 Internet-Version) konnte sie sich sogar auf 85 % im Jahr 2030 erhohen.

[42] Uber 99 % des Energiebedarfs in Japan muss vom Import gedeckt werden. Die Abhangigkeit vom Erdol import aus dem Mittleren Osten konnte nach Umbach (2002, S. 341) von 82% 2000 auf 90 % 2010 an steigen.

[43] Nach Umbach (2006, S. 38) konnte die Abhangigkeit Asiens gegenuber den Erdolimporten aus dem Mittleren Osten und der Region des Persischen Golfes in Relation zu seinem Gesamtroholimporten von gegenwartig rund 75 % bis zum Jahr 2010 auf 90 % ansteigen.

[44] Vgl. Umbach: 2006, S. 35. Die Energiesituation von Japan und China wird im Kapitel 2 behandelt.

[45] Mehr uber diese Gasfelder wird im Kapitel 3 erlautert.

[46] Zhang: 2005, S. 12; Yabuki: 2005 (Internet-Version).

[47] Japan Brief vom 18.07.2005 (Internet-Version, Hg.: Foreign Press Center Japan und der Japanischen Botschaft in Berlin); Yabuki: 2005 (Internet-Version).

[48] Vgl. Umbach: 2006, S. 49; Yabuki: 2005 (Internet-Version).

[49] Es wird auch als UN-Seerechtsubereinkommen bezeichnet (UNSUK).

[50] Zhao/Luo: 2005, S. 52.

[51] Vgl. Japan Brief vom 13.03.2006.

[52] Vgl. Yu: 2006, S. 120.

[53] Jap. Okinawa Torafu #1177.

[54] Vgl. Zhu: 2006, S. 22ff.

[55] Dieses Prinzip wird im Kapitel 3 erklart.

[56] Vgl. Yu: 2006, S.121; Yu: 2005 (Internet-Version).

[57] Vgl. Yu: 2006, S. 121.

[58] Umbach: 2003, S. 116.

[59] Vgl. Manning: 2000, S. 76. und Umbach: a.a.O, S. 116.

[60] Vgl. Xinhua-Net (25.05.2005).

[61] Hierunter werden die Lander in Ost- und Sudostasien verstanden, die an den Pazifik grenzen. Diese De finition schlieBt Lander wie Russland, Australien oder Neuguinea aus, Umbach: 2001, S. 381.

[62] Vgl. Xinhua-Net (25.05.2005); auch Zhongguo Shihua Xinwen-Net (18.08.2005): Wahrend der Erdol bedarf im Jahre 2004 weltweit durchschnittlich um 3,3 % gestiegen ist, lag die Steigerungsrate in Asien bei 5 %.

[63] Vgl. Umbach: 2001, S. 379.

[64] Vgl. Xinhua-Net (25.05.2005).

[65] Davon besitzt z. B. China 2,5 Mrd. Tonnen (47,7 %); Indien ca. 0,74 Mrd. Tonnen; Indonesien 0,64 Mrd. Tonnen; Australien 0,48 Mrd. Tonnen; Malaysia 0,41 Mrd. Tonnen, Brunei 0,19 Mrd. Tonnen. Min'an Zhengjuan: 2004 (via Internet)

[66] A.a.O. und Xinhua-Net (25,05,2005).

[67] 2003 wurden 348,19 Mio. Tonnen Ol in Asien-Pazifik produziert. Dabei war China mit 170,75 Mio. Tonnen, 49 %, der groBten Olproduzenten in dieser Region, Indonesien mit 51,00 Mio. Tonnen, 15,4 %. Ferner produzierte Malaysia 40,00 Mio. Tonnen, Indien 33,25 Mio. Tonnen, Australien 26,50 Mio. Ton nen und Brunei 9,50 Mio. Tonnen. Min'an Zhenjuan: 2004 (via Internet).

[68] Xinhua-Net (25.05.205)

[69] Vgl. A.a.O.

[70] Vgl. Zhou: 2005 (Internet-Version).

[71] Vgl. Calder: 1996, S. 92, auch 1997, S.57.

[72] Umbach: 2002 (b), S. 203.

[73] Umbach: 2003, S. 116.

[74] Vgl. Kojima: 2005, S. 33.

[75] Vgl. Manning: S. 78.

