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Römer und Germanen: Die Feldzüge des Drusus und Tiberius

Seminararbeit 2005 13 Seiten

Geschichte - Weltgeschichte - Frühgeschichte, Antike

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Vorgeschichte

3. Die Feldzüge des Drusus

4. Die Feldzüge des Tiberius

5. Quellenkritik
5.1 Biographie der Cassius Dio
5.2 Biographie des Vellius Paterculus

6. Bibliographie

7. Quellen

1. Einleitung

Diese Abhandlung soll aufzeigen, wie das Römische Imperium zu Zeiten des Kaisers Augustus und des Kaisers Tiberius Krieg geführt haben am Beispiel der Eroberungskriege in Germanien rechts des Rheins. Bei dieser Darstellung werden zwei römische Quellen verwendet, Cassius Dio und Vellius Patercullus. Diese werden im folgenden genauer beleuchtet und kritisch hinterfragt.

2. Vorgeschichte

Caesar Octavian Augustus war der erste römische Kaiser und regierte von 33 v.Chr. bis 14 n.Chr. Er übernahm die Regierung nach dem gescheiterten zweiten Triumvierat nach Caesars Ermordung. Im römischen Reich herrschten deshalb große Missstände und ein nicht enden wollender Bürgerkrieg, welcher schon zu Sullas Zeiten ausbrach. Die Bevölkerung war sehr unzufrieden und Augustus als „Retter in der Not“ angesehen. Im Laufe seiner Regierung konnte er diesem Hilferuf relativ gut gerecht werden. Er schaffte es den Bürgerkrieg zu beenden, indem er die ganze Macht des Staates in sich vereinte aber zum Schein die Macht dem Senat und den Konsuln zurückgab. Im Senat selbst befanden sich nun keine zwei Partein mehr, sondern nur Augustus- Anhänger. Dadurch konnte der Streit geschlichtet werden und die römischen Bürger waren vom inneren Zwist befreit.[1]

Augustus konnte durch den inneren Frieden Wohlstand schaffen, der darin bestand, dass die sozialen Schichten näher aneinander angeglichen werden konnten. Um das Volk auch ruhig zu halten belebte er die alten Kulte und Religionen wieder, sowie auch die alte Moralität. Diese Reformen wurden im Volk als „pax augusta“ gefeiert. Die wichtigsten Reformen machte Augustus allerdings im Heer. Durch dem, dass das römische Reich ständig von aufrührerischen Stämmen und Völkern an seinen Grenzen angegriffen wurde, musste er etwas tun um die Grenzen Roms zu sichern. Er schaffte das Milizheer ab und führte ein stehendes Heer ein, bestehend aus 28 Berufslegionen und mehreren Ersatzheeren aus Freiwilligen der römischen Bürger. Außerdem führte er eine Militärkasse ein mit der die Entlassenen finanziert wurden und gab diesen auch Land an den Grenzen Roms, wie z.B. im Voralpenraum. Durch die Ansiedelung der Veteranen an den Grenzen des Reichs, folgten immer mehr Römer in diese Gegenden, wodurch hier die Grenzen gesichert wurden. Zudem waren fast alle seine Feldherren und Staatsmänner mit ihm verwandt und somit war die Loyalität gesichert.[2]

Um das Reich von außen zu befrieden führte er eine Art Präventivkrieg. Er versuchte alle Völker, die Rom angriffen, zu erobern. Als erstes schaffte er Ruhe in den beiden Spanien durch die Unterwerfung des nordwestlichen Spaniens. Augustus kämpfte dort selbst und mit persönlichen Engagement. Er ordnete die spanischen Provinzen völlig neu, indem er sie anstatt in zwei Teile in drei (Baetica, Lusitania und Tarraconensis) teilte. Er siedelte außerdem Bergvölker in die Täler um, um die Truppen vor deren möglichen Einfällen zu schützen. Somit war Spanien ganz erschlossen für Rom.[3]

