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Kapitalstrukturwahl unter Berücksichtigung makroökonomischer Gegebenheiten

Kapitalstrukturpolitik

Seminararbeit 2010 23 Seiten

BWL - Bank, Börse, Versicherung

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

II. Abkürzungsverzeichnis

III. Symbolverzeichnis

1. Einleitung

2. Skizzierung zentraler Arbeiten zur Kapitalstrukturwahl
2.1. Irrelevanztheorem von Modigliani und Miller
2.2. Trade-Off-Theorie
2.3. Pecking-Order-Theorie
2.4. Market-Timing-Hypothese

3. Kapitalstrukturwahl unter firmenspezifischen und makroökonomischen Gegebenheiten
3.1. Darstellung der untersuchten Forschungsfrage und Skizzierung der zentralenHypothesen
3.2. Datenbasis und Klassifizierung der Unternehmenstypen
3.3. Zielverschuldungsgrad und Emissionsentscheidung
3.3.1. Formale Darstellung
3.4. Einfluss firmenspezifischer Determinanten
3.5. Einfluss makroökonomischer Determinanten
3.6. Eigenkapital versus Fremdkapital Emissions- und Rückzahlungs- entscheidung

4. Schlussbetrachtung und kritische Würdigung

IV. Literaturverzeichnis

II Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

III Symbolverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

Die Wahl der optimalen Kapitalstruktur, die die langfristige Zahlungsfähigkeit sicherstellen, die Kapitalkosten minimieren und den Unternehmenswert maximieren soll, stellt eine der wesentlichen Tätigkeiten der Entscheidungsträger in einem Unternehmen dar. In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, ob die wissenschaftliche Diskussion ein universelles Kapitalstrukturmodell hervorbringen und dieses empirisch belegen konnte. Auf Grund der Heterogenität verschiedener Unternehmen und diverser Einflussfaktoren auf die Kapitalstruktur hat Stewart C. Myers im Jahre 1998 folgendes Zitat geprägt: „There is no universal theory of the debt-equity choice, and no reason to expect one.“[1] Durch zunehmenden Einsatz statistischer und einer Verbesserung empirischer Verfahren, konnten Erklärungsansätze abgeleitet werden, die eine Identifikation zentraler Einflussfaktoren auf die Kapitalstruktur und deren Wirkungszusammenhänge, zu erklären vermögen.[2] Ziel der Arbeit ist es, zunächst die zentralen klassischen Arbeiten und anschließend dynamische Arbeiten zur Kapitalstrukturwahl von Unternehmen vorzustellen. Die dynamischen Ansätze sind hierbei als Erweiterung der klassisch statischen Ansätze zu verstehen, bei denen die beobachteten Kapitalstrukturen nicht mehr den theoretisch optimalen Kapitalstrukturen entsprechen.

In Kapitel 3 werden aufbauend auf der empirischen Analyse von Korajczyk und Levy diverse Einflussfaktoren auf die Kapitalstruktur von Unternehmen untersucht. Zunächst finden eine Skizzierung der von Korajczyk und Levy untersuchten Forschungsfrage,sowie eine Erarbeitung der aufgestellten Hypothesen, die im weiteren Verlauf der Arbeit auf Gültigkeit überprüft werden, statt. Hieran schließt die Aufbereitung der für das ökonometrische Modell verwendeten Datenbasis,sowie die Klassifizierung der untersuchten US amerikanischen, börsennotierten Unternehmen in zwei Unternehmenskategorien, nämlich „finanziell unabhängige“ und „finanziell abhängige“ Unternehmen an. Der Fokus der ökonometrischen Regressionsanalyse von Korajczyk und Levy liegt auf der Identifikation makroökonomischer Einflussfaktoren auf die Kapitalstruktur von Unternehmen. Mit Hilfe einer Regressionsanalyse werden die Wirkungsrichtungen der identifizierten makroökonomischen Treiber ermittelt und im Rahmen der Arbeit interpretiert und in die relevante Literatur eingeordnet. Darüber hinaus werden auch die empirisch validen firmenspezifischen Einflussfaktoren auf die Kapitalstruktur skizziert und die Wirkungsrichtung der einzelnen Faktoren analysiert. Das Zusammenwirken von makroökonomischen und firmenspezifischen Einflussfaktoren auf die Kapitalstrukturwahl geht in die Analyse des Emissions- bzw. Rückkaufverhaltens von Unternehmen zur Realisation der optimalen Kapitalstruktur ein. Eine Analyse des Emissions- bzw.Rückzahlungsverhaltens von Fremd-und Eigenkapital findet wiederum mit einem Fokus auf makroökonomische Faktoren statt.

Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung und kritischen Würdigung der zentralen Forschungsergebnisse, die eine Überprüfung der eingangs formulierten Hypothesen einschließt.

