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"Schule im Kuhstall"

Besuch des außerschulischen Lernorts Bauernhof mit einer Grundschulklasse

Hausarbeit 2010 15 Seiten

Sachunterricht, Heimatkunde (Grundschulpädagogik)

Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. didaktische Begründung
2.1 für einen außerschulischen Lernort
2.2 für den Lernort Bauernhof:

3. Lernziele / Kompetenzen:

4. Beschreibung
4.1 der Lernausgangslage
4.2 des Bauernhofs

5. Darstellung der Stundenabfolge
5.1 Vorbereitung:
5.1.1 erste Stunde: Einführung in das Thema:
5.1.2 zweite - vierte Stunde: rund um die Milch:
5.1.3 fünfte Stunde: Bildung von Expertenteams
5.2 Besuch des Bauernhofs:
5.3 Nachbearbeitung und Auswertung: siebte und achte Stunde:

6. Reflexion und Fazit:

7. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Um Schülern Unterricht so motivierend und spannend wie möglich zu gestalten, sollte der Lehrer darauf achten, nicht nur theoretische Grundlagen im Unterrichtsalltag zu vermitteln, sondern ebenso der Praxis eine angemessene Rolle zukommen zu lassen. Am effektivsten wird jedoch die Praxis an einem außerschulischen Lernort mit einbezogen: Hier verzahnen sich Theorie und Praxis bestmöglich miteinander.

Grundsätzlich kann jeder Ort zu einem außerschulischen Lernort werden. „Außerschulisches Lernen findet immer dann statt, wenn sich die Schüler außerhalb des Schulgebäudes oder außerhalb des schulischen Rahmens mit einem originalen Lerngegenstand unter gezielter pädagogischer Anleitung auseinandersetzen“ (Sauerborn/Brühne 2009, S.12). Der Lernort muss aber bewusst geplant in den Unterricht einbezogen werden. Voraussetzung für einen geeigneten außerschulischen Lernort ist die originale Begegnung, das unmittelbare Erleben und der handelnde Umgang mit der Umwelt.

Im Folgenden soll nun ein konkreter Lernort - der Lernort Bauernhof - herausgegriffen werden, um an diesem Beispiel u.a. zu erläutern, wie ein Unterrichtsgang mit Schülern ablaufen kann. Der Besuch des Lernorts ist in eine Unterrichtseinheit integriert, damit die Schüler nicht unvorbereitet, sondern mit einem gewissen Vorverständnis den Bauernhof besuchen. Thema der Einheit ist: Woher kommt die Milch? Themeninhalte dieser Unterrichtsreihe sollen sein: die Herkunft der Milch, der Weg der Milch von der Milchkuh bis hin zum Verbraucher, Milch als menschliches Grundnahrungsmittel, der persönliche Milchkonsum und Milchprodukte. Zuerst werden Gründe genannt die dafür sprechen, Lernorte außerhalb des Klassenzimmers zu besuchen. Darauf anschließend werden speziell Gründe für den Lernort Bauernhof erörtert. Worin mögliche Lernziele bestehen könnten bzw. welche Erfahrungen die Klasse auf dem Bauernhof machen kann sind Fragen, mit denen ich mich im 3. Kapitel beschäftige. Ab dem 4. Kapitel wird es dann konkret. Die Schulklasse, mit der die Unterrichteinheit durchgeführt wurde, wird beschrieben sowie der besuchte Bauernhof. Im 5. Kapitel wird exemplarisch aufgezeigt wie die Vorbereitungsphase, der eigentliche Bauernhofbesuch und die Nachbearbeitungsphase gestaltet wurden.

2. didaktische Begründung

2.1 für einen außerschulischen Lernort

Lernen im Klassenzimmer und lernen außerhalb unterscheidet sich schon dadurch, dass es etwas „Besonderes“ darstellt die Schule zu verlassen. Ein Ortswechsel kann möglicherweise schulische Alltagsroutinen durchbrechen. Besuche dort lockern den täglichen Unterrichtsablauf im 45-Minuten-Rhythmus auf und zeigen den Schülern, dass Schule auch woanders stattfinden kann als im Klassenzimmer. Dadurch ist es wahrscheinlich, dass die Schüler bereits im Vorfeld positive Erwartungen an den Unterrichtsgang haben und neugierig und motiviert an die Sache herangehen. Den Schülern fällt das Lernen oft leichter, wenn sie nicht glauben, unter dem Druck der Bewertung zu stehen, dies ist außerhalb des Klassenraumes der Fall (vgl. Sauerborn/Brühne 2009, S. 53). Man kann also sagen, dass außerschulische Lernorte die Chance bieten, Interesse und Lernengagement herzustellen. „[…] besonders auch bei leistungsschwächen oder aufmerksamkeitsgestörten Schülern ist eine höhere Motivation zum Lernen erkennbar.“ (Sauerborn/Brühne 2009, S.13).

An außerschulischen Lernorten ist eine reale Begegnung mit dem Lerngegenstand gegeben. Man kann Objekte und Lebewesen in ihrer Dreidimensionalität und Lebendigkeit erleben und sich damit auseinandersetzen, anstatt sie nur visuell zu erfassen.