[76] Association of Southeast Asian Nations (ASEAN) ist eine politische, wirtschaftliche und kulturelle Ver einigung sudostasiatischer Staaten. Jedes Jahr im November findet ein Gipfeltreffen der ASEAN-Staaten statt. Mitgliedstaaten: Thailand, Indonesien, Malaysia, die Philippinen, Singapur, Brunei, Myanmar (Birma), Vietnam, Laos und Kambodscha. Quelle: de.wikipedia.org (06.10.2006).

[77]Umbach: 2002 (a), S. 341.

[78]A.a.O..

[79] Umbach: 2002(b), S. 192.

[80]Asien besitzt mehr als 50 % der Weltbevolkerung.

[81]Umbach: 2003, S. 103.

[82]Vgl. Goto: Leitartikel der Nihon Keizai Shimbun, in Kokusai Mondai, April-Ausgabe 2005 und Vgl. auch Kojima: 2005, S. 32.

[83]Vgl. Fesharaki: 1999, S. 97, Xinhua-Net (25.05.2005).

[84] Vgl. Kojima: 2005, S. 33.

[85] Umbach: 2002 (a), S. 47, vgl. auch Kojima: 2005, S. 33.

[86] Vgl. Kojima: 2005, S.33.

[87] Vgl. Ren, 2004 (Internet-Version).

[88] Vgl. Kojima: 2005, S. 32; Umbach: 2002 (K), S. 349.

[89] Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist zwischen 1994 und 2004 jahrlich im Durchschnitt um 8,4 % gestie- gen. Z. B wahrend im Jahre 1999 noch weniger als 0,25 Millionen Autos in China verkauft wurden, stieg die Zahl 2003 auf mehr als zwei Millionen; die Kapazitat der Elektrizitat hat im Zeitraum von 1987 bis 2004 von 100 Gigawatt auf 425 Gigawatt zugenommen. Der Anteil von Kohle als Primarenergietrager ist zwischen 1995 und 2004 von 77 % auf 69 % gesunken, dagegen stieg der Anteil von Ol von 19 % auf 22 %. Bis 2020 sollte der Anteil von Kohle nur noch 56 % betragen und der von Ol auf 29 % weiter zu nehmen. Vgl. Bustelo: 2005 (Internet-Version).

[90] IEA: 2000, S.14 und Umbach: 2003, S. 106.

[91] Vgl. Bustelo: 2005 (Internet-Version).

[92] Ren: 2004 (Internet-Version) ; Fischer: 2005, S. 19; Umbach: 2006, S. 41.

[93] Umbach: 2006, S. 40; 2007, S. 44.

[94] China hat im Jahre 2005 insgesamt 183 Megatonnen (Mt) Rohol produziert, ist nach Saudi Arabien (519 Mt), Russland (470 Mt), USA (307 Mt), dem Iran (205 Mt) und Mexico (188 Mt) weltweit der sechstgroBte Roholproduzent, sein Anteil betragt damit weltweit 4,7 %. IEA: 2006, S. 11; Vgl. auch Kojima: 2005, S. 32.

[95] Umbach: 2006, S. 40.

[96] Bustelo: 2005 (Internet-Version).

[97] Umbach: 2007, S. 44.

[98] Bustelo: 2005 (Internet-Version).

[99] Vgl. Xinhua-Net (25.05.2005).

[100] Vgl. a.a.O.

[101] Vgl. Bustelo: 2005 (Internet-Version).

[102] Vgl. Bustelo: 2005 (Internet-Version).

[103] Energy Information Administration (EIA), WashingtonDC.

[104] International Energy Agency (IEA), Paris.

[105] The Institute of Energy Economics of Japan (IEEJ), Tokyo.

[106] Development Research Center (DRC), State Council, Beijing.

[107] Vgl. Bustelo: 2005 (Internet-Version).

[108] Vgl. Bustelo: 2005 (Internet-Version).

[109] Umbach: 2003, S. 109; 2007, S. 45; Bustelo: 2005 (Internet-Version).

[110] Vgl. A.a.O.,S. 13. Nach Umbach (2003, S. 106) verfugt China uber 2,43 % der weltweiten Rohol- und 1,2 % der globalen Erdgasreserven.

[111] Vgl. Umbach: 2003, S. 107.

[112] Offshore-Projekt: in the East China Sea, the Golf of Bohai, the mouth of the Pearl river and the South China Sea). Vgl. Kenny: 2004, S. 38. auch Bustelo: 2005 (Internet-Version).

