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Das faschistische Frauenbild

Hausarbeit 2001 15 Seiten

Geschichte Europa - Deutschland - Nationalsozialismus, II. Weltkrieg

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Erziehung des Mädels zur „guten Mutter“

3. Mutterkult

4. Das Ehestandsdarlehen

5. Rassenhygiene

6. Die Ehe

7. Das Mutterkreuz

8. Bildung und Berufsausübung

9. Fazit

Quellverzeichniss

1. Einleitung

<< Niemals sind in der deutschen Geschichte gerade so viele Frauen einer politischen Partei zugeströmt wie der NSDAP- und nie hat eine Parteiideologie die Frauen so erniedrigt wie die NSDAP. >> [Hart90]

Haben Frauen das nationalsozialistische Regime gewollt und Hitlers Machtergreifung unterstützt?

Ja, es hat sie gegeben, die Frauen, die beim Anblick des Führers ohnmächtig wurden, hysterisch ihr Siegheil brüllten, dem Führer Kinder gebären wollten und ihre Söhne und Ehemänner an die Front schickten. Auch wurden sie in verschiedenen Bereichen zu Tätern, Mörderinnen und Unterdrückerinnen. So zum Beispiel als KZ- Aufseherinnen, Ärztinnen, Führsorgerinnen und Denunziantinnen, oder einfach nur als Stütze ihres Mannes.

Doch wirklich etwas zu sagen hatten sie nicht, denn es ist ihnen nie gelungen in Führungsgremien der Partei vorzudringen, noch gab es eine Ministerin oder Gauleiterin. Selbst das Deutsche Frauenwerk unterstand einem Mann. Warum haben Frauen sich so erniedrigen lassen und sich so passiv verhalten? Die Beschäftigung mit der Frage nach politisch motivierten Widerstand, weltanschaulichen Meinungsverschiedenheit aus einer meist religiösen Grundhaltung und gesellschaftlicher Verweigerung von Frauen setzt die Frage nach dem Frauenbild im Nationalsozialismus voraus.

Die gesellschaftliche Situation der kleinbürgerlichen Frauen hatte sich seit den Zeiten der Weimarer Republik kaum verbessert, auch wenn die Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau festgeschrieben war. Nach dem ersten Weltkrieg waren Millionen von Frauen aus den Fabriken entlassen worden und „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ blieb nur eine Forderung. Neue Wege standen ihnen nicht offen und somit blieben die Frauen dem althergebrachten Kinder-, Küche-, Kirche- Ethos verhaftet. Konservative Parteien sprachen die Frauen in den Zeiten der Unsicherheit über die Familienpolitik an und dies wirkte sich positiv auf die Wahlergebnisse aus. Doch wählten Frauen immer weniger als die Männer die NSDAP.

Nicht wenige Zeugnisse von Überlebenden verdeutlichen auch immer wieder Konflikte mit den Erwartungen an die Erfüllung der Aufgaben einer „guten Mutter“ und der Notwendigkeit bzw. (ab 1939) Pflicht zur Erwerbsarbeit, Verweigerungen gegen daraus resultierende Ansprüche und von den Nationalsozialisten als Widerstand angesehener Handlungen. Die Frauen fanden Nischen, die sie gegen die Ansprüche und Übergriffe des „Maßnahmenstaates“ auf ihr Leben zu erhalten suchten [Wickert94 S.141].

2. Erziehung des Mädels zur „guten Mutter“

Die Autorin Gabriele Palm propagiert, in dem Vorwort ihres Buches „Kultur und Erziehung der Frau im organischen Lebenszusammenhang“, welches drei Jahre vor Kriegsbeginn herausgegeben wurde, ihre Vorstellung der weiblichen Erziehung.

<< ... die neue Erziehung auch keine neue Methode..(...). Sie ist ein Suchen und Tasten nach den ewigen Gesetzten des Lebens, unseres blutsgebundenen deutschen Lebens, das so verschüttet lag unter tausend Dogmen und Doktrinen. Und somit ist auch die neue Erziehung eine Befreiungstat, ist es besonders für die Frau.(...). Wir Nationalsozialistinnen ringen um die innere Befreiung der Frau, sie ist die wahre Freiheit. Wir wollen suchen gehen nach dem ursprünglichen, naturhaften Kräften, die uns Frauen gegeben und mit unserem Muttertum eins sind. Wir wollen ablegen, was uns wesensfremd ist und nach der Stimme unseres Blutes horchen, die immer stärker uns mahnt, das Artfremde aus unserem Leben zu weisen. Dann erst werden wir Sinn und Wert unseres Frauenseins erkennen und seine Beziehungen zu Kind und Mann und Volk und Staat. Und hier setzen wir Kraft und Willen ein: Wir wollen die Frau wieder echt und wahr haben. Dann wird sie wieder schöpferisch, weil innerlich frei. Haus und Herd, Gesittung und Kultur, Erziehung und innerliche Bildung werden ihr unumstrittenes Reich sein. >> [Palm36]

Die Nationalsozialisten nahmen mit ihren pädagogischen Vorstellungen nicht nur Einfluss auf das Schulwesen, sondern sie erschufen außerdem eine staatlich kontrollierte Jugendarbeit. So war auch der außerfamiliäre und außerschulische Bereich des jungen Menschen von der Hitler-Jugend (HJ) und der darin integrierten Mädchenorganisation „Bund Mädel“, von Hitler, betreut.

In der Durchführungsverordnung von 1939 wurde die Grundlage für die Jugenddienstpflicht erschaffen, nach der alle Jugendlichen zwischen zehn und achtzehn Jahren zum Dienst in der Hitlerjugend verpflichtet werden konnten.

<< Der Völkische Staat hat (...) seine gesamte Erziehungsarbeit in erster Linie (...) einzustellen (...) auf das Heranzüchten kerngesunder Körper. Erst in zweiter Linie kommt dann die Ausbildung der geistigen Fähigkeiten. Hier aber wieder an der Spitze die Entwicklung des Charakters, besonders die Förderung der Willens- und Entschlusskraft, verbunden mit der Erziehung zur Verantwortungsfreudigkeit, und als letztes die wissenschaftliche Schulung. >>

[Hitler]

Die Fundamente der Erziehung, laut Dr. Jutta Rüdigers, waren die weltanschauliche Schulung, sportliche Ertüchtigung und soziale Einsatzbereitschaft. Doch die Wirklichkeit sah anders aus, das << Ich >> musste ausgemerzt werden, damit man um so dienstbereiter in der Gemeinschaft stehen kann. Gemäß der Parole „Du bist nichts, Dein Volk ist alles“ hatten sie ihr eigenes << Ich >> zurückzustellen, um sich der Volksgemeinschaft, dem << Wir >>, unterzuordnen.

[...]

Details

Seiten
15
Jahr
2001
ISBN (eBook)
9783638109666
Dateigröße
389 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v1565
Institution / Hochschule
Technische Universität Berlin – Politikwissenschaften
Note
Schlagworte
Frauenbild Reich

Autor

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Titel: Das faschistische Frauenbild