Es ist bekannt, dass Schüler mehr lernen und behalten, wenn sie Dinge selbst machen dürfen. So werden durch einen Bauernhofbesuch die dort gemachten Erfahrungen mit Emotionen verbunden, welche dadurch nachhaltiger und intensiver empfunden werden als eine reine theoretische Wissensvermittlung.

Wenn die gesamte Klasse, am besten einschließlich der Lehrkraft, mit in den Ablauf einbezogen wird, möglichst durch gemeinsame Aktivitäten am Lernort, kann auch das Zusammengehörigkeitsgefühl und die Kooperationsbereitschaft gestärkt werden.

Ein weiterer Punkt der für den Besuch eines außerschulischen Lernorts spricht ist, dass man sich noch oft lange Zeit danach an den Unterrichtsgang erinnert. Ein wichtiger Grund dafür liegt in der Tatsache, dass Exkursionen normalerweise nicht zum Schulalltag gehören, sondern nur hin und wieder, in manchen Klassen auch nur sehr selten durchgeführt werden. Somit heben sie sich vom üblichen Unterricht innerhalb der Schule ab und stellen oft Erlebnisse für die Schüler dar, die stärker in Erinnerung bleiben.

Das Verlassen des Klassenraums bietet ebenfalls die Chance, auf Experten in ihrem Umfeld zu treffen. Ausgestattet mit ihren berufstypischen Insignien setzten sie sich nicht mit didaktischen inszenierten Aufgaben, sondern mit tatsächlichen Arbeitsabläufen auseinander: Ein Bauer tut nicht so, als würde er seine Kühe füttern, sondern er gibt ihnen tatsächlich ihr Futter. „Im Gegensatz zum schulischen Unterricht, in dem die Kinder über das Leben in Gestalt von didaktischen Materialien belehrt werden, treffen sie an außerschulischen Lernorten auf Experten, die das Leben repräsentieren“ (Dühlmeiyer 2008, S.24).

Das Lernen vor Ort ermöglicht zahlreiche methodische Lernprinzipien: erlebnis- und erfahrungsorientiertes Lernen, selbständiges Lernen, Lernen mit allen Sinnen, mehrperspektivisches Lernen, handlungs- und projektorientierter Unterricht, Lebensnähe und Öffnung von Unterricht.

Jedoch muss ein Ort der zum Lernort wird, für die Teilnehmer zugänglich und durchschaubar sein. Die originale Begegnung mit dem Gegenstand vermag nicht automatisch Verständnis hervorzurufen. Es bedarf einer Zielsetzung und einer gründlichen Vor- und Nachbearbeitung.

2.2 für den Lernort Bauernhof:

Die Landwirtschaft ist für uns Menschen lebenswichtig, auch wenn vielen Nahrungsmitteln die Herkunft von einem Bauernhof durch die Be- und Verarbeitung nicht mehr anzusehen ist. Um sich ein aktuelles und sachliches Bild von einem landwirtschaftlichen Betrieb machen zu können und auch die Arbeit in diesem primären Sektor schätzen zu lernen, ist es notwendig, einen Bauernhof vor Ort zu besuchen. Im Gegensatz zur Schule bietet der Besuch auf einem landwirtschaftlichen Betrieb den Schülern in einigen Lernbereichen ein praxisnahes Lernen. In diesem Kapitel geht es darum Gründe zu nennen, die für ein Lernen auf dem Bauernhof sprechen.

Kinder erhalten über die Bücher und Medien meist nur eine oberflächige Vorstellung vom Landleben. Ein Unterricht, der sich bei diesem Thema auf den Klassenraum beschränkt, kann in der Regel nicht besonders viel an den mangelnden oder fehlenden Vorstellungen der Kinder ändern. Nur durch reale Begegnungen, wie sie bei Erkundungen stattfinden, und durch primäre Erfahrungen, die dabei geschaffen werden, können sie einen wirklichen Eindruck von der Landwirtschaft bekommen (vgl. Nitzschke 2000, S.4). Der Bauernhof ist geradezu charakteristisch für den ländlichen Raum und macht ihn durchschaubar, konkret, vielfältig, sinnlich erfahrbar und lebendig. Allein aus dem Grund, dass vielen Kindern heutzutage die Landwirtschaft nur aus den Medien bekannt ist, sie aber gleichzeitig täglich mit landwirtschaftlichen Produkten in Berührung kommen und durch diese versorgt werden, ist das Thema relevant für sie und rechtfertigt die Beachtung als Unterrichtsgegenstand im Sachunterricht. Die Vermittlung der Inhalte aus der Natur an die Kinder geschieht weniger durch lange Erklärungen und Theorien, sondern im intensiven, unmittelbaren emotionalen Erleben. Ein bleibendes Verständnis für natürliche Zusammenhänge entwickelt sich über Sinnerfahrung, eigene Versuche und Tätigkeiten. Der Bauernhof ermöglicht einen solchen Lernprozess, indem er die Kinder an den Ort des Geschehens führt: das Feld, den Acker, den Stall oder die Natur rund um den Bauernhof.

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Details

Seiten
15
Jahr
2010
ISBN (eBook)
9783640699896
ISBN (Buch)
9783640699490
Dateigröße
525 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v156480
Institution / Hochschule
Universität Koblenz-Landau
Note
1,0
Schlagworte
Schule Kuhstall Besuch Lernorts Bauernhof Grundschulklasse

Autor

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Titel: "Schule im Kuhstall"