[113] Vgl. Bustelo: 2005 (Internet-Version).

[114] Vgl. a.a.O..

[115] Vgl. KPMG: 2005, S. 5.

[116] Neben China und den USA zahlen die Lander wie Indien (398 MT), Australien (301 MT), Sudafrika (240 MT), Russland (222 MT) auch zu den weltweiten groBten Kohleproduzenten. Vgl. IEA: 2006, S. 14 ff.

[117] Vgl. Umbach: 2002 (Z), S. 198.

[118] Im Jahr 2005 importierte China 28 MT Kohle. Vgl. A.a.O., S. 15.

[119] Vgl. Zhou: 2005 (via Inernet: Zhongguo nengyuan-Net) und Umbach: 2002 (Z), S. 198.

[120] Vgl. Wang: 2004 (Internet-Version) und Umbach: 2002 (K), S. 339.

[121] Vgl. Umbach: 2002 (Z), S. 200.

[122] Vgl. Bustelo: 2005 (Internet-Version).

[123] Vgl. Umbach: 2003, S.112.

[124] Vgl. Umbach: 2003, S. 112.

[125] Im Jahr 2004 wurden insgesamt 26,58 Milliarden Tonnen (MT) Co2-Emission weltweit produziert. Davon machte USA mit etwa 5,80 MT 21,8 % aus und China mit 4,73 MT 17,9 %. IEA: 2006, S. 48, 56.

[126] Vgl. IEA: 2006, 1973 & 2004 Regional Shares of CO2, S. 45.

[127] Vgl. Gao: 2000, S. 52. auch Vgl. Wang: 2004 (via Internet).

[128] Durch das Verbrennen von fossilen Brennstoffen (Kohle, Ol, Gas) entstehen Schwefeldioxid (SO2) und Stickoxide (NOx) in den Abgasen, die mit Sauerstoff und Wasserdampf zu schwefliger Saure oder Salpetersaure reagieren. Der Saureeintrag verursacht schwere Schaden in der Natur (Baum- und Fisch- sterben u.a.) und an Gebauden (Auswaschen von Kalk- und Sandsteinbauten, Schaden am Stuck). Quelle: Umwelt-Lexikon (Internet-Version). Der naturliche pH-Wert des Niederschlages liegt im schwach sauren Bereich bei 5,6. Niederschlag, der einen geringeren pH-Wert als 5,6 hat, wird als saurer Niederschlag bzw. saurer Regen bezeichnet. Quelle: de.wikipedia.org/wiki (23.10.2006)

[129] Vgl. Chen: 2005 (via Internet).

[130] Vgl. Umbach: 2002 (K), S. 352.

[131] Vgl. Umbach: 2003, S. 112.

[132] Vgl. „Fazhan zhongguo dongmeng wuliu zhengce“ (, Internet-Version).

[133] Erdgas ist ein Naturprodukt und muss nicht raffiniert werden. Es wird vom Bohrloch bis zum Verbraucher ohne Beeintrachtigung der Landschaft und ohne Belastung der Verkehrswege unterirdisch transportiert. Erdgas verschmutzt weder Boden noch Gewasser. Es ist fur Menschen, Tiere und Pflanzen ungiftig. Durch die Verwendung von Erdgas reduzieren sich die CO2-Emissionen um rund 25%. Quelle: Erdgas Zurich AG www.erdgaszuerich.ch (18.11.2006).

[134] Vgl. Wang: 2004 (Internet-Version)

[135] Vgl. Umbach: 2003, S. 110; vgl. auch Wang: 2004 (Internet-Version)

[136] Vgl. Umbach: a.a.O.

[137] Vgl. Umbach: 2002 (K), S. 353-354.

[138] siehe Abbildung 2-5.

[139]Vgl. Umbach: 2002 (K), S. 355.

[140]Vgl. Inahara: 2006 (Internet-Version); Chen/Chen: 2006, S. 68.

Details

Seiten
119
Jahr
2007
ISBN (eBook)
9783640703609
ISBN (Buch)
9783640704071
Dateigröße
2 MB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v157460
Institution / Hochschule
Freie Universität Berlin – Ostasiatisches Seminar
Note
1,1
Schlagworte
Seegrenzkonflikt Ostchinesisches Meer China Erdöl Erdgas Japan

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Titel: Seegrenzkonflikt im Ostchinesischen Meer zwischen VR China und Japan