2. Skizzierung zentraler Arbeiten zur Kapitalstrukturwahl

Im Folgenden werden ausgehend vom Irrelevanztheorem von Modigliani und Miller die zentralen klassischen Theorien zur Erklärung der optimalen Kapitalstruktur skizziert. Eine Erweiterung der statischen Betrachtungsweise der Kapitalstruktur in den klassischen Modellen, wird durch Einführung dynamischer Modelle, unter anderem der Market-Timing-Hypothese, durchgeführt.

2.1. Irrelevanztheorem von Modigliani und Miller

Die von Modigliani und Miller in ihrer Arbeit aus dem Jahre 1958 hergeleitete Irrelevanz der Kapitalstruktur stellt den Ausgangspunkt der Entwicklung der modernen Corporate Finance dar. Modigliani und Miller (MM) zeigen, dass unter der Annahme eines vollkommenen und vollständigen Kapitalmarktes[3], die Gesamtkapitalkosten konstant und unabhängig von der Kapitalstrukturwahl eines Unternehmens sind. Der Beweis dieser zentralen Irrelevanzthese wird von MM auf Basis eines Arbitragekalküls erbracht. Es wird gezeigt, dass der Marktwert eines verschuldeten und eines unverschuldeten Unternehmens identisch ist, solange Investoren auf einem vollkommenen Kapitalmarkt jeden Verschuldungsgrad durch entsprechende Portfolioentscheidungen selbst konstruieren können.[4] Folglich sind Marktwertsteigerungen nur durch Disposition im leistungswirtschaftlichen Bereich der Unternehmen möglich.[5]

2.2. Trade-Off-Theorie

Die im Weiteren skizzierten Theorien stellen eine Erweiterung der Erkenntnisse von MM dar, die insbesondere Lockerungen der sehr restriktiven Modellannahmen, insbesondere der Annahme eines vollkommenen Kapitalmarktes, betrachten. Die statische Trade-Off-Theorie betrachtet Marktunvollkommenheiten in zwei Bereichen: Auf der einen Seite sind dies finanzierungsbedingte Wertreduktionen wie Steuerzahlungen, Konkurskosten und Transaktionskosten. Auf der anderen Seite sind dies Agency Kosten, die durch die Trennung von Eigentum und Kontrolle zwischen Anteilseignern und Management entstehen. Das Management strebt nach der Maximierung des eigenen Nutzens und der Befriedigung eigener Interessen, welche mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht deckungsgleich mit den Interessen der Anteilseigner sind und damit zu einem Rückgang des Marktwerts des Eigenkapitals führen können.[6] Nach der Trade-Off-Theorie ergibt sich der Marktwert eines teilweise fremdfinanzierten Unternehmens als Summe des Marktwerts eines vollständig eigenfinanzierten Unternehmens und dem Marktwert des Steuervorteils des Fremdkapitals.[7] Andererseits erhöht ein zunehmender Verschuldungsgrad die latente Insolvenzwahrscheinlichkeit, die mit Konkurskosten einhergeht und damit den Unternehmenswert reduziert. Der Trade-Off-Ansatz verbindet die beiden entgegen wirkenden Effekte aus Steuervorteil des Fremdkapitals und Konkurskosten und leitet hieraus den optimalen Finanzierungsmix ab. Der optimale Verschuldungsgrad ergibt sich demnach in dem Punkt, in dem die Grenzkosten des Fremdkapitals dem Grenznutzen des Fremdkapitals entsprechen.[8]

[...]


[1] Vgl. Myers (2001), S. 81.

[2] Vgl. Hermanns (2006), S. 3.

[3] Vgl. FREIXAS und ROCHET (1997), S. 7: keine Informationsasymmetrien zwischen Marktteilnehmern, beliebige Teilbarkeit von Finanzierungstiteln, vollkommener Wettbewerb unter Marktteilnehmern, keine Steuern und Transaktionskosten, vollkommen rational handelnde Marktteilnehmer.

[4] Vgl. Modigliani/Miller (1958), S. 268 f.

[5] Vgl. Thies (2000), S. 59.

[6] Vgl. Perridon/Steiner (1998), S. 531.

[7] Vgl. Bessler, Drobetz, Thies (2007), S. 4.

[8] Vgl. Myers (2001), S. 81.

Details

Seiten
23
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783640714384
ISBN (Buch)
9783640714506
Dateigröße
580 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v157457
Institution / Hochschule
Universität zu Köln – Corporate Finance Seminar
Note
2,0
Schlagworte
Kapitalstrukturwahl Berücksichtigung Gegebenheiten Kapitalstrukturpolitik Trade-Off-Theorie Pecking-Order-Theorie Market-Timing-Hypothese firmenspezifische Determinanten der Kapitalstrukturpolitik makroökonomische Determinanten der Kapitalstrukturpolitik EK und FK Emissionsentscheidungen Verschuldungsgrad Modell von Korajczyk und Levy

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Titel: Kapitalstrukturwahl unter Berücksichtigung makroökonomischer Gegebenheiten