Von 15 bis 12 v.Chr. sicherte Augustus die Grenzen Italiens durch die Unterwerfung der Stämme im Alpenbereich und den Voralpen bis zur Donau. Augustus Stiefsohn Drusus rückte hierzu von Süden aus vor, durch das Tal der Etsch, und Tiberius, Bruder des Drusus, von Gallien aus den oberen Rhein entlang. Beide gleichzeitigen Feldzüge waren sehr erfolgreich und das neuerworbene große Gebiet vom Oberrhein bis an die Donau wurde zur Provinz Raetien ernannt. Die Donau erwies sich zudem auch als sichere natürliche Grenze zu Germanien, Markomanien, Pannonien und Illyrien. Die Taktik die zu der recht schnellen Eroberung der Raeter führte war ein Abschneiden der Versorgungswege der Alpenvölker. Diese Völker wohnten in den Bergen und somit fielen die römischen Truppen in die Täler ein und entzogen die Raeter ihrer Nahrungsbasis, folglich waren sie gezwungen sich den Römern zu ergeben. Um Italien vor den drohenden Einfällen der Pannonier und Illyrier zu schützen, welche auf dem heutigen Balkangebiet siedelten, befahl Augustus 19 v.Chr. die Unterwerfung dieser Stämme durch Tiberius. Jener konnte das Gebiet schnell unter Kontrolle bringen und richtete eine neue Provinz Illyricum ein, zwischen der Adria und der Drau, dem Wienerwald und den Alpen und dem westlichsten Punkt Serbien.[4]

Durch diese ganzen Eroberungen änderte sich die zunächst defensive Außenpolitik Augustus´ zu einer imperialistischen. Er wollte das letzte Gebiet im Herrschaftsbereich erobern, dass er bisher noch nicht erschließen konnte, Germanien. Das freie Germanien war von den verschiedensten Stämmen besiedelt, die für sich genommen eigentlich keine Macht gegenüber Rom darstellten, sobald sich diese aber zusammenzogen und horteten, waren sie ein ernstzunehmender Gegner. So fielen sie ständig, auch schon zu Caesars Zeiten, in das gallische Gebiet links des Rheins ein, wo sich auch einige germanische Stämme befanden, die allerdings unter römischer Herrschaft standen. 12 v.Chr. fielen wiederholt die Sugambrer, Tenkterer und Usipeter in das Gebiet ein. Augustus wollte dem ein Ende setzen und zusätzlich durch Eroberungszüge eine direkte Linie zwischen Rhein und Donau schaffen. Demnach befehligte er seinen Stiefsohn Drusus nach Germanien.[5]

Cassius Dio ein griechischer Historiker schrieb über dieses Ereignis: „Der bedeutenste Krieg indessen, den die Römer damals führen mussten und der vermutlich auch Augustus aus der Stadt weggerufen hatte, war der gegen die Germanen. Die Sugambrer, Usipeter und Tenkterer hatten nämlich zunächst in ihrem Gebiet einige Römer festgenommen und gekreuzigt, dann waren sie auch über den Rhein gegangen und sowohl über Germanien wie Gallien plündernd hergefallen.“[6]

[...]


[1] Bringmann, Klaus; Römische Geschichte – Von den Anfängen bis zur Spätantike; C. H. Beck Wissen Verlag; München; 2000; S.54-66.

[2] Bringmann, Klaus; Römische Geschichte – Von den Anfängen bis zur Spätantike; C. H. Beck Wissen Verlag; München; 2000; S.54-66.

[3] Heuss, Alfred; Römische Geschichte; Georg Westermann Verlag; 1960; S.292-301.

[4] Heuss, Alfred; Römische Geschichte; Georg Westermann Verlag; 1960; S.292-301.

[5] Heuss, Alfred; Römische Geschichte; Georg Westermann Verlag; 1960; S.292-301.

[6] Cass. Dio 54,20,4/5.

Details

Seiten
13
Jahr
2005
ISBN (eBook)
9783640696512
ISBN (Buch)
9783640696857
Dateigröße
362 KB
Sprache
Deutsch
Katalognummer
v156435
Institution / Hochschule
Friedrich-Schiller-Universität Jena – Historisches Institut
Note
1,3
Schlagworte
Römer Germanen Feldzüge Drusus Tiberius

Autor

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Titel: Römer und Germanen:  Die Feldzüge des Drusus und Tiberius