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Praktische Anwendung der DIN EN ISO 9000ff

Im Rahmen der Sozialen Arbeit

Hausarbeit (Hauptseminar) 2010 8 Seiten

Soziale Arbeit / Sozialarbeit

Leseprobe

Zum Begriff

In der Literatur findet sich eine Reihe unterschiedlicher Inhalte zum Begriff der Qualität, wobei der Kern dieser Inhalte im Wesentlichen folgendes aussagt:

Qualitätsmanagement hat sich zu einem umfassenden Führungsansatz entwickelt. Es beinhaltet nicht nur Kontrollaktivitäten als einen abgegrenzten Teilbereich,[1] sondern findet sich ganzheitlich als ein Führungsansatz und in bestimmten Herstellungsprozessen und ihrer Planung. Dabei handelt es sich um die „gezielte und strukturierte Bewertung und Weiterentwicklung der Güte sozialer Dienstleistungen.“[2] Weiterhin kann Qualitätsmanagement als „Oberbegriff für alle qualitätsrelevanten Tätigkeiten“[3] bezeichnet werden, oder als „Gesamtheit der qualitätsbezogenen Zielsetzungen und Tätigkeiten“[4], sowie als Qualität des Managements charakterisiert werden. Die aktuelle Definition der International Organization for Standardization lautet, Qualität ist das „Vermögen einer Gesamtheit inhärenter Merkmale eines Produkts, Systems oder Prozesses zur Erfüllung von Forderungen von Kunden und anderen interessierten Parteien“[5] Dabei wurde der Fokus in der letztgenannten Definition im Sinne des TQM auf den Kunden gerichtet.[6]

Der Begriff von Qualität oder Qualitätsmanagement liefe Gefahr, in einen inflationären Gebrauch zu gelangen, sofern keine ausreichenden Indikatoren zur Planung, Bestimmung und Evaluierung von Qualität vorlägen. Denn nicht alle Managementaktivitäten sind mit Qualitätsmanagement gleichzusetzen, sondern ein differenzierter Teilbereich im Management.[7] Um diesen Anforderungen gerecht zu werden hat Donabedian den dreidimensionalen Qualitätsbegriff entworfen. Dieser umfasst Strktur-, Prozess- und Ergebnisqualität. Später wurde die Ebene der Normenqualität hinzugefügt.[8] Weiterhin wurde der Qualitätsbegriff in verschiedene Sozialgesetze aufgenommen, wobei das Qualitätsthema eine unausweichliche Relevanz darstellt. Damit wurden Qualitätskontrollen und Dokumentationsverfahren im Zusammenhang mit konkreten Leistungsvereinbarungen vorgeschrieben.[9] Ebenso zählt die Bewertung, die Behebung arbeitsfeldspezifischer Mängel, sowie Legitimation und damit der Nachweis von Wirksamkeit zu den Anforderungen an Einrichtungen der Sozialen Arbeit.[10]

Ein weiteres Thema ist die betriebswirtschaftliche Orientierung. Diese soll den Umgang mit den knappen öffentlichen Finanzmitteln effektiv und effizient gestalten. Effektivität heißt, hohe Wirksamkeit erzielen und Effizienz soll professionelle Zeit, sowie professionelles Personal und damit Kosten einsparen. Diese stellen weitestgehend die ökonomischen Rahmenbedingungen dar und wurden mit dem Begriff des „Neuen Steuerungsmodells“ zusätzlich forciert.[11]

Es ist zu sagen, dass es sich nicht primär um Einsparungen durch den hohen Stellenwert des Qualitätsbegriffs in die Soziale Arbeit handeln soll, sondern weiterhin wird auch das sozialpädagogische Handeln weiterentwickelt.[12] Es werden also betriebswirtschaftliche und fachliche Intentionen miteinander verknüpft.[13]

Um dem Qualitätsbegriff und den gesetzlichen Forderungen gerecht zu werden, verwenden die Dienstleistungserbringer der Sozialen Arbeit verschiedene Qualitätsmanagementsysteme, die im Kern der vorliegenden Arbeit näher umrissen und miteinander verglichen werden sollen. Dabei sollen die Unterschiede zwischen einem normativen und einem nicht-normativen Qualitätsmanagementsystem verdeutlicht werden. Als Medium zur Verdeutlichung soll zum einen das System DIN EN ISO 9000 ff.: 2000, sowie das System EFQM – Modell für Excellence dienen.

[...]


[1] Vgl. Merchel, J. (2004), S. 10

[2] Merchel, J. (2004), S. 10

[3] Zitiert nach Arnold (1998), in Merchel, J. (2004), S. 9

[4] Zitiert nach Arnold (1998), in Merchel, J. (2004), S. 10

[5] Boeßenecker, K.-H. (2003), S. 25

[6] Vgl. Merchel, J. (2004), S. 64

[7] Vgl. Merchel, J. (2004), S. 11

[8] Vgl. Boeßenecker, K.-H. (2003), S. 8

[9] Vgl. Boeßenecker, K.-H. (2003), S. 9. Vgl. auch Merchel, J. (2004), S. 15

[10] Merchel, J. (2004), S. 15

[11] Merchel, J. (2004), S. 17 f

[12] Merchel, J. (2004), S. 19

[13] Merchel, J. (2004), S. 23

Details

Seiten
8
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783640703517
ISBN (Buch)
9783640704118
Dateigröße
485 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v157131
Institution / Hochschule
Hochschule Osnabrück – WiSO
Note
1,3
Schlagworte
DIN EN ISO EFQM Qualität Modernisierung Ökonomisierung Effizienz Effektivität Begriff Soziale Arbeit Case Management

Autor

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Titel: Praktische Anwendung der DIN EN ISO 